DE44660C - Centrifuge mit abnehmbarer Lauftrommel zur Herstellung von Zuckerscheiben für die Würfelzuckerfabrikation - Google Patents
Centrifuge mit abnehmbarer Lauftrommel zur Herstellung von Zuckerscheiben für die WürfelzuckerfabrikationInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B04—CENTRIFUGAL APPARATUS OR MACHINES FOR CARRYING-OUT PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES
- B04B—CENTRIFUGES
- B04B7/00—Elements of centrifuges
- B04B7/08—Rotary bowls
- B04B7/10—Bowls for shaping solids
Landscapes
- Centrifugal Separators (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die nachstehend beschriebene Erfindung bezieht sich auf Verbesserungen in der Construction
von Raffinircentrifugen zur Herstellung von Zuckerplatten für die Würfelzuckerfabrikation.
Sie beseitigt diejenigen Mängel, welche den bisher bekannten, dein gleichen Zwecke
dienenden Apparaten von Langen, Matthee & Scheibler, Virren, Tietz, Sei wig &
Lange anhaften.
Bei dem Lange η'sehen Verfahren der
Würfelzuckerfabrikation tritt folgender Uebelstand ein. Wenn man vollkommen blankes
Fabrikat erzielen will, mufs man die Formplatten von der Centrifuge zum Decktisch
transportiren, nachdem beim erstmaligen Centrifugiren der grüne Syrup hindurchgetrieben
ist. Dieser Transport erfordert Aufwand an Zeit und Arbeitskraft, bedingt auch einen
grofsen Verlust an Zucker, weil die Scheiben selbst Trapezform haben.
Bei dem Verfahren von Matthee & Scheibler, bei denen nach dem Hindurchtreiben
des grünen Syrups in den ringförmigen Raum der Centrifuge ein luftverdünnter Raum
hergestellt wird, in welchen das Klärsei dann eingeführt wird, tritt der Umstand auf, dafs
das Klärsei von zwei. Seiten in den Zuckerblock eintritt, nämlich einestheils von der Siebfläche,
das andere Mal von der Innenfläche der Trommel aus, wobei letztere die einzig günstig
wirkende Seite ist, da das Klärsei, welches von aufsen in die Form eingeführt wird, nichts
anderes bewirkt, als die Unreinigkeiten nach dem Innern der Formmassen wieder zurückzuführen.
Infolge dessen wird auch nur ein unreines Product erzielt; denn die auf der inneren Seite zutretende Menge an Klärsei genügt
nicht, den Block blank zu machen. Infolge dessen müssen 30 bis 40, oft auch 60 pCt. der Zuckerblöcke von neuem aufgearbeitet
werden.
Das Verfahren von Virren unterscheidet sich wenig von dem eben beschriebenen und
hat infolge dessen dieselben Mängel aufzuweisen. Selwig & Lange centrifugiren ihre
Blöcke dreimal, um sie genügend rein zu erhalten. Hieraus ergiebt sich ein hoher Zeitverlust
und Arbeitsaufwand.
Die nachstehend beschriebene Centrifuge des Erfinders unterscheidet sich von den für den
gleichen Zweck dienenden Centrifugen dadurch, dafs sie eine abhebbare und auswechselbare
Lauftrommel besitzt, welche nach jedesmaligem Centrifugiren saramt ihrem Inhalt ausgehoben
und durch eine andere neu gefüllte ersetzt wird, während die bereits behandelte in den
Trockenraum gebracht wird. Die verbesserte Centrifuge besteht somit aus zwei Theilen,
einer beweglichen Lauftrommel und dem auf der Centrifuge festsitzenden Trommelaufsatz;
die Lauftrommel hat siebartig durchbrochenen Mantel und durch horizontal liegende Eisenplatten
gebildete einzelne Fächer. Trommel und Trommelaufsatz bildet zusammengestellt eine fertige, vollkommen dichte Centrifuge.
Das Füllen der Lauftrommel mit Formmasse erfolgt in einer besonderen Form.
(2. Auflage, ausgegeben am 31. Mär^
Fit;, ι der beiliegenden Zeichnungen zeigt die
Lauftrommel in Verbindung mit der Form im Längsschnitt.
■Fig. 2 giebt zwei Ansichten von Belastungsstäben zum Eindrücken der Zuckermasse in
die Form.
Fig. 3 stellt den Grundrifs von Fig. ι dar.
Fig. 4 zeigt die an einer Hängebahn mittelst Aufzuges aufgehängte Lauftrommel. bereit, auf
den Trommelaufsatz der Centrifuge gesetzt zu werden.
Fig. 5 ist ein Trommelaufsatz im Längsschnitt, Fig. 6 ein Trommelaufsatz im Grundrifs.
Fig. 7 und 8 zeigen im Längenschnitt und Grundrifs die Lauftrommel in Verbindung mit
dem Trommelaulsatz während des Centritugirens.
Die abhebbare Lauftrommel ist durch hohle Eiseneinsätze, welche Keile bilden, in acht Abtheilungen
getheilt; der eine Theil C dieser Einsätze ist mit dem Bodenring, der andere
Theil mit dem Deckel der Lauftrommel verbunden; die Abtheilungen der letzleren sind
aufserdem durch 18 bis 20 Blechplatten in horizontale Fächer getheilt.
Diese Lauftrommel bildet zunächst den Formkasten und wird in eine Form (Fig. 1 und 3) !
zur Aufnahme der Formmasse gestellt. Letztere besteht aus drei Theilen: einem Aufsenring,
einem cylindrischen Innentheil und dem Boden, welche mit einander in passender Weise vereinigt
sind; an dem Boden schliefst die Lauftrommel die Form ab. Durch gering bemessenen
Zwischenraum zwischen Lauftrommel und Aufsenring bezw. Innentheil wird jedem unnöthigen Verlust an Zucker oder Syrup vorgebeugt.
Wenn die Lauftrommel auf die beschriebene W'eise in die Form eingesetzt ist, werden auf
die senkrechten, in dem Innenring der Form vorgesehenen verticalen Rinnen B Trichter A
aufgesetzt und Formmasse aufgegossen; jede der verticalen Rinnen B liegt vor jedem zweiten
der Keileinsätze in der Lauftrommel, so dafs von jeder Rinne zwei Abtheilungen Formen
gefüllt werden (s. Fig. 1 und 3}.
Wenn nun die Form bis auf einige Centimeter unterhalb des Deckels der Lauftrommel
mit Rohzuckermasse angefüllt ist, setzt man in die Rinnen B der Form die Stabe G, Fig. 2,
ein. Infolge des durch die Stäbe G ausgeübten Druckes wird der Zucker in die Formkästen
der Lauftrommel getrieben, dadurch die Luft aus denselben ausgetrieben und dieselben
vollständig ausgefüllt, sowie auch jeglicher Verlust an Zucker vermieden. Nachdem die
Zuckermasse auf den gewünschten Grad erstarrt ist (was 12 bis 18 Stunden in Anspruch
nimmt), wird die Lauftrommel aus der Form gehoben und mittelst Hängehahn, Fig. 4, zur
Centrifuge geschafft.
Die Lauftrommel hat an ihrer inneren Bodenringfläche konische Form, welche sich gegen
den konischen Rand E am Trommelaufsatz L legt. Der Bodenring der Lauftrommel legt
sich hierbei gegen einen elastischen Ring am Trommelaufsatz L. Hierauf wird mittelst
Ringschrauben der Deckel H, Fig. 7 und 8, aufgeschraubt, wodurch die Lauftrommel auf
der Centrifuge befestigt, auf dem Trommelaufsatz bei E gedichtet und Lauftrommel mit
Trommelaufsatz an ihren oberen Enden vereinigt wird; die Lauftrommel und Centrifuge
bilden somit ein Ganzes. Gleichzeitig wird ein kleiner Spielraum / zwischen Lauttrommel und
Trommelaufsatz geschaffen, welcher übrigens durch die Verbindung von Trommelaufsatz L
und Lauftrommel bei E vollkommen nach aufsen abgedichtet ist. Das beschriebene Aufsetzen
der Lauftrommel auf die Centrifuge nimmt höchstens 3 Minuten in Anspruch.
Jetzt wird die Centrifuge in Gang gebracht, um ungedeckten grünen Syrup durchzutreiben;
nachdem diese Operation vollendet ist, was ungefähr 15 Minuten in Anspruch nimmt,
öffnet man, ohne die Centrifuge hierbei stillzustellen oder dieselbe zu bremsen, den Hahn P,
der in Verbindung mit einem Klärsei-Standgefäfs von 5 bis 10 m Höhe steht. Das
Klärsei (Deckkläre) tritt unter Vermittelung der hohlen Arme M am Trommelaufsatz L, Fig. 5
und 6, in den Zwischenraum I zwischen Formmasse und Trommelaufsatz und geht vermöge
seiner Drucksäule in 2 bis 3 Minuten durch die Formplatten hindurch. Zwischen Standgefäfs
und Centrifuge ist ein Mafsgefäfs eingeschaltet, welches die entsprechende Menge
Klärsei (ungefähr '/4 1 pro Kilogramm Zucker)
zum Raffiniren aufnimmt. Sobald das Mafsgefäfs leergelaufen ist, schliefst man den Hahn P
und läfst Luft zu der immer noch in ununterbrochenem Gang befindlichen Centrifuge treten,
was entweder durch Oeffnen des Verschlusses K, Fig. 7, oder durch entsprechendes Drehen eines
Dreiwegehahnes erfolgt. Hierdurch werden auch die letzten Klärselpartikelchcn nach
20 Minuten langem Centrifugiren unter Luftzutritt ausgetrieben. Hierauf bremst man die
Centrifuge, nimmt die Lauftrommel ab und setzt statt deren eine andere mit neuer Füllmasse
angefüllte Lauftrommel auf; die centrifugirte Trommel wird zum Trockenraum
transportirt und in folgender Weise entleert.
Man löst die vier mit dem Bodenring verbundenen Oesenschrauben bei C und hängt mit
den Oesenschrauben bei D am Deckelring die Lauftrommel an einem Aufzug auf. Hebt man
nun den Deckelring mittelst des Aufzuges in die Höhe, so legt man sämmtliche Zuckerblöcke
mit einem Male frei und man hat nur
S1
nöthig, die einzelnen eisernen Platten abzunehmen und in den Trockenapparal niederzusetzen.
Letzterer ist ein Trockenapparat der gewöhnlichen Art, für solche Zwecke, in welchen
warme Luft zwischen den einzelnen Foraiplatten hindurchzieht. Der Trockenproeefs
dauert ca. 6 Stunden.
Um ökonomisch zu arbeiten, braucht man für jede Centrifuge bei elfslündiger Arbeitszeit
14 bis 15 Lauftrommeln.
Die Centrifuge nach dem vorbeschriebenen Verfahren hat nur 1,1 m Durchmesser und
0,5 m Höhe, liefert bei jedesmaligem Schleudern 250 kg raffinirten Zucker in Scheiben, mithin
bei elfstündiger Arbeitszeit 3500 kg, leistet also | im Verhä'ltnifs zu ihrer Gröfse mehr als die ;
Centnfugen der bekannten Verlahren; aufscr- ■
dem bedarf sie bedeutend weniger Klä'rsel als dieselben.
Claims (1)
- P A T E N T - A N S P R U C H :Eine Centrifugemit abnehmbarer Lauftrommel zur Herstellung von Zuckerscheiben für die Wüifelzuckerlabrikation, charakterisirt durch die abhebbare, mit auseinandernehmbaren Formplatten und Siebfläche ausgerüstete Lauftrommel [R. Fig. 7), welche in die Form eingesetzt und mit Formmasse gelullt wird, wobei letztere durch Vermittelung der Stäbe G in die Formen eingetrieben wird (Fig. 1 bis 3), und welche Lauftrommel auf den Trommelaufsatz L aufgesetzt und hierbei durch die konische Fläche E gedichtet und durch Deckel H gehalten werden kann, wobei durch Vermittelung von Kanälen M einem durch eine centrale Stopfbüchse angeschlossenen Rohre und Hahn P Deckkläre auf einem erhöhten Klärsei-Standgefäfs zugeleitet wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE44660C true DE44660C (de) |
Family
ID=319879
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT44660D Expired - Lifetime DE44660C (de) | Centrifuge mit abnehmbarer Lauftrommel zur Herstellung von Zuckerscheiben für die Würfelzuckerfabrikation |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE44660C (de) |
-
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- DE DENDAT44660D patent/DE44660C/de not_active Expired - Lifetime
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