DE44912C - Vorrichtung zum Erhitzen Ton Dampfcylindern - Google Patents
Vorrichtung zum Erhitzen Ton DampfcylindernInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 14: Dampfmaschinen.
(Chester, England).
Die nachstehend beschriebene Erfindung bezieht sich auf atmosphärische Dampfmaschinen,
d. h. solche, deren Cylinder an einer Seite mit der Atmosphäre in Verbindung stehen.
Das Erhitzen der Cylinder findet dadurch statt, dafs erhitzte Luft an dem offenen (mit
der Atmosphäre in Verbindung stehenden) Cylinderende bei jedem Kolbenhube in den
Cylinder eintritt und durch den Kolben wieder Verdrängt wird. Hierbei kann die erhitzte Luft
auch noch über andere Theile der Cylinder (ζ. B. Deckel) streichen, um diesen ihre Wärme
abzugeben.
Die Luft wird dadurch auf die gewünschte hohe Temperatur gebracht, dafs man sie durch
den Fuchs der Feuerungsanlage streichen läfst. Die Dampfmaschine wirkt somit gleichzeitig
auch als Pumpe für die heifse Luft derart, dafs die in dem Fuchs erwärmte Luft angesaugt
und , nach Abgabe ihrer Wärme wieder fortged'rückt wird, worauf sie dazu dient, die Verbrennungsluft
für die Feuerung zu liefern.
Die Erfindung ist auf beiliegender Zeichnung näher angegeben.
Fig. ι und 2 sind Längenschnitte durch die Dampfcylinder einer Woolf sehen Maschine,
in Tandem-Anordnung der Cylinder;
Fig. 3 zeigt die äufsere Ansicht;
Fig. 4 ist ein Längenschnitt durch das Luftventil,
Fig. 5 ein Querschnitt, Fig. 6 eine Oberansicht desselben;
Fig. 7 zeigt die Vorderansicht,
Fig. 8 die Seitenansicht der äufseren Steuerung, _
Fig. 9 einen Querschnitt des zu dieser Dampfmaschine gehörigen Dampferzeugers,
Fig. 10 einen Querschnitt durch denselben,
Fig. 11 die Vorderansicht des Dampferzeugers.
Gemäfs der Tandemanordnung sind die Cylinder der in der Zeichnung angeordneten
Dampfmaschine über einander angeordnet, so dafs die gemeinschaftliche Kolbenstange auf
einen einzigen Kurbelzapfen wirkt.
A ist der Hochdruckcylinder, B der Niederdruckcylinder;
die Volumina beider stehen im passenden Verhätnifs (gewöhnlich 1 : 2,0).
C ist der Kolben des Hochdruckcylinders, D derjenige des Niederdruckcylinders.
Beide sitzen auf der gemeinschaftlichen Kolbenstange E, die durch die Stopfbüchse F im
Cylinder A und diejenige G im Cylinder B hindurchgeht. H ist der Schieberkasten, in welchem
die beiden Kolbenschieber α a1. für die
beiden Cylinder i und ΰ liegen. H1 ist der
Dampfkanal für den Hochdruckcylinder A und" H'2 der Dampfkanal für den Niederdruckcylinder
B.
J ist der Exhaustkanal. Hoch- und Niederdruckcylinder
sind durch die Kammern K von einander getrennt; ein Rohr L führt die erhitzte
Luft in die Kammer über.
M ist der Ventilkasten für die heifse Luft. Er steht durch die Rohrleitung O mit dem
oberen Theile des Hochdruckcylinders A und durch das Rohr P mit dem unteren Theile
des Niederdruckcylinders in Verbindung. Der Hochdruckdampf gelangt aus dem Kessel unter
hohem Druck (z. B. 16 Atmosphären) und unter Vermittelung des Kolbenschiebers α αλ in
den unteren Theil des Hochdruckcylinders und wirkt gegen den Kolben C. Nachdem er hier
Arbeit geleistet hat, wird er vermittelst des Kolbenschiebers zum oberen Ende des Niederdruckcylinders
geleitet und gelangt schliefslich durch Exhaustrohr J in den Condensator.
Die Dampfmaschine wirkt beim Niedergange des Kolbens C auf der oberen Seite des Cylinders
A und beim Aufwärtsgange des Kolbens D auf der unteren Seite des Cylinders B
als atmosphärische Maschine; die erhitzte Luft tritt in diesem Falle durch die Rohre O und P
nach der Atmosphärenseite der beiden Cylinder, erwärmt die Wandung der letzteren und wird
wieder nach dem Luftventilkasten M zurückgefördert und durch Rohr R in die Feuerung
des Dampfkessels geleitet.
Der Dampfkessel, welcher bei der vorliegenden Erfindung Verwendung finden soll, besteht
aus einem cylindrischen Kessel S mit konischem Flammrohr T und einer Anzahl
Feuerrohren U. Fist die Feuerkammer, welche Flammrohr T und die Feuerrohre U mit einander
verbindet. W ist die vordere Feuerbüchse, welche durch Trichter W1 beschickt
wird. Die Feuerbrücke W2 wird in bekannter Weise aus feuerfesten Steinen hergestellt. Die
Feuerbüchse W ist von einem Luftgehäuse W3 umgeben, welches durch das Rohr R1 mit der
Luftrohrleitung R, die von dem Ventilkasten M abgezweigt, in Verbindung steht. X ist der.
Rost.
Der untere Theil des Luftgehäuses W3 bildet gleichzeitig den Aschenkasten, welcher hermetisch
geschlossen ist.
Y ist der an die Rohre schliefsende Fuchs. Er enthält die Lufterhitzer Z, die aus Rohren Z1
bestehen, durch welche die Feuergase aus dem Fuchs Y nach dem Schornstein Z2 überströmen.
Der LufterhitzerZist mit einer EinlafsöffnungZ3,
einer Auslafsöffnung Z^ und mit einer Anzahl von Querwänden Z5 versehen, durch welche
die eintretende Luft in Schlangenwindungen geführt und hierbei infolge Berührung mit
den Rohren Z1 erhitzt wird. Das Rohr R1,
welches die Luftrohrleitung R mit dem Luftgehäuse W3 verbindet, enthält ein Doppelsitzventil
R'2 mit Ventilsitzen R3, Fig. 10 und ii.
Die beiden letzteren beherrschen drei Wege, den einen zur Leitung R, den zweiten zum
Rohre R1 und einen dritten zur Leitung R*,
welche mit dem Schornstein Z'2 in Verbindung steht. Durch Ventilspindel R5 kann Ventil R2
auf einen seiner beiden Sitze gestellt werden, wie in Fig. io angegeben ist. Es kann demnach
die Luft aus der Rohrleitung R von der FeuerbUchse W abgestellt werden, so dafs dieselbe
direct durch i?* in den Schornstein Z2
übergeht.
Zum Einblasen von Luft kann auch ein Injector oder ein Gebläse Verwendung finden,
weshalb Oeffnungen n> am Dampfkessel vorhanden sind.
Die Dampfvertheilung findet durch einen aus drei Theilen zusammengesetzten, mit Metalldichtungen
k k^k^k3 versehenen Kolbenschieber
statt. Der Dampf tritt durch he\ Ringkanal
b e2 unter den Kolben C in den Hochdruckcylinder,
von dort durch e2cfe* über den
Kolben D. Der ausströmende Dampf geht aus Cylinder B durch e4, Ringkanal d e3 in
das Ausströmungsrohr J und in den Condensator.
Bei der äufseren Steuerung, Fig. 7 und 8, haben die Excenterringe / des bezw.. der Excenter
oben und unten Gelenke, von denen diejenigen /' mit den Excenterstangen in Verbindung
stehen, während an den unteren Gelenkpunkten Is kurze Stangen Is angreifen,
welche bei I* am Gestell der Maschine drehbar
gelagert sind.
Die Construction des Heifsluftventilkastens M ist in Fig. 4 bis 6 näher angegeben. Derselbe
hat vier Kammern mnpq. Die Kammer m
communicirt mit der Kammer K durch die Rohrleitung N, Fig. 1, 4, 5 und 6, die Kammer
η mit dem Cylinder A durch die Rohrleitung O, diejenige ρ mit dem Cylinder B
durch Rohrleitung P, und endlich Kammer q mit der Rohrleitung R, die nach der Feuerung
des Dampfkessels führt. Die Kammer m gegehört sowohl der Kammerp, als derjenigen η
an und steht mit ihnen durch die metallischen Ventilklappen r und s in Verbindung. Die
Kammern η und ρ communiciren mit der Kammer q durch Metallventilklappen t und u.
Beim Abwärtsgange des Kolbens geht die heifse Luft von Kammer m durch Klappenventil
r in die Kammer η und von hier durch die Rohrleitung O in den Cylinder A oberhalb
des Kolbens C.
Beim Aufwärtsgehen der Kolbenstange wird die Luft durch Rohrleitung O in die Kammer η
und von hier durch Ventilklappe t in die Kammer q getrieben, von welcher aus sie durch
Rohr R zur Feuerung des Dampfkessels geführt wird. Beim Aufwärtsgange des Dampfkolbens
D geht die Luft aus der Kammer m durch Ventil s zur Kammer ρ und durch
Rohrleitung P zum Niederdruckcylinder. Beim Abwärtsgange des Kolbens wird diese erhitzte
Luft durch Rohrleitung P zurück in die Kammer ρ und durch das Ventil r in die
Kammer q gedrückt, von wo aus sie durch die Rohrleitung JR ebenfalls zur Feuerung
zurückgeführt wird. Durch diese Circulation der Luft auf denjenigen Seiten der Cylinder
A B, auf welche der Dampf nicht wirkt,
werden die Cylinderwandungen erhitzt, so dafs sie denselben Wärme zuführen und die Condensation
des Dampfes verhindern. Man kann die in den Cylindern A und B circulirende
Luft auch zum Reguliren der Geschwindigkeit der Dampfmaschine benutzen, dadurch, dafs
man in die Rohrleitung -R für die Luft, welche die Dampfcylinder bereits erwärmt hat, ein
Regulirventil einschaltet, durch dessen Schliefsen die Luft in den Cylindern comprimirt werden
kann, so dafs Gegendruck vorhanden ist und die Geschwindigkeit der Maschine verlangsamt
wird. Die beschriebene Einrichtung kann sowohl bei eincylindrigen, als auch bei mehrcylindrigen
Maschinen in Anwendung gebracht werden.
Claims (3)
- Patent-Ansprüche:ι . Das Erhitzen des freien Endes von Dampfcylindern an einfach wirkenden Dampfmaschinen durch erhitzte Luft von atmosphärischer Spannung in der Weise, dafs die Luft von der Dampfkesselfeuerung erhitzt, von dem als Luftpumpe wirkenden Dampf kolben angesaugt und nach dem Erwärmen des Dampfcylinders als Feuerluft in den Feuerraum des Dampferzeugers gedrückt wird.
- 2. Bei dem unter i. gekennzeichneten Verfahren die Verwendung eines Dampferzeugers 5 mit Feuerbüchse W und Fuchs Y, bei welchem die abziehenden Feuergase durch Röhren Z1, in einem mit Schlangenwegen Z5 für die heifse Luft versehenen Erhitzer angeordnet, geleitet werden, in Verbindung mit einem die Feuerung umgebenden Heifsluftraum w3 und einem Dreiwegeventil i?2 zum Reguliren des Luftzutritts zur Feuerung und zu den Dampfcylindern.
- 3. An einfach wirkenden Tandem-Maschinen, bei denen die Dampfseiten der beiden Cylinder einander zugekehrt liegen, die Zuführung der Luft nach dem unter 1. gekennzeichneten Verfahren vermittelst des Ventilkastens mit den Ein- und Auslafsventilen rs und tu abwechselnd zu dem einen und dem anderen Cylinderende.Hierzu 6 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE44912C true DE44912C (de) |
Family
ID=320113
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT44912D Expired - Lifetime DE44912C (de) | Vorrichtung zum Erhitzen Ton Dampfcylindern |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE44912C (de) |
-
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- DE DENDAT44912D patent/DE44912C/de not_active Expired - Lifetime
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