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Verfahren und Vorrichtung zum Entleeren von rohen Eiern. Es sind Vorrichtungen
zum Entleeren von rohen Eiern bekannt, bei denen die Eier auf eine kegelförmige
und rechenartige Spaltvorrichtung fallen, die die Eier der ganzen Länge nach in
zwei Hälften teilt, so daß, wenn die beiden Schalenhälften über die Rechen hinweggleiten,
ihr Inhalt herausfällt. Diese bekannte Vorrichtung hat den Nachteil, daß sie mit
einer gewissen Unsicherheit arbeitet, insofern, als es bei ihr leicht vorkommen
kann, daß die Eier überhaupt nicht gespalten werden oder aber schief auftreffen,
so daß- ein den Eiinhalt noch festhaltender Teil der Schale, der größer ist als
die Hälfte, unentleert durchläuft.
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Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Entleeren von rohen Eiern, und zwar derart, daß eine getrennte Gewinnung von
Eiweiß und Eigelb stattfinden kann, was bei der bekannten Vorrichtung nicht möglich
ist. Das Verfahren besteht darin, daß in die Schalen der nacheinander in eine im
wesentlichen senkrechte Lage gebrachten Eier eine oder mehrere
seitliche
Öffnungen eingeschnitten werden und die Eier darauf derart in Drehung versetzt werden,
daß der eine Eibestandteil (das Eiweiß) unter der Wirkung der Fliehkraft aus den
seitlichen Öffnungen herausgeschleudert und nach dem Abschleudern dieses Eibestandteiles
die Eischale geköpft und alsdann der andere Eibestandteil (das Eidotter) ausgeschüttet
wird.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel einer zur Ausführung
dieses Verfahrens geeigneten Maschine.
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Abb. i zeigt eine Seitenansicht der Maschine und Abb. ia eine seitliche
Teilansicht einer abgeänderten Zuführungseinrichtung für die Eier; Abb. 2 zeigt
eine Draufsicht auf die Maschine; in Abb. 3 ist ein wagerechter Schnitt durch den
Hauptantrieb nach Linie 3-3 der Abb. 6 und in Abb. 4. ein Schnitt nach Linie 4-4
der Abb. i dargestellt; Abb. 5 zeigt eine Draufsicht auf den Schnitt nach Linie
5-5 der Abb. i, und Abb. 6 einen senkrechten, achsialen Schnitt durch die Schleudervorrichtung;
in Abb. 7 ist ein Aufriß der Maschine, gesehen in Richtung des Pfeiles 7 nach Abb.
6, und in Abb. 8 und 9 sind wagerechte und senkrechte Schnitte durch die Schleuder
dargestellt. Abb. io und i i zeigen wagerechte und senkrechte Schnitte durch eine
abgeänderte Ausführungsform der Schleuder, und Abb. 12 eine Teilansicht der die
Öffnungcn in den Eierschalen anbringenden Einrichtung; Abb. 13 zeigt eire schematische
Darstellung der einzelnen Arbeitsgänge der Maschine und Abb. 14. eine schematische
Darstellung des Weges, den jedes Ei während- des Durchlaufens der einzelnen Bearbeitunggänge
zurücklegt.
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Der Zubringer A leitet die Eier nach dem Einlauf B, von dem sie einzeln
mit aufrechtstehender Längsachse nach abwärts sinken. Während dieser Abwärtsbewegung
werden sie von Rollen C erfaßt und gleichzeitig durch Sägen D mit seitlichen Schlitzen
versehen. Darauf fallen sie in einen Schleuderzylinder E, welcher von einem Behälter
F umgeben ist. Vom Boden des Zylinders aus gelangen die Eier durch eine Fallklappe
G in Becher H auf einem Förderband J_, welches jedes Ei nach seinem
Austritt aus der Fallklappe G zunächst einem Köpfer I( zuführt und es dann in die
Lage L umkehrt, worauf durch eine geeignete Einrichtung M die leere Schale freigegeben
wird. Der restliche Inhalt der Eierschalen,, also hauptsächlich das Eigelb, das
durch Umkehrung derselben ausgekippt wird, fällt in das Gefäß N, und die leeren
Schalen fallen in einen Behälter O. Das durch Ausschleudern gewonnene Eiweiß fließt
aus dem die Schleuder umgebenden Gefäß F in den Behälter P (Abb. 13). Die ganze
Maschine wird durch einen kleinen Motor und ein geeignetes Getriebe angetrieben,
welches den Motor mit den einzelnen Maschinenteilen, nämlich den Förderbändern,
den Sägen und der Schleuder, derart verbindet, daß alle Teile selbsttätig gleichzeitig
miteinander arbeiten.
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Der Motor i (Abb. 1, 3) treibt die Welle 2, welche die Welle 3 für
das Zubringerband antreibt. Letzteres entnimmt die Eier aus dem Vorratsbehälter
5 mit Hilfe von Mitnehmern 6 und leitet sie in Führungen 7 nach der geneigten Fläche
in dem Einlauf B, wo ein Sicherheitsglied 8 (Abb.6) eine sanfte Zuführung in den
Oberteil des Zylinders 9 gewährleistet. Die Rollen C werden jede durch eine Welle
i o von einer Welle i i und Zahnrädern 12 auf der Hauptwelle 2 angetrieben. Die
rechtwinklig zu den Rollen C angeordneten Sägen D werden durch biegsame Wellen 13
von dem Zahnrade 1 ¢ angetrieben, sobald sich letzteres mit dem Hauptzahnrad i 5
auf der Welle 2 in Eingriff befindet. In den Abb. 6 und 3 ist das Zahnrad
14 außer Eingriff mit dem Hauptantrieb dargestellt. In diesem Falle steht die Schleuder
fest, und die Sägen D werden nicht angetrieben. Die Eier werden dann also selbsttätig
ungeöffnet von der Fallklappe G auf des Förderband J abgegeben und .nach Köpfung
gleichzeitig von ihrem gesamten Inhalt befreit.
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Die Wellen der Sägen D sind an Schwinghebeln 56 gelagert, die durch
eine Feder 57 entgegen dem trennenden Bestreben des zwischen ihnen hindurchgehenden
Eies zusammengezogen werden. Geeignete Schutzflächen 58 schützen die Sägenkanten
(Abb. 12). jede Säge trägt einen kreisförmigen Bund 59, der dicker als -die
Sägenscheibe ist und das Maß des Eindringens der Säge in die Schale regelt. Die
Sägenzähne sind bei 6o unterbrochen, damit ein sicheres Einschneiden in die sehr
harte Außenfläche der Schale gewährleistet wird. Diese Anordnung der Zähne ist auch
bei der zum Köpfen dienenden Säge I( geschaffen. Die Wellen der Rollen C sind gleichfalls
nachgiebig gelagert. Sie bewegen sich in Verbindung mixt einer geeigneten Feder
ioa in einer anderen Ebene als die Sägen D (Abb. 6). Die Feder t oa hat das Bestreben,
die Rollen C gegeneinander zu ziehen, gestattet aber die geringe erforderliche Nachgiebigkeit,
damit sich die Rollen den verschiedenen Größen und Gestalten der Eier anpassen,
ohne die Eierschalen einem Druck zu unterwerfen, der größer als die in geeigneter
Weise bemessene leichte Federspannung ist.
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Die Zuführungsröhre g mit den Rollen C und Sägen D ruhen auf einer
Fläche 16, welche einen Deckel für das Gefäß F bildet und verstellbar an dem Teil
17 des Maschinengestelles
gehalten wird. Die ganze Vorrichtung
oberhalb des Gefäßes F kann auf diese Weise angehoben werden, nachdem der Einlauf
in die in Abb. i gestrichelt gezeichnete Lage gebracht ist. Dabei werden die oberen
Lager 18 der Schleuder E (Abb. 6 ) mitgenommen, so daß das Gefäß F frei zugänglich
ist und die SchleuderE Herausgehoben werden kann, indem sie von der Antriebsplatte
2o durch Öffnen des Bajonettverschlusses i9 gelöst wird. Es ist also die vollkommene
Herausnalime des Gefäßes und der Schleuder aus der Maschine möglich.
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Die in Abb.6 dargestellte Schleuder besitzt drei längsverlaufende,
nachgiebige Glieder 21, die an Stelleinrichtungen 22 am Boden der Schleuder befestigt
sind und dazu dienen, eine reibende Federwirkung auf die durchlaufenden Eier auszuüben
und damit den Widerstand, den die letzteren finden, zu regeln. Eine abgeänderte
Ausführungsform zeigt Abb.9, in welcher die federnden Bandstreifen 2 3 kürzer und
stufenweise angeordnet sind, um den Durchgang und das Halten von Eiern verschiedener
Größe zu erleichtern. Eine andere Ausführungsform des Schleuderinnerns ist in den
Abb. i o und i i dargestellt, wo geeignete Metallborsten 24. zur geeigne:en Regelung
der Ei.erbz-wegung vorgesehen sind. Die Schleuder und die damit zusammenarbeitenden
Teile sorgen für eine Mittellage der Eier derart, daß die Längsachsen der letzteren
mit der Längsachse der Schleuder E und ihres Trägers in im wesentlichen senkrechter
Lage zusammenfallen. Hierdurch geht ein Teil der Wirkungsweise der Maschine unter
dem Einfluß der Schwerkraft vor sich.
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Durch die Kupplungsmuffe 25 (Abb. 6)
kann das Zahnrad 1;1 mit
dem Haupttriebrad 15 und dem Antriebszahnrad 26 für die Schleuder derart in Eingriff
gebracht werden, daß die Drehscheibe 2o der Schleuder unabhängig von dem Träger
der Fallklappe 27, in welche das Ei nach Beendigung des Ausschleuderns -zwecks Abgabe
an den Becher H fällt, angetrieben wird. Diese Fallklappe besteht aus doppelt wirkenden
Fingern. Die oberen Finger 28 werden von dem bei 30 angelenkten Schwinghebel
29 bewegt, wobei gleichzeitig die unteren Finger 31 vor- oder zurückgehen. Die Schwinghebel
29 werden durch einen Arm 32 angetrieben, der seinerseits mit den als Träger für
die Becher H auf dem Förderband J dienenden Querstücken 33 in Berührung treten kann.
Ein weiterer Arm 34. wird gleichzeitig mit der Fallklappe unter Vermittlung eines
Ansatzes 35 angetrieben und öffnet dabei eine Schalenklemme 36 am Umfange des Becherrin:ges
37. Die unteren Finger 31 der Fallklappe werden gewöhnlich in solcher Lage gehalten,
daß sie das unterste aus dem Schleuderzylinder E herausfallende Ei aufnehmen können.
Sobald dann die untersten Finger 31 geöffnet werden, um das Ei freizugeben, nähern
sich die oberen Finger 28 einander, fangen das nächste Ei auf und verhindern so
zeitweise eine weitere Abwärtsbewegung der Eiersäule. Sobald aber das herabgefallene
Ei von dem Förderband weggeführt ist, gestattet die Lösung des Schwingarmes 32 ein
Herabfallen des auf den oberen Fingern 28 ruhenden Eies, das sich alsdann auf die
zusammengezogenen unteren Finger ; i legt, um dann seinerseits im gegebenen Augenblick
dem nächstfolgenden BecherJl zugeführt zu werden.
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Das Förderband J umfaßt Ketten, die. durch Kettenräder 3o bewegt werden.
Letztere werden durch Zahnräder und die Welle 40 von der Hauptwelle 2 aus derart
angetrieben, daß die Becher mit den Rollen C unterhalb des Einlaufes zusammenarbeiten,
während die Klinkenvorrichtung eine gleichzeitige Bewegung der Fallklappe mixt der
Becherbewegung herstellt.
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Das vom Becher H aufgenommene Ei wird dem Köpfer l( zugeführt. Dieser
besteht aus der von der Welle ,12 und dem schnell laufenden Riemen ,13 angetriebenen
Säge 41 (Abb. 3, 6). Der Riemen ¢3 wird mit Übersetzung durch die Riemenscheibe
4.4 auf der Welle 2 angetrieben. Ein Bund 4.5 auf der Sägewelle 42 wird erfaßt von
einem Steuerarm 4.6, der einen Fähler .47 trägt. Letzterer liegt etwas vor der Eingriffsstelle
der Säge mit dem sich dieser nähernden Ei, so da.ß der Oberteil der Eierschale mit
der geneigten unteren Fläche des Fühlers 4.7 in Berührung tritt, diesen je nach
der Höhe des Eies anhebt und dadurch die Säge genau in die richtige Lage mit Bezug
auf das Ei bringt, um eine Kappe von vorbestimmter Größe von diesem abschneiden
zu können. Gegen das obere Ende der Welle .12, die bis zu einem gewissen Grade in
ihrer Längsrichtung senkrecht verschiebbar ist, legt sich unter sanftem Druck eine
Feder ¢8, die in geeigneter Weise verstellbar ist, um einen genügenden Spielraum
zu ermöglichen und ein leichtes Aufruhen des Fühlers ¢7 auf dem Kopf der Schale
sicherzustellen. Sobald der Fühler die Säge in die zum Abtrennen richtige Ebene
gebracht hat, wird die Kappe von der Schale schnell entfernt, und zusammen mit der
Nachgiebigkeit des Becherträgers J wird die richtige Lage der Säge mit Bezug auf
jedes Ei stets ohne Schwierigkeiten von dem Beginn des Einschnittes bis zum völligen
Durchgang der Säge durch das Ei gewahrt. Die geringe senkrechte Bewegung der Sägenwelle
und des Fühlers kann in passender Weise derart gedämpft werden, daß diese zusammen
mit der Trägheit eine zu schnelle
Wirkung der Feder ¢8 verhindert.
Die Sagenfläche kann geneigt sein, damit sie von der Eierschale gut frei kommt,
wenn letztere durch das Förderband vorgeschoben wird.
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Sobald jeder Becher die Stellung 5o erreicht, kehrt sich durch Herumführung
der Kette um das linke Kettenrad seine Bewegung zusammen mit derjenigen des Förderbandes
um, wodurch die Schale umgekippt wird und in der Lage 5 i ihren Inhalt in den Behälter
N entleert. Falls das Eiweiß in der Schleuder C entfernt sein sollte, wird nur das
Eidotter in den BehälterN entleert. Die leere Schale gelangt dann weiter in die
Stellung 52, in der eine Rolle M oder ein geeigneter Anschlag 53 selbsttätig die
Schalenklammer 36 am Umfange des Beclierrandes öffnet und die umgewendete
leere Schale in einen Behälter 0 ausstößt, in den auch die bei I( entfernten Schalenkappen
geleitet werden.
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Bei der Verarbeitung von Eiern mit Hilfe dieses Verfahrens und dieser
Maschine werden die Eier zweckmäßig vorher auf ihre Frise geprüft. Die Eier werden
in diesem Falle auf ein Förderband 5.1 (Abb. ia) gelegt, das durch den Dunkelraum
R und eine Wandung 55 mit geeigneten Lichtschirmen hindurchgeht, so daß sie ohne
weitere mechanische Vorgänge oder Handgriffe die FührUng 7 erreichen und in den
Einlauf B gelangen.
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Aus Abb. 14 ist ersichtlich, daß die Behandlung eines Eies innerhalb
der Maschine aus fünf Stufen besteht, der Stufe 14-4, bei der das Ei an seinem weitesten
Umfange bei senkrecht stehender Längsachse mit zwei Einschnitten versehen wird,
der Stufe 14B, bei der das Ei um seine Längsachse zum Zwecke des Abschleuderns des
Eiweines gedreht wird, der Stufe 1.ic@, bei welcier die Schale mit dem Dotter in
einen Becher gelangt und dann geköpft wird, der Stufe z.1D, bei welcher die geköpfte
Schale umgekippt und das Dotter entleert wird und endlich der Stufe 1¢e, bei der
die Schale von ihrem Halter freigegeben und fallen gelassen wird.
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In Abb. 13 ist die fortlaufende Aufeinanderfolge der einzelnen Arbeitsvorgänge
schematisch dargestellt. Die Eier werden in beliebiger :Menge in den Vorratsbehälter
5 eingefüllt, von dem sie durch das Förderband 4. nach der Rutsche gelangen. Von
dieser fallen sie unter der Wirkung der Schwerkraft in den Einlauf B und werden
hier von den Rollen C erfaßt, welche das Ei festhalten, während die Sägen D in Tätigkeit
treten. Das seitliche Einschlitzen geschieht, während die aufeinanderfolgenden Eier
gleichzeitig mit dem Herausfallen eines Eies aus dem Boden der Schleuder E auf das
untere Förderband I bewegt werden. Letzteres geschieht durch die Fallklappe G, die
das in den Becher H herabfallende Ei freigibt und kurz darauf ein weiteres Ei aufnimmt,
wodurch die darüber stehende Eiersäule jeweils um eine Eilänge nach abwärts fortschreitet
und dadurch am oberen Ende ein neues Ei in die richtige Lage für das Einschlitzen
mit Hilfe der Sägen ,0 gelangen läßt. Die Schleuder E besteht aus einem Käfig oder
geschlitztem Zylinder, welcher das Abschleudern des Eiweißes ermöglicht, sobald
seine Geschwindigkeit auf das von den Führungsfedern 23 oder 24. erfaßte Ei übertragen
ist. Das abgeschleuderte Eiweiß wird gegen die Wände des Gefäßes F geworfen. Eine
Drehbewegung der Schleuder mit einer Geschwindigkeit von ungefähr i ioo Umdrehungen
entfernt das Eiweiß aus einem normalen Ei praktisch vollkommen, ohne gleic'lizeitig
das Eidotter zu beschädigen. Die physikalischen Eigenschaften des Eiweißes und seine
Berührung mit der Schale und der Kante der Schlitzöffnung erteilen ihm eine Schleuderkraft.
Außerdem wirkt der gewöhnliche, an der Spitze eines normalen Eies vorhandene Luftraum
bis zu einem gewissen Grade mit, um ein leichtes Ausfließen des Eiweißes zu erleichtern.
Der radial ausströmende Teil des Eiweißes zieht letzteres vollkommen rund um das
Dotter weg, so daß dieses sich am Boden oder am unteren Ende der Schale ablagert,
ohne durch die Wirbelbewegung beeinflußt zu weiden, bevor irgendeine nennenswerte
Drehwirkung auf das in seiner Trägheit der Ruhe achsial freigehaltene Dotter ausgeübt
wird. Das in den Oberteil der Schleuder eintretende Ei gewinnt seine Drehbewegung
allmählich, nachdem es von den inneren seitlichen Federn erfaßt worden ist. Wenn
die Drehgeschwindigkeit steigt, so tritt der Augenblick ein, wo das nahe den Offnungen
befindliche Eiweiß austritt, und bei weiter zunehmender Geschwindigkeit wird das
ganze Eiweiß ausgeschleudert, indem es dabei dem in der Mitte gelagerten Dotter
erlaubt, sich am Boden abzulagern, ohne wesentlich durch die Schleuderkraft beeinflußt
zu werden, wenn diese innerhalb der notwendigen Grenzen zum Abschleudern des Eiweißes
verbleibt. Der Abgabe des Eies in den Förderbecher folgt das Köpfen. Sobald dann
das Ei um die Wendekrümmung des Förderbandes herumläuft, wird der restliche Inhalt
der Schale selbsttätig ausgeschüttet, und letztere erreicht endlich denjenigen Punkt,
wo sie in völlig entleertem Zustande aus der Maschine ausgestoßen wird. Die kleinen
abgeschnittenen Schalenkappen werden durch die Säge I( immer in gleichmäßiger Richtung
fortgeworfen und können leicht aufgefangen und den übrigen Schalenteilen zugeleitet
werden. Das abgeschleuderte Eiweiß gelängt aus
dem vorzugsweise
aus Glas bestehenden Gefäße F durch einen weiten Auslauf nach Behältern oder Kannen
von beliebiger Anordnung und Ausbildung.
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Die Behandlung der Eier kann mit einer derartigen Maschine viel vorteilhafter,
schneller und unter gesundheitlich bedeutend besseren Bedingungen geschehen als
bei der Bearbeitung von Hand, auch dann, wenn Eiweiß und Eigelb in gemischtem Zustande
entfernt werden sollen. Für diesen Fall wird das die Schleuder F antreibende Zahnrad
14 ausgerückt, wodurch gleichzeitig die Drehung der die Schlitze einschneidenden
Sägen aufhört, aber die Wirkung der Fallklappe beibehalten wird. Durch letztere
werden dann die Eier nach wie vor dem Förderband zwecks Abköpfens sicher und schnell
zugeführt, worauf sie umgekehrt und sowohl daA Eigelb als auch das Eiweiß aus den
Schalen entfernt werden. Auch hierbei wird das Abköpfen hinsichtlich der Größe der
abzuschneidenden Kappe geregelt, und ein Ausschütten des Schaleninhaltes ist ohne
weiteres möglich wegen des normalen Luftraumes an der Spitze des Eies.
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Die Maschine arbeitet ununterbrochen, und zwar mit einer solchen Geschwindigkeit,
daß ungefähr in jeder Sekunde ein Ei bearbeitet und entleert werden kann. Die Erfindungsmerkmale
können bei im übrigen verschiedenartigsten Bauarten kleiner oder größerer Maschinen
angewendet werden. Auch kann die Arbeitsgeschwindigkeit bis zu einem gewissen Grade
erhöht werden. Endlich ist auch eine Verdoppelung einzelner Maschinenteile, um den
Wirkungsgrad der Maschine entsprechend zu vervielfachen, ohne weiteres möglich.
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Die Maschine kann auch von Hand angetrieben werden, wobei dann die
eigentliche Bearbeitung der Eier nach wie vor selbsttätig geschieht.
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Auf diese Weise werden Eierzeugnisse mit einem Mindestgehalt an Bakterien
gewonnen, und zwar ist die Zahl der Bakterien bei weitem geringer als bei lediglich
von Hand geöffneten und entleerten Eiern. Die Erfindung ermöglicht eine Absonderung
des Eigelbs mit einem Eiweißzusatz von weniger als 5 Prozent. während das bis jetzt
im Handel befindliche, nach den bekannten Verfahren gewonnene Eigelb mindestens
15 oder 2o Prozent Eiweiß enthält.