DE444950C - Apparat zum Daempfen von Feuererscheinung, Knall und Rueckstoss bei Feuerwaffen - Google Patents
Apparat zum Daempfen von Feuererscheinung, Knall und Rueckstoss bei FeuerwaffenInfo
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Description
- Apparat zum Dämpfen von Feuererscheinung, Knall und Rückstoß bei Feuerwaffen. Die Erfindung bezieht sich auf einen Apparat zum Dämpfen der Feuererscheinung, des Knalles und des Rückstoßes bei Feuerwaffen unter Vermeidung größerer Temperaturerhöhungen, bei welchem in einem in Verlängerung des Laufes oder Rohres der Waffe angebrachten Ansatz durch trichterförmige Einsätze die heißen Pulvergase zum größten Teil aus ihrer Richtung abgelenkt werden. Gemäß der Erfindung führen die Einsätze die Gase in eine den Ansatz umgebende Büchse, die nach jeder Explosion für den Abzug der Gase geöffnet und vor Eintritt der nächsten Explosion wieder geschlossen wird.
- Zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes veranschaulichen die Zeichnung. Abb. i ist ein Längsschnitt durch die erste Ausführungsform; Abb. 2 und 3 zeigen in .größerem Maßstab einen Einsatz in Vorderansicht bzw. teils in Seitenansicht, teils im Längsschnitt; Abb. q. ist ein Längsschnitt der zweiten Ausführungsform, und Abb. 5 und 6 sind Schnitte nach den Linien II-II bzw. III-III der Abb. q..
- In Abb. i bis 3 ist vorausgesetzt, daß der Apparat an ein Maschinengewehr angebaut ist. Der Lauf der Waffe ist mit i bezeichnet. Er durchsetzt lose eine Verschlußplatte 2, die mittels eines Gewindestutzens 3 in dem Wassermantel der Waffe fest verschraubt ist. Auf dem freien Ende des Laufes sitzt fest ein zylindrischer Block q. mit Umfangsnut 5 und zylindrischer Verlängerung 6. Block q. und Verlängerung 6 weisen eine Längsbohrung auf, die ein etwas größeres Kaliber als derLauf besitzt. Mit der Verschlußplatte 2 bilden drei ins, Innere des Apparates vorspringende und sich über die Verlängerung 6 hinaus erstreckende Klauen 7 ein Stück, welche Klauen eine Kappe 8 festhalten, in welche die Verlängerung 6 zentral und lose eingeführt ist. In diese Kappe 8 ist das eine Ende des rohrförmigen Ansatzes g eingeschraubt, derart, daß der Ansatz in Verlängerung des Laufes i und konachsial mit diesem angeordnet ist. Das andere Ende des Ansatzes g ruht in einer Verschlußkappe io, die in eine den Ansatz g konzentrisch umgebende Büchse ir eingeschraubt ist. Diese Büchse wird durch eine Überwurfmutter 12 an der Platte 2 festgehalten.
- In dem Ansatz g ist eine Anzahl hintereinander angeordneter Einsätze untergebracht, die je einen trichterförmigen Teil 13 mit einer Öffnung 1q. aufweisen, deren Durchmesser etwas größer ist als das Kaliber des Laufes i, so daß ein aus letzterem kommendes Geschoß die Offnungen 1q. passieren kann, ohne mit den Einsätzen in Berührung zu kommen. An seiner Basis geht der trichterförmige Teil jedes Einsatzes über einen Absatz 15 in einen zylindrischen Teil ig über, der einen nach außen vorspringenden Flansch 16 aufweist. Dieser sowie der zylindrische Teil ig jedes Einsatzes sind mit Öffnungen 18 bzw. 17 versehen. Wie Abb. i zeigt, sind die Einsätze so angeordnet, daß die freie Stirnfläche des zylindrischen Teiles jedes Ansatzes gegen den Absatz 15 des folgenden Einsatzes dicht anlegt und daß die Flansche 16 den zwischen dem Ansatz g und den zylindrischen Teilen zg frei bleibenden Raum in eine Anzahl ringförmiger Kammern 21 unterteilen, die durch die Öffnungen 18 untereinander und durch die Öffnungen 17 mit dem Innern der Einsätze in Verbindung stehen. Öffnungen 2o, die im Ansatz g angebracht sind, stellen eine -offene Verbindung zwischen den Kammern 21 und dem Innern der Büchse ii her. Zwei Ringe 25 und 26, die in das hintere bzw. vordere Ende des Ansatzes g eingesetzt sind und sich an die Kappe 8 bzw. io anlegen, dienen als Widerlager für die Einsätze.
- Die Büchse ii ist ebenfalls mit Öffnungen 22 versehen, die durch einen zylindrischen Schieber 23 beherrscht werden. Dieser Schieber besitzt einen oder mehrere Arme 2¢, die zwischen den Klauen 7 hindurch in die Nut 5 des Blockes q. eingreifen.
- Wird ein Schuß aus der Waffe abgefeuert, so wird zunächst der durch das Geschoß verursachte, sich ohne Anwendung des beschriebenen Apparates als Knall bemerkbar machende Impuls von der Büchse ii aufgefangen, die in diesem Zeitpunkt geschlossen ist. Bevor infolge des Rückstoßes der Lauf i und mit ihm der Block q., Verlängerung 6 und Schieber 23 in die gezeichnete Stellung gelangt sind, ist auch bereits ein Teil der Pulvergase aus dem Lauf in den Ansatz g unter sehr starkem Druck eingetreten; von dort werden die Gase durch die Einsätze und die Öffnungen 17, 18 in die Kammern 21 und von da in die Büchse ii gezwungen. Jeder Einsatz schält gewissermaßen einen Teil des heißen Gasstroms ab und leitet ihn in die Büchse. Dadurch wird die Feuererscheinung so weit reduziert, daß man praktisch von einer Vernichtung derselben sprechen darf. Die Unterdrückung der Feuererscheinung wird je- denfalls dadurch bewirkt, daß der Gasstrom infolge der Unterteilung durch die Einsätze wesentlich abgekühlt und daß überhaupt im Apparat nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist, um die Verbrennung der Pulvergase zu ermöglichen.
- Ist der Lauf i und die mit ihm verbundenen Teile in die gezeichnete Stellung gelangt, so sind die Öffnungen 22 der Büchse durch den Schieber 23 ganz freigegeben und die in der Büchse enthaltenen heißen Gase können ungehindert austreten. Durch die dabei erfolgende Entspannung tritt eine gewisse Abkühlung ein, so daß eine unerwünschte Steigerung der Temperatur in der Waffe vermieden wird.
- Da infolge des sehr hohen Druckes im Laufe i die Gase mit sehr hoher Geschwindigkeit in den Ansatz 9 eintreten, so üben sie auf die Trichterwände der Einsätze einen sehr hohen Druck aus, der dem Rückstoß entgegengesetzt ist und diesen daher vermindert, wenn der Ansatz 9 direkt mit dem Lauf verbunden ist. Im anderen Falle, also auch beim gezeichneten Ausführungsbeispiel, ist der Rückstoß eher etwas kräftiger, was bei Maschinengewehren als Vorteil anzusehen ist. Wenn nach erfolgtem Schuß der Lauf wieder in seine Normalstellung zurückgeführt wird, geht auch der Schieber 23 in seine Schließstellung zurück; die- Büchse ist dann geschlossen. Die beschriebenen Vorgänge spielen sich bei jedem Schuß ab.
- Statt des Schiebers könnte die Büchse auch ein oder mehrere andere Verschlußorgane aufweisen, z. B. Ventile, die sich durch den Druck der Verbrennungsgase öffnen und dann wieder selbsttätig schließen. Oder es könnten die Ventile von der Waffe her zwangläufig gesteuert sein. Ferner kann in der Büchsenwandung eine verhältnismäßig große Öffnung angebracht sein, an die ein Schlauch angesetzt ist, der mit einem durch die Pulvergase betätigbaren Ventil versehen sein kann und zur Ableitung der Gase sowie zum Druckausgleich dient. Er kann in ein größeres Gefäß oder -in die -Erde geleitet sein. Auch könnten in der vorderen und hinteren Stirnwand der Büchse kleine Öffnungen angebracht sein.
- Beim zweiten Ausführungsbeispiel, das speziell für Geschütze bestimmt ist, ist die Büchse in zwei Teile geteilt, von denen der eine mit der Rohrwiege fest verbunden ist, während der andere, der gleichzeitig als Verschlußorgan für die Büchse dient, mit dem Rohr verbunden und gegenüber dem ersten Teil beweglich ist.
- Der Apparat besitzt den in Verlängerung des Geschützrohrs 3o befindlichen Ansatz 9 mit den Einsätzen 13. Festgehalten wird der Ansatz 9 auf dem Geschützrohr durch eine zweiteilige Zwinge 3i, die den üblichen, auf dem Geschützrohr sitzenden Ring 32 umgreift und den Ansatz 9 fest gegen diesen Ring 32 anpreßt. Die den Ansatz 9 konzentrisch umgebende Büchse weist zwei Längsteile 33 und 34 auf. Der obere Längsteil 33 ist mit einem Flansch 35 der oberen Zwingenhälfte fest verbunden und gleitet in Führungen 36 des unteren Längsteils 34 der Büchse, welch letzterer mit der Rohrwiege =o fest verbunden ist.
- Jedesmal, wenn ein Schuß aus dem Rohr abgefeuert wird, reißt der zurückgehende Lauf den oberen Längsteil 33 der Büchse mit, während der untere stehenbleibt. Die Büchse wird somit nach jedem Schuß geöffnet. Diese Öffnung findet aber erst dann statt, wenn das Geschoß den Ansatz 9 schon passiert hat und mindestens ein Teil der glühenden Pulvergase bereits durch die Einsätze 13 in die Büchse gezwungen worden ist. Das Aufleuchten der Pulvergase wird also mindestens zum Teil von der Büchse verdeckt. Ebenso wird auch der durch das Austreten des Geschosses aus dem Lauf verursachte Knall in der Büchse aufgefangen, da in dem Moment, wo er entsteht, die Büchse noch geschlossen ist. Durch das Öffnen der Büchse nach jeder Explosion wird der Apparat auch jedesmal intensiv gekühlt, so daß schädliche Überhitzungen desselben nicht eintreten und auch unerwünschte Steigungen der Temperatur in dem Geschütz vermieden werden.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Apparat zum Dämpfen von Feuererscheinung, Knall und Rückstoß bei Feuerwaffen, bei welchem in einem in Verlängerung des Laufes angebrachten Ansatz durch trichterförmige Einsätze die heißen Pulvergase zum größten Teil aus ihrer Richtung abgelenkt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Einsätze die Gase in eine den Ansatz (9) umgebende Büchse (ii) führen, die nach jeder Explosion für den Abzug der Gase geöffnet und vor Eintritt der nächsten Explosion wieder geschlossen wird.
- 2. Apparat nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zum Öffnen und Schließen der Büchse (ii) ein Verschlußorgan (23) dient, das entweder von der Waffe zwangläufig gesteuert oder durch den Druck der Pulvergase geöffnet wird.
- 3. Apparat nach Anspruch i, bestimmt zur Verwendung bei Geschützen, dadurch gekennzeichnet, daß die Büchse in zwei Teile (33, 34) geteilt ist, von denen der eine (34) mit der Rohrwiege fest verbunden ist, während der andere (33), der gleichzeitig als Verschlußorgan für die Büchse dient, mit dem Rohr verbunden und gegenüber dem ersten Teil beweglich ist.
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