-
Briefstempelmaschine. Die Erfindung betrifft eine selbsttätige Briefstempelmaschine,
bei welcher nur der für die Marke oder den Postvermerk bestimmte Raum des Briefes
gestempelt wird, während der übrige Teil desselben ungestempelt bleibt.
-
Es sind Briefstempelmaschinen dieser'Art bekannt, bei denen eine drehbare
Stempelrolle für jeden Brief eine Umdrehung ausführt und dann stillsteht, bis der
nächste Brief ankommt. Die Erfindung betrifft eine Verbesserung dieser Maschinen,
die eine große Leistung ermöglicht und ein ruhiges leises Arbeiten bei nur geringer
Abnutzung erzielt. Die Maschine enthält nur wenig Teile, so daß ihre Herstellung
sehr erleichtert und verbilligt wird. Die Stempelrolle ist auf einer festen Achse
drehbar und wird bei Ankunft eines zu stempelnden Briefes von einer Kontrollvorrichtung
in Umdrehung versetzt. Letztere ist mit Anschlägen versehen, welche die Rolle festhalten,
wenn sie eine Umdrehung vollendet hat. Die Antriebsvorrichtung für die Stempelrolle
umfaßt eine von einer Feder beeinflußte Kupplung, durch welche die Stempelrolle
mit einer beständig umlaufenden Welle zeitweise gekuppelt werden kann. Die Feder
der Kupplung dient zweckmäßig als Puffer, um einen Teil der lebendigen Kraft der
Stempelrolle aufzunehmen, wenn die Drehung derselben angehalten ist.
-
Eine derartige Briefstempelmaschine ist in Abb. i im Grundriß dargestellt.
Abb. ia zeigt in größerem Maßstab einen Einzelteil.
-
Abb.2 zeigt in größerem Maßstab einen senkrechten Schnitt durch die
Antriebsvorrichtung für die Stempelrolle.
-
Abb. 3 ist ein wagerechter Schnitt durch dieselbe.
-
Abb. q. zeigt die wesentlichsten Teile der Maschine im Schaubild.
-
Die Maschine umfaßt folgende Gruppen von Mechanismeni. die Zuführungsvorrichtung,
2. die Vorrichtung zum Trennen der Briefe, 3. die Antriebsvorrichtung für die Stempelrolle,
q.. die Stempelvorrichtung und die Aufnahmevorrichtung.
-
Von diesen in Abb. i im Grundriß dargestellten Vorrichtungen, die
auf einem Tisch angeordnet sind, sei die wichtigste, die Stempelvorrichtung, zuerst
beschrieben. Diese Vorrichtung umfaßt die Stempelrolle mit ihrer Welle und der Antriebsvorrichtung,
die Kupplung, durch welche die Welle der Stempelrolle mit dem treibenden Zahnrad
gekuppelt wird, die Vorrichtung zum Anhalten der Welle nach einer vollen Umdrehung
und die Vorrichtung zum selbsttätigen Auslösen dieser Anhaltvorrichtung beim Vorschieben
eines neuen Briefes. Die Welle i, an deren oberem Ende die Stempelrolle 2 befestigt
ist, ist in einem Arm 3 unterhalb des Maschinentisches in folgender
Weise
gelagert: In einer Bohrung des Arines 3 ist eine Büchse 4 (Abb. 2) angebracht, die
mit einem äußeren Flansch 5 versehen ist. .1uf dieser liegt ein Ring 7 und auf diesem
ruht eine andere Büchse 6. Die Büchsen 4 und 6 sind durch Keile 8 mit der Welle
i gekuppelt. Die Büchse 6 ist auf ihrer Außenseite mit Schraubengewinde g versehen,
das in eine Mutter io eingreift. Diese Mutter ist an ihrem unteren Ende mit einer
Nase i i versehen. Auf der Büchse 4 ist oberhalb des Flansches 5 eine Schrauhenfeder
12 angeordnet, die sich mit ihrem oberen Ende gegen die Nase i i der Mutter io legt,
während sie mit ihrem unteren Ende hinter einen Vorsprung 13 des Flansches 5 greift.
Diese Feder hat das Bestreben, die Mutter io in ihrer oberen, in Abb.2 veranschaulichten
Lage zu halten. Oberhalb der Büchse 6 ist auf der Welle i eine andere Büchse 14
befestigt, die als Lager für die Nabe des beständig umlaufenden Zahnrades 15 dient.
Die Welle i der Stempelrolle bleibt dagegen so lange in Ruhe, bis die Mutter io
in ihre obere Lage (Abb. 2) angehoben ist, in der die auf der oberen Stirnfläche
der Mutter angebrachten Kupplungszähne (Abb. 4) mit einer entsprechenden Verzahnung
16 - am unteren Ende des Zahnrades in Eingriff stehen. Die Nase ii der Mutter io
und die Nase 13 der Büchse ¢ dienen nicht nur dazu, die Feder 12 zu spannen, sondern
auch als Anschläge, um die Welle i unbedingt in der einen Richtung festzuhalten.
Diese Sperrstellung ist in Abb. 4 dargestellt, während Abb. 2 und 3 die Teile in
einer Stellung zeigen, in der sich die Welle i drehen kann. In der Nähe des Briefweges
ist eine Welle 2o gelagert, die an ihrem oberen Ende mehrere einen Kamm bildende
Arme 21 trägt (Abb. 2). Am unteren Ende dieser Welle ist ein Arm 22 (Abb. 3 und
4) befestigt, an dem eine Klinke 23 drehbar gelagert ist. Diese Klinke ist mit einer
Nase a4 und einer schrägen Fläche 25 versehen. In der Nähe des Drehpunktes der Klinke
greift eine Feder 26 an, die mit ihrem anderen Ende an dem Rahmen der Maschine befestigt
ist. Ein um den Bolzen 31 drehbarer zweiarmiger Hebel 30 liegt mit seinem Ende 32
im Bereich der Nase 13 der Büchse 4 (Abb. 4), während sein anderes Ende von der
Nase 24 des Armes 23 erfaßt werden kann (Abb.3). Eine um den Bolzen 36 drehbare
Klinke 35 (Abb. 3), die durch eine Feder 37 mit dem Hebel 30 verbunden ist, ist
mit einem Haken 38 versehen, der hinter den Vorsprung 13 der Büchse 4 einfallen
kann, während der Hebel 30 sich gegen den Vorsprung i i der Mutter io legt.
Die an der Klinke 23 angreifende Feder 26 hat das Bestreben, die Nase 24 in Eingriff
mit dem Hebel 30 zu halten. Der Kamm 21 ist so angeordnet, daß die zu der
Stempelvorrichtung vorgeschobenen Briefe gegen den Kamm drücken. Wenn ein Brief
auf den Kamm einwirkt, macht er eine Schwingbewegung im Sinne des in Abb.3 eingezeichneten
Pfeiles, wobei die Welle 2o entsprechend gedreht wird. Hierdurch erteilt die mit
dem Hebel 30 in Eingriff befindliche Nase 24 der Klinke 23 dem Hebel 3o eine
solche Schwingbewegung, daß sein Ende 32 den Ansatz ii der Mutter io freigibt. Die
Mutter io kann sich dann unter dem Einfluß der Feder 12, die sich gegen den Ansatz
i i legt, drehen und wird dabei von dem Gewinde g nach oben geschoben, so daß die
Kupplung 16 geschlossen wird. Da das Zahnrad 15 sich beständig dreht, so nimmt nach
Schließen der Kupplung 16 die Stempelrollenwelle i an der Drehung des Zahnrades
15 teil, so daß auch. die Büchse 4 mitgedreht wird, bis ihr Ansatz i i gegen das
Ende des Hebels 30 stößt. Wenn der Hebel 3o den Ansatz i i freigegeben hat,
kehrt er gleich in seine Anfangsstellung zurück, da bei der die Schwingung des Hebels
3o bewirkenden Bewegung der Klinke 23 ihre schräge Fläche 25 mit einem feststehenden
Stift 27 in Berührung kommt, wodurch die Klinke 23 so weit nach rechts (Abb. 3)
geschwungen wird, daß ihre Nase 24 außer Berührung mit dem Ende des Hebels 3o kommt.
Die Feder 37 zieht dann den Hebel 30 in seine Normalstellung zurück. Wenn
der Ansatz ii der Mutter io von .dem Hebel 30 freigegeben ist, macht die
Mutter % oder 1/3 einer vollen Umdrehung, da das Gewinde g so steil ist, daß die
Kupplung 16 nach dieser kurzen Drehung bereits geschlossen ist. Trifft der Ansatz
i i der Mutter io dann wieder gegen das Ende 32 des Hebels 30, so wird die Mutter
io festgehalten, so daß sie an der weiteren Drehung der Welle i nicht teilnehmen
kann. Letztere setzt jedoch infolge der Trägheit ihrer Massen die Drehung fort mit
dem Ergebnis, daß die Mutter io, entgegen der Wirkung der Feder 12, nach unten gedrückt
wird. Die Feder wirkt also als Puffer, um die Drehung der Stempelrolle sanft ohne
Stoß aufzuhalten. Wenn die Mutter ihre unterste Stellung erreicht, hat sich die
Welle i so weit gedreht, daß die Nase 38 der Klinke 35 sich hinter den Vorsprung
13 der Büchse 4 legt. Dadurch wird die Welle i daran gehindert, sich nach irgendeiner
Seite weiterzudrehen, bis sie wieder von einem herankommenden Brief freigegeben
wird.
-
Die Zuführungsvorrichtung (Abb. i) besteht aus einem offenen Behälter
zwischen einer senkrechten Führungswand 40 und einem Flügel 41, der um eine Achse
42 schwingen kann. Der Boden des Behälters
wird von einem endlosen
Riemen 43 gebildet, der von den Rädern 44 angetrieben wird. Der Flügel 41 übt mittels
einer Nicht dargestellten Feder einen leichten Druck auf den Stoß Briefe aus und
reicht mit seinem freien Ende bis nahe an eine Zuführungswalze 5o. Das Ende des
Flügels ist, wie aiis Abb. ia zu ersehen, nach außen gekrümmt und endet in einen
kurzen Haken, so daß der der Zuführungswalze zunächstliegende Brief ein wenig vor
den folgenden Briefen vorsteht. Hinter der Walze 5o und in einer tieferen wagerechten
Ebene ist eine andere Zuführungswalze 51 angeordnet, die einem Ti ennungsfinger
52 gegenüberliegt. Dieser Finger hält die Briefe zurück und läßt nur den äußersten
Brief des Briefstapels in dio eigentliche Maschine eintreten. Der Trennungsfinger
kann von verschiedener Bauart sein. Nach der Darstellung ist er mit einer scharfen
Spitze versehen, die gegen das Magazin hin abgeschrägt ist, und wird mittels einer
Schraubenfeder 53, die um einen Führungsstab gelegt ist, gegen die Walze 51 gedrückt.
Wie aus Abb. i zu ersehen ist, wird die Walze 51 schneller gedreht als die Walze
5o, so daß sie einc,n Zug auf den Brief ausübt. Hierdurch wird bewirkt, daß ein
freier Raum zwischen jedem vorgeschobenen Brief und dem folgenden gelassen wird.
Zu der Zuführungsvorrichtung gehört noch die Vorschubwalze 63, die angetrieben wird
und in Berührung mit der frei drehbaren Gegenwalze 65 steht, die in einem bei 67
drehbar gelagerten Schwingrahmen 66 gelagert ist und -von einer Feder 68
gegen die Vorschubwalze 63 gepreßt wird. Der schwingende Kamm.;i der Ingangsetzurgsvorrichtung
liegt nach Abb. i zwischen den Vorschubwalzen 63 und 65, von denen letztere mit
ringförmigen NL'uten für die Arme dc:s Kammes versehen ist.
-
Über der Stempelrolle ist ein Ring 70 (Abb. 2) angeordnet, der ein
Kugellager 71 für einen drehbaren Ring 7 2 enthält. Dieser hat denselben Durchmesser
wie die Stempelrolle und ist beständig in Berührung mit der Gegenwalze 73 der Stempelrolle
2, so daß er sich auch beständig dreht. Die zu der Stempelvorrichtung kommenden
Briefe werden daher sofort von zwei sich drehenden Teilen erfaßt, so daß jeder Brief
auf seinem ganzen Wege durch die Stempelmaschine sicher geführt wird.
-
Die gestempelten Briefe gelangen in die Aufnahmevorrichtung, die jedoch
keinen Teil d--r Erfindung bildet und von beliebiger Bauart sein kann.