DE412164C - Verfahren zur Behandlung von Kunstseide - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Kunstseide

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DE412164C DEC35395D DEC0035395D DE412164C DE 412164 C DE412164 C DE 412164C DE C35395 D DEC35395 D DE C35395D DE C0035395 D DEC0035395 D DE C0035395D DE 412164 C DE412164 C DE 412164C
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    • F02M29/12Apparatus for re-atomising condensed fuel or homogenising fuel-air mixture having homogenising valves held open by mixture current
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Description

Es ist bekannt, daß künstliche Celluloseseide — wobei Viskoseseide, Kupferoxydammoniakseide und Nitrocelluloseseide einbegriffen sind — durch das gewöhnliche Mercerisierungsverfahren beschädigt wird, wenn man dieses in der beim Mercerisieren von BaumwoEe üblichen Weise anwendet.
Es hat sich nun ergeben, daß diese künstliche CeUuloseseide gemäß der Erfindung mit
to einem Schutzstoff behandelt werden kann, der sie nicht schädigt, z. B. Gelatine oder einem anderen anhaftenden Kolloid, und darauf mit einer alkalischen Lösung, z. B. der üblichen MercerisierungsfLüssigkeit, sowie endlich mit
verdünnter Säure, um das Alkali schnell zu entfernen, und daß dadurch wertvolle Ergebnisse erhalten werden können.
Wenn man beispielsweise derartige Seide der angegebenen Behandlung unterwirft und
ao dabei keine oder nur geringe Spannung anwendet, so scheint die Kunstseide eine Strukturveränderung zu erleiden, da die Oberfläche des schließlich erhaltenen Fadens Streifen oder Querwellen bekommt, so daß das von
a5 der Oberfläche des Fadens reflektierte Licht gebrochen wird; der ursprüngliche metallische Glanz der Seide verändert sich und die so behandelte Seide nähert sich im Aussehen Fäden oder Fasern, die aus natürlicher Seide bestehen oder solche enthalten, während die Festigkeit der Seide nicht schädlich beeinflußt wird. Wenn man andererseits die Kunstseide unter Anwendung von Spannung der angegebenen Behandlung unterwirft, so erleidet sie die erwähnte Strukturänderung: nicht in demselben Maße, als wenn keine ■Spannung angewendet wird. Im allgemeinen wechselt die Veränderung in umgekehrter Richtung wie die angewendete Spannung.
Das Verfahren gemäß der Erfindung kann auch angewendet werden, um Mercerisierungswirkungen bei gemischten Geweben zu erhalten, die künstliche CeUuloseseide und Baumwolle oder andere mercerisierbare Fasern enthalten. Beispielsweise wird auf die künstliche Seide, die in Verbindung mit der Baumwolle oder sonstigen zu mercerisierenden oder mit Ätznatron zu behandelnden Faser zu einem Gewebe verarbeitet werden soll, ein Stoff der bezeichneten Art aufgebracht, der einen Schutz gegen das Alkali bildet und die künstliche Seide nicht schädigt. Das die so geschützte Kunstseide und die Baumwolle oder andere mercerisierbare Faser enthaltende Gewebe wird dann mit oder ohne vorhergehendes Auswaschen und Bleichen mit der alkalischen Lösung, z. B. der üblichen Mercerisierungsfiüssigkeit, behandelt, wobei man das Gewebe spannt oder nicht. Darauf wird das AlkaE mittels einer verdünnten
Säurelösung schnell aus dem Gewebe entfernt. In den Fällen, wo Spannung angewendet wird, erhält man eine glänzende Mercerisierungswirkung auf der Baumwolle oder sonstigen mercerisierbaren Fa:-er, während die künstliche Seide keine erhebliche Veränderung und keine merkliche Schwächung erleidet.
Wie schon bemerkt, hängt die Veränderung
ίο der Cellulosekunstseide in hohem Maße von der angewendeten Spannung ab und ist größer, wenn die Kunstseide oder das Gewebe mit der Mercerisierungsflüsfigkeit ohne Spannung behandelt wird. Die Veränderung ist unter dieser Bedingung von einer erheblichen Zusammenziehung in der Längsrichtung begleitet^ die beispielsweise bis zu 20 Prozent der ursprünglichen Länge betragen kann. Der Grad der Veränderung des Glanzes kann auch durch den Grad der Spannung während der Behandlung oder während der Trocknung verändert werden und auch durch die Konzentration der benutzten Mercerisierungsflüssigkeit und die Konzentration der zum Auswaschen des Ätzalkalis benutzten Säure.
Zu der Mercerisierungsfiüssigkeit kann als weiteres Schutzmittel für die Kunstseide Glycerin zugesetzt werden.
In solchen Fällen, wo man das die geschützte Kunstseide enthaltende Gewebe auswaschen, bleichen oder einfach einweichen will, ehe man es der Mercerisierung· oder einer ähnlichen Behandlung unterwirft, kann der Schutzstoff, z. B. die Gelatine, genügend wasserunlöslich gemacht werden, beispielsweise indem man der Lösung des Schutzstoffs Aluminiumacetat zusetzt.
Zur Erläuterung der Erfindung dienen folgende Beispiele:
Beispiel 1.
Die Kunstseide wird in Strähnen mit GeIatine geschlichtet, indem man sie in eine iVäProzentige Gelatinelösung eintaucht, zentrifugiert und trocknet, wobei man dafür sorgt, daß sich die Strähnen nicht verwirren. ; Die geschlichteten Strähnen werden dann etwa 3 Minuten in eine Ätznatronlösung vom spezifischen Gewicht 1,300 (6oc Twaddell) bei einer Temperatur von 33V3 bis 3&~h° (-■ (60 bis 65 ' Fahrenheit) eingetaucht, schnell zentrifugiert ; und unmittelbar in eine 5prozentige Schwefelsäurelösung eingetaucht bis das Ätzalkali vollkommen neutralisiert ist. Die Strähnen werden dann gründlich gewaschen und ohne Spannung oder nur mit geringer Spannung getrocknet.
Das Verfahren nach, dem vorstehenden Beispiel und nach den folgenden Beispielen 2 und 3 liefert auf der künstlichen Seide einen Glanz, der demjenigen entschälter natürlicher Seide ähnlich ist oder sich ihm nähert.
B eispiel 2.
Die künstliche Seide wird, nachdem sie vorher auf Spulen gewickelt ist oder als Kette, mit einer Lösung geschlichtet, die 21/, Prozent Gelatine und 21/., Prozent einer Aluminiumacetatlösung vom spezifischen Gewicht 1,04 (8° Twaddell) enthält. Die Kunstseide wird -dann entweder allein oder zusammen mit Baumwolle, natürlicher Seide oder einer anderen geeigneten Faser verwebt und das entstandene Gewebe bei einer Temperatur von 331Z3 bis 36V9 0C (60 bis 65' Fahrenheit) durch eine Ätznatronlösung vom spezifischen Gewicht 1,25 (500 Twaddell) genommen. Es ist vorzuziehen, das Gewebe vor dem Eingehen in die Ätznatronlösung nicht einzuweichen. Man muß jedoch Sorge tragen, eine gründliche und gleichförmige Einweichung in der- Mercerisierungsfiüssigkeit zu sichern, indem man das Gewebe lange genug, beispielsweise etwa 2 bis 3 Minuten, eintaucht.
Nach der Behandlung mit der Mercerisierungsfiüssigkeit läßt man das Gewebe sich genügend lange, beispielsweise etwa 5 Minu- go ten, frei zusammenziehen und bringt es dann unmittelbar in eine 5prozentige Schwefelsäurelösung, wo man es beläßt, bis das Ätzalkali vollständig neutralisiert ist. Das Gewebe wird dann zwecks Entfernung der Säure gewaschen und kann nachher jeder beliebigen weiteren Behandlung unterworfen werden, beispielsweise einer Bleichung und Färbung; es kann ohne Spannung getrocknet und schließlich irgendeiner Endbehandlung unterworfen werden, die nötig ist, um ihm irgendeine gewünschte Beschaffenheit oder einen gewünschten Griff zu verleihen.
Beispiel 3.
Die zu einem Gewebe verarbeitete Kunstseide wird in einer Klotzmaschine mit einer 3prozentigen Gelatinelösung geschlichtet, dann getrocknet und bei 361Z9 0C (650 Fahrenheit) durch eine Ätznatronlösung vom spezifischen Gewicht 1,25 (50° Twaddell) genommen, die 5 Gewichtsprozent Glycerin enthält. Die Weiterbehandlung ist dieselbe wie im Beispiel 2 beschrieben.
Beispiel 4.
Wenn man die Erfindung auf gemischte Gewebe anwendet, die Kunstseide und Baumwolle enthalten, um einen Mercerisierungsglanz auf der Baumwolle hervorzurufen und
gleichzeitig eine Beschädigung der Kunstseide zu vermeiden, so kann man die folgende Arbeitsweise benutzen.
Die Kunstseide wird in Strähnen mit einer Lösung behandelt, die i1/» Prozent Gelatine und 21/» Prozent einer Aluminiumacetatlösung vom spezifischen Gewicht 1,04 (8° Twaddellj enthält. Das geschlichtete Garn wird dann mit der Baumwolle verwoben, beispielsweise in Streifen oder Mustern auf Baumwollgrund. Um das Höchstmaß an Mercerisierungsglanz auf der Baumwolle zu erhalten, wird das Gewebe dann in üblicher Weise eingeweicht oder eingeweicht und gebleicht. Wenn aber das Mengenverhältnis der Kunstseide zur Baumwolle groß ist, so kann es wünschenswert sein, das ungebleichte Gewebe ohne vorheriges Einweichen oder Bleichen oder beide Behandlungen weiter zu verarbeiten. In jedem Falle wird das Gewebe dann bei 36V9 bis 388/9 rC (65 bis 700 Fahrenheit) durch eine Ätznatronlösung vom spezifischen Gewicht 1,24 (480 Twaddell). geführt. Wenn man das Gewebe bei seinen ursprünglichen Abmessungen unter Spannung hält, wie mit einem gewöhnlichen Mercerisierspanner, so behält die künstliche Seide ihren ursprünglichen Glanz, und die Baumwolle nimmt, wie gewöhnlich, einen erhöhten Glanz an. Nachdem das Gewebe genügend lange unter Aufrechterhaltung der Spannung mit der erwähnten. Lösung in Berührung geblieben ist, wird es unmittelbar in 4- oder 5prozentige Schwefelsäure oder Salzsäure gebracht und nachdem alles Alkali neutralisiert ist, mit Wasser gewaschen, getrocknet und in irgendeiner beliebigen Weise fertiggestellt.

Claims (4)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Verfahren zur Behandlung- von Cellulosekunstseide (einschließlich Viskoseseide, Kupferoxydammoniakseide und Nitrocelluloseseide), dadurch gekennzeichnet, daß die Kunstseide mit einem Schutzstoff, wie Gelatine oder einem anderen anhaftenden Kolloid, dann mit einer Alkalilösung, wie der gewöhnlichen Mercerisierungsflüssigkeit, und darauf mit verdünnter Säure zur schnellen Entfernung des Alkalis behandelt wird.
  2. 2. Verfahren zur Hervorbringung von Mercerisierungswirkungen auf gemischten Geweben, die ausmercerisierbarer Cellulosefaser und künstlicher Celluloseseide (einschließlich Viskoseseide, Kupferoxydammoniakseide und Nitrocelluloseseide) zusammengesetzt sind, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kunstseide mit einem Schutzstoff, wie Gelatine oder einem anderen anhaftenden Kolloid, behandelt, die so behandelte Seide alsdann in geeigneter Weise mit der mercerisierbaren Cellulosefaser vereinigt und die vereinigten Kunstseide- und mercerisierbaren Fasern mit einer Mercerisierungsflüssigkeit und darauf mit verdünnter Säure zur schnellen Entfernung des Alkalis behandelt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i- oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Mercerisierungsflüssigkeit mit einem Zusatz von Glycerin verwendet wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche ι bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß für die Kunstseide ein Schutzstoff verwendet wird, der mehr oder weniger wasserunlöslich gemacht ist.
DEC35395D 1923-12-07 1924-09-18 Verfahren zur Behandlung von Kunstseide Expired DE412164C (de)

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