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Stabeisenkühlbett Man hat schon wiederholt Sonderkühlvorrichtungen
in Vorschlag gebracht, die dazu dienen, eine langsame Abkühlung von Flachstählen,in
der Weise zu ermöglichen, daß man diese mit ihren Breitseiten eng aneinanderlegt,
während sich ihre Schmalseiten auf einen Kühlrost abstützen. Diese Einrichtungen
sind baulich meist sehr umständlich und teuer, so daß sich die Beschaffung derselben
nur bei Sonderwalzwerken, dagegen in den meisten Fällen, d. h. bei Walzwerken mit
gemischter Erzeugung, aber nicht lohnt, weil der Produktionsanteil an Flachstählen
allgemein nicht so groß ist, daß sich die Beschaffung so teurer Sondereinrichtungen
lohnt.
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Zweck der Erfindung ist, eine einfache und billige Vorrichtung zu
schaffen, die die Abkühlung der Flachstahlsorten in der vorgeschriebenen Weise ermöglicht,
ohne daß umfangreiche Neuanlagen erforderlich sind. Die Einrichtung ist so vorgesehen,
daß sie in jedes bestehende Kühlbett irgendeiner Bauart eingefügt werden kann, so
daß man .mit einem sehr geringen Aufwand eine zweckmäßige Einrichtung für die Abkühlung
von Flachstählen schaffen kann. Es wird also lediglich eine Hochkantstapelvorrichtung
in das betreffende Kühlbett eingefügt.
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Die Zeichnung stellt ein Einbaubeispiel einer solchen Einrichtung
in ein Rechenkühlbett bekannter Bauart dar. In der Abb. i ist ein Ausführungsbeispiel
einer solchen Einrichtung wiedergegeben, und es bedeuten io die Auflaufrinne, 9
und i9 die gezahnte Richtplatte, 18 den anschließenden festen, ebenfalls b zahnten
Rost dieses vorhandenen Kühlbettes. Zur Querförderung des Walzgutes über die Kühlfläche
dienen in der Zeichnung nicht angedeutete bewegliche Rechen, die in bekannter Weise
ebenfalls gezahnt sein können und die Walzstäbe schrittweise von einer Rechenaussparung
in die andere legen. Die neue Einrichtung nach Abb-. i besteht aus einer, schwingend
zu bewegenden Welle i, auf der in passenden Abständen Hebel z und 3 aufgekeilt sind.
Die Hebel 3 besitzen Kulissen, in welche die Zugstangen 4 eingreifen. Die Zugstangen
4 greifen mit ihrem anderen Ende an Hebel 5, die sich um Bolzen 8 drehen können
und die durch Gegengewichte 7 immer nach oben in die gezeichnete Lage gehoben werden.
Die Bolzen 8 dienen gleichzeitig auch als Dreh- und Stützpunkte für die Rostschienen
i i, die mittels der Stützen i2 in der Aussparung 15 auf Bolzen 14 abgestützt sind,
die ihrerseits beispielsweise in dem festen Rostrechen angebracht sein können. Durch
diese Abstützung der Rostschienen i i in angehobener Stellung ist die Einrichtung
in-Arbeitsstellung für das Hochkantstapeln der Flachstähle gebracht. Mittels der
Hebel :2 und der Achse i werden die Flachstäbe 17 nach und nach in die Stellungao
gebracht und dort von den Nasenhebeln 5 vor dem Herabgleiten von den Rostschienen
i i bewahrt. Jeweilig, wenn von den Hebeln z ein Flachstahl 17 in die Stapelzone
geschoben
wird, beginnen sich die Stapelhebel 5 unter dem Einfluß der Kulissenwirkung 3 dann
zu senken, wenn die Hebel2 mit dem Flachstahl 17 kurz vor der unteren Stapelkante
angelangt sind. Dadurch wird es möglich, den Stab 17 ungehindert von den Stapelhebeln
5 den bereits angestapelten Flachstählen anzufügen. Im Ausführungsbeispiel wird
der ganze Stapel um ein gewisses Maß über die Stapelkante 'des Hebels 5 nach oben
geschoben, bevor die rückläufige Bewegung der Hebel 2 und 3 beginnt. Dadurch erreicht
.man, daß die Stapelhebel 5 wieder genügend hoch über die Oberkante der Stapelschienen
i i herausragen, um das Heruntergleiten der angestapelten Gruppe zu vermeiden, d.
h. die Hebel- und Kulissenanordnung und deren Bewegungen sind erfindungsgemäß so
vorgesehen, daß die Stapelkante der Hebel 5 genügend hoch über die Kante der Stapelleisten
i i herausragen, nachdem eine gewisse rückläufige Bewegung des Hebelwerks eingetreten
ist. Die Gegengewichte 7 sorgen dabei dafür, daß .die Hebel 5 rechtzeitig nach oben
gezogen sind. An Steile der Gegengewichte können natürlich auch andere Kräfte hierfür
in Anspruch genommen werden.
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Im Rahmen der Erfindung liegt es auch; wenn die Hebel 2 und 3 statt
auf einer Welle i auf zwei Wellen angeordnet werden, wobei natürlich die Bewegung
dieser Wellen in einer solchen Abhängigkeit voneinander erfolgen muß, wie es die
sinngemäße Arbeitsweise der Hebel 5 und 2 erfordert. Hat sich der Flachstahlstapel
2o so weit nach oben geschoben, daß der erste Stab das freie Ende 21 überrutscht,
so gelangt der betreffende Flachstahl über die Rutsch- und Stützstangen 12 auf den
normalen Rost des bestehenden Warmlagers und wird dort in der bekannten Weise mit
den vorhandenen Einrichtungen quer über die bestehende Kühlbettfläche zur Abfuhrseite
gefördert. Soll die Einrichtung außer Betrieb gesetzt werden, so werden die Stützstangen
12 einfach von ihren Stützpunkten 14 entfernt und das Gestänge i i und 12 nach unten
unter die Oberfläche des Kühlrostes der vorhandenen Einrichtung versenkt. Die Stapelhebel
5 werden ebenfalls unter die Oberfläche des vorhandenen Rostes geschwenkt, was erfindungsgemäß
dadurch geschieht, daß die Zugstangen q. in geeigneter Weise verkürzt werden oder
durch Herausziehen der in der Kulisse befindlichen Bolzen und Tieferziehen der Stangen
q. und ihrer Befestigung entsprechend unterhalb der Kulissenhebel bewirkt wird.
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In Abb. 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Einrichtung dargestellt.
Die Stapelleisten i i" sind dadurch um die Welle i" schwenkbar gemacht worden, daß
sie sich durch die Stützen 12, auf die Hebel 22 abstützen. Die beiden Endstellungen
des Hebelsystems sind in dünnen und dicken Linien eingezeichnet. Man erreicht dadurch
einen geringeren Rutschweg von der Stapelleiste auf das Kühlbett.