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Rundlaufgöpel. Bei den wenig verwendeten Tretgöpeln oder Schiefbahngöpeln
hat man schon Schwungräder angeordnet, um den Göpeln ein Beharrungsvermögen zu geben.
Das Schwungrad lag in diesen Fällen sperrig außerhalb des Göpelgestells.
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Die Erfindung betrifft die Verwendung eines Schwungrades an einem
Rundlaufgöpel, und zwar in einer- besonders: geschickten Weise, nämlich derart,
daß es innerhalb des Maschinengestells liegt, also in keiner Weise nach außen hinderlich
hervortritt. Es handelt sich um einen Rundlaufgöpel, bei dem ein auf der senkrechten
Antriebswelle sitzendes Zahnrad durch weitere Übersetzungsräder die Umdrehungen
auf die angetriebene '\N'elle überträgt, und das Wesen der Erfindung besteht darin,
daß ein Schwungrad frei drehbar auf der senkrechten Antriebswelle sitzt und durch
Kegelräder, die vorteilhaft eine das Schwungrad ins Schnelle antreibende- Übersetzung
besitzen, mit der wagerechten, angetriebenen Welle gekuppelt ist. Wenn es. auch
schon Rundlaufgöpel gibt, deren Getrieberäder zum Teil erheblich massig sind, so
war die Geschwindigkeit dieser Räder doch so gering, daß sie die noch zu beschreibende
Wirkung der neuen Schwungradanordnung nicht ergaben.
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Hierdurch werden bei Rundlaufgöpeln folgende bekannte Nachteile beseitigt:
Wird eine Maschine eingeschaltet oder wird eine Maschine mit frischer Ladung versehen,
so macht sich dieses bei den Tieren als erheblicher Ruck bemerkbar, und dies hat
insbesondere bei Pferden den Nachteil, da sie
mit der Zeit vollkommen
zugscheu werden, was soweit gehen kann, daß sie zeitweise auch für andere Zugarbeiten
nicht benutzt werden können. Wünschenswert wäre es, daß die Tiere während des Arbeitens
des Göpels eine gleichmäßige oder wenigstens nahezu gleichmäßige Zugkraft auszuüben
haben, so daß also die plötzlichen Rucke, welche das Beschicken der Maschine mit
neuem Material oder ein zeitweiliger größerer Widerstand der angetriebenen Maschine
auf da Zugwerk der Tiere und demnach auf die Tiere selbst hervorbringt, in Fortfall
kommen. Eine gleichmäßigere, mittlere Beanspruchung ergibt auch eine Schonung des
ganzen Triebwerkes.
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Man hat diese Mißstände dadurch zu beseifgen gesucht, daß man das
Geschirr der Pferde nicht unmittelbar an den starren Zugbäumen angreifen ließ, sondern
durch Vermittlung von kräftigen, an den Zugbäumen angebrachten Blattfedern, indessen
ist dies nur ein Notbehelf, welcher wenig zur Verminderung des obigen hbelstandes
-beiträgt.
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Durch die neue Anordnung des Schwungrades wird, ohne daß die Maschine
dadurch sperriger wird, erreicht, daß seine lebendige Kraft auf das Getriebe und
demnach auch auf die angetriebenen Maschinen weiter abgegeben wird, wenn zeitweise
;größere Widerstände auftreten.
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Hierdurch ergibt sich ein sehr vollkommener, elastischer Ausgleich
zwischen den Zugriemen der Tiere und den .angetriebenen Arbeitsmaschinen, welcher
zur Folge hat, daß die Tiere auch bei auftretenden größeren Widerständen eine ständig
ziemlich gleichbleibende Zugkraft ausüben können. Treibt man Häckselmaschinen oder
ähnliche Vorrichtungen durch ein Göpelwerk .an, so ist verständlich, daß der durch
die Arbeitsmaschine dargebotene Widerstand nahezu von Null bis zu sehr hohen Werten
ansteigen kann, wenn z. B. eine neue Beschickung der Maschine erfolgt, und dies
äußert sich in überaus heftigen schlagartigen Erschütterungen auf das Riemenzugwerk
und auf die Brust der Tiere.
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Für den Fall, daß ein plötzliches Halten der Pferde in Frage kommt,
sorgt die Anordnung eines sich selbst ausschaltenden bekannten und deshalb im folgenden
nicht näher beschriebenen Klinkwerkes dafür, daß das durchziehende Schwungrad durch
die Zugbäume keine gefährlichen Stöße auf die Tiere oder Menschen ,ausübt. Auf der
Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung zur Darstellung
gebracht, und zwar zeigt Abb. i eine seitliche Ansicht auf ein einfaches Göpelwerk
und Abb. a eine Draufsicht.
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An dem Gestell n der Maschine ist in üblicher Weise die Welle b drehbar
gelagert, an welcher die Zugbäume a angebracht sind, die zum Vorspannen der einzelnen
Tiere dienen. Die unten entsprechend abgestützte Welle b trägt das Stirnrad
d, welches in ein Ritzele eingreift, und dies, bewegt mittels des Glockenrades
f das Kegelrad g, welches die Bewegung durch die Kupplung h auf die anzutreibenden
Maschinen weiterleitet. Statt der hier dargestellten zweifachen Übersetzung können
auch mehrfache Übersetzungen vorhanden sein, und die Art der Übertragung - durch
Stirnräder oder Kegelräder -- ist an sich gleichgültig.
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Die Welle o des Ritzels g ist im vorliegenden Falle verlängert und
besitzt ein Kegelrad i, welches, in ein Kegelrad k eingreift. Mit diesem
ist fest verbunden ein schwere Schwungrad m, welches, aber auf der Welle c nicht
festsitzt, sondern sich unabhängig voxz dieser drehen kann. Es ist also für eine
geeignete Lagerung der Welle des Kegelrades k zu sorgen (z. B. durch Kugellager)
und außerdem für eine unabhängige Lagerung der Welle c, so daß sich beide unabhängig
voneinander drehen können.
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Dadurch, daß das Ritzel g im vorliegenden Fall links, von dem Kegelrad
fliegt und- das Zahnrad Z rechts von dem Rad k, ergibt sich eine Entlastung des
Lagers für das Kegelrad g, wobei die Welle o auf Zug belastet wird.