DE444C - Darstellung von Eisensalzen für die Zwecke eines neuen Gerbeverfahrens, die Ausführung dieses Verfahrens und die bei demselben zur Anwendung kommenden Apparate. Professor Dr - Google Patents
Darstellung von Eisensalzen für die Zwecke eines neuen Gerbeverfahrens, die Ausführung dieses Verfahrens und die bei demselben zur Anwendung kommenden Apparate. Professor DrInfo
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- Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)
Description
1877.
FRIEDRICH KNAPP in BRAUNSCHWEIG.
Darstellung von Eisensalzen für die Zwecke eines neuen Gerbeverfahrens, die Ausführung
dieses Verfahrens und die bei demselben zur Anwendung kommenden Apparate.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. Juli 1877 ab.
Die neue Gerbemethode ist bestimmt, als Ersatz der Lohgerberei einzutreten. Sie behält
die bisher übliche Art des Reinmachens unverändert bei, erstreckt sich aber auf die beiden
folgenden Hauptoperationen des Gerbens: das Garmachen sowohl als die Zurichtung. Das
Garmachen ist eine Mineralgerbung, bei welcher an die Stelle der Lohrinden, oder ähnlicher
vegetabilischer Gerbstoffe ein Eisenoxydsalz von eigenthümlicher Zubereitung tritt. Bei der Zurichtung
greifen sowohl bisher nicht angewendete Stoffe in eigenthümlicher Zubereitung als
auch bis dahin nicht angewendete Manipulationen Platz.
a) Präparation des Eisensalzes.
Man setzt zu einer kochenden Lösung von Eisenvitriol soviel Salpetersäure, als zur vollständigen
Oxydation derselben erforderlich. Ist die Gasentwicklung vorüber, so fügt man umgekehrt zu der das Eisen nur als Eisenoxyd
enthaltenden Lösung wieder Eisenvitriol, bis das abermals auftretende Aufbrausen
aufgehört hat. Die Lösung hat nun eine gelbrothe Farbe und mehr oder weniger syrupartige
Beschaffenheit. Sie hinterläfst, langsam verdunstet, das trockene Eisenoxydsalz als einen
klaren, durchsichtigen, tief rothgelben ins orange gehenden Firnifs. In diesen seinen physikalischen
Eigenschaften ist das nach obigem Verfahren erzeugte basisch schwefelsaure Eisenoxyd
wesentlich verschieden von dem nach den chemischen Lehrbüchern dargestellten im Handel
vorkommenden. Das letztere giebt keine syrupartige Lösung, ist von gelblich brauner Farbe
und zersetzt sich in concentrirt wäfsriger Lösung beim Kochen, während das Präparat nach obiger
Art in Lösung von 30—400B. sich unzersetzt
kochen läfst. Endlich wird das Salz der angegebenen Präparation ohne Vergleich besser
und reichlicher von der thierischen Haut beim Gerben aufgenommen.
b) Das Gerben.
Zum Behufe des Garmachens werden die Blöfsen einfach in die kaltgewordene und auf
passende Concentration gebrachte Lösung des ' Eisensalzes eingehängt. Je nach der Stärke der
Häute oder Felle ist die Gare in zwei bis höchstens vier Tagen erreicht. Bewegen der Häute,
Versetzen etc. sammt allen damit verbundenen Zwischenarbeiten fällt weg.
c) Die Zurichtung.
Nachdem die Haut mit der oben beschriebenen Eisensalzlösung gegerbt ist, wird dieselbe
mit Fetten in gelöster Form und mit der von mir erfundenen Eisenseife weiter behandelt. Die Fette
werden durch die üblichen Mittel in Lösung gebracht und das Leder, nachdem es auf passenden
Trockenheitsgrad gebracht ist, damit getränkt. Hierdurch fällt die in der gegenwärtigen
Zurichtung übliche kostspielige und langwierige Handarbeit fort, welche die Qualität des Leders
allzusehr von der Aufmerksamkeit und Geschicklichkeit des Arbeiters abhängig macht, nämlich
das Einschmieren des Leders durch Hand mit Talg, Degras etc., das Aushängen in der
Trockenstube, das Walken in der Trommel (um das Fett genügend in das Leder hineinzuarbeiten)
und endlich das Abstofsen des überschüssigen Fettes. Zu den Fettlösungen verwendet
man neben den jetzt gebräuchlichen Schmiermitteln, die bis dahin nicht angewendeten
Stoffe Stearin und Paraffin, welche in üblicher Weise gelöst werden.
Durch Anwendung von Fetten in der oben erwähnten Eisenlösung kommen das Eisensalz
und die zum Schmieren des Leders dienenden Fettstoffe derart zur Anwendung, dafs sie mit
einander auf der Faser der Haut als Eisenseife verbunden sind.
Die von mir erfundene Eisenseife wird hergestellt, indem man aus Seifenlösungen mittelst der genannten
Eisensalzlösung Seife niederschlägt. Die so erhaltene Eisenseife (mit oder ohne Zusatz von
Fett-Emulsionen) wird mittelst der in beiliegender Zeichnung dargestellten Trommel in das
Leder hineingearbeitet. Diese Trommel besteht aus einem Walkfasse W, welches sich um die
hohlen Zapfen Z Z'1 bewegt und mit dem Ventilator
V durch das Rohr R verbunden ist. Der Ventilator treibt die Luft durch den hohlen
Zapfen Z, der in die beiden Röhren »z und m'
ausgeht und jagt dieselbe an den Umfang des Walkfasses W und durch die Häute hindurch.
Letztere werden mit der Eisenseife in das WaIkfafs gebracht und dieses gleichzeitig mit dem
Ventilator in drehende Bewegung gebracht.
Claims (1)
- Patent -Ansprüche:, Die Präparation der Eisenoxydlösung insbe-■ sondere ' die Behandlung des durch Salpetersäure oxydirten Eisenvitriols mit einem weiteren Zusatz von diesem Salze.
, Die Behandlung der Häute oder Felle mit der neu erfundenen Eisenlösung und das Tränken des Leders mit den oben beschriebenen Fettlösungen.Der Gebrauch von Stearin und Paraffin in gelöstem Zustande und zu dem angegebenen Zwecke.Die Trommel W in Verbindung mit dem Ventilator V, welche beide gleichzeitig bewegt werden, wie vorstehend erwähnt.
Die erwähnte neue Eisenseife und deren Einbringung in das Leder, wie oben geschildert.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE444T | 1877-07-20 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE444C true DE444C (de) |
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ID=70970022
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE000000000444DA Expired - Lifetime DE444C (de) | 1877-07-20 | 1877-07-20 | Darstellung von Eisensalzen für die Zwecke eines neuen Gerbeverfahrens, die Ausführung dieses Verfahrens und die bei demselben zur Anwendung kommenden Apparate. Professor Dr |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE444C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE973435C (de) * | 1952-06-21 | 1960-02-18 | United Shoe Machinery Corp | Vorrichtung zum Zufuehren von Befestigungsmitteln fuer eine Maschine zum Eintreiben derselben, insbesondere fuer eine UEberholmaschine |
-
1877
- 1877-07-20 DE DE000000000444DA patent/DE444C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE973435C (de) * | 1952-06-21 | 1960-02-18 | United Shoe Machinery Corp | Vorrichtung zum Zufuehren von Befestigungsmitteln fuer eine Maschine zum Eintreiben derselben, insbesondere fuer eine UEberholmaschine |
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