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Klavier mit pneumatischer Spielvorrichtung. Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, in das Gehäuseoberteil eines jeden normalen Handspielklavi@ers
von üblicher Höhe und Tiefe eine pneumatische Spielvorrichtung für senkrecht laufende
Notenbänder so einzubauen, daß Ausbauten oder Erweiterungen am Gehäuseoberteil oder
die besondere Anfertigung größerer, insbesondere tieferer Gehäuse vermieden werden
und die Auswechslung der Notenrollen nicht erschwert wird.
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Bisher war man genötigt, für Klaviere mit pneumatischer Spielvorrichtung
besonders tiefe und hohe Instrumentengehäuse anzufertigen. Die Gehäuse üblicher
Art und Abmessung waren nicht verwendbar. Dies bedeutete eine Verteuerung von 2o
Prozent und mehr gegenüber Instrumenten der üblichen Handspielmodelle und deren
Abmessungen. Um die Instrumente der liier fraglichen Axt mit voller Leistungsfähigkeit
und normalem Spielumfang auch der breiteren Masse des Publikums zugänglich machen
zu können, verlangen die wirtschaftlichen. Verhältnisse heute niedrigere Gestehungspreise.
Diese sind nur zu erzielen durch Ersparnisse am Gehäusebau. Gemäß der Erfindung
kommen. nur Instrumente von üblicher Art und Abmessung zur Verwendung, wie sie beispielsweise
auch jederzeit als normale Modelle von jeder beliebigen Klavierfabrik bezogen werden
können. Der Einbau der Spielvorrichtung für das senkrecht laufende Notenband erfolgt
in diesen normalen Instrumentengehäusen in dem vor dem Stimmstock liegenden Raum
zwischen den Anschlaghämmern und dem Gehäusedeckel derart, daß sie zwecks Auswechselns
der
Notenrollen unter =dem geschlossenen Oberrahmen der Gehäusevorderwand her, durch.
eine Öffnung derselben h:ndurchbewegt werden kann; in .ähnlicher Weise, wie dies
bei Instrumenten anderer Art mit wagerecht oder quer laufenden Notenbändern bereits
vorgeschlagen worden ist. Im vorliegenden Falle `handelt es sich ausschließlich
um den Einbau von pneumatischen Spielvorrichtungen für senkrecht laufende Notenbänder
normaler Länge und normalen Spielumfangs.
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Die Erfindung besteht in einer besonders zweckmäßigen Ausführungsform.
Gemäß der Erfindung wird die Spie:mechanik ohne die Pneumatik in passend verlausenden
Schlitzen eines seitlichen Rahmens so geführt, daß sie beim Abwärtsbewegen gleichzeitig
nach vorn, teilweise aus dem Gehäuse herausgezogen wird. Die eigentliche Pneumatik
mit Windlade usw. befindet sich im Unterteil des Instrumentes.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der Erfindung.
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Abb.i ist ein Querschnitt durch das Gehäuseoberteil des Instrumentes
mit Stirnansicht der Spielmechanik in eingeschobener Stellung; Abb. z zeigt denselben
Querschnitt mit der Spielmechanik in herausgezogener Stellung, und Abb. 3 ist eine
der Abb. i entsprechende Vorderansicht.
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Es bezeichnet n den Stimmstock mit den Saiten, b die Anschlaghämmer,
c das Oberteil der G.ehäusevorderwand, d den Oberrahmen desselben und e den aufklappbaren
Deckel des Gehäuseoberteiles. In dem Vorderwandoberteil c ist eine zweckmäßig verschließbare
Öffnung f von solcher Größe vorgesehen, daß die Spielmechanik durch sie hindurchgeschwungen
werden kann.
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Diese letztere besteht aus dem Gleitbockoberteil g, welches zwischen
zwei seitlichen Rahmenteilen lt befestigt ist, in denen außerdem die Notenrolle
i und die Aufnahmewalze k gelagert sind. Die Rahmenteile h sind doppelwandig ausgebildet,
und in dem Raum zwischen ihren parallelen Wänden ist auf der einen Seite das umschaltbare
Getriebe für den Antrieb von Notenrolle und Aufwickelwalze untergebracht, und auf
der anderen Seite die zurückziehharen Lager- und 14Iitnehmerzapfen derselben. Die
Rahmenteile k sind zweckmäßig noch durch besondere Verbindungsstangen untereinander
zu einem festen Rahmen verbunden. Sie sind zwischen festen Lagerschilden L aufgehängt
und geführt, die an der Unterseite des Gehäusedeckels e in geeigneter Weise befestigt
sind. Zwecks Tragens und Führens des Rahmens sind die Lagerschilde L mit je zwei,
zweckmäßig mit Gleitführungsrollen ausgestatteten sowie untereinander versetzt angeordneten
Zapfen m, ms und die .äußeren- Rahmenteile 'h mit je zwei Führungsschlitzen
n, n1 versehen, durch welch letztere die Zapfen m, m1 oder deren Gleitführungsrollen
hindurchtreten. Von den Führungsschlitzen verlaufen die oberen, n, geradlinig geneigt
und die unteren, u1, erst ein kurzes Stück senkrecht und dann viertelkreisförmig
nach vorn. Dieser Verlauf der Führungsschlitze und die besondere Anordnung der Zapfen
in den Lagerschildcn bedingen, da.ß der Rahmen mit allen seinen Teilen beim Hervorziehen
sich zuerst senkt und dabei gleichzeitig nach vorn, unter dem Oberrahmen d des oberen
Vorderwandteiles her, durch die davor befindliche öffnung f des letzteren erausgleitet.
Die Bewegung wird begrenzt durch die Länge der Führungsschlitze n, n1, und kleine
Erweiterungen der vorderen Enden der unteren Führungsschlitze n1 sichern zusammen
mit den Zapfen m1 die Lage des Rahmens im eingeschobenen Zustande, indem sie sich
damit an den erwähnten Zapfen einhaken. Beim Herausziehen wird der überhakungswiderstand
durch kräftigen Zug oder etwas Anheben leicht überwunden, Im einen Lagerschild ist
das Hauptantriebszahnrad o gelagert und im benachbarten Rahmenteil h das Gegenzahnrad
p für die Bewegungsübertragung auf das an sich bekannte umschaltbare Getriebe der
Spielmechanik derart, da.ß letzteres in hervorgezogener SteLung derselben mit ersterem
in Eingriff gelangt.
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Die dem Gleitblockkopf g entsprechende Kuppelleiste r mit den nach
der Windlade führenden Leitungen wird von den Lagerschilden getragen und isst zweckmäßig
lösbar an diesen befestigt. Die Leitungen. dieser Kuppelleiste führen erst noch
nach einer zweiten, dicht über der Tastatur vorgesehenen, trennbaren Kuppelleiste,
ehe sie nach der Windlade gelangen. Der Gleitblockkopf selbst besitzt eine winklig
zu ihm verlaufende Verlängerung g1, die sich in spielbereiter Stellung der Vorrichtung
mit ihrem freien Ende auf die Kuppelleiste r aufsetzt. Die Verbindung beider in
dieser Stellung kann. in an sich bekannter Weise durch Klemmhebel, Riegel, Flügelschrauben
o. dgl. erfclgen. Eine direkte Verbindung der Kanäle im Gleitblockkopf mit denjenigen
der Kuppelleiste könnte auch in ebenfalls bekannter Weise durch biegsame Leitungen,
z. B. Schläuche o. dgl., hergestellt sein.
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Die untere Verbindungsstange s der inneren Rahmenteile dient zweckmäßig
als Handhabe zur Bewegung des ganzen Rahmens mit allen von diesem getragenen Teilen.
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Die Kuppelleiste r kann, statt unterhalb der
Spielmechanik,
auch weiter oben angeordnet und die winklige Verlängerung g1 des Gleitblockkopfes
g in diesem Fahe statt nach abwärts nach aufwärts gerichtet sein. Die Verbindung
der Windleitungskanäle und damit die Spielstellung der einzelnen Teile würde dann
nicht, wie bei dem dargestellten Beispiel, bei herausgeschwungener, sondern bei
in das Gehäuse eingeschobener Spielmechanik erreicht sein.
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Bei dem dargestellten Beispiel ist Abb. i die Ruhestellung und Abb.2
die Spielstellung.
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Soll die Spielmechanik von der Ruhestellung in die Spielste-lung gebracht
werden, so erfaßt man sie an der Stange s und zieht sie nach vorn abwärts durch
die Öffnung f des Vorderwandoberteiles des Instrumentengehäuses hervor. Durch den
Zug hebt sich das erweiterte Ende der Schlitze n1 aus den Zapfen ml aus, und der
Rahmen h, mit allen von ihm getragenen Teilen, gleitet mit seinen Schlitzen
n, n1 an den Zapfen m, ml oder deren Rollen unter dem Oberrahmen d
des oberen Vorderwandteiles c her, durch die COffnung f des letzteren so weit hindurch,
wie es die Länge der Schlitze tt, n1 zu@ä.ßt und bis das freie Ende der Verlängerung
g1 des Gleitblockkopfes g sich auf die Kuppelleiste t aufsetzt. Letztere beiden
Teile g1 und r werden dann auf an sich bekannte Weise lösbar miteinander verbunden
oder verriegelt. Bei dieser Rahmenbewegung ist auch das im Rahmen h gelagerte Zahnrad
p für das umschaltbare Getriebe der Spielmechanik mit dem in dem entsprechenden
Lagerschild l gelagerten Hauptantriebszahnrad o in Eingriff gekommen, und die Vorrichtung
befindet sich in spielbereiter Stellung. Die Notenrolle t kann bequem ausgewecheslt
und zum Abspielen gebracht werden.
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Beim Zurückbewegen der Spielmechanik in das Gehäuse wird sie wieder
an der Spange s erfaßt und in umgekehrter Richtung wie vorher zurückgeschoben, bis
die Enderwei:erungen der Schlitze n1 die Zapfen ml überhaken und den Rahmen mit
allen seinen Teilen in dieser Stellung sichern.
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Wird die Kuppelleiste Y oben angeordnet und die winklige Verlängerung
g1 des Gleitblockkopfes g dementsprechend nach oben. gerichtet vorgesehen, so würde
die eingeschobene Stellung die Spielstellung und die herausgezogene die Ruhestellung
sein.
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Nach Lösen der Kuppelleiste r von den Lagerschilden L oder nach Trennung
der zweiten, oberhalb der Tastatur liegenden Kuppelleiste, kann die vollständige,
durch die Lager-Schilde am Instrumentendeckel befestigte Spielmechanik mit diesem
herumgelegt werden. Der Stimmstock und d:e Saiten samt Hammermechanik des Instrumentes
werden hierdurch frei zugänglich, so daß u. a. auch ein bequemes Stimmen ermöglicht
ist. Wird die Trennung an der zweiten, über der Tastatur angecrdneten Kuppellei_
te vo genommen, so bleiben die Verbindungsleitungen an der oberen Kuppelleiste r
fest und können mit nach aufwärts zurückgelegt werden. Selbstverständlich können
nach Trennung der unteren Kuppell;eiste und Lösen der oberen von den Lagerschilden
die Leistenstücke mit den Verbindungsleitungen auch gescndert herausgenommen werden.