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Neuerung bei der Erzeugung von Eisfarben. Die Herstellung von Eisfarben
mit Hilfe solcher Azokomponenten, welche einen gewissen substantiv en Charakter
besitzen, erfolgt bekanntlich in der Weise, daß man das mit einer Lösung der betreffenden
Azokomponente grundierte Baumwollgut durch Abquetschen, Abpressen, Absaugen oder
Schleudern so weit als möglich entwässert und sodann, ohne zu trocknen, in feuchtem
Zustande mit einer Diazoverbindung entwickelt. Auch bei einer möglichst weitgehenden
Entwässerung haftet der Faser immer noch eine nicht unbeträchtliche Menge der Grundierungsflotte
rein mechanisch an. Besonders bei gepacktem Material und Kettbäumen schließen die
Hohlräume noch erhebliche Mengen des Klotzes ein, deren Entfernung zur Erzielung
einwandfreier Färbungen erwünscht und bei der Verwendung von Azokomponenten mit
nur schwach substantivem Charakter besonders wichtig ist.
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Es wurde nun gefunden, daß man finit Sicherheit einwandfreie Färbungen
erhalten kann, wenn man entweder unmittelbar nach der Grundierung oder nach - vorherigem
Schleudern, Abpressen oder Absaugen die dem Material noch mechanisch anhaftende
Klotzlösung durch Behandeln mit einer schwächeren Klotzlösung, welcher Natronlauge
und ein Elektrolyt zugesetzt ist, oder, falls die verwendete Azokomponente ausgesprochen
substantiven Charakter hat, lediglich durch Spülen mit einer Lösung eines Elektrolvten,
welche unter Umständen mit etwas Natronlauge versetzt ist, oder auch nur mit verdünnter
-Natronlauge verdrängt. Beim nachfolgenden Entwickeln erhält man so besser reibechte
Färbungen, als sie ohne Entfernung der nicht auf der Faser fixierten Klotzlösung
zu erlangen sind, so daß auch der weniger sorgfältig arbeitende Färber mit Sicherheit
einwandfreie Färbungen erzielen kann.
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Das vorliegende Verfahren kann mit Vorteil Anwendung finden z. B.
bei der Erzeugung von Eisfarben mit Hilfe der Arylide oder Arylendiimine der 2 #
3-Oxynaphthoesäure (vgl. Patentschrift 26269d und 2<85d.2) oder unter Verwendung
von Acetoacetyl- oder Diacetoacetylverbindungen von Aminobasen, wie sie in den englischen
Patentschriften 211772 und 211814 beschrieben sind, sowie in allen Fällen, bei denen
eine Azokomponente, deren substantivier Charakter die Entwicklung der grundierten
Ware in feuchtem Zustande gestattet, zur Verwendung kommt.
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Ein weiterer, erheblicher Vorteil des vorliegenden Verfahrens besteht
darin, daß es auf diese Weise möglich ist, etwaige Schädigungen, welche der Klotz
auf der Faser durch
die Einwirkung der Luft beim Schleudern, Absaugen
oder Hingeres L iegenlassen erlitten haben könnte, die möglicherweise zur Bildung
streifiger oder magerer Färbungen führen, durch die Behandlung mit alkalischen Spüllösungen
wieder zu beheben. Da ein weiteres Scliietidei-n oder Absatzgen unnötig ist und
somit die Luft nicht mehr einwirken kann, so erhält man auf diese Weise noch völlig
einwandfreie Färbungen.
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Bei Anwendung der beschriebenen Arbeitsweise ist es also nicht mehr
nötig, den Klotzlösungen z. B. aus 2 # 3-Oxynaphtlioesätirearvliden Formaldelivd
zuzusetzen, wodurch die geklotzte Ware bekanntlich gegen die Einwirkung der Luft
geschützt wird, sofern man nach <lern Entwässern des Materials nach der vorliegenden
Arbeitsweise verfährt und darauf sogleich entwickelt. Spült man jedoch vor dein
Schleudern oder Absaugen niit den erwähnten Lösungen, oder ist man genötigt, das
Gut vor <lein Entwickeln noch einige Zeit liegen -zu lassen, so arbeitet man
vorteilhaft in der Weise, daß man mit einem Klotz oh-ie Forinaldeliydztisatz grundiert
und den Formal(lelivd clen erw@ihnten Vercirängungslhstingen zusetzt. NL-Ian erreicht
dadurch auf einfachste Weise, daß die Grundierungsbäder frei von Formaldehyd bleiben
und somit eine ungeschwächte Haltbarkeit besitzen, während anderseits die grundierten
Garne mit Sicherheit luftbeständig sind.
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Das neue Verfahren kommt für alle Anwendungsgebiete der auf der Faser
zti erzeugenden Entwicklungsfarbstoffe in Betracht und bedeutet einen erheblichen,
technischen Fortschritt. da auf diese einfache Weise in allen Fällen einwandfreie
und gut reibechte Färbungen zu erhalten sind.
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Beispiel i.
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Auf einer Wanne werden 30 kg Garn mit einerLösung, die 7 g 2 # 3-Oxynaphthoesäureanilid
und 7 ccm Formaldehyd im Liter enthält, grundiert. Man schleudert die Garne und
spült sie auf der Wanne mit einer Lösung, welche 0,5 g 2 # 3-Oxynaphthoesäureanilid
und außer der zu deren Lösung erforderlichen Menge Natronlauge weitere to ccm Natronlauge
von 3.1.° Be und 30 g Kochsalz im Liter enthält. Nach dein Spülen läßt man
die Spülflotte abtropfen und entwickelt in der bekannten Weise. Beispiel e.
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Man grundiert in einem geschlossenen oder offenem Färbeapparat einen
Kettbaum von 5o kg mit einer Lösung, die im Liter 2 g 2 # 3-Oxvnaphthoesäure-ß-naphthalid
enthält, pr eßt ihn mit Druckhift ab und spült den abgepreßten Baum mit einer Flotte,
die .fo g Kochsalz und f o ccm N atroiilauge 34.° Be im Liter enthält. Nach dein
Spülen entwässert man wieder durch Abpressen und entwickelt in der bekannten Weise.
Beispiel foo kg Kreuzspulen werden auf einem Apparat nach dem Packsystem grundiert
mit einer Lösung, welche 1,5 g Bis-2 # 3-oxvnaphi-hovIdianisidin im Liter enthält.
Nach dein Grundieren spült man im Pack mit einer Flotte, die 12 ccin Natronlauge
3d.° Be im Liter enthält, und entwickelt, ohne zu sc@@@ttdern, in der bekannten
Weise. Beispiel 4. 5 o k- Baumwollgarn werden in f ooo fiter einer Lösung, die :2g
2 # 3-Oxytiaphthoylaniinolivdrochinondiinethyläther im Liter enthält, grundiert.
Das Grundierungsbad ist frei von Formaldehyd. Nach dem Grundieren läßt riian abtropfen,
setzt die grundierte Ware auf ein Spülbad, das 5o g Kochsalz, i o ccin N atronlatige
34° Be und 2 ccin Formaldehyd im Liter enthält, wirft nach dem Spülen auf, schleudert
und entwickelt in der bekannten Weise.