DE425839C - Verfahren zur Erzeugung des Schleifdruckes und der Schleifrelativbewegung zwischen dem Gegenstande, dessen Oberflaeche durch Schleifen bearbeitet werden soll (Glas, Linse usw.), und der Schleifflaeche des umlaufenden Schleifwerkzeuges - Google Patents
Verfahren zur Erzeugung des Schleifdruckes und der Schleifrelativbewegung zwischen dem Gegenstande, dessen Oberflaeche durch Schleifen bearbeitet werden soll (Glas, Linse usw.), und der Schleifflaeche des umlaufenden SchleifwerkzeugesInfo
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Description
- Verfahren zur Erzeugung des Schleifdruckes und der Schleifrelativbewegung zwischen dem Gegenstande, dessen Oberfläche durch Schleifen bearbeitet werden soll (Glas, Linse usw.), und der Schleiffläche des umlaufenden Schleifwerkzeuges. Die Erfindung betrifft die Bearbeitung von Werkstücken aller Art, insbesondere von Glaskörpern, durch Schrubben, Schleifen oder Polieren und bezweckt, die Führung des Werkstücks gegen die Schleifschale, Schleifscheibe o. dgl. von Hand oder durch einen besonderen Halter entbehrlich zu machen und den Schleifprozeß völlig selbsttätig zu gestalten. Das wird der Erfindung zufolge dadurch erreicht, daß die Relativbewegung zwischen dem Werkstück und der Schleifschale oder Schleifscheibe usw. durch zentrifugalen Druck erzeugt wird. Es ist dazu nur erforderlich, daß man dafür Sorge trägt, daß den Werkstücken eine rotierende Bewegung um eine Achse in Anlage gegen eine Wand der Schleifschale oder Schleifscheibe usw. erteilt wird und daß gleichzeitig auch der Wand der Schleifschale oder -scheibe usw. eine rotierende Bewegung unabhängig von der ersterwähnten rotierenden Bewegung erteilt wird. Der sich dabei unter dem Einfluß des zentrifugalen Druckes einstellende Reibungseingriff zwischen dem Werkstück und der Wand der Schleifschale usw. bewirkt dann in Verbindung mit der selbständigen Drehbewegung der Wand eine Verschiebung von Werkstück und Wand gegeneinander, wobei im besonderen bei passender Wahl der Drehgeschwindigkeit, von welcher der zentrifugale Druck des Werkstücks gegen die Wand abhängt, und der selbständigen Drehbewegung der Wand erreicht werden kann, daß das Werkstück im Raume feststeht, so daß lediglich die Wand der Schleifschale usw. daran vorbeigleitet und die Bearbeitung des Werkstücks bewirkt.
- Die Bearbeitung kann dabei sowohl in einem groben Abschrubben, als auch in einem eigentlichen Schleifen oder Polieren bestehen, und sie kann sowohl unter Verwendung eines besonderen Schleif- oder Poliermittels oder gewünschtenfalls auch durch unmittelbare Einwirkung der Wand auf das Werkstück erfolgen.
- Eine Ausführungsform einer auf der vorstehend angedeuteten Grundlage beruhenden Schleifvorrichtung ist auf der beiliegenden Zeichnung veranschaulicht, und zwar zeigt Abb. i einen senkrechten Schnitt durch die neue Schleifvorrichtung und Abb. 2 einen zugehörigen Grundriß.
- Abb.3 und q. zeigen abgeänderte Formen v onTSchleifschalen.
- Die Hauptdrehachse der Schleifvorrichtung st mit i bezeichnet. An derselben sitzt nach der Darstellung der Zeichnung ein Träger 2, auf dessen Unterseite ein Zahnrad 3 drehbar gelagert ist, welches einerseits in ein fest am Gestell der Vorrichtung sitzendes Zahnrad und anderseits in ein im Träger 2 drehbar gelagertes Zahnrad 5 eingreift. Das Zahnrad sitzt auf einem Achszapfen 6, . welcher eine Schleifschale 7 trägt. 8 bezeichnet ein Werks t- ' welches beispielsweise als Brillenglas 'uc" vorausgesetzt ist. 9 ist ein am oberen Rande der Schleifschale 7 sitzender Abrollrand, welcher die obere Schalenöffnung nach innen übergreift.
- Die V6'irkungsweise der Vorrichtung ist wie folgt: Beim Antrieb der Welle i wird der Träger 2 mit der drehbar daran sitzenden Schleifschale? in Umdrehung versetzt. Infolge der Vorsehung des Zahnradgetriebes 3, 4, 5 erfolgt zugleich mit der Drehung der Schleifschale um die Welle i auch eine Drehung um den Achszapfen 6, so daß die Schleifschale 7 eine sogenannte Planetenradbewegung ausführt. In die Schleifschale 7 ist das zu schleifende Werkstück, d. h. die Linse 8, lose eingelegt. Diese muß an der Drehung des Trägers 2 teilnehmen und erfährt dadurch eine zentrifugale Beschleunigung, so daß sie sich mit zentrifugalem Druck gegen die Innenwandung der Schleifschale 7 legt. Da dis Schleifschale 7 außer der Drehung um die Welle i noch eine weitere Drehung um den Achszapfen 6 vollführt, so ergibt sich eine Tendenz zur Relativbewegung zwischen der Wandung der Schleifscheibe 7 und der Linse B. Nach der Darstellung der Zeichnung ist die Drehbewegung der Schleifschale 7 um den Achszapfen 6 gegenläufig zu der Drehbewegung um die Achse i. Bei dieser Anordnung ist es leicht möglich, die Geschwindigkeiten so zu wählen, daß die Linse 8 fest in der aus der Zeichnung ersichtlichen Lage verharrt, während die Fläche der Schleifschale darunter hinwegwandert.
- Der bei der gezeichneten Anordnung vorgesehene Rand 9 bewirkt, im Falle die Linse 8 einen wesentlich kreisförmigen Rand besitzt, daß die Linse zugleich an dem Rand 9 abrollt, so daß sie gegenüber der Schleiffläche eine doppelte Relativbewegung vollführt, wodurch eine besonders genaue und intensive Bearbeitung erzielt wird. Voraussetzung ist dabei natürlich, daß es sich um das Schleifen einer sphärischen Fläche handelt.
- Die Vorrichtung kann aber auch unverändert, sofern die Schleiffläche entsprechend gestaltet ist, zum Schleifen torischer Flächen dienen. Sofern auch in diesem Falle der Rand 9 vorgesehen ist, ist es erforderlich, daß der zu schleifende Linsenkörper an dem Rand mit einer geradlinigen Fläche anliegt, damit ein Abrollen auf dem Rande verhindert wird.
- Um gleichzeitig Flächen verschiedener Krümmung schleifen zu können, kann man an Stelle einer Schleifschale mit nur einer einzigen Schleiffläche, wie sie in Abb. i dargestellt ist, auch Schleifschalen mit einer Mehrzahl voneinander umschließenden Schleifflächen benutzen, wie eine solche in Abb. 3 angedeutet ist. i Man kann auch nach dem gleichen Prinzip ebene Flächen schleifen. In diesem Falle bedient man sich einer Schleifscheibe, wie sie in Abb. q. dargestellt ist, bei welcher die in der Apparatur horizontal liegende ebene Schleiffläche io von einem senkrechten Rand ii umschlossen ist. Das Werkstück ruht in diesem Falle vermittels seines Eigengewichts auf der horizontalen Schleifscheibe io auf und wird daneben durch zentrifugale Kraft gegen den Rand ii gepreßt. Die selbständige Drehbewegung des Randes ii die diesem erteilt wird, bewirkt auch in diesem Falle eine Relativbewegung zwischen dem zu schleifenden Gegenstand und der ebenen Schleiffläche io, indem der zu schleifende Gegenstand an dem Rande i i abrollt. Diese Abrollbewegung erfolgt hier durch zentrifugalen Druck des Werkstücks gegen . den Rand ii im Unterschiede von der Abroll- ' bewegung der Linse 8 an dem Rande 9 nach Abb. i beim Schleifen runder sphärischer Linsen, wo die Abrollbewegung erst eine Folge der Verschiebungsbewegung zwischen der Linse und- der Fläche der Schleifschale ist.
- Man kann die Drehbewegung der Schleifschale 7 auch auf andere Weise als durch das Abb. i und 2 ersichtliche Zahnrädergetriebe erreichen, z. B. so, daß das auf dem Achszapfen 6 sitzende Rad als Reibungsrad ausgebildet wird, welches auf der Innenfläche des Apparatgehäuses abrollt. Wenn man bei einer solchen Anordnung noch dafür Sorge trägt, daß das genannte Rad mit der äußeren Gehäusefläche erst nach Erreichung einer gewissen Umlaufgeschwindigkeit in Reibungseingriff tritt, dann kann man den weiteren Vorteil erzielen, daß das Werkstück nicht sogleich beim Anlassen der Vorrichtung durch die Drehbewegung der Schleifschale mitgerissen wird.
- Um die Leistungsfähigkeit der Vorrichtung zu erhöhen, kann man eine Mehrzahl von Schleifschalen im Umkreise um die Hauptspindel i vorsehen.
Claims (5)
- PATENT-AN sPRÜcHE: i. Verfahren zur Erzeugung des Schleifdruckes und der Schleifrelativbewegung zwischen dem Gegenstande, dessen Oberfläche durch Schleifen bearbeitet werden soll (Glas, Linse usw.), und der Schleiffläche des umlaufenden Schleifwerkzeuges, dadurch gekennzeichnet, daß als Schleifdruck der zentrifugale Druck eines in einem umlaufenden Hohlkörper (7) frei beweglich angeordneten Körpers als Werkstück (8) auf dessen Außenwand als Werkzeug verwendet wird und zur Erzielung einer Relativbewegung zwischen beiden der das Schleifwerkzeug bildende Hohlkörper (7) für sich noch um eine zum Zentrifugalkraftzentrum exzentrische Achse (6) umläuft, so daß die vöm Werkstück berührte Fläche des Werkzeuges ihre Stellung im größten radialen Abstand durch Wandern in Richtung auf das Zentrifugalkraftzentrum stetig ändert, das Werkstück beim Streben dahin somit an der Werkzeugwand gleitet.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß dem Schleifkörper außer der durch Zentrifugalwirkung erzeugten Schleifrelativbewegung noch eine zweite der Zonenverschiebung dienende Relativbewegung dadurch erteilt wird, daß die Randfläche des kreisrunden Werkstückes unter Druck mit einer an die Schleiffläche des Hohlgefäßes sich anschließenden Rolleiste (9) in Anlage kommt, auf der das Werkstück (8) während der Eigendrehung des Hohlgefäßes um seine exzentrische Achse (6) und in Ausführung einer zentrifugalen Bewegung abrollt, sich um eine radial gerichtete Achse dabei drehend.
- 3. Schleifhohlkörper als Werkzeug zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß er aus einem einwandigen oder aus einem mehrere Schleifwände aufweisenden Körper besteht.
- Schleifhohlkörper zur Ausübung des Verfahrens nach den Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abrollleiste (9) an der Schleifschale aus einem an ihrem oberen Rande angeordneten nach innen vorragenden Ring besteht.
- 5. Schleifhohlkörper zur Ausübung des Verfahrens nach den Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß er einen ebenen, horizontal stehenden Boden (io) als Schleiffläche aufweist und eine diesen umschließende zylindrische Außenwand, an welche sich das Schleifstück im Betriebe unter dem Einfluß von zentrifugalem Druck abrollt.
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