DE43548C - Dreirädriges, durch Gehbewegung betriebenes Fahrrad - Google Patents
Dreirädriges, durch Gehbewegung betriebenes FahrradInfo
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- DE43548C DE43548C DENDAT43548D DE43548DA DE43548C DE 43548 C DE43548 C DE 43548C DE NDAT43548 D DENDAT43548 D DE NDAT43548D DE 43548D A DE43548D A DE 43548DA DE 43548 C DE43548 C DE 43548C
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B62—LAND VEHICLES FOR TRAVELLING OTHERWISE THAN ON RAILS
- B62M—RIDER PROPULSION OF WHEELED VEHICLES OR SLEDGES; POWERED PROPULSION OF SLEDGES OR SINGLE-TRACK CYCLES; TRANSMISSIONS SPECIALLY ADAPTED FOR SUCH VEHICLES
- B62M1/00—Rider propulsion of wheeled vehicles
- B62M1/34—Rider propulsion of wheeled vehicles by walking on an endless belt
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- Motorcycle And Bicycle Frame (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 63: Sattlerei und Wagenbau.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 26. August 1887 ab.
Bei dem nachstehend beschriebenen Fahrrade kommt eine Antriebsvorrichtung zur Anwendung,
welche der Fahrende dadurch in Thätigkeit setzt, dafs er die nämlichen Bewegungen
ausführt, als ob er sich auf dem Erdboden gehend bewege und den Apparat vor sich herschiebe.
Schreitet der Radfahrer vorwärts, so nimmt das Fahrzeug dieselbe Bewegungsrichtung an;
stellt ersterer seine Gehbewegung ein, so steht auch das Fahrzeug still; macht er eine Rückwärtsbewegung,
so macht auch das Fahrzeug eine solche, und wendet sich der Radfahrer während des Gehens nach rechts oder links,
so schwenkt der Apparat in eine entsprechende, nach rechts oder links abbiegende Richtung ein.
Fig. ι veranschaulicht eine Seitenansicht des Fahrzeuges, während Fig. 2 eine Ansicht desselben
von der Rückseite darstellt.
Zwei der Räder des neuen Fahrrades sind als Vorderräder α und b auf gemeinschaftlicher
(auf der Zeichnung gekröpft dargestellter) Achse c lose laufend angeordnet. Ein drittes
Rad d befindet sich hinter den beiden ersteren und ist vermittelst einer Gabel e, welche seine
Achse trägt, in einer Hülse/ drehbar befestigt. Zwei geschweifte Metallrohre g und gx stellen
die Verbindung der Achse c mit der Hülse/ her.
In ihren tiefsten Punkten tragen die Rohre g und gY eine waagrechte Achse h; eine zweite,
zu dieser parallele Achse i ist an den unteren Enden der Rohre k und A1 befestigt. Auf
den Achsen h und i laufen lose zwei Trommeln / und m, über welche ein in der Zeichnung
der Einfachheit wegen als Riemen dargestellter endloser Scharnierboden η gespannt
ist. Die Trommeln / und m können gleiche oder verschiedene Durchmesser erhalten.
Auf dem horizontalen oder etwas nach hinten abfallend angeordneten oberen Theil des beweglichen
Bodens η nimmt der Radfahrer in stehender Haltung Platz. Erfafst derselbe die
auf der Achse c angeordneten Handgriffe ο und O1 oder einen derselben und übt schiebend,
d. h. gehend, einen waagrecht gerichteten Druck gegen die Achse c aus, so kommt ein gleich
grofser Gegendruck durch Vermittelung der zwischen den Schuhsohlen des Fahrers und
dem Boden η herrschenden Reibung auf den oberen Theil des Bodens η zur Wirkung. Der
Erfolg kann nur der sein, dafs der auf Trommeln (Rollen) gespannte, äufserst leicht bewegliche
Boden η in seinem oberen Theile in der der versuchten Gehbewegung entgegengesetzten
Richtung bewegt wird, ebenso wie z. B. ein auf Erbsen gelegtes Brett, sobald man sich
darauf stellt und mit der Hand gegen eine Wand drückt, von der Wand entfernt wird.
Die Kraft, mit welcher der Radfahrer durch sein Gehen in der beschriebenen Weise den
Boden η bewegt und dadurch ein Umlaufen der auf den Achsen h und i sitzenden Trommeln
I und m hervorruft, wird durch Uebertragung auf ein Vorderrad zur Bewegung des
Fahrrades benutzt. Es geschieht dies wie folgt.
Die vordere Trommel m ist an dem einen Ende mit einem Kettenrad, einer Riem- oder
Schnurscheibe versehen, über welche eine endlose Kette, Riemen oder Schnur ρ führt, durch
welche die Drehung der Trommel m auf das Zahnrad q übertragen wird. Die Achse dieses
letzteren ist bei dem auf der Zeichnung dar-
gestellten Fahrzeug zwischen den an dieser Stelle sich bis zu gegenseitiger Berührung
nähernden Tragrohren g und k gelagert. Das Zahnrad q greift in das Zahnrad r ein, welches
mit dem Vorderrad α fest verbunden ist, so dafs dieses Rad α in umgekehrter Drehungsrichtung wie q und m rotirt und eine Fortbewegung
des Fahrrades in der Richtung der Gehbewegung des Fahrers veranlafst. Das Rad α ist somit Treibrad, doch könnte ebenso
gut das rechts laufende Rad b diese Function übernehmen. Auch würde bei nicht gekröpfter
Achse c der Anwendung eines sogenannten Doppeltriebmechanismus (nach Art der Planetenoder
Umlaufgetriebe) nichts im Wege stehen, welcher bei Dreirädern verschiedener Construction
üblich ist und beide Räder zu Treibrädern macht.
Die Lenkung des Apparates erfolgt mittelst des hinteren Rades d. Wird das Rad d während
der Fahrt in einer der Stellung der Vorderräder entsprechenden Stellung erhalten,
so läuft das Gehrad in gerader Richtung; nimmt das Rad d dagegen eine abweichende
Stellung ein, indem es sich in der Hülse f dreht, so bewegt sich das Fahrrad in einer
Curve.
Der Fahrende hat die Stellung des Lenkrades d wie folgt in seiner Gewalt. Zwei
Riemen s und S1 erstrecken sich von dem
vorderen Theile eines mit der Gabel e fest verbundenen Bügels t nach rechts oder links
über die auf den Rohren g und gx angebrachten
Führungsrollen oder Oesen u und Ux um die Verkröpfung der Achse c herum bis
zu den bei ν bezw. V1 beweglich angeordneten
Lenkstangen w und Wx, an denen ihre Enden
befestigt sind. Der Fahrende, welcher zwischen den Stangen w und Wx steht, bewegt dieselben,
wenn er in eine Curve einlenken will, nach der betreffenden Seite hin, wobei er sich beispielsweise
des in der Zeichnung dargestellten Gürtels bedienen kann. Tritt der Radfahrer nach rechts (oder links), so zwingt er durch
Bewegung der Lenkstangen w und Wx und durch Anzug des Riemens s (bezw. S1) das
Rad d, eine Drehung in der Hülse f zu machen und eine Stellung einzunehmen, welche
den Apparat veranlafst, sich in einer Curve nach rechts (bezw. links) zu bewegen.
Diese Lenkvorrichtung gewährt nicht nur eine ebenso einfache und bequeme wie schnelle
und sichere Handhabung, sondern bietet noch einen weiteren, gleich wichtigen Vortheil. Da
nämlich der Fahrende sein Fahrzeug nur dadurch nach einer Seite hinlenken kann, dafs
er sich selbst auf dem Tretboden η nach dieser Seite zu bewegt, so wirkt er beim Fahren in
einer Curve stets (durch gleichzeitige Verlegung seines Gewichtes nach der Curvenseite zu) der
Wirkung der Centrifugalkraft entgegen, welche das Fahrrad nach aufsen umzuwerfen strebt,
compensirt dieselbe also bei angemessener Fahrgeschwindigkeit.
Die Bremsung wird durch den Anzug eines Riemens JiTx1 bewirkt, welcher um die verkröpfte
Achse c herumgeleitet, und zwischen den beiden Handgriffen ο und o, mit einem
Knopf oder Griff y versehen ist, dessen Bewegung nach rechts das Anpressen des Bremsschuhes
\ an das Rad α, nach links das Anpressen des Bremsschuhes ^1 an das Rad b
hervorruft, während ein gleichzeitiges Bremsen beider Räder erfolgt, wenn der Fahrer den
Griff y entweder senkrecht oder in der Fahrtrichtung bewegt. Die Bremsschuhe \ und \x
sind auf den Enden der Achse h beweglich angebracht.
Claims (2)
- Patent-AnsPROche:ι . Ein durch Gehbewegung betriebenes Fahrrad, bestehend aus dem Treibrade a, dem mit diesem auf derselben Achse c laufenden Rade b, dem Lenkrade d, welches vermittelst der Gabel e in der durch die Rohre g und gi mit der Achse c verbundenen Hülse f verstellbar ist, und dem von den Rohren g gx k k1 getragenen, riemenartig beweglichen endlosen Boden n, welcher, sobald der das Fahrrad Benutzende Gehbewegungen ausführt, die auf der Achse i sitzende Trommel m in Umdrehung versetzt und durch Uebertragung dieser Drehung mittelst Kette, Riemens oder Schnur ρ auf eines der Vorderräder den Apparat fortbewegt.·
- 2. Die aus dem Bügel t, den Riemen s und S1 und den Lenkstangen w und Wx bestehende Lenkvorrichtung des in Anspruch i. angegebenen Fahrrades, welche das Fahren in einer Curve nur bei gleichzeitiger Verlegung des Schwerpunktes des Fahrenden nach der Curveninnenseite zu gestattet.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE43548C true DE43548C (de) |
Family
ID=318860
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT43548D Expired - Lifetime DE43548C (de) | Dreirädriges, durch Gehbewegung betriebenes Fahrrad |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE43548C (de) |
-
0
- DE DENDAT43548D patent/DE43548C/de not_active Expired - Lifetime
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