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Zum mechanischen Antrieb geeignete Ausfeilvorrichtung für Zahnwurzelkanäle:
Die Erfindung betrifft eine zum mechanischen Antrieb geeignete Ausfeilvorrichtung
für Zahnwurzelkanäle.
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Bei den bekannten Ausfeilvorrichtungen wird die Drehbewegung der Antriebswelle
einer Zahnbohrmaschine in eine geradlinig hin und her gehende Bewegung umgewandelt
und diese letztere Bewegung ohne weiteres auf die zum Ausfeilen des Zahnwurzelkanals
dienende Rattenschwanzfeile übertragen, so daß auch die einzelnen Zähne der Feile
eine geradlinig hin und her gehende Bewegung
ausführen. Ein sauberes
Ausfeilen ist aber mit einer Feile, deren Zähnte geradlinig hin und her gehen, nur
schwer möglich. Es ist deswegen bei dem bekannten Ausfeilen der Zahnwurzelkanäle
von Hand allgemein üblich, der Feile außer der in achsialer Richtung hin und her
gehenden Bewegung gleichzeitig auch noch eine hin und her gehende Drehbewegung um
ihre Achse zu erteilen, so daß die einzelnen Feilzähne während des Feilens eine
Spirale beschreiben, welche Bewegung für die saubere Ausführung der Feilarbeit zweckmäßig
ist.
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Um nun diese Spiralbewegung der Feilzähne auch maschinell mit Hilfe
der üblichen Bohrmaschine zu erreichen, wird der Erfindung gemäß die achsial hin
und her gehende Bewegung der Zahnteile mit einer -hin und her gehenden Drehbewegung
auf mechani schein Wege zwangläufig vereinigt. Zu diesem Zwecke wird der Feilenhalter
nicht wie bei den bekannten Ausfeilvorrichtungen starr mit demjenigen Vorrichtungsteil
verbunden, welcher zur Umwandlung der Drehhewegung der Welle in eine geradlinig
hin und her gehende Bewegung dient, sondern es wird erfindungsgemäß zwischen dem
Feilenhalter und denn Antriebsmechanismus eine Kupplung eingeschaltet, die derart
eingerichtet ist, daß mit ihr einerseits die achsial hin und her geltende Bewegung
des Antriebsmechanismus zwangläufig auf den Feilenhalter übertragen wird, während
anderseits letzterem außerdem eine hin und her gehende Drehbewegung um seine Achse
erteilt Rdrd. Um den Feilenhalter in eine solche Drehbewegung zu versetzen, wird
derselbe zweckmäßigerweise ähnlich wie die Antriebswelle mit einer schräg liegenden
Nut versehen, in welche ein in dem Handstücksgehäuse starr befestigter Stift eingreift,
so daß dem Feilenhalter zugleich mit der achsial hin und her gehenden Bewegung eine
hin und her gehende Drehbewegung um seine Längsachse erteilt wird. Für die Größe
des von den Feilzähnen beschriebenen Kreisbogens ist die Schräglage der genannten
Nut maßgebend; zweckmäßigerweise wird die Schräglage so gewählt, daß die Zähne beim
Hin- und f@ückgang je einen Bogen von i2o° beschreiben.
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Der Erfindungsgegenstand ist auf der Zeichnung in zwei Ausführungsbeispielen
veranschaulicht. Die Abb. i bis 3 stellen eine erste Ausführungsform dar, und zwar
zeigt: Abb. i die Ausfeilvorrichtung mit geradem, einteiligem Hand- und Führungsstück,
teils in Ansicht, teils im Längsschnitt, Abb. 2 in vergrößertem Maßstabe die Kupplung
im Längsschnitt und Abb.3 einen Schnitt nach der Linie A-A der Abb. 2; die Abb.
¢ und 5 veranschaulichen eine zweite Ausführungsforti des Erfindungsgegenstandes,
und zwar ze"t: ' Abb. q. die Feilvorrichtung mit geradem Hand- und aufgesetztem
winkligen Führungsstück, teils in Ansicht, teils im Längsschnitt und Abb. 5 den
Kopf der Vorrichtung für sich in vergrößertem Maßstabe im Längsschnitt. In den die
erste Ausführungsform veranschaulichenden Abb. i bis 3 bedeutet i ein gerades Handstück,
welches an seinem oberen. Ende gleichzeitig für die zur Befestigung des Schaftes
2- der Rattenschwanzfeile 3 geeignete Klemmhülse a als Führungsstück dient, Während
5 das Handstück der in den Abb. 4 und 5 gezeigten zweiten Ausführungsfonm darstellt.
Auf das Handstück 5 ist mittels Gewinde 6 (Abb. ¢) ein winklig abgebogener Aufsatz
7 aufgeschraubt, auf welch letzterem mittels Gewinde 8 ein Kopfstück 9 aufgesetzt
ist, das gleichzeitig als Führungsstück für die Klemmhülse q. der Rattenschwanzfeile
2', 3' dient. Innerhalb des Handstückes i oder 5 befindet sich eine Hülse i o oder
i o', die mit einer Längsnut i i oder i i' versehen ist, in welche eine an dem Handstück
i oder 5 angebrachte Führungsleiste 12 oder 12' eingreift, so daß die Hülse io oder
io' zwar eine Bewegung in achsialer Richtung, al)er keine Drehbewegung um ihre Achse
ausführen kann. In der Wandung der Hülse io oder io' sind Stifte 13, 13' befestigt,
welche in- ringförmige, schrägliegende Nuten 14, i ¢' einer im Innern der Hülse
befindlichen Welle 15 oder 15' eingreifen. Unterhalb der Hülse io oder io' ist die
Welle 15 oder 15' mit einem Bund 16 oder 16' versehen, welcher zwischen dem Handstück
i oder 5 und der an letzterem mittels Gewinde 17 oder 17' angeschraubten Verbindungshülse
18 oder 18', welche zum Aufsetzen des Erfindungsgegenstandes auf die Bohrmaschine
dient, derart gelagert ist, daß der 'Welle 15 oder 15' im Gegensatz zu der Hülse
io oder io' zwar eine Drehbewegung., aber keine Bewegung in achsialer Richtung erteilt
werden kann. An ihrem Ende ist die Welle 15 oder 15' mit einem Zapfen 19 oder i9'
versehen, mit dessen Hilfe sie mit der zu ihrem Antrieb dienenden, in der Zeichnung
nicht dargestellten biegsamen Welle der Bohrmaschine gekuppelt wird.
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Die Hülse io ist bei dein ersten Ausführungsbeispiel an ihrer Spitze
unmittelbar mit einem Zapfen 2o versehen, dessen oberes Ende einen Bund 21 trägt.
Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel sind die entsprechenden Teile 2o' und 21' nicht
unmittelbar auf der Hülse io' angebracht, sondern auf einer besonderen, im unteren
Teil des Kopfstückes q
geführten zylinderförmigen Platte 22, welch
letztere durch eine in dein Winkelstück 7 geführte biegsame Stahlwelle 23 mit der
Hül;c i o' in Verbindung stellt. Zur Kupplung des Feilenhalters 2.1 oder 24' mit
der Hülse t o oder mit der Platte 22 ist ein zweigeteilter Ring 25, 25p oder 25',
25p' vorgesehen, der unter dem Bund 2 1 oder :!i' um den Zapfen 2o oder 2o' herumgelegt
wird und auf seinem Umfang mit Gewinde 26 oder 26' versehen ist. Auf das genannte
Gewinde ist der an seinem unteren Ende mit einer achsialen Gewindebohrung 27 bzw.
27' versehene Feilenhaltet 24 oder 24' aufgeschraubt. Die Verbindung zwischen dem
Feilenhalter 24 oder 24' und dem Ring 25, 25a oder 25', 25p' wird durch Stifte
oder lladenschrauben 28 oder 28' gesichert. Die vorstehend beschriebene Kupplungsvorrichtung
ist derartig konstruiert, daß der Feilenhalter zwar die aclisial hin und her gehenden
Bewegungen der Hülse i o oder der Platte 22 zwangläufig mitmachen muß. aber außerdem
unabhängig von der Hülse i o und der Platte 22 Drehbewegungen um seine Achse ausführen
kann.
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Uni dem Feilenhalter 24 oder 24.' eine hin und her gehende Drehbewegung
gleichzeitig finit seiner achsial auf und nieder gehenden Bewegung zu erteilen,
ist in dem Feilenhalter eine schrägliegende Nut 29 oder 29' eingefräst, in welche
eire in dem oberen Teile des Handstückes i bzw. in dem Kopfstück 9 befestigter Stift
30 oder 30' eingreift. Zur Befestigung des Feilenschaftes 2 oder 2' auf dem Feilenhalter
24, 24' wird der Schaft 2 oder 2' in ein. Klemmstück 31 oder 31' eingeschoben, welches
von einem am oberen Ende des Feilenhalters 24 oder 24' vorgesehenen Gewindezapfen
32 oder 32' getragen wird. Durch Aufschrauben der Klemmhülse 4 oder 4' auf den Gewindezapfen
32 oder 32' wird das Klemmstück fest gegen den Feilenschaft 2 oder 2' gepreßt und
dadurch letzterer mit dem Feilenhalter 2.1 oder 24' starr verbunden. An Stelle der
Befestigung der Feile mittels Klemmhülse 4 oder 4' und Klemmstück 31 oder 31' kann
aber auch jede andere, zum Festhalten der Feile geeignete Vorrichtung treten.
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;Die Wirkungsweise des Erfindungsgegenstandes ist die folgende.
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Durch die mit Hilfe der Bohrmaschinen= welle hervorgerufene Dreineng
der Welle 15 oder 15' der Ausfeilvorrichtung wird den in den schrägliegenden Nuten
14 oder 14' geführten Stiften 13 oder. 13' und damit auch der Hülse io oder io'
eine auf und ab gehende Bewegung mittels des Zapfens.2o oder 2o' und des Bundes
21 oder 21' entweder unmittelbar auf den Feilenhalter 24 oder mittelbar durch die
biegsame Welle 23 und die Platte 22 auf den Feilenhalter 24 übertragen. Infolge
des Eingreifens des im Gehäuse i oder im Kopfteil 9 starr befestigten Stiftes 30
oder 3o' in die schräge Nut 29 oder 29' des Feilenhalters 2.1 oder 24' wird dein
Feilenhalter und damit auch der Feile =, 3 oder 2', 3' außer der achsial hin und
her gehenden Bewegung gleichzeitig zwangläufig eine hin und her gehende Drehbeive,-gong
um die Längsachse erteilt.
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Der wesentliche technische Fortschritt des Erfindungsgegenstandes
besteht darin, daß sich mit seiner Hilfe das Ausfeilen der Zahnwurzelkanäle auf
mechanischem Wege in der bei der Handarbeit üblichen Weise bewerkstelligen läßt,
wodurch die Ausführung der Fellarbeit eine bedeutend sauberere wird, als sie mit
den bekannten Vorrichtungen erreicht werden kann.