DE423883C - Verfahren zur Herstellung von Gegenstaenden aus Kunstharz, insbesondere zahntechnischen Gegenstaenden - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Gegenstaenden aus Kunstharz, insbesondere zahntechnischen GegenstaendenInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Kunstharz, insbesondere zahntechnischen Gegenständen. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Kunstharz, insbesondere zahntechnischen Gegenständen, z. B. künstlichen Zähnen, Zahneinlagen u. dgl.
- Nach dem Verfahren wird eine aus Kunstharz bestehende Masse in flüssiger, sirupförmiger Beschaffenheit aufgetragen, welche durch Erwärmen in den bearbeitungsfähigen Zustand gebracht wird und hierauf sich erhärtet, wobei infolge des Ausscheidens von Wasser und einer geringen Menge von Formaldehyd Blasen entstehen, die beseitigt werden müssen.
- Das Verfahren nach der Erfindung zeichnet sich gegenüber dem bekannten Verfahren dadurch aus, daß die Herstellung der Gegenstände vereinfacht ist und die Bearbeitung zur Beseitigung der Blasen während des Behandlungsvorganges ununterbrochen durchgeführt werden kann.
- Um den wesentlichen Vorteil, den das neue Verfahren bringt, genügend hervorzuheben, ist in nachstehendem das bekannte Verfahren angegeben.
- Die Schwierigkeit bei der Herstellung von zahntechnischen Gegenständen besteht besonders darin, zu verhindern, daß die auf das zu emaillierende Stück aufgetragene Kunstharzmasse sich ungleichmäßig verteilt und ungewollte Formen bildet. Es kommt häufig vor, daß die Masse in zu weichem Zustand aufgetragen wird und verläuft, oder daß sie bereits in einem Erstarrungszustand sich befindet, in welchem sie sich mit dem Stück nicht mehr vollständig verbindet. Man hat versucht, die günstigsten Verhältnisse auf folgendem Wege zu erzielen: Die Masse wird beispielsweise in einer Porzellanschale so lange erwärmt, bis sie in einem klebrigen Zustand ist und auf das Stück aufgetragen und modelliert werden kann.
- Die chemische Zusammensetzung der Masse erfordert eine Zutat, welche sich bei der Kondensation verflüchtigt. Dadurch tritt an einzelnen Stellen ein Heben der Masse ein, das zur Blasenbildung führt. Zur Beseitigung dieser unerwünschten Formänderung hat man bisher das modelliierte Stück in einen sogenannten Autoklav gebracht, der unter Überdruck steht. Durch Beheizen des Autoklavs wird die Masse nahezu in den Zustand zurückgeführt, in dem sie aus der Porzellanschale genommen wurde. ln diesem Zustand tritt durch das Ausscheiden der Zutat die Blasenbildung ein. Der Druck, der gleichmäßig auf den Gegenstand wirkt, verursacht ein Entweichen des Stoffes aus den Blasen und ein gleichmäßiges Zusammenziehen der Masse an den Blasenstellen. Damit im Autoklav kein Fließen der Masse nach den tiefsten Stellen eintritt, wird der Gegenstand gleichmäßig gedreht, und zwar so lange, bis die Erhärtung so weit vorgeschritten ist, daß die Masse in einen gummi- bzw. lederartigen Zustand übergegangen ist.
- Dieses Verfahren hat den Nachteil, daß eine ganz besondere Aufmerksamkeit aufgewendet werden muß, um den Augenblick nicht zu verpassen, in dem nötigenfalls zum Nacharbeiten eingegriffen werden kann. Ein Nacharbeiten ist meistens nicht mehr möglich, da die Erhärtung bereits zu weit vorgeschritten ist. -Das Verfahren nach der Erfindung beseitigt diese Nachteile vollkommen. Die Masse wird hierbei ebenfalls wieder durch Erwärmen in einen Zustand gebracht, in dem sie auf die Gegenstände aufgetragen werden kann. Hierauf werden aber die Stücke nicht in den unkontrollierbaren Autoklav gebracht, sondern es wird eine Behandlung mit komprimierter Heißluft vorgenommen, und zwar wird zu diesem Zweck die Luft mittels eines Gebläses durch einen Behälter oder eine Metallröhre geleitet, die geheizt ist. Der Gegenstand wird dem Luftstrom offen ausgesetzt; die Heizluft bewirkt ebenso wie der beheizte Autoklav ein Zurückführen der Masse in den weichen Zustand, in dem sie beispielsweise aufgetragen wurde. Ein Verfließen der Formen verhindert man sodann durch entsprechendes Anblasen mittels der Heißluft. Hierbei kann je nach Erfordernis eine Druckregelung vorgesehen sein, so daß" der Strom mehr oder weniger stark auf die Formen drückt.
- Bei diesem Verfahren besteht der weitere Vorteil, daß die Stücke während des Anblasens mit der Modelliernadel bearbeitet werden können, und zwar so lange, bis der Zustand eintritt, in dem die Masse gummiartig geworden ist. Man hat weiter Gelegenheit, die Blasen, die bei der Kondensation entstehen, durch Nadeln zu öffnen, und sofern der Heißluftstrom zum Ausgleich der Stellen, an welchen vorher Blasen entstanden waren, nicht ausreichen sollte, kann mit der Modelliernadel nachgeholfen werden.
- Die Erfindung besteht in einem wesentlich einfacheren Verfahren, welches außerdem den Vorteil hat, daß die Herstellung einwandfreier Stücke nicht in dem Maße von dem Zustand abhängig ist, in dem die Masse aufgetragen wird, wie bei dem bekannten Verfahren, bei dein die Herstellung mittels Autoklavs erfolgt. Die Erfindung bringt daher einen wesentlich technischen Fortschritt.
Claims (3)
- PATENT-ANsPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Kunstharz, insbesondere zahntechnischen Gegenständen, dadurch gekennzeichnet, daß die auf eine bestimmte Temperatur erwärmte oder vorkondensierte Emailmasse nach dem Auftragen auf den zu überziehenden Gegenstand einem unter gewissem Druck zugeführten heißen Gas- oder Luftstrom derart ausgesetzt wird, daß zunächst durch die hohe Temperatur des Gases oder der Luft ein Weichwerden der Emailmasse nahe bis zum Schmelzzustand herbeigeführt und hierauf während des Kondensationsvorganges .durch den Druck des heißen Gas- oder Luftstromes der Masse die gewünschte Form gegeben wird.
- 2. Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Kunstharz nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenstand dem Heißluftstrom derart offen ausgesetzt ist, daß er sich während der Erhitzung noch mit einem lTodellierinstrument bearbeiten läßt.
- 3. Einrichtung zur Herstellung von Gegenständen aus Kunstharz, insbesondere zahntechnischen Gegenständen, nach Anspruch i und 2, gekennzeichnet durch ein Gebläse und einen heizbaren Behälter oder eine heizbare Röhre, vermöge deren die zur Behandlung des Gegenstandes dienende Luft sich erhitzen und unter dem durch das Gebläse erzeugten Druck auf die zu formende Masse leiten läßt.
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| DEW66509D Expired DE423883C (de) | 1924-07-04 | 1924-07-04 | Verfahren zur Herstellung von Gegenstaenden aus Kunstharz, insbesondere zahntechnischen Gegenstaenden |
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