DE4340652C2 - Verbundwerkstoff und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft Verbundwerkstoffe, im wesentlichen
bestehend aus
- - einem Cermetwerkstoff mit einer Bindemetallphase von 5 bis 30 Massen-%, Rest mindestens eine Carbonitridphase oder
- - einem Hartmetall mit einer Hartstoffphase von 70 bis 100%, Rest Bindemetallphase, ausgenommen ein WC-Co-Hartmetall mit bis zu 8 Massen-% Cobalt als Binde metall oder
- - einem pulvermetallurgisch hergestelltem Stahl.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung
dieses Verbundwerkstoffes.
Verbundwerkstoffe der genannten Art werden insbesondere als
Schneidplatten zur zerspanenden Bearbeitung oder als Hochtempe
ratur-Werkstoffe eingesetzt. Werkstoffe aus der vorgenannten
Stoffklasse werden nach dem Stand der Technik durch Sintern von
Preßkörpern, die aus den entsprechenden Gemischen von Hartstof
fen und Metallpulvern bzw. Metallpulvern hergestellt. Die Sin
terung erfolgt in beheizbaren Öfen, die beispielsweise mit Gra
phitheizelementen ausgerüstet sind, wobei die Erwärmung der
Proben indirekt mittels der von den Heizelementen emittierten
Strahlung sowie durch Konvektion bzw. Wärmeleitung erfolgt. Der
Nachteil dieser Verfahrenstechnik liegt darin, daß die Wahl der
Ofenatmosphäre durch die chemischen Eigenschaften der Heizele
mente eingeschränkt ist. Darüber hinaus erfolgt die Erwärmung
der Hartmetalle, Cermets oder Stähle von außen nach innen und
wird im wesentlichen durch die Wärmeleitfähigkeit und die
Emissivität der Proben kontrolliert. Je nach Wärmeleitfähigkeit
der Proben ist die Variationsbreite der Aufheiz- und
Abkühlraten stark eingeschränkt, weshalb zum Teil aufwendige
Maßnahmen, wie ein hoher apparativer und prozeßtechnischer Auf
wand erforderlich sind, um beispielsweise Ultrafein-Hartmetalle
zufriedenstellend sintern zu können.
In der CN 1050908 ist zwar bereits vorgeschlagen worden, ein
WC-Co-Hartmetall mit 6 Massen-% Co und einem kleinen Zusatz von
0,5 Massen-% TaC in einer Wasserstoffatmosphäre bei 1250°C 10
bis 20 Minuten in einem Mikrowellenfeld zu sintern, jedoch
schien dieses Verfahren auf solche Körper beschränkt, die nur
einen geringen Metallanteil aufweisen. Bei massiven, metalli
schen Körpern ist nämlich festzustellen, daß sich diese in der
Mikrowelle praktisch nicht aufheizen lassen, vielmehr reflek
tieren sie aufgrund ihrer hohen elektrischen Leitfähigkeit und
der auftretenden Wirbelströme die eingestrahlte Leistung schon
im Bereich der Oberfläche.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Verbundkörper
der eingangs genannten Art hinsichtlich seiner Biegebruchfe
stigkeit und seiner Härte zu verbessern und ein Verfahren zur
Herstellung solcher Verbundwerkstoffe anzugeben.
Diese Aufgabe wird durch den Verbundwerkstoff nach Anspruch 1
gelöst, der erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet ist, daß er
durch Sinterung in einem Mikrowellenfeld hergestellt worden
ist. Überraschenderweise hat sich nämlich herausgestellt, daß
mit größer werdenden Bindemetallgehalten des vorgeformten Preß
körpers die Effektivität der Aufheizung durch Mikrowellen auch
bei Hartmetallen gesteigert werden kann. Mikrowellengesinterte
Cermetwerkstoffe sowie mikrowellengesinterte pulvermetallur
gisch hergestellte Stähle sind bisher in der Fachliteratur erst
gar nicht erwähnt worden. Die Mikrowellensinterung stellt im
Gegensatz zur bisherigen konventionellen Sinterung eine direkte
Erwärmung im Volumen der Verbundwerkstoffe beliebiger Geometrie
dar, einzig die Voraussetzung, daß die Größe der Sinterkörper
in der Größenordnung der Wellenlänge der verwendeten
Mikrowellenstrahlung liegt, ist zu beachten. Damit können im
Gegensatz zur bisherigen Praxis auch große Bauteile drucklos
gesintert werden, da die große Variabilität der Aufheizbedin
gungen eine gezielte Gefügeeinstellung im gesamten Bauteil
erlaubt. Obwohl die Verbundwerkstoffe mit guter elektrischer
Leitfähigkeit je nach Bindemetallphasengehalt einen Teil der
Mikrowellenstrahlung reflektieren, ermöglicht die besondere
Mikrostruktur, insbesondere poröser Hartmetall- und Cermet
grünlinge, bereits bei tiefen Temperaturen eine hohe Eindring
tiefe der Mikrowellenstrahlung in den vorgepreßten Preßkörper.
Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verbundkörpers sind in
den Ansprüchen 2 bis 15 beschrieben.
So hat es sich insbesondere hinsichtlich einer höheren Dichte
als vorteilhaft erwiesen, wenn die Verbundwerkstoffe zusätzlich
einem abschließenden heißisostatischen Pressen (HIP) unterzogen
worden sind, vorzugsweise unter einem Druck zwischen 5 bar und
3000 bar bei Temperaturen von 1200°C bis 1750°C. Das
heißisostatische Pressen ist grundsätzlich bekannt und wird
beispielsweise in "Pulvermetallurgie der Hartmetalle"
H. Kolaska, Fachverband Pulvermetallurgie, 1992, Seite 6/11 f.
beschrieben.
Hinsichtlich der Materialauswahl haben sich Cermets bewährt,
die eine auf Titan, Zirkonium, Hafnium, Vanadin, Niob, Tantal,
Chrom, Molybdän und/oder Wolfram basierende Carbonitridphase
und eine Bindemetallphase aus Cobalt und/oder Nickel aufweisen.
Gleichermaßen haben sich Hartmetalle mit einer Hartstoffphase,
bestehend aus Oxicarbiden, Oxinitriden, Oxicarbonitriden oder
Boriden bewährt. Gleiches gilt für Hartmetalle mit einem
hexagonalen Wolframcarbid als erster Phase und einem kubischen
Mischcarbid des Wolframs, Titans, Tantals und/oder Niobs als
zweiter Phase und einer Bindemetallphase aus Cobalt, Nickel,
Eisen oder Mischungen hieraus. Die vorgenannten Hartmetalle
können auch anstelle der reinen hexagonalen Wolframcarbid-Phase
eine hexagonale Mischcarbid-Phase des Wolframcarbid mit Molyb
däncarbid aufweisen.
Variationen der Bindemetallphase beschreiben die Ansprüche 7
bis 14. So kann die üblicherweise aus Eisen, Cobalt und/oder
Nickel bestehende Bindemetallphase bis zu 15 Massen-% Molybdän,
Wolfram, Titan, Mangan und/oder Aluminium aufweisen. Insbeson
dere kann als Bindemetallphase eine Nickel-Aluminium-Legierung
mit einem Nickel/Aluminium-Verhältnis von 90 : 10 bis 70 : 30
verwendet werden. Beimengungen bis zu 1 Massen-% Bor der
genannten Bindemetallphasen sind möglich.
Alternativ dazu kann die Bindemetallphase auch aus den in
Anspruch 10 beschriebenen Stoffen oder Mischungen daraus beste
hen. Hierbei können Zusätze von 0 bis 16 Massen-% aus Cobalt,
Nickel, Eisen oder Seltenerd-Metalle enthalten sein.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann eine warm
feste Bindemetallphase aus pulvermetallurgisch hergestelltem
Schnellarbeitsstahl und/oder einer Superlegierung bestehen.
Auch haben sich korrosionsfeste Bindemetallphasen aus Nickel
und Chrom bewährt, die ggf. Zusätze von Molybdän, Mangan,
Aluminium, Silicium und/oder Kupfer in Mengen von 0,01 bis zu
5 Massen-% enthalten.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann der Ver
bundwerkstoff eine oder mehrere Oberflächenschichten besitzen,
die durch PVD-, CVD- oder PCVD-Verfahren aufgetragen worden
sind, vorzugsweise in einem Mikrowellenfeld.
Verfahrenstechnisch wird die eingangs gestellte Aufgabe durch
Maßnahmen nach den Ansprüchen 16 bis 27 gelöst. Erfindungsgemäß
wird der vorgepreßte Formkörper in einem Mikrowellenfeld von
0,01 bis 10 W/cm3 Energiedichte erwärmt und gesintert.
Bei einer Erwärmung des vorgepreßten Formkörpers in einem
Mikrowellenfeld kann eine geregelte Temperaturerhöhung des Probenkörpers
selbst bei tiefen Temperaturen erreicht werden. Bei
tiefen Temperaturen der Sinterkörper (bis ca. 1000°C) und bei
niedrigen bis mittleren Mikrowellenstrahlungsleistungen spielen
Wirbelströme eine große Rolle. Die besonderen Eigenschaften der
Mikrowellen erlauben ferner durch einfache Regelung der Lei
stung und geeignete Materialauswahl zusätzlich die Induktion
einer Plasmaheizung, die je nach Bedarf verstärkt oder unter
drückt werden kann. Je nach Oberflächentemperatur der Sinter
körper kann auf die Plasmaheizung verzichtet werden, um die
Gefahr einer Überhitzung der Sinterkörperoberfläche zu verhin
dern. Hierdurch kann ein Ausdampfen der Metallanteile des Sin
terkörpers vermieden werden.
Bei tiefen Temperaturen der Sinterkörper beruht das erfindungs
gemäße Verfahren auf der Nutzung des sogenannten "skin-Effek
tes". Bei Stoffgemischen aus elektrisch leitenden Einzelkompo
nenten wird, je nach Korngröße und Phasenverteilung im Gemisch,
jedes einzelne Korn durch einen Wirbelstrom erwärmt, wodurch
das durch Mikrowellen geheizte Volumen in der Größenordnung des
Probenvolumens liegt. Damit wird aufgrund der Mikrostruktur der
Sinterkörper nicht nur eine dünne Randschicht des Sinterkörpers
beheizt, sondern die Mikrowellenstrahlung kann die Probe durch
dringen. Bei höheren Temperaturen und insbesondere bei Ausbil
dung kleinster Mengen einer Schmelzphase kann die Mikrowellen
strahlung direkt im gesamten Sinterkörper durch Relaxationspro
zesse in Wärme umgewandelt werden, wodurch beliebige Aufheizra
ten möglich sind. Hierdurch ist es möglich, physikalische Pro
zesse, wie die Auflösung und Ausscheidung von Phasen in einem
weit größeren Maße zu variieren als bei einer konventionellen
Sinterung. Darüber hinaus ist eine vollständige Verdichtung der
Sinterkörper bei geringeren Haltezeiten möglich. Desgleichen
wird die Geschwindigkeit von chemischen Reaktionen durch die
Mikrowelle positiv beeinflußt. Insgesamt erlaubt die Mikrowel
lensinterung eine Optimierung der Eigenschaften in einem weit
größeren Ausmaß als dies von konventionellen Wärmebehandlungen
bekannt ist. Insbesondere konnten die Härte, die Korrosionsnei
gung, magnetische, elektrische und thermomechanische Kenngrößen
für bekannte Zusammensetzungen erheblich verbessert werden.
Die vorgepreßten Formkörper können entweder mit einer kontinu
ierlichen Aufheizrate oder im Pulsbetrieb aufgebrachten Auf
heizrate erhitzt werden, wobei die Aufheizrate 0,1 bis
104°C/min beträgt.
Die sich an das Aufheizen anschließende Sinterung bei konstan
ter Temperatur wird vorzugsweise über eine Dauer von 10 bis
60 Minuten durchgeführt.
Zur Herstellung von Hartmetallen und Cermets werden bei den
Grünkörpern Plastifizierer, wie z. B. Wachse, verwendet, die
während der Aufheizung ausgetrieben werden. Dieser Prozeß
schritt kann durchgeführt werden unabhängig davon, ob die ver
wendeten Wachse selbst die Mikrowellenstrahlung absorbieren
oder für Mikrowellen transparent sind, wie es bei den üblicher
weise verwendeten Wachsen der Fall ist. Je nach dem, ob
gewünscht ist, daß die Mikrowellen den vorgepreßten Formkörper
auf allen Oberflächenseiten erreichen, kann der Formkörper bzw.
können die Formkörper auf einer Unterlage aus mikrowellen
transparentem Material, wie Aluminiumoxid, Quarz, Glas oder
Bornitrid, oder auf einer Unterlagen aus mikrowellenabsorbie
rendem Material, wie Kohlenstoff, Siliciumcarbid, Zirkondioxid,
Wolframcarbid oder Wolframcarbid-Cobalt gelagert sein. Ferner
kann durch Auswahl des Materials für die Unterlage und den
Ofenraum zusätzlich zur direkten Mikrowellenheizung eine indi
rekte Heizung der Formkörper durch Mikrowellenheizung der
Unterlagen und des Ofenraumes erfolgen.
Die Sinterung kann in einer Vakuum-, Inertgas- oder einer redu
zierenden Atmosphäre durchgeführt werden, wobei als Inertgase
insbesondere Argon, in Sonderfällen auch Helium, infrage kom
men. Helium kann ggf. als Unterdrückung von Plasmen eingesetzt
werden. Die genannten Inertgasatmosphären können vorzugsweise
bis zu 5% Wasserstoff enthalten.
Als reduzierende Atmosphären bieten sich Wasserstoff, Kohlen
monoxid, Methan oder Mischungen hieraus an. Der Sinterdruck
soll 200 bar nicht übersteigen.
Zur Aufbringung von Oberflächenbeschichtungen bieten sich zwei
Möglichkeiten an: Die erste besteht darin, die PVD-, CVD- oder
PCVD-Beschichtung ohne zwischenzeitige Abkühlung im Anschluß an
das Sintern durchzuführen, vorzugsweise durch Wechsel der Gas
zusammensetzung. Alternativ hierzu können jedoch der Sinterpro
zeß und/oder der HIP-Prozeß und der Beschichtungsprozeß in
getrennten Anlagen durchgeführt werden.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispie
len näher erläutert.
Aus einer 25 Gew.-% Cobalt mit einem Gehalt von 1,5 Gew.-%
Wachse als Plastifizierer, Rest WC bestehende Wendeschneidplat
ten-Preßkörper werden gemäß der Ofengeometrie gleichmäßig ver
teilt angeordnet und bei einer Leistungsdichte von 0,3 W/cm3
mittels Mikrowellen aufgeheizt. Die Temperaturregelung erfolgt
über die Einstellung der Mikrowellenleistung. Die Preßkörper
ruhen auf Auflagen aus porösem Al2O3 in einem Behälter aus
ebenfalls porösem Al2O3, der gleichzeitig als Wärmeisolierman
tel dient. Als Inertgasatmosphäre wird Argon und ab 350°C ein
Argon-Wasserstoffgemisch mit 5% Wasserstoffgehalt verwendet.
Die Aufheizrate bis 350°C beträgt 0,1 bis maximal 3°C/min. Bis
zu dieser Aufheizung ist der Plastifizierer vollständig ausge
brannt, weshalb die Aufheizrate stufenweise erhöht wird, näm
lich auf 15°C/min bis 1000°C und auf 50°C/min zwischen 1000°C
und 1250°. Hiernach wurde eine Haltezeit von 10 Minuten einge
halten, bevor die Wendeschneidplatten mit einer Rate von
20°C/min abgekühlt worden sind.
Die gesinterten Wendeschneidplatten weisen eine hohe Härte,
eine gute Biegebruchfestigkeit und eine Weibull-Verteilung nach
folgender Tabelle auf.
Ergebnisse der Mikrowellensinterung eines WC-Co-Verbundkörpers
mit 25 Gewichts% Co:
Zur Verbesserung der Verschleißfestigkeit können Hartmetalle
und Cermets oder auch Stähle mit Hartstoffen beschichtet wer
den. So kann unmittelbar in der Abkühlphase der Sinterkörper
eine chemische Probenbehandlung erfolgen, insbesondere durch
weitere Mikrowellenplasma-Atmosphäre. Sobald die flüssige Phase
erstarrt ist, ist die Relaxation der Mikrowellenstrahlung im
Volumen der Hartmetalle und Cermets kein effektiver Wärmeerzeu
gungsprozeß mehr. Eine Wärmeerzeugung findet nur noch im Rand
bereich der gesinterten Körper durch Wirbelströme statt. Damit
sind die Voraussetzungen gegeben, die eingestrahlte Mikrowel
lenleistung zur Aufrechterhaltung eines Mikrowellenplasmas zu
nutzen, ohne eine unerwünschte Wärmebelastung der Sinterkörper
zu verursachen. Diese Verfahrensweise ist bei PVD-Beschichtun
gen möglich und hier als integrierter Prozeß unmittelbar im
Anschluß an die Sinterung durchführbar. Besondere Vorteile
ergeben sich auch beim Einsatz von Mikrowellen zur Sinterung
von Hartmetallen und Cermets bei einer abschließenden CVD-
Beschichtung. Da die Sinterkörper nach einer Abkühlphase heißer
sind als die Umgebung, findet die CVD-Reaktion bevorzugt an den
Sinterkörpern statt. Ferner muß im Gegensatz zu konventionellen
Sinterverfahren bei der Wahl der Ofenatmosphäre keine Rücksicht
auf die chemischen Eigenschaften von Heizelementen genommen
werden.
Die Herstellung von Hartmetallen und Cermets durch Erwärmung
mittels Mikrowellen führt zu einer erheblichen Vereinfachung
des Herstellungsprozesses und damit zu einer erheblichen Ver
kürzung der gesamten Prozeßdauer. Die Aufheizraten können im
Bereich von 10-1°C/min für die Entwachsung bis hin zu
5.103°C/min bei Temperaturen oberhalb 1000°C variiert werden.
Die Abkühlung ist nicht primär von der thermischen Masse des
Ofens abhängig, sondern von der thermischen Masse der
Sintercharge. Vorteilhafterweise steht der Ofen nach einer
Sinterung sofort für eine Neubelegung zur Verfügung.
Claims (27)
1. Verbundwerkstoffe, im wesentlichen bestehend aus
einem Cermetwerkstoff mit einer Bindemetallphase von 5 bis 30 Massen-%, Rest mindestens eine Carbonitrid phase oder
einem Hartmetall mit einer Hartstoffphase von 70 bis 100%, Rest Bindemetallphase, ausgenommen ein Wolf ramcarbid-Cobalt-Hartmetall mit bis zu 8 Massen-% Cobalt als Bindemetall oder
einem pulvermetallurgisch hergestelltem Stahl,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Verbundwerkstoff durch Sinterung in einem Mikro wellenfeld hergestellt worden ist.
einem Cermetwerkstoff mit einer Bindemetallphase von 5 bis 30 Massen-%, Rest mindestens eine Carbonitrid phase oder
einem Hartmetall mit einer Hartstoffphase von 70 bis 100%, Rest Bindemetallphase, ausgenommen ein Wolf ramcarbid-Cobalt-Hartmetall mit bis zu 8 Massen-% Cobalt als Bindemetall oder
einem pulvermetallurgisch hergestelltem Stahl,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Verbundwerkstoff durch Sinterung in einem Mikro wellenfeld hergestellt worden ist.
2. Verbundwerkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Verbundwerkstoff zusätzlich einem abschließenden
heißisostatischen Pressen (HIP) zur Nachverdichtung unter
zogen worden ist, vorzugsweise unter einem Druck zwischen
5 bar und 3000 bar bei Temperaturen von 1200°C bis 1750°C.
3. Verbundwerkstoff nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Cermet eine auf Ti, Zr,
Hf, V, Nb, Ta, Cr, Mo und/oder W basierende Carbonitrid
phase und eine Bindemetallphase aus Co und/oder Ni auf
weist.
4. Verbundwerkstoff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Hartstoffphase Oxicarbide, Oxinitride,
Oxicarbonitride oder Boride aufweist.
5. Verbundwerkstoff nach Anspruch 1, 2 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß das Hartmetall hexagonales WC als
1. Phase und kubisches Carbid des Mischkristalles aus W,
Ti, Ta und/oder Nb als 2. Phase und eine Bindemetallphase
aus Co, Ni, Fe oder Mischungen hiervon aufweist.
6. Verbundwerkstoff nach einem der Ansprüche 1, 2, 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Hartmetall aus hexagona
len Mischcarbiden WC mit MoC und/oder kubischen Mischcar
biden der Elemente Ti, Zr, Hf, V, Nb, Ta, Cr, Mo und/oder
W mit einer Bindemetallphase aus Co, Fe und/oder Ni
besteht.
7. Verbundwerkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bindemetallphase bis zu
15 Massen-% Mo, W, Ti, Mn und/oder Al - bezogen auf die
Gesamtmasse der Bindemetallphase - aufweist.
8. Verbundwerkstoff nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bindemetallphase aus einer Ni-Al-Legierung mit
einem Ni-Al-Verhältnis von 90 : 10 bis 70 : 30 besteht.
9. Verbundwerkstoff nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bindemetallphase bis zu 1 Massen-% Bor (bezogen
auf die Gesamtmasse der Bindemetallphase) enthält.
10. Verbundwerkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bindemetallphase aus Ni3Al, TiSi3,
Ti2Si3, Ti3Al, Ti5Si3, TiAl, Ni2TiAl, TiSi2, NiSi, MoSi2,
MoSiO2 oder Mischungen hieraus besteht.
11. Verbundwerkstoff nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch
Zusätze von 0 bis 16 Massen-% aus Co, Ni, Fe und/oder Sel
tenerd-Metallen.
12. Verbundwerkstoff nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 4,
gekennzeichnet durch eine warmfeste Bindemetallphase,
bestehend aus pulvermetallurgisch hergestelltem Schnell
arbeitsstahl und/oder einer Superlegierung.
13. Verbundwerkstoff nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 4,
gekennzeichnet durch eine Bindemetallphase aus Ni und Cr.
14. Verbundwerkstoff nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch
Zusätze von Mo, Mn, Al, Si und Cu in Mengen von 0,01 bis
zu 5 Massen-%.
15. Verbundwerkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
gekennzeichnet durch eine oder mehrere mittels PVD, CVD
und/oder PCVD, vorzugsweise in einem Mikrowellenfeld auf
getragene Schichten.
16. Verfahren zur Herstellung der Verbundwerkstoffe nach einem
der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der
vorgepreßte Formkörper in einem Mikrowellenfeld von 0,01
bis 10 W/cm3 Energiedichte erwärmt und gesintert wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß
der Formkörper kontinuierlich oder gepulst mit Mikrowellen
bestrahlt und mit Aufheizraten von 0,1 bis 104°C/min
erhitzt wird.
18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeich
net, daß der Formkörper nach dem Aufheizen mindestens 10
bis 60 Minuten bei konstanter Temperatur gesintert wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch
gekennzeichnet, daß der vorgepreßte Formkörper Plastifi
zierer, wie Wachs, enthält, die vorzugsweise während der
Aufheizung ausgetrieben werden.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 19, dadurch
gekennzeichnet, daß der vorgepreßte Formkörper während des
Aufheizens und Sinterns auf einer Unterlage aus mikrowel
lentransparentem Material, wie Al2O3, Quarz, Glas oder
Bornitrid gelagert ist.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 19, dadurch
gekennzeichnet, daß der vorgepreßte Formkörper auf einer
Unterlage aus mikrowellenabsorbierendem Material wie Koh
lenstoff, Siliciumcarbid, Zirkoniumdioxid, Wolframcarbid,
Wolframcarbid-Cobalt gelagert ist.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 21, dadurch
gekennzeichnet, daß die Sinterung in einer Vakuum-, einer
Inertgas- oder einer reduzierenden Atmosphäre durchgeführt
wird.
23. Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß
die Inertgas-Atmosphäre bis zu 5 Volumen-% H2 enthält.
24. Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß
die reduzierende Atmosphäre aus Wasserstoff, Kohlenmon
oxid, Methan oder Mischungen hieraus besteht.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 22 bis 24, dadurch
gekennzeichnet, daß die Sinterung unter einem Druck von
maximal 200 bar durchgeführt wird.
26. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 25, dadurch
gekennzeichnet, daß die PVD-, CVD- oder PCVD-Beschichtung
ohne zwischenzeitige Abkühlung im Anschluß an das Sintern
aufgetragen wird.
27. Verfahren nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß
die PVD-, CVD- oder PCVD-Beschichtung durch Wechsel der
Gaszusammensetzung aufgetragen wird.
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