DE4057C - Neuerungen an Motoren für Strafsenbahnen - Google Patents
Neuerungen an Motoren für StrafsenbahnenInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B61—RAILWAYS
- B61C—LOCOMOTIVES; MOTOR RAILCARS
- B61C1/00—Steam locomotives or railcars
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- Engineering & Computer Science (AREA)
- Transportation (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Handcart (AREA)
Description
1878.
Klasse 20.
HENRY TILKIN-MENTION in PARIS. Neuerungen an Motoren für Straßenbahnen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 5· Mai 1878 ab.
Die vorliegenden Neuerungen an den Motoren für Strafsenbahnen bestehen im wesentlichen
:
1. Aus einem Rauchverzehrungs-Apparat, der die aus dem Schornstein strömenden Gase und
den Dampf unsichtbar macht und das dabei gewöhnlich verursachte Geräusch vermeidet;
2. aus einer Dampf bremse, welche constant unter Dampfdruck steht und bei einseitigem
Ausströmen des Dampfes zur Wirkung gelangt.
3. aus verschiedenen Anordnungen zur Herstellung einer vollständigen Symmetrie aller zur
Handhabung des Motors gehörigen Theile; und endlich
4. aus einer neuen Construction einer starren Kupplung, welche die vollständige Unabhängigkeit
der Bewegungen des Motors von denen des Personenwagens zuläfst.
Die beiliegende Zeichnung stellt ein Beispiel der Anwendung dieser verschiedenen Verbesserungen
dar. ;
Der Rauchverzehrungs-Apparat.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, besteht das Rauchverzehrungssystem darin, den aus
der Maschine strömenden Dampf in eine Reihe von an der Eingangs Öffnung der Flammröhren
des Kessels angebrachten Ansatzröhren zu leiten, um eine Ueberhitzung desselben hervorzubringen
und ihn zu verhindern, in theilweise condensirtem Zustande in den Schornstein zu
gelangen.
5 Bei einem verticalen Kessel besteht der Aparat aus einem Rohrkranz a, der in dem
Feuerraum b des Kessels angebracht ist, und in welchen der aus den Cylindern der Maschine
ausströmende Dampf eintritt; von diesem Kranze zweigen sich Leitungsrohre c ab, die
den verschiedenen Rohrreihen entsprechen und mit Ansatzrohren versehen sind, um dadurch
sowohl den zur Erzeugung einer lebhaften Verbrennung dienenden Luftzug hervorzurufen, als
auch gleichzeitig im Innern der erwähnten Rohre eine Ueberhitzung des Dampfes zu bewirken
und die im Augenblick einer jeden Ausströmung entstehenden Vibrationen durch die
Masse des Kessels selbst, in dessen Innern sie hervorgebracht werden, zu unterdrücken.
Bei einem horizontalen Kessel sind die Rohre c ebenfalls auf den Hauptausblaseröhren a
angebracht, und wie vorstehend mit Ansatzrohren versehen, welche den Dampf in die
Kesselrohre leiten.
Bei beiden Vorrichtungen sind die Rohre c, deren Zahl sich nach der Anzahl der Reihen
von Kesselrohren richtet, abwechselnd an einem Ende geschlossen und am anderen mit dem
Rohr α in Verbindung, so dafs der einströmende Dampf sich so gleichmäfsig als möglich
in den Ansatzrohren vertheilt, welche ihn in die Kesselrohre leiten.
Um endlich die Hauptausblaserohre a vor der unmittelbaren Berührung der Kohlen und
den Stöfsen des Schüreisens zu schützen, sind dieselben an ihrem unteren Theile mit einem
gebogenen Gufsstücke d umgeben, das auf dem Roste ruht.
Dampfbremse.
Bei diesem Bremssystem ist die eine Seite des Cylinders stets mit dem Kesseldampfe in
Verbindung, während die andere Seite beliebig entweder mit dem Dampfe oder mit der
äufseren Atmosphäre in Verbindung gesetzt werden kann.
Wie aus der Zeichnung hervorgeht, ist der Dampfcylinder e derartig angeordnet, dafs die
Stange f, welche die Bremse in Bewegung setzt, mittelst Zug auf das System von Bremshebeln
wirkt, um die Bremsbacken gegen die Räder zu pressen. Der Ueberdruck des Dampfes auf
der nicht mit Kolbenstange versehenen oberen Kolbenfläche bewirkt dagegen das augenblickliche
Lösen der Bremsen. An dem oberen Theile des Cylinders e ist eine schwingende
Stütze angebracht, welche einen Hebel trägt; das eine Ende dieses Hebels ist mit der
Schieberstange g, das andere mit einer Zugstange h verbunden, deren oberes Ende drehbar
an einem Winkelhebel i befestigt ist; letzterer endigt in einem Griff, welcher die directe Handhabung
desselben gestattet.
Dieser Hebel i kann aber, wie auch aus der Zeichnung hervorgeht, ebenfalls durch den auf
derselben Axe steckenden Regulatorhebel j in Bewegung gesetzt werden. Dieser Hebel j,
welcher sich in der Zeichnung in seiner unteren (mittleren) Stellung befindet, stöfst nach vollständigem
Abschlufs des Regulators an den Winkelhebel i der Bremse, welche demnach
durch einen einfachen Druck mit der Hand
vom Maschinisten regiert wird.
Wie bereits oben gesagt, wird dem Cylinder e von unten ununterbrochen Dampf zugeleitet,
von oben dagegen nur so lange, als die Bremsen nicht wirken sollen. Will man indefs
den Apparat in Thätigkeit setzen, so verstellt man den Hebel i, dessen Bewegung alsdann
auf die Schieberstange g übertragen und so der Schieber nach oben bewegt wird. Die
Stange / endlich wirkt direct auf ein System von Hebeln k, welches seinerseits auf die vier
Bremsbacken / durch die zu diesem Zweck angebrachten Schub- und Zugstangen einwirkt.
Symmetrie der zum Getriebe und zur Steuerung des Motors gehörigen Theile.
Damit der Maschinist des Motors sich stets am Vordertheil des von ihm zu leitenden Fahrzeuges
befinde, um die sich dem Gange desselben entgegenstellenden Hindernisse leicht
und rechtzeitig, wahrnehmen zu können, sind die verschiedenen zur Handhabung des Motors
dienenden Theile derartig symmetrisch an jedem Ende der Maschine angebracht worden, dafs
sie sich stets im Bereich des Maschinisten befinden, auf welcher Plattform der Maschine sich
derselbe auch befinden möge.
Zu diesem Behufe ist der Kessel m vorn und hinten mit je einer Thür η versehen, welche
dem Heizer gestattet, sich rechts oder links vom Apparate hinzustellen; aufserdem hat der
Kessel ein doppeltes System von Manometern und Wasserstandsgläsern. Ferner sind auf beiden
Seiten des Kessels m und der Länge des Fahrzeuges nach, zwei horizontale Axen oder
Wellen ο angebracht, welche an ihren Enden durch Kurbeln und Zugstange s mit einander
verbunden sind, so dafs die der einen dieser Wellen mitgetheilte Bewegung genau auf die
andere übertragen wird. Die eine dieser Wellen . setzt mittelst zweier Kurbeln und der Zugstange r
den Regulator q in Bewegung, die andere den Schieber der Dampfbremse mit Hülfe einer
Kurbel und der Zugstange h; endlich trägt ein
Ende jeder dieser Wellen ο die Handhebel i und j für die Bremse und den Regulator, welche
derartig aufgekeilt sind, dafs der Maschinist von der einen oder der anderen Plattform
der Maschine aus diese Apparate regieren kann.
Auf diesen Plattformen selbst befinden sich zwei Umsteuerhebel /, die so mit einander durch
eine Stange u verbunden sind, dafs die Bewegung des einen von ihnen stets auf den Dampfcylinderschieber
übertragen wird. Um die Symmetrie dieser verschiedenen Theile zu vervollkommnen,
ist die Maschine mit zwei Kohlen- und zwei Wasserbehältern versehen, die horizontal
an jeder Seite des Kessels angebracht sind, was das vollständige Gleichgewicht auf
beiden Seiten derselben sichert.
System einer starren Kupplung.
Der Apparat ist mit einer Kupplung mit Kugelgelenken versehen, welche der Maschine und
dem an dieselbe angehängten Wagen gestattet, sich frei und unabhängig von einander zu bewegen,
dabei jedoch stets eine und dieselbe Entfernung von einander zu behalten.
Zu diesem Zwecke besteht die Kuppelstange aus einem rechteckigen Metallringe v, auf welchem
sich zwei Kugeln χ befinden, von denen die eine beständig in einer äufserlich ebenfalls
kugelförmig gestalteten Klammer^ steckt, während die andere von einer zweiten ähnlichen
Klammer ζ gehalten wird, die aber so angeordnet ist, dafs sie sich mit Leichtigkeit öffnen
läfst. Dieses Stück ζ ist zu dem Zwecke mit einem beweglichen Deckel versehen, der durch
einen kleinen Keil, einen Riegel, oder auf irgend eine andere passende Weise geschlossen
gehalten wird.
Die beiden Stücke y und ζ endlich sind an dem Stirnholz der Wagen mittelst eines starken
Bolzens oder auf andere passende Weise sicher befestigt.
Claims (3)
1. einem Rauchverzehrungs-Apparat, der das
Geräusch beim Ausstofsen des Dampfes verhindert und letzteren unsichtbar macht.
2. Der Anwendung einer Dampfbremse, welche »durch Ausströmen«, d. h. in der Weise
wirkt, dafs der Kolben, dessen Stange unter Ausübung eines Zuges das Anpressen der
Bremsbacken der Räder besorgt, auf der einen Seite unter dem constanten Drucke
des Kesseldampfes steht, während
andere, durch entsprechendes Einstelle: eines von Hand oder vom Regulator aus bewegbaren Schiebers, sowohl mit dem Dampfraum als auch mit der freien Atmosphäre in Verbindung gesetzt werden kann, wie hinsichtlich Construction und Wirkungsweise vorstehend beschrieben.
andere, durch entsprechendes Einstelle: eines von Hand oder vom Regulator aus bewegbaren Schiebers, sowohl mit dem Dampfraum als auch mit der freien Atmosphäre in Verbindung gesetzt werden kann, wie hinsichtlich Construction und Wirkungsweise vorstehend beschrieben.
3. Einer starren Wagenkupplung mit Kugelgelenken, welche die Unabhängigkeit der
Bewegungen des Motors und des Personenwagens von einander sichert.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4057C true DE4057C (de) |
Family
ID=282892
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT4057D Active DE4057C (de) | Neuerungen an Motoren für Strafsenbahnen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4057C (de) |
-
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- DE DENDAT4057D patent/DE4057C/de active Active
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