-
Pneumatische Kammer. Die Heilbehandlung von Kranken in pneumatischen
Kammern, welche mit Luftunter-oder -überdruck arbeiten, besteht einerseits darin,
daß man den Kranken, gegebenenfalls unter Beimischung fliichtiger Medikamente, mit
der verdichteten oder verdünnten Luft eine vermehrte oder verminderte Sauerstoffzufuhr
angedeihen läßt, anderseits aber in der Massage der Bronchialzellwände, welche bei
Überdruck von innen nach außen, bei Unterdruck umgekehrt erfolgt.
-
Durch die vorliegende Erfindung wird bei mit zweckmäßig regelbarem
Luftunter- oder -überdruck arbeitenden pneumatischen Kammern sowohl die Saugluft-
als auch die Druckluftleitung mit einer oder mehreren ein- und ausschaltbaren Umlaufleitungen
versehen, in «-elche eine oder mehrere Behälter mit einem oder mit verschiedenartigen
flüssigen oder festen Inhaliermitteln (z. B. Radiumemanation, Jodpräparaten usw.)
oder mit solchen Stoffen, die durch Wechselwirkung das oder die Inhaliermittel erzeugen,
eingesetzt sind, so claß nach Einschalten der jeweiligen Umlaufleitung oder der
Umlaufleitungen die zugeführte Saug- oder Druckluft vor Eintritt in die pneumatische
Kammer diesen bzw. diese Behälter und die darin befindlichen Inhaliermittel durchstreicht,
sich damit anreichert oder sättigt und sie auf diese Art in Gasform in die pneumatische
Kammer einführt. Um hierbei Nebelbildung zu vermeiden, werden hinter die genannten
Behälter weitere Behälter mit Entfeuchtungs- und Trockenvorrichtungen bekannter
Art in die Luftzuleitung eingesetzt. In der Zeichnung ist eine Ausführungsform einer
derartigen pneumatischen Kammer mit gleichzeitiger Saug- oder Druckinhalation im
Höhenschnitt zur Darstellung gebracht.
-
Hierbei ist a die pneumatische Kammer, die mit einer Vorkammer b und
mit zwei Türen c und d versehen ist, von denen die erstere, c, bei Unterdruck, die
letztere, d, bei Überdruck in der Kammer die Dichtung bewirkt. Die Einführung der
Unterdruck- bzw. Überdruckluft in die Kammer a erfolgt durch die Leitung z, die
sich in der Kammer verbreitert. Die Abschlußscheibe der Leitung.- trägt eine Vorrichtung
zum Befestigen der Inhaberschirme r (je nach Platzzahl). Der Kopf der Kranken befindet
sich zwischen dem oberen Rand s und dem unteren Rand t der Inhalierschirme, so daß
der Mund gegen das Innere des Trichters gerichtet ist. Die Inhalierschirme sind
wagerecht schwenkbar. Leitung z steht in Verbindung mit Leitung y und mit Leitung
v. Erstere führt zur Oberdruck- und Unterdruckmaschine, während Leitung
v in die ins Freie führende Leitung x
mündet. Letztere ist mit Leitung
y durch eine Leitung w verbunden, die mit einem Absperrorgan u1 versehen ist. »
u2 ist ein Absperrorgan der Leitung x, eingeschaltet zwischen die Mündungen von
v und w, während u3 ein Absperrorgan der Leitung v und u4 ei solches der Leitung
y ist. L und l' sowie in und m sind Gefäße, welche die Inhaliermittel
- in diesem Falle in flüssiger Form - enthalten. Die Zuleitungsröhren i, % und die
Ableitungsröhren k, k' der Gefäße l und l' münden in die Leitung y,
während die Zuleitungsröhren g, g' sowie die Ableitungsröhren h,, h' der Gefäße
m und m' in die Leitung x münden. n, n', o, o', p, p' und
q, q' sind Drossel-und Absperrorgane in diesen Zuleitungs- und Ableitungsröhren.
f ist ein Drossel- und Absperrorgan der Leitung y, eingeschaltet zwischen den Mündungen
der Zuleitungsröhren i, i.' und der Ableitungsröhren k, k', während
e ein Drossel- und Absperrorgan der Leitung x ist, eingeschaltet zwischen den Mündungen
der Zuleitungsröhren g, g' und der Ableitungsröhren h, h'. Die Zuleitungsröhren
i., i und g, g' reichen bis nahe an den Boden ihrer Gefäße, während die Ableitungsröhren
k, k' und lz, h' unmittelbar unter dem Deckel dieser Gefäße endigen.
-
Soll beispielsweise mit Überdruck und Inhalation mit zwei Inhaliermitteln
gearbeitet werden, so wird die Tür d der Kammer a geschlossen. Drossel- und
Absperrorgane f, p, q, p', q' sowie die Absperrorgane u1,
u3 werden gleichfalls geschlossen. Die Drossel- und Ab-
Sperrorgane
n und n' und o und o' seien zur Erzielung höchster Anreicherung an .beiden Inhabermitteln
voll geöffnet, ebenso die Organe f, u', 1c2 und e. Die Überdruckluft
aus der Maschine strömt durch y ein (s. ausgezogene Pfeile), teilt sich in die Zuleitungsröhren
1: und i', durchstreicht die Inhaliermittellösungen in l und l' und
tritt, mit den Inhaliermitteln angereichert, durch die Ableitungsröhren
k und k' wieder in die Hauptleitung y ein, von wo sie durch
Leitung w und Inhalationsschirme r- in die Kammer a übertritt. Dieser
entströmt sie durch Röhre x ins Freie.
-
Soll mit Überdruck und nur einem Inhaliermittel gearbeitet werden,
z. B. dem Inhaliermittel in 1, so bleiben die Drossel- und Absperrorgane o' und
n' ebenfalls gesz-hlo:sen, und die Überdruckluft durchströmt dann nur das Gefäß
1.
-
Die Verwendung der Drossel- und Absperrorgane n und o
bzw. n' und o' gestattet die Oberdruckluft je nach Bedienung der Drosselorgane
n und n' mit beliebig zusammengesetztem Inhaliergemisch aus 1 und
L' zu beladen.
-
Soll mit Unterdruck und zwei Inhaliermitteln gearbeitet werden, so
wird Tür c der Kammer a geschlossen, ebenso die Organe e, 1r2, ic', ir,
o, n', o'. Dagegen werden geöffnet p, q, f, q', 1.1t3, 11' und
f. Die Maschine arbeitet auf Unterdruck und saugt nunmehr durch Leitung .i-
FrischluftgleichUnterdruckluft ein. Die Frischluft verteilt sich (s. punktierte
Pfeile) in die Zuleitungsröhren g und g', durchstreicht die in den Behältern m und
m'
enthaltenen flüssigen Inhaliermittel, tritt mit diesen beladen durch h
und h' aus, vereinigt sich wiederum in der Hauptröhre x, strömt durch Röhre v und
tritt durch Röhre s und die Inhalationsschirme r in die Kammer
a
über. Dieser entströmt sie durch die Röhre x, gelangt in die Röhre w und
wird durch die Röhre y zur Unterdruckmaschine gesaugt.
-
Für die Benutzung nur eines Inhaliermittels oder Erzielung einer beliebigen
Zusammensetzung der beiden angewandten Inhaliermittel durch entsprechende Bedienung
der Drossel- und Absperrorgane p, p' und q, q' gilt das gleiche, wie oben
bei Anwendung der Vberdruckluft ausgeführt.
-
Zweckmäßig wird die Einrichtung in bekannter Weise so getroffen, daß
zur Regelung des Luftfiber- oder -unterdrucks in der Kammer c. bei unveränderter
Drc-sselorganstellung bei e für die ins Freie führe=:de Leitung x eine die Umdrehungszahl
der Gberdruck- bzw. Unterdruckmaschine beeinflussende, selbsttätig arbeitende Steuervorrichtung
vorgesehen wird, welche durch ein vom zeitlichen Verlauf der Sitzungsdauer abhängiges
Organ (Uhr o. dgl.) gesteuert wird.
-
In die Leitungen k und k' bzw. h und h'
können
noch Behälter eingeschaltet sein, welche Vorrichtungen oder Stoffe enthalten, die
etwa aus den Behältern L und l' bzw. in und in mitgerissene Flüssigkeitsteilchen
zurückhalten und damit die Gewähr geben, daß in der Kammer infolge Übersättigung
an Wasserdampf keine Nebelbildung erfolgt.
-
Auch können außer l und l' bzw. m und m' noch weitere
Behälter eingeschaltet werden, von welchen jeder ein anderes Inhaliermittel aufnimmt,
so daß auf diese Weise die Anwendung verschiedenartigster Inhaliermittelgemische,
je nach Erfordernis, erfolgen kann.
-
Es können dabei in den eingeschalteten Inbaliermittelbehältern Stoffe
enthalten sein, die nach Vereinigung mittels des Luftstromes durch chemische Wechselwirkung
das wirksame Inhaliermittel erst erzeugen.
-
Das Inhaliermittel kann in den Behältern auch in fester Form enthalten
sein, wenn die Möglichkeit gegeben ist, daß sich die durchströmende Luft mit der
leicht verdampfbaren Substanz belädt wie z. B. bei Menthol u. dgl.