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Walztischanordnung für Duowalzwerke. Beim Walzen von kurzen Platten
und Blechen jeder Art auf- Duowalzwerken ist es vielfach üblich, nach dem sogenannten
Doppelschlagverfahren mit zwei Blechen gleichzeitig zu arbeiten.
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Dieses Verfahren besteht darin, daß, während das eine Blech gewalzt
wird, die Walzer gleichzeitig ein zweites Blech, das vorher gewalzt ist, über die
«'atze zurückreichen. Auf diese Weise wird das Walzwerk gut ausgenutzt, da fast
ständig ein Blech in der Walze ist. Dieses Verfahren ist bisher nur bei kurzen und
leichten Blechen, welche von ein, zwei oder drei Mann von Hand über die '\Valze
gehoben werden können, anwendbar. Überschreiten Gewicht und Länge der Bleche eine
gewisse Grenze, wird mit Überhebetischen gearbeitet, welche das Walzgut über die
Walze zurückheben. Diese Überhebevorrichtungen sind bisher in der Hauptsache für
das Walzen von Platten und kurzen Blechen so ausgebildet, daß, während ein Blech
gewalzt wird, das andere übergehoben werden kann. Durch die vorliegende Erfindung
soll das rationelle Walzen, insbesondere langer Blechstreifen auf normalen, nicht
reversierbaren Duowalzwerken, dadurch ermöglicht werden, daß eine kombinierte Walz-
und Transporttischanordnung getroffen wird, welche gestattet, Bleche von beliebigem
Gewicht und beliebiger Länge nach dem Doppelschlagverfahren zu walzen. Die Erfindung
geht hierbei von dem Grundgedanken aus, statt wie bisher den Walztisch zugleich
als Transport- und Hebetisch zu benutzen, Doppeltische anzuordnen, von denen der
eine stets als Walztisch und der andere als Transporttisch benutzt wird und ferner
entweder
den Transporttisch zugleich als Hebetisch zu benutzen oder
besondere Hebe- bzw. Verschiebeeinrichtungen anzuordnen, welche das Walzgut von
einem Tisch zum andern befördern. Abb. i bis 3 zeigen verschiedene Anordnungsmöglichkeiten
der Tische. In Abb. i ist der Transporttisch unter den Walztischen angebracht. Das
Walzgut wird also unter der Unterwalze zurücktransportiert. Abb. 2 zeigt den Transporttisch
über der Oberwalze; Abb. 3 zeigt den Transporttisch seitlich neben dem Walzgerüst
angeordnet.
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Die Tische können im einzelnen in verschiedenster Weise ausgebildet
sein. Die Walztische können mit oder ohne Rollen, die Transporttische mit angetriebenen
Rollen oder mit Transportband ausgestattet sein.
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Die Beförderung des Walzgutes von einem Tisch auf den andern kann
auf verschiedene Weise geschehen. Bei senkrecht übereinanderliegenden Tischen wird
zweckmäßigerweise der Obertisch um eine oder zwei Längskanten drehbar eingerichtet.
Bei den Tischen hinter der Walze kann man dann das Walzgut vom oberen auf den unteren
Tisch herabgleiten lassen und dann den Obertisch wieder hochklappen. Die Tische
vor dem Walzwerk werden zweckmäßigerweise wie in Abb. ¢ bis 6 dargestellt, ausgebildet.
Der Obertisch ist um Längsachsena drehbar und besteht aus einzelnen Rollen b. Der
untere Tisch ist als Rolltisch mit angetriebenen Rollen c ausgebildet. Zwischen
den Rollen der Tische werden Heberahmend auf und ab bewegt. Zum Hochheben eines
Bleches vom unteren auf den oberen Tisch werden folgende Bewegungen des Obertisches
und der Heberahmen ausgeführt: i. Herunterklappen des Obertisches, 2. Hochheben
der Heberahmen, 3. Hochklappen des Obertisches, q.. Herunterlassen der Heberahmen.
Die Einrichtung mit Heberahmen kann natürlich auch bei den Tischen hinter ° dem
Walzwerk angewendet werden.
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Bei Anordnung der Tische nebeneinander (Abb. 3) kann "das seitliche
Verschieben der Bleche von einem Tisch auf den andern, wie in Abb.7 bis io dargestellt,
durch Kettentriebe (Abb. 7), Zahnstangen (Abb. 8), Drehkreuze (Abb. g) oder Trapezwippen
(Abb. io) geschehen.
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Der Antrieb der Tische und Hebevorrichtung erfolgt durch bekannte
Übertragungsmittel, wie Schnecken- und Kurbeltrieb, Stirnradgetriebe und Reibungskupplungen.
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Das Walzen nach 1 dem Doppelschlagverfahren vollzieht sich z. B. auf
der zuerst beschriebenen Anlage folgendermaßen Beim Beginn des Walzens sind die
oberen Tische in horizontaler Lage, die Heberahmen sind nach unten gelassen. Dann
wird das erste Blech gewalzt und legt sich auf den hinteren Tisch. Ein zweites Blech
wird dann auf den vorderen Tisch gelegt und gleichzeitig das Blech von dem hinteren
Walztisch auf den Transporttisch herabgelassen. Danach wird das zweite Blech gewalzt
und gleichzeitig das erste Blech durch den Transporttisch nach vorn befördert. Nach
Beendigung dieses Vorganges wird gleichzeitig das Blech vor der Walze von dem Transporttisch
auf den Walztisch gehoben und das Blech hinter der Walze von dem Walztisch auf den
Transporttisch herabgelassen usw.
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Es ist natürlich möglich, auf den beschriebenen Doppeltischanlagen
auch in der gleichen Weise wie mit den bisher üblichen Hebetischen zu arbeiten,
d. h. so, daß jeweils nur ein Blech oder ein Paket Bleche (beim Paketwalzen) unterwegs
ist. Oder es kann mit der neuen Tischanordnung so gearbeitet werden, daß erst mehrere
Bleche gewalzt und auf den Transporttisch aufgestapelt werden und dann der Stapel
nach vorn transportiert wird und die Bleche vom Stapel heruntergenommen und nochmals
gewalzt werden.
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Ferner ist es möglich, nur den hinteren Teil der Tische mit drehbarem
Obertisch und Heberahmen bzw. Ouerverschiebeeinrichtungen auszustatten und dann
in der Weise zu arbeiten, daß die Bedienung der Walzen und andererseits der Rücktransport
der Bleche unabhängig voneinander geschieht. Auch ist es möglich, wie in Abb. ii
dargestellt, nur den vorderen Teil der Rolltischanlage mit klappbarem Obertisch
und Heberahmen auszustatten und als Verlängerung der Doppeltische einen einzigen
Tisch c anzuordnen, welcher auf halber Höhe liegt und der durch eine selbsttätige
Klappe f mit Ober- bzw. Untertisch verbunden wird.