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Zehnerschaltung für Zählwerke u. dgl: Die Erfindung bezieht sich auf
eine Zehnerschaltung für Zählwerke von Rechenmaschinen, Zablkassen, Umdrehungszählern,
Wegmessern und ähnlichen Vorrichtungen, wie beispielsweise Gas-, Wasser- und Elektrizitätszählern.
Bei solchen Zehnerschaltungen ist es bekannt, die Zählradwellen durch versetzte
Übertragungszahnräder zu verbinden; derartige Getriebe erfordern sehr genaue Arbeit
zumal angesichts der geringen Zähnezahlen und Größen, die für die übertragungszahnräder
unterbringbar sind. Man hat auch die Zählräder selbst gegeneinander so, versetzt,
daß sie mit achsial vorspringenden Verzahnungen die Zehnerschaltung bewirken; aber
auch diese Ausführung muß, wenn sie genau arbeiten soll, sehr genau hergestellt
und mit vielteiligen Zusatzvorrichtungen versehen sein.
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Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß jedes Zählerelement ein
außen verzahntes Zahnrad und eine mit diesem fest und gleichachsig verbundene große
Trommel mit vorzugsweise teilweiser Innenverzahnung besitzt, von der aus der Antrieb
zur Außenverzahnung der entsprechend versetzten nächsten Stelle weitergeht zur Zehnerschaltung.
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Diese Zehnerschaltung erfordert keinerlei empfindliche und gar zu
kleine Teile, wie diese sonst überall Verwendung finden, sondern. mit den einfachen
und widerstandsfähigen Zahnrädern ist hohe Betriebssicherheit erreichbar.
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Jedes Zählerelement besteht in diesem Instrument in der einfachsten
Ausführungsform aus bloß zwei Verzahnungen gegenüber den drei und mehr Verzahnungen
der bisherigen, wodurch die Möglichkeit einer billigeren Herstellung gegeben ist.
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Eine vorteilhafte Ausgestaltung ergibt sich weiter durch die zickzackförmige
Anordnung der einzelnen Zählradwellen, durch die trotz des Versatzes der Zählräder
gegeneinander die übliche Anordnung aller Ziffern nebeneinander in gleicher Ebene
ermöglicht wird.
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Ein großer Vorzug dieser Zehnerschaltung besteht endlich darin, daß
durch sie die Möglichkeit des selbständigen Antriebes aller Stellen, welcher für
Rechenmaschinen nötig ist, ohne Anwendung irgendwelcher Zusatzglieder, wie sie in.
anderen Zehnerschaltungen gebraucht werden, gegeben ist, denn die Außenverzahnungen
stehen nur während des Moments der Zehnerübertragung mit der vorhergehenden Stelle
im Eingriff und sind also dank der Exzentrizität der Achsen stets für einen selbständigen
Antrieb frei. Letzterer Umstand ermöglicht auch ohne weiteres eine selbständige
Rückführung zur Nullstellung jedes einzelnen Elementes. Auch ein gleichzeitiger
Antrieb aller Stellen, wie er in vielen Rechenmaschinen erwünscht ist, wird in diesem.
Instrument in einfachster Weise dadurch erreicht, daß für jedes Zählrad ein Sperrkörper
vorgesehen ist, der während einer Zehnerübertragung das Antriebsglied der nächsthöheren
Stelle aushebt und festsperrt, um es nach erfolgter Übertragung zur Weiterbewegung
in Eingriff kommen zu lassen und freizugeben.
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Letztere Einrichtung bietet endlich eine absolute Sicherheit gegen
ein eventuelles überschleudern während der Zehnerübertragung auch bei schwerster
Ausführung der Zahnräder und schnellster Operation.
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Die Zeichnung veranschaulicht eine Ausführungsform der neuen Zehnerschaltung,
und zwar ist Abb. i ein Längsschnitt, Abb. 2 ein Teilquerschnitt.
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Die Zählräder ia, ib usw. sind in abwechselndem
Versatz
zickzackförmig auf Drehbolzen 2 in feststehenden Lagerarmen 3 des Maschinengehäuses
gelagert, und zwar ist jedes ZäMrad mit einem Antriabsrade .4 und einem Zahnübertragungsrade
5 verbunden. In die Antriebsräder :4. greifen Antriebsglieder, in der vorliegenden
Ausführungsform Zahnstangen 6 oder Zahnräder 6, ein, die vom Rechenwerk bewegt werden
und in irgendeiner bekannten Weise so schwenkbar gelagert sind, daß sie außer Eingriff
mit den Zahnrädern 4. gebracht werden können, um leeren Rückhub oder sonstige Außerbetriebsetzung
zu ergeben. Gegenüber den kleinen Zahnrädern 5 sind in den Zählrädern i kurze Innenverzahnungen
7 so vorgesehen, daß bei jedem Zählradumlauf einmal das kleine Zahnrad 5 erfaßt
und ihm nebst dem zugehörigen Zählrade i der nächsthöheren Stelle die Zehnerschaltbewegumg
erteilt wird. Wenn kein gleichzeitiger Antrieb aller Stellen nötig ist, können die
Räder 4. und 5 aus einem einzigen Zahnrade bestehen. Dieses muß bloß, falls selbständiger
Antrieb oder selbständige Rückführung aller Stellen verlangt wird, genügend breit
sein, um für die Zahnstangen oder Zahnräder 6 Platz zu lassen.
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Für Fälle, wo sämtliche Antriebsglieder 6 gleichzeitig arbeiten, indem
#.ie beispielsweise sämtlich unter Federdruck gesetzt werden, muß jedes Zählrad
in den Augenblicken, in denen eine Zehnerübertragung auf dieses erfolgen soll, für
diese freigehalten, also von dem Antriebsglied abgekuppelt und das Antriebsglied
bis zum späteren Wiedereingreifen festgehalten werden. Hierzu trägt jedes Zählrad,
falls als Antriebsglieder 6 Zahnstangen benutzt werden, am Umfange einen Daumen
8, und unter Federdruck stehende Stößel 9 liegen mit Zapfen io so dem ZäMradumfange
gegenüber, daß sie während einer Zehnerübertragung zurückgeschoben werden. Dabei
kommt dann ein Sperrblock i i des Stößels 9 zum Eingriff mit der Zahnstange 6 und
hebt diese unter gleichzeitiger Sperrung ihrer eigenen Bewegung vom Zahnrade q.
ab. Hat dieses Rad nun die Zehnerschaltung durchgeführt, so ist auch der Daumen
8 am Hubgliede i o vorbeigelaufen; der Stößel 9 läßt also die Zahnstange 6 wieder
in Eingriff mit Rad q. kommen, und die Zahnstange kann, sofern sie noch unter einer
Antriebsspannung steht, die entsprechende Zählbewegung auf das Zählrad ¢ übertragen.
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Um eine störende Wirkung der exzentrischem. Versetzung der einzelnen
Zählräder auf die Lesbarkeit zu verhüten, können die Exzentrizitäten in der Beschaurichtung
liegen, und die tiefer liegenden Zählräder können größer im Durchmesser als die
anderen ausgeführt sein, so daß alle Zahlen in gleicher Ebene nebeneinander zu liegen
kommen. Die Exzentrizitäten können auch stets in gleicher zur Beschaurichtung winkelrechter
Ebene liegen, und dann entsteht eine geradlinige Zahlenreihe, bei der nur durch
entsprechende Neigung der Ziffern zum Radius oder evtl. durch Anbringen derselben
an geneigt oder tangential zum Kreise hervortretenden Platten für übliche Lesbarkeit
gesorgt zu werden braucht.