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Jerfahren und Vorrichtung zum Trennen von festen Stoffen und Flüssigkeit
aus Preßgut mittels Walzen. Für diese Anmeldung ist gemäß dem Unionsvertrage vom
z. Juni igi i die Priorität auf Grund der Anmeldungen in England vom z. und i i.
November 1922 und 7. März 1923 beansprucht. Behufs Ausscheidens von festen
Stoffen und Flüssigkeit aus Flüssigkeitsgemischen; die die festen Stoffe mehr oder
weniger fein verteilt enthälten, ist vorgeschlagen, das Flüssigkeitsgemisch oder
Preßgut durch den Greifraum eines Walzenpaares zu führen, dessen Walzen mit als
Filter wirkenden Preßbändern ausgestattet sind, die dann den eigentlichen Preßraum
bilden, derart, daß die ausgeschiedene Flüssigkeit durch die Poren der Preßbänder
getrieben wird.
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Im Gegensatz hierzu wird nach vorliegendem Verfahren das Preßgut in
eine Mehrzahl von getrennt aufeinander durch den Greifraum des Walzenpaares laufenden
Strängen geteilt, und zwar mittels Preßbänder, die aus gleichmäßig biegsamem, starrem
oder nachgiebigem Stoff bestehen. Diese Preßbänder kommen also mit den Druckflächen
der Walzen nicht in Berührung, wenn sie auch um die Walzen geführt sind. Sie werden
durch Reibung von dem durch den Greifraum der Walzen hindurchgeführten Preßgut mitgenommen.
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Die Abb. i und 2 zeigen schematisch die Teilung des Greifraumes der
Walzen durch ein oder mehrere Preßbänder. Abb.3 ist die schaubildliche Ansicht einer
Vielbandpresse, von der Füllseite aus gesehen. Abb. 4. zeigt eine ähnliche Ansicht
der Presse, von der anderen Seite aus gesehen. Abb..5 zeigt schematisch den Greifraum
des senkrechten Walzenpaares einer Vielbandpresse. Abb.6 ist ein senkrechter Teilschnitt
der Füllvorrichtung. Abb. ; zeigt mehr oder weniger schematisch die obere Ansicht
einer mit sehr vielen Prellbändern ausgestatteten Vielbandpresse. Abb. S ist ein
Teilschnitt der Füllvorrichtung für diese Presse.
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Wie aus Abb. i ersichtlich, wird nach der einfachsten Ausführungsform
der Erfindung der inchr oder weniger keilförmig gestaltete Greifraum zwischen den
Walzen i und 2 durch ein zwischen den Walzen hindurchgeführtes endloses Preßband
3 in zwei getrennte Greifräume a geteilt. Das diesen beiden Greifräumen zugeführte
Preßgut nimmt be#i der Drehung der beiden Walzen im Sinne der Pfeile das um eine
der beiden Walzen geführte lost: Preßband 3 durch Reibung im Sinne der Drehrichtung
der Walzen mit, wird also in zwei voneinander durch das Preßband getrennte Stränge
geteilt. Diese Reibung ist an der engsten Stelle der Greifräume a so groß, daß die
Geschwindigkeit des Preßbandes 3 gleich der Umfangsgeschwindigkeit der Walzen i
und 2 wird.
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Der von den beiden Walzen i und 2 gebildete Winkel wird durch das
Preßband halbiert. derart, daß der Winkel jedes einzelnen Greifraumes a weit spitzer
ausfällt und das Preßgut also weit stärker mitgenommen wird als bei den bekannten
Einrichtungen, mögen die Walzen nun mit ihrer Oberfläche unmittelbar auf das Prellgut
wirken oder noch. in bekannter Weise mit einem als Filter wirkenden Preßband umgeben
sein. Die Verkleinerung des Greifraumwinkels hat ferner zur Folge, daß das Preßgut
auf einer erheblich größeren Strecke durch den Druck der Walzen becinfluft und schon
auf einer größeren Länge von Flüssigkeit befreit wird und die Walzen daher weit
schneller laufen können. Durch das den Greifraum teilende Preßband wird also der
Wirkungsgrad und die Ausbeute der Presse ganz erheblich vergrößert.
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Da das Preßband nicht als Filter zu wirken braucht, kann es aus irgendeinem
geeigneten Stofi-, beispielsweise Stahl, hergestellt sein, besonders wenn der Preßdruck
hoch sein muß. Zur Vergrößerung der Reibung kann
das Band mit weichen
Stoffen, beispielsweise Gummi o. dgl., bekleidet sein, besonders wenn das Preßgut
keinen starken Druck erleiden darf. Natürlich kann das Preßband auch gelocht oder
netzartig gestaltet sein.
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Bei der in Abb.2 schaubildlich dargestellten Presse sind drei endlose
Preßbänder um jede Walze vorgesehen, wobei die Walzen den gleichen Durchmesser besitzen,
wie in Abb. i angenommen. Diese durch den Greifraum der Walzen laufenden sechs Preßbänder
bilden somit sieben voneinander getrennte Greifräume a mit allmählich abnehmendem
Querschnitt, die im Vergleich zur Abb. i noch weit spitzere, gebogene Keile darstellün,
so daß das Preßgut auf einer weit längeren Strecke von den arbehenden Flächen der
Prz#ßbänder und Walzen mit Sicherheit erfaßt, mitgenommen und ausgepreßt werden
kann, die Ausbeute der Presse also lediglich infolge der größeren Anzahl der Preßbänder
noch weit größer wird.
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Bei dieser Vielbandpresse können Stahlhänder mit Bändern aus weichem
Stoff, beispielsweise Gummi o. dgl., wechseln.
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Die beiden Walzen der Abb. i und 2 können senkrecht, wagerecht oder
geneigt in einem geeigneten Gestell gelagert sein. Der Abstand der beiden Walzen
richtet sich nach der Anzahl der durch den Greifraum hindurchgeführten Preßbänder.
In allen Fällen wird aber durch diese Preßbänder eine erheblich höhere Quetschwirkung
erzielt, so daß der Wirkungsgrad der Presse im Vergleich mit einer Presse ohne solche
Preßbänder weit höher wird.
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Die in den Abb. 3, .f, 5 und 6 dargestellte Vielbandpresse besitzt
zwei Walzen b und bi, deren senkrechte Spindeln c und cl in einem Gestell gelager;
sind, das aus den wagerechten Balken d, dl und den senkrechten Stützen d'=, d3 besteht.
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Die Walze b wird von zwei biegsamen endlosen Preßbändern e, e1 und
die Walze b1 von zwei ähnlichen Bändern e=, e3 umgeben. wobei die genannten Bänder
durch Rollen j und einige andere, aus der Zeichnung nicht ersichtliche Stützpunkte
geführt werden.
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Die vier Bänder e, ei, e°, e3 laufen miteinander durch den
Greifraum der Walzen. Auf der Eintrittsseite befindet sich der Füllbehälter g, in
den das Preßgut, beispielsweise gemahlener Torf oder andere von den flüssigen Anteilen
zu befreiende Stoffe, durch einen Fülltrichter g1 eingeführt werden, der mit einer
Füllschnecke ausgestattet ist, die in dem konisch ausgebildeten Teil g= arbeitet.
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Der Füllbehälter g reicht bis in den Eintrittsraum, der zwischen der
oberen und unteren Plat@c g " und g 1 und einer Reihe von vertikalen Wänden g-(Abb.6)
gebildet wird die sich von der Oberplatte nach der Unterplatte erstrecken.
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Die Oberplatte g3 ist mit einer sektorartigen Öffnung versehen, durch
die der Torf von dem Füllbehälter in die. Eintrittsräume zwischen den Bändern gelangt.
Die untere Platte g9 bedeckt den ganzen Boden der Eintrittsräume, und beide Platten
überdecken die Kanten der beiden Walzen, wie die punktierten Linien g6 in Abb. 5
andeuten. Sie lassen kurz vor Erreichung des Höchstdruckpunktes bei g7 Raum für
die ausgetriebene Feuchtigkeit oder die flüssigen Bestandteile des Preßgutes. Die
Wände g5 bilden ebenso Träger für die Schaber lt, die an ihren Außenseiten angebracht
sind und die Trockenbestandteile des Preßgutes von den Bändern und Walzen auf eine
Rutsche fil befördern-In manchen Fällen läuft das Preßgut in den Greifraum wie eine
volle Schicht, indem es sich auf die volle Breite der Preßflächen der Bänder und
Walzen ausbreitet, aber es ist vorzuziehen, Trennwände i (Abb. 6) vorzusehen, die
durch jeden der Speiseräume von der oberen zur unteren Deckplatte und gerade über
die innere Kante der Füllöffnung in der Oberplatte hinaus reichen. Diese Wände sind
mit Öffnungen il versehen, die das Preßgut zu einem engeren Streifen formen, der
die Mitte der Preßoberfläche eines Bandes oder einer Walze einnimmt und auf der
Oberfläche an jeder Seite des Füllgutes einen Raum freiläßt, über den das Preßgut
in der Querrichtung gequetscht werden kann, während die flüssigeren Anteile fortfließen.
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Bei der in Abb.3 und 4. beispielsweise dargestellten Presse erfolgt
der Antrieb durch Riemenscheibe j, Horizontalwelle il, Kegelräder j2, j3 und eine
Vertikalwelle il, die an ihrem unteren Ende ein Getriebe j--, trägt, das durch ein
Zahnrad jli auf die Spindel einer der Walzen und durch ein zweites, ähnliches Zahnrad
j7 auf die Spindel der anderen Walze wirkt.
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Winkel k, hl und andere geeignete Einrichtungen, Blas- oder Saugvorrichtungen
oder ähnliches, können für die Entfernung der mehr flüssigen verdrängten Bestandteile
von den Kanten der Bänder und Walzen und zur Fortschaffung dieser Stoffteile durch
geeignete, nicht eingezeichnete Abführungen nach einem Behälter oder anderen gewünschten
Orten angeordnet sein.
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Abb.7 und $ zeigen mehr oder weniger schematisch eine andere Presse,
bei der jede Walze b, b1 von zehn Preßbändern umgeben ist, die bei L und
f durch Führungsrollen j geleitet und mit Schabern h für den anhaftenden
trockenen Stoff versehen sind.
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Die Walzen b, b1 drehen sich mittels senkiechter Spindeln, die in
den Lagern m, nzl
gehalten und von einem geeigneten Unterzug getragen
werden. Durch einen hydraulischen Zylinder kann der gewünschte Druck auf die Berührungsflächen
der Preßoberflächen ausgeübt werden. Die Füll- und Antriebsvorrichtungen sind hier
den vorhin beschriebenen ähnlich.
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Anstatt das Preßgut, wie in den Abb.5 und 6 dargestellt, zuzuführen,
können auch in die einzelnen Preßräume reichende Röhren mit rechtwinklig umgebogenen
Mundstücken benutzt werden. Das Preßgut wird dann durch Druck in die Preßräume so
befördert, daß es mit den Flächen der Preßbänder in Berührung gelangt, die von den
Preßbändern gebildeten einzelnen Greifräume (Abb. 2) ausfüllt, von den Preßbändern
und Walzen mitgenommen und nach und nach von Flüssigkeit befreit wird. Unterhalb
der Austrittsöffnung des Mundstücks kann eine Führungsfläche vorgesehen werden,
die das Preßgut leitet, bis es sicher von den Preßbändern und Walzen erfaßt wird.
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Solche Pressen können bei jeder gewünschten Temperatur arbeiten, und
die die Presse verlassenden, aus den festen Bestandteilen des Preßgutes gebildeten
dünnen Streifen können vorteilhaft unter Anwendung der geringen Temperaturunterschiede
getrocknet werden, die bei Benutzung verdichteter Dämpfe entstehen. Zu diesem Zweck
wird die ganze Presse von einem Gehäuse umgeben, das in geeigneter Weise geheizt
wird. Man kann dann die darin entwickelten Dämpfe in an und für sich bekannter Weise
verdichten und die verdichteten Dämpfe in die hohl ausgebildeten Preßwalzen leiten.
Das so vorgetrocknete Preßgut kann dann zerkleinert und durch Abgase der Feuerung
oder mittels anderer heißer Gase fertiggetrocknet werden.
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Die Geschwindigkeit der Walzen und Preßbänder sowie der auf das Preßgut
wirkende Druck richten sich nach der Natur des Preßgutes. Unter Umständen kann das
Pressen auch in zwei oder mehr Stufen erfolgen.
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In gewissen Fällen, besonders bei der Behandlung von Preßgut mit großem
Flüssigkeitsgehalt, empfiehlt es sich, das Preßgut vorher zu entwässern, sich absetzen
zu lassen oder zu filtrieren, so daß ein Teil der Flüssigkeit entfernt wird, bevor
das Preßgut in die Presse gelangt.
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Das beschriebene Verfahren ist anwendbar, um Öl o. dgl. aus Samen,
Bohnen, Nüssen oder anderen organischen Produkten zu gewinnen, wobei sowohl die
Walzen als auch die Preßbänder zweckmäßig beheizt werden, um die besten Erzeugnisse
zu erzielen. Das Verfahren ist ferner anwendbar zum Entwässern von Torf, Moor, Lignit,
Rieselwasser, Hopfenrückständen, Brauereimalz, Pflanzenextrakten, Zuckerrohr, Rübenrückständen,
Holzstoff,S.ägespänen, überhaupt aller Flüssigkeitsgemische, deren feste Bestandteile
durch Pressen oder Filtrieren ausgeschieden werden können.
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Durch die Benutzung des beschriebenen Verfahrens kann man mit verhältnismäßig
kleinen Pressen sehr große Mengen Gut verarbeiten und dabei eine große Ausbeute
erzielen. Es ist nur erforderlich, die beiden Walzen sorgfältig und genau verstellbar
zu lagern und sie mit Einrichtungen zur Erzeugung des erforderlichen Preßdrucks
zu versehen. Die Betriebskosten werden dann im Verhältnis zur Ausbeute sehr gering
ausfallen. Alle beweglichen Teile der Presse können leicht nachgesehen und ausgebessert
werden. Trotzdem verarbeitet die Presse mit verhältnismäßig kleinen Walzen ebensoviel
Gut wie eine Presse mit großen Walzen, die vielleicht gar nicht praktisch ausgeführt
werden könnten.