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Verfahren und Klöppelmaschine zur Herstellung flacher Spitzengeflechte
auf der einfädigen Klöppelmaschine. Die Erfindung bezieht sich auf eine weitere
Ausbildung des Verfahrens zur Herstellung flacher Spitzengeflechte auf einfädigen
Islöppelmaschinen nach dem als Zusatz zum Patent 421 402 erteilten Patent 423 882.
Beide genannten Patente haben ein Verfahren zum Gegenstand, bei welchem das in.
Form eines, zunächst geschlossenen Schlauches, hergestellte Geflecht die Maschine
offen verlassen soll. Während zu diesem Zwecke bei dem im Patent 421 4o2 beschriebenen
Verfahren die Längskanten des Spitzengeflechts an durch wiedergewinnbare Hilfsfäden
verbundenen Flechtnadeln geführt werden, ist im Zusatzpatent 423 882 bereits ein
Weg gezeigt, die Hilfsfäden ganz zu vermeiden, indem beide Ränder des Geflechts
an einer und derselben Nadel geführt werden. Dieser Weg ist zwar sehr einfach, er
bedingt aber, daß die die Nadel umschlingenden äsen oder Schleifen an den beiden
Spitzenrändern in der Längsrichtung gegeneinander versetzt sind. Außerdem ist das
Verfahren nach dem Zusatzpatent 423 882 nur bei Spitzen mit parallelen, geraden
Längskanten, d. h. bei Einsätzen anwendbar. Diese Mängel will die vorliegende Erfindung
beseitigen, ohne daß jedoch wieder Hilfsfäden nötig werden, und zwar dadurch, daß
die beiden Längsränder der Spitze durch getrennte, aber nicht durch Hilfsfäden verbundene
Flechtnadeln geführt werden.
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Es ist bereits früher vorgeschlagen worden, bei der Herstellung von
Spitzen auf einfädigen lelöppelmaschinen die Längsränder der Spitze durch getrennte
Flechtnadeln zu führen, die, statt durch Hilfsfäden verbunden zu sein, durch ihren
Eingriff in Rillen des Flechtdorns oder einer oberhalb des Flechtringes. angeordneten
Hülse in ihrer Lage gesichert werden. Dieser Vorschlag war aber bisher praktisch
nicht brauchbar, weil infolge der Verwendung des, gewöhnlichen Abzugswerks mit zwei
verhältnismäßig weit von der Flechtstelle entfernten und in der Längsrichtung des
Dorns hintereinanderliegenden Abzugswalzen ein unverzerrter Abzug -des Geflechts
nicht erreicht werden konnte.
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Der Erfinder hat nun erkannt, daß das. im Patent 421 402 geschützte
Verfahren, bei welchem das. Geflecht dicht über der Flechtstelle an mehreren auf
entgegengesetzten Seiten. des, Dorns liegenden Stellen gleichzeitig erfaßt und abgezogen
wird, es ermöglicht, ohne Anwendung von Hilfsfäden zur Verbindung -der Nadeln die
Längsränder der Spitze
durch getrennte Flechtnadeln zu führen, weil
bei dieser Art des Abzuges die Spitze urverzerrt von den Flechtnadeln abgezogen
und weitergeführt werden kann. Das Wesen der vorliegenden Erfindung besteht also
darin, daß die Längsränder der Spitze durch .getrennte, aber nicht durch Hilfsfäden
verbundene Flechtnadeln geführt werden und dabei das Geflecht dicht über der Flechtstelle
an mehreren auf entgegengesetzten Seiten des Dorns liegenden SteUeu oder vorteilhaft
dicht über der Flechtstelle nahezu auf der ganzen Breite gleichzeitig erfaßt und
abgezogen wird. Dieses neue Verfahren ermöglicht, nicht nur Einsätze mit geraden
Längskanten, sondern auch Spitzen mit Bogen- oder Zackenkanten unter vollständigem
Ausschluß von Hilfsfäden zur Verbindung der Längsränder der Spitze oder der diese
Ränder führenden Flechtnadeln herzustellen, wobei die Spitze die Maschine offen
und urverzerrt verläßt.
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Die beim neuen Verfahren angewendeten getrennten Flechtnadeln für
die beiden Spitzenränder können, wie bereits früher vorgeschlagen, dadurch in ihrer
Lage gesichert werden, daß sie in Rillen des Dorns oder in Rillen einer über dem
Flechtring angeordneten Hülse eingreifen. Vorteilhafter ist es jedoch, frei durch
den Zwischenraum zwischen Flechtring und Dorn hindurchgreifende Flechtnadeln zu
verwenden, die dadurch in ihrer Lage gesichert sind, daß ihre unteren Enden auf
den Flechttellern bzw. den davon getragenen Säulen starr befestigt sind, während
sie gleichzeitig entsprechend kräftig ausgebildet sind, so daß sie eine genügende
Steifigkeit besitzen.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein AusführungsbeispIel einer zur Ausführung
des neuen Verfahrens geeigneten Vorrichtung, und zwar zeigt Abb. i eine Seitenansicht
und Abb. 2 eine Ansicht von oben mit wagerechtem Schnitt nach der Linie A-A der
Abb. i.
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c ist der Flechtdorn und b der denselben unter Belassung eines Ringspalts
umschließende Flechtring. Der Dorne ist dicht oberhalb des Ringes b auf beiden
Seiten abgeflacht, und er setzt sich dann in Form eines flachen Dorns von im wesentlichen
rechteckigem Querschnitt fort. In die kreisbogenförmig gekrümmten Abflachungen greifen
die beiden auf entgegengesetzten Seiten des Dorns auf gleicher Höhe gelagerten zylindrischen.
Abzugswalzen h ein.
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Das Spitzengeflecht a wird auf dem Dorne
in Form eines offenen
Schlauches gebildet. Seine Längsränder werden dabei an zwei einander benachbarten
Flechtnadeln d geführt, die frei durch den Ringspalt zwischen Dorn. c und Flechtring
b hindurchgreifen. Diese Flechtnadeln d sind im Gegensatz zum Hauptpatent nicht
durch Hilfsfäden verbunden und abgestützt, sondern sie sind dadurch: in ihrer Lage
gehalten, daß ihre nicht mit dargestellten unteren Enden starr an Säulen oder Stangen
befestigt sind, welche auf den zur Bildung der äsen oder Schleifen an den Geflechtränderndienenden
Flechttellern stehen, während sie zugleich, und zwar auch an ihren durch den Flechtring
b hindurchgreifenden oberen Teilen, eine solche Steifigkeit besitzen, daß sie sich
unter dem Einfluß der Querspannung der Spitze nicht oder nicht wesentlich verbiegen
können. Die mit Bezug auf den oberen flachen Teil des, Dorns ,c an einer Schmalseite
des letzteren angeordneten Flechtnadeln sind zweckmäßig bis an die Hauptangriffstelle
der Walzen h geführt, wobei sie sich mit ihren Enden an den Walzen abstützen können.
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Wie ersichtlich, wird die Spitze durch die beiden Flechtnadelnd so
lange in Schlauchform gehalten, bis sie von den Walzen k' sicher @erfaßt ist. Die
Walzen ziehen somit die Spitze urverzerrt nach oben, wobei die Spitzenränder sich
von den Nadeln lösen, so daß die Spitze die Maschine fertig verläßt. -Natürlich
sind mancherlei Abänderungen des dargestellten Beispiels möglich, z. B. ist das
-neue Verfahren auch bei der gleich-, zeitigen Herstellung zweier Spitzen anwendbar,
in welchem Falle zwei Paare von auf entgegengesetzten Seiten des Dorns angeordneten
Flechtnadeln zur Anwendung kommen können.