DE41981C - Bacillensicherer Kapselverschlufs für Conservebüchsen - Google Patents
Bacillensicherer Kapselverschlufs für ConservebüchsenInfo
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- B65D77/04—Articles or materials enclosed in two or more containers disposed one within another
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Um organische Substanzen an sich bacterienfrei und gegen den Zutritt von Mikroorganismen gesichert aufzubewahren, verfährt man
bisher bekanntlich in der Weise, dafs man die organischen Stoffe luftdicht in Gefäfse einschliefst
und dieselben in den so verschlossenen Gefäfsen mehrere Stunden der. Siedehitze aussetzt,
um die in der organischen Substanz ursprünglich vorhandenen Keime und Mikroorganismen
zu zerstören.
Werden Blechgefäfse benutzt, so wird der
luftdichte Verschlufs durch Löthen hergestellt. Dieses Verlöthen ist jedoch nicht allein an
sich umständlich und häufig auch unsicher und nicht ohne Vergiftungsgefahr, sondern es
bieten solche verlötheten Conservebüchsen im Hausstand auch beim Oeffnen Schwierigkeiten.
Diesen Mängeln wird durch vorliegenden Verschlufs abgeholfen, welcher sich dadurch
auszeichnet, dafs ohne jede luftdichte Löthung durch eine mehrfache Einkapselung des Aufbewahrungsgefäfses
ein derartiger Abschlufs der zu conservirenden Substanz erzielt wird, dafs
Bacillen und sonstige Keime von Mikroorganismen nicht bis zu denselben gelangen können.
Man ist somit auch nicht mehr an die Anwendung von Gefäfsen aus Blech gebunden,
sondern kann beliebiges Material für die Herstellung der Gefäfse und Verschlüsse verwenden.
Auf beiliegenden Zeichnungen sind in den Fig. i, 2, 3 und 4 vier Modifikationen eines
derartigen Kapselverschlusses für Conservebüchsen im Verticalschnitt dargestellt.
Das eigentliche Auf bewahrungsgefäfs A kann aus Porcellan, Thon, Glas, Blech, Papier,
Papiermache oder anderem geeigneten Material bestehen.
Dasselbe wird, nachdem die zu conservirende Substanz eingefüllt ist, zweckmäfsig mit einer
Platte 41 aus Glas oder dergleichen bedeckt.
Das Gefäfs A wird nun in einen Blechbehälter C gestellt, welcher so grofs ist, dafs zwischen
demselben und der Wandung des Gefäfses A ein gewisser Spielraum verbleibt. Nunmehr
wird die eigentliche Verschlufskapsel aufgefügt. Dieselbe besteht aus zwei Cylindermänteln B
und D, welche an einem gemeinsamen Boden B1 befestigt sind; Uebrigens könnte man
auch jeden der beiden Cylindermäntel B und D von vornherein mit selbstständigem Boden anfertigen,
die beiden Behälter dann in einander fügen und die beiden Böden schliefslich zusammenlöthen
oder zusammennieten.
Diese mit doppelter Wandung versehene Kapsel wird derart aufgefügt, dafs der innere
Cylindermäntel B sich zwischen das Gefäfs A und den Behälter C einschiebt, der äufsere
Mantel D sich dagegen über den Behälter C überschiebt. Der innere Cylindermäntel schliefst
sich möglichst dicht, aber doch leicht an die Aufsenwandung von A an und reicht fast bis
zum Boden des Gefäfses A herab; der äufsere Mantel D kann kürzer gehalten werden, derselbe
schliefst sich ebenfalls dicht und leicht an den Behälter C an.
Das so eingekapselte Gefäfs A wird nun mehrere Stunden der Siedehitze ausgesetzt. Es
ist ersichtlich, dafs ein Zutritt von Mikroorganismen zu der in A befindlichen organischen
Substanz nur dadurch möglich wäre, dafs dieselben den zweimal auf- und einmal nieder-
steigenden Zickzackweg zwischen den einzelnen Kapseln D C und B und dem Gefä'fs A zurücklegen.
Wie Versuche ergeben haben, sind diese Organismen nicht im Stande, einen solchen
Widerstand zu überwinden.
So wurde Fleischsaft (für Bacterien bekanntlich das beste Ernährungsmittel) an einem für
die Entwickelung dieser Mikroorganismen geeignet warmen Orte unter solchem Kapselverschlufs
aufbewahrt und noch nach einem halben Jahre bacterienfrei und unversehrt gefunden.
Der in Fig. 2 dargestellte Kapselverschlufs unterscheidet sich von vorbeschriebenem nur
durch die dem betreffenden zu verschliefsenden Gefäfse angepafste Form des gemeinsamen
Bodens.
Wie Fig. 3 veranschaulicht, kann bei gröfseren Conservebehältern der Kapselverschlufs auch
nur über dem entsprechend verlängerten Halse des Gefäfses A angebracht werden. Der selbstständige
Behälter.C wäre in diesem Falle durch einen oben offenen Cylinder zu ersetzen, welcher
mit dem unteren Rande in geeigneter Stellung auf der Decke des Gefäfses A festgelöthet
wird, wenn beide Theile aus Blech bestehen.
Ist das Aufbewahrungsgefäfs jedoch von Thon oder Porcellan, so wird der Cylinder C
aus demselben Material mit einem kleinen Zwischenraum um den Hals gelegt, nachdem
das Gefäfs halbtrocken geworden ist. Das Ganze wird dann gebrannt. Die äufsere Deckelkapsel
wird in diesem Falle zweckmä'fsig ebenso lang wie die Kapsel B gehalten.
Selbstverständlich können auch die Kapseln B C aus Thon, Glas, Porcellan oder anderem
Material hergestellt sein.
Fig. 4 zeigt noch eine weitere Modification, bei welcher der Zwischenmantel C direct an
der Seitenwandung des im oberen Theil etwas eingezogenen Aufbewahrungsgefäfses A befestigt
ist. Dieses auf eine'gewisse Strecke der Seitenwandung doppelwandige Gefäfs könnte
übrigens auch im Ganzen aus Thon, Glas etc. gefertigt werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein bacillensicherer Kapselverschlufs für Conservebüchsen, bestehend aus in einander geschachtelten, an einem gemeinschaftlichen Boden befestigten Kapseln (B D), deren innere das Aufbewahrungsgefäfs (A) oder einen Theil desselben um schliefst, während sich in den zwischen den Kapseln verbleibenden Raum der Mantel einer den Aufbewahrungsbehälter Umgebenden Kapsel (C, Fig. 1 und 2) oder ein mit dem Behälter (A) direct verbundener Hohlcylinder (C, Fig. 3 und 4) einschiebt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE41981C true DE41981C (de) |
Family
ID=317418
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT41981D Expired - Lifetime DE41981C (de) | Bacillensicherer Kapselverschlufs für Conservebüchsen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE41981C (de) |
-
0
- DE DENDAT41981D patent/DE41981C/de not_active Expired - Lifetime
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