DE43866C - Verfahren zur Herstellung von Sprengstoffen aus den nach dem Verfahren des Patents Nr. 39 511 hergestellten Sprengstoffkomponenten unter Benutzung von Schwefel oder aromatischen Nitrokohlenwasserstoffen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Sprengstoffen aus den nach dem Verfahren des Patents Nr. 39 511 hergestellten Sprengstoffkomponenten unter Benutzung von Schwefel oder aromatischen NitrokohlenwasserstoffenInfo
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- DE43866C DE43866C DE188643866D DE43866DA DE43866C DE 43866 C DE43866 C DE 43866C DE 188643866 D DE188643866 D DE 188643866D DE 43866D A DE43866D A DE 43866DA DE 43866 C DE43866 C DE 43866C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C06—EXPLOSIVES; MATCHES
- C06B—EXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
- C06B47/00—Compositions in which the components are separately stored until the moment of burning or explosion, e.g. "Sprengel"-type explosives; Suspensions of solid component in a normally non-explosive liquid phase, including a thickened aqueous phase
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Description
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KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 78: Sprengstoffe.
Zusatz zum Patent No. 39511 vom 20. April 1886.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 2. Februar 1887 ab. Längste Dauer: 19. April 1901.
In der Patentschrift No. 39511 ist beschrieben,
dafs man durch Chlorirung und Nitrirung (nach einander oder zugleich vorgenommen)
des Steinkohlentheers und seiner Theilproducte Chlornitroverbindungen erhält, welche mit
Sauerstoffträgern gemischt Sprengstoffe von gewissen specirischen Eigenschaften ergeben. Besonderen
Werth besitzen zu diesem Zwecke die Chlornitroverbindungen des Benzols, des Phenols, der Kresole (Kresylsäure) und des
Naphtalins, und wird durch dieses Patent der Bereich des Haupt-Patentes dahin erweitert,
dafs die genannten Ausgangskörper für die Herstellung von Clornitroproducten auch anderen
technischen Quellen als dem Steinkohlentheer entnommen werden können.
Besonders bemerkenswerthe Eigenschaften der nach dem Verfahren des Haupt-Patentes dargestellten
Sprengstoffcomponenten sind bei ihrer Verwendung als Sprengstoffe in Vermischung
mit Sauerstoffträ'gern, dafs die Explosion rapid von statten geht, und dafs zur
Entzündung eine kräftige Flamme liefernde Detonatoren, wie Knallquecksilber, nöthig sind.
Das fortgesetzte Studium zu dem Zwecke, diese neuen Sprengstoffcomponenten für den
weitesten praktischen Gebrauch verwendbar zu machen, d. h. die Rapidität der Explosion zu
verlangsamen und die Entzündung billiger zu gestalten, hat zu der folgenden Neuerung geführt
:
In die Sprengstoffmischung, bestehend aus Chlornitroproduct und Sauerstoffträger, wird
noch Schwefel in der Menge einiger Procente eingeführt. Dieser Schwefelzusatz verlangsamt
einerseits die Rapidität der Explosion und erhöht deren schiebende und klüftende Wirkung,
andererseits vermehrt er die Sicherheit der Zündung und macht dieselbe durch Pulver
möglich unter der Voraussetzung einer vollkommenen Abschliefsung des Sprengstoffes
unter massiven Wandungen (z. B. in Granaten, gut besetzten Bohrlöchern etc.). Besonders
vortheilhaft ist ein solcher Schwefelzusatz bei den Chlornitroproducten des Benzols, des
Phenols, der Kresole (Kresylsäure) und des Naphtalins mit salpetersaurem Ammoniak als
Sauerstoffträger. Die Quantität des Schwefelzusatzes richtet sich nach der Menge des Sauerstoffes,
welcher in dem mit anzuwendenden Sauerstoffträger disponibel ist, sowie danach, ob derselbe leichter oder schwerer abgegeben
wird. Bei Kalisalpeter als Sauerstoffträger müssen 3 bis 4 pCt. vom Gewichte der in der
Patentschrift No. 39511 als Beispiel aufgeführten
Sprengstoffmischungen an Schwefel zugesetzt werden, um denselben die obigen Eigenschaften mitzutheilen. Man kann den
Schwefelzusatz bis zu 15 pCt. steigern, ohne
dem Gemisch die Explosionsfähigkeit zu benehmen. Derartig hohe Schwefelzusätze empfehlen
sich indefs nur für solche Falle, in denen man mehr schiefspulverähnliche, propulsive
wie brisante Wirkungen hervorrufen will. Bei salpetersaurem Ammoniak als Sauerstoffträger
genügt ein Zusatz von 1 bis 2 pCt. vom Gesammtgewicht der Sprengstoffmischung,
um, namentlich beim Schiefsen in Steinkohle, pulverisirende und zermalmende Wirkungen zu
vermeiden und den Stückkohlenfall zu erhöhen.
Das Zusetzen des Schwefels wird am zweckmäfsigsten so bewirkt, dafs man ihn mit den Ghlornitroproducten
zusammenschmilzt, indem diese Körper fast alle mehr oder weniger Schwefel lösen und ihn dann beim Erstarren in homogener
Form beigemischt enthalten. Wo das Zusammenschmelzen nicht angängig ist oder erscheint, setzt man den Schwefel in fein gepulvertem
Zustande zu der Sprengstoffmischung.
Die nach dem im Patent No. 39511 angezeigten
Verfahren zu erhallenden Chlornitroproducte lassen sich ferner auch mit ausschliefslich
nitrirten aromatischen Verbindungen, z. B. Nitrobenzol, Dinitrobenzol etc., als Sprengstoffcomponenten
in Combination mit Sauerstoffträgern anwenden. Diese Verwendungsart bezieht sich indefs nicht sowohl auf den
chlorirten und nitrirten Steinkohlentheer selbst. als vielmehr speciell auf die Chlornitroverbindungen
des Benzols und Phenols, der Kresole (Kresylsäure) und des Naphtalins.
Beispiele für Sprengstoffmischungen dieser Art sind:
1,0 Theil Dinitrochlorphenol,
0,5 - Nitrobenzol,
0,5 - Dinitrobenzol,
2,o - Kalisalpeter,
2,5 - Ammoniaksalpeter,
ι ,o - Pikrinsäure,
ι,ο - Trinitrochlornaphtalin,
2,5 - Ammoniaksalpeter,
i,5 - Kalisalpeter.
Claims (2)
- Pa tent-Ansprüche:ι . Der Zusatz von Schwefel oder von Sprengel' sehen Sprengstoffcomponenten, d. i. den Nitroproducten des Benzols und seiner Homologen, des Phenols und seiner Homologen, sowie des Naphtalins, zu den nach Patent No. 39511 durch Chlorirung und Nitrirung von Benzol, Phenol, Kresolen (Kresylsäure) und Naphtalin hergestellten Sprengstoffcomponenten, oder zu deren Mischungen mit Sauerstoffträgern, namentlich mit salpetersaurem Ammoniak, zum Zwecke, die Explosionsfähigkeit zu erleichtern und schiebende Wirkungen bei Gesteinssprengungen zu erzielen.
- 2. Bei der Darstellung von Sprengstoffcomponenten nach dem Verfahren Patent No. 395 1 1 die Anwendung von Benzol, Phenol, Kresolen (Kresylsäure) und Naphtalin, auch wenn diese Ausgangskörper nicht dem Steinkohlentheer entnommen sind.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE43866C true DE43866C (de) | 1888-07-16 |
Family
ID=98700458
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE188643866D Expired - Lifetime DE43866C (de) | 1886-04-20 | Verfahren zur Herstellung von Sprengstoffen aus den nach dem Verfahren des Patents Nr. 39 511 hergestellten Sprengstoffkomponenten unter Benutzung von Schwefel oder aromatischen Nitrokohlenwasserstoffen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE43866C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1994008919A1 (en) * | 1992-10-19 | 1994-04-28 | Explosive Developments Limited | Improvements in or relating to explosives |
| FR2871797A1 (fr) * | 2004-06-18 | 2005-12-23 | Trw Airbag Sys Gmbh | Composition pyrotechnique |
-
1886
- 1886-04-20 DE DE188643866D patent/DE43866C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1994008919A1 (en) * | 1992-10-19 | 1994-04-28 | Explosive Developments Limited | Improvements in or relating to explosives |
| FR2871797A1 (fr) * | 2004-06-18 | 2005-12-23 | Trw Airbag Sys Gmbh | Composition pyrotechnique |
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