DE4033472C2 - Chirurgische Nadel - Google Patents

Chirurgische Nadel

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Description

Die Erfindung betrifft eine chirurgische Nadel mit einem ent­ sprechend dem jeweiligen Verwendungszweck gestalteten Nadel­ körper mit einer Nadelspitze und einem Federöhr, dessen Seitenteile zwischen sich einen Schlitz zur Einführung des ge­ spannten Fadens in das Öhr bilden und dessen sich an den Schlitz anschließender oberer Rand durch eine seitlich neben dem Schlitz liegende Ausrundung für den Faden gebildet ist.
Nadeln für den chirurgischen Anwendungsfall unterscheiden sich primär in der Art, wie die Nadel mit dem Faden verbunden ist, wobei grundsätzlich zwischen den sogenannten atraumatischen Nadeln und den Öhr- bzw. Federöhrnadeln unterschieden wird. bei beiden Nadelarten gibt es eine Vielzahl von Varianten hinsichtlich der Nadelform und des Nadelquerschnittes.
Während bei den atraumatischen Nadeln der Faden mit der Nadel an der der Nadelspitze abgekehrten Seite fest verbunden ist, muß der Faden bei den Öhr- und Federöhrnadeln in das Öhr eingefädelt werden. Da das notwendige Einfädeln des Fadens in eine Öhrnadel während einer Operation, insbesondere bei dünnen Fäden und ent­ sprechend dünnen Nadeln zeitraubend und anstrengend ist, wurden sogenannte Federöhrnadeln entwickelt, bei denen das Öhr einen im Nadelende befindlichen Schlitz aufweist, durch den der straff gehaltene Faden quer zu seiner Längserstreckung in das Öhr ge­ zogen werden kann, wobei die den Schlitz bildenden Seitenteile der Nadel federnd ausweichen. Bei Federöhrnadeln entfällt somit das ein genaues Zielen erfordernde seitliche Einführen des Fadenanfangs in das Öhr einer üblichen Öhrnadel. Eine solche Federöhrnadel ist beispielsweise aus der DE-AS 10 45 215 bekannt.
Die Federwirkung der beiden Seitenteile und die Breite des durch sie gebildeten Schlitzes müssen aufeinander abgestimmt sein. Eine hohe Federkraft und ein schmaler Schlitz können beim Ein­ führen des Fadens Beschädigungen der Fadenoberfläche zur Folge haben. Die in diesem Fall notwendige hohe Durchzugkraft des Fadens durch den Schlitz kann in Verbindung mit einer gewissen Rauhigkeit der Schlitzinnenseiten zum Zerfasern oder gar Reißen des Fadens führen; in jedem Fall ist eine unerwünschte Beein­ trächtigung der Fadenglätte sowie seiner Reißkraft zu erwarten. Wenn zur Vermeidung dieser Nachteile die Schlitzbreite im Ver­ hältnis zum Fadendurchmesser größer ausgeführt wird, ergibt sich zwar eine weitestgehende Schonung des Fadens beim Durchziehen durch den Schlitz; ab bestimmten Verhältnissen zwischen Schlitz­ breite und Fadenstärke ist jedoch ein unerwünschtes Heraus­ gleiten des Fadens aus dem Schlitz nicht mehr auszuschließen, wenn die Nadel zum Nähen verwendet wird.
Eine Federöhrnadel der eingangs beschriebenen Art ist aus dem DE-GM 77 733 bekannt. Bei dieser wird der Schlitz durch zwei Lappen gebildet, die einerseits durch ein starres Teil am unteren Ende des ovalen Öhrs und andererseits durch das Ende des bogenförmigen oberen Randes des Öhrs gebildet werden. Die Federwirkung kann somit nur vom bogenförmigen oberen Rand des Öhrs erzeugt werden. Hierfür steht jedoch nur wenig Material zur Verfügung, so daß der bogenförmige obere Rand der Nadel einer hohen Bruchgefahr ausgesetzt ist. Darüber hinaus fehlt dieser bekannten Ausbildung jegliche Einführschräge für den Faden, so daß mit Beschädigungen des Fadens beim Einfädeln gerechnet werden muß.
Schließlich ist aus dem DE-GM 68 08 482 eine Federöhrnadel bekannt, bei der der Schlitz seitlich neben der Mittellängsachse der Nadel ausgebildet ist. Bei dieser bekannten Nadel wird der Faden innerhalb des Federöhrs in einem dreieckigen Schlitz festgeklemmt. Durch dieses Festklemmens des Fadens ist jedoch zwangsläufig mit einer Beschädigung des Fadens zu rechnen.
Ausgehend von der bekannten, eingangs beschriebenen chirurgischen Nadel liegt der Erfindung die Aufgabe zu­ grunde, eine solche Nadel derart weiterzubilden, daß bei schonender Einführung des Fadens in das Federöhr ein sicherer Sitz des Fadens im Federöhr garantiert wird.
Die Lösung dieser Aufgabenstellung durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitz durch eine Verlängerung eines der beiden etwa parallel zur Längsachse der Nadel verlaufenden federnden Seitenränder des Öhrs und durch das benachbarte Ende der bogenförmigen, mit ihrem Mittelpunkt etwa in der Längsachse der Nadel liegenden Ausrundungen gebildet ist und daß die beiden federnden Seitenteile außerhalb des Schlitzes eine Einführschräge für den Faden bilden.
Durch diese erfindungsgemäße Ausbildung des oberen Öhrrandes mit einer von der Schlitzmündung in Richtung auf das Nadelende ver­ laufenden Kante wird der Faden daran gehindert, beim Nähen wieder in den Schlitz einzutreten, hierbei die beiden federnden Seitenteile auseinander zu drücken und anschließend aus dem Federöhr herauszugleiten. Statt dessen wird der Faden, der durch ein Aufweiten des Schlitzes infolge der Federeigenschaften der beiden Seitenteile in das Öhr eingeführt wird, durch die weg von der Schlitzmündung in Richtung auf das Nadelende verlaufende Kante mindestens eines Seitenteils in eine seitlich neben dem Schlitz liegende Ausrundung geführt, sobald der Faden beim Nähen mit Zug beaufschlagt wird. In dieser seitlich neben dem Schlitz liegenden Ausrundung wird der Faden beim Nähvorgang sicher fest­ gehalten. Trotz einer für das unbeschädigte Einführen des Fadens in das Federöhr verhältnismäßig großen Schlitzbreite wird auf diese Weise ein unerwünschtes Austreten des Fadens aus dem Federöhr verhindert und statt dessen ein sicheres Festhalten des Fadens im Öhr erzielt, und zwar auch dann, wenn Fäden mit im Verhältnis zur Schlitzbreite geringer Fadenstärke mit der er­ findungsgemäßen chirurgischen Nadel vernäht werden.
Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann der Schlitz in Verlängerung eines der beiden etwa parallel zur Längsachse der Nadel verlaufenden Seitenränder des Öhrs ausgebildet sein. Der Schlitz liegt auf diese Weise exzentrisch zum Federöhr; es ge­ nügt, eines der beiden federnden Seitenteile mit der erfindungs­ gemäß in Richtung auf das Nadelende verlaufenden und eine seitlich neben dem Schlitz liegende Ausrundung für den Faden bildenden Kante auszuführen. Bei einer bevorzugten Ausführungs­ form der Erfindung wird hierbei der obere Rand des Öhrs durch einen Bogen mit etwa in der Längsachse der Nadel liegender Aus­ rundung gebildet, so daß der Faden mittig im Öhr gehalten wird.
Um das Einführen des Fadens in das Federöhr zu erleichtern, können die beiden federnden Seitenteile außerhalb des Schlitzes in an sich bekannter Weise jeweils mit einer Einführschräge für den Faden ausgebildet werden. Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung wird vorgeschlagen, die den Schlitz bildenden Kanten der federnden Seitenteile zu polieren, um durch die hierdurch verringerte Oberflächenrauhigkeit Beschädigungen an der Faden­ oberfläche zu vermeiden.
Um die erfindungsgemäße chirurgische Nadel möglichst vielseitig einsetzen zu können, wird mit der Erfindung schließlich vorge­ schlagen, unterhalb des Federöhrs ein weiteres, geschlossenes Öhr im Nadelkörper auszubilden, in das der Faden zusätzlich eingefädelt werden kann.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungs­ gemäßen chirurgischen Nadel dargestellt, und zwar zeigen:
Fig. 1 eine Gesamtansicht einer erfindungsgemäßen Nadel und
Fig. 2 eine vergrößerte Darstellung des oberen Teils der Nadel gemäß Fig. 1.
Die in den Fig. 1 gezeigte chirurgische Nadel umfaßt einen Nadelkörper 1, der entsprechend dem jeweiligen Verwendungszweck der Nadel gestaltet ist. Der Einfachheit halber ist der Nadel­ körper 1 in Fig. 1 als geradliniger Schaft dargestellt, obwohl der überwiegende Teil chirurgischer Nadeln mit einem bogenförmigen Nadelkörper 1 ausgeführt wird. An seinem vorderen Ende ist der Nadelkörper 1 mit einer Nadelspitze 2 versehen. Am anderen Ende ist im Nadelkörper 1 ein Federöhr 3 ausgebildet, dessen Ausgestaltung besser in der vergrößerten Darstellung der Fig. 2 bzw. Fig. 4 zu erkennen ist. Beide Figuren zeigen, daß unterhalb des Federöhrs 3 im Nadelkörper 1 zusätzlich ein zweites Öhr 4 ausgebildet ist. Dieses zweite Öhr 4 ist für bestimmte Operationstechniken erforderlich und kann zusätzlich zur Aufnahme des Fadens F dienen.
Wie die vergrößerte Darstellung des ersten Ausführungsbeispiels in Fig. 2 zeigt, wird das Federöhr 3 durch zwei Seitenteile 5 gebildet, die das obere Ende des Nadelkörpers 1 darstellen. Diese Seitenteile 5 bilden zwischen sich das eigentliche Federöhr 3 und einen Schlitz 6. Durch diesen Schlitz 6 kann ein gespannt gehaltener Faden F, dessen Querschnitt in Fig. 2 strichpunktiert eingezeichnet ist, quer zu seiner Längs­ erstreckung in das Federöhr 3 hineingezogen werden, wobei die das Federöhr 3 bildenden Seitenteile 5 federnd auseinander bewegt werden. Auf diese Weise gelangt der Faden F in das Federöhr 3, obwohl im Normalzustand die Breite des Schlitzes 6 kleiner ist als der Durchmesser des Fadens F. Um das Einführen des Fadens F in den Schlitz 6 zu erleichtern, sind beim Ausführungsbeispiel die beiden federnden Seitenteile 5 jeweils mit einer Einführschräge 7 für den Faden F ausgebildet.
Nach Fig. 1 und 2 ist der Schlitz 6 in Verlängerung eines der beiden etwa parallel zur Längsachse der Nadel verlaufenden Seitenränder des Öhrs 3 ausgebildet. Der obere Rand des Öhrs 3 wird durch eine bogenförmig verlaufende Kante 8 gebildet, so daß sich etwa in der Längsachse der Nadel eine Ausrundung 9 ergibt, durch die der Faden F beim Nähen etwa mittig im Federöhr 3 gehalten wird. Bei dieser Ausbildung wird verhindert, daß der im Federöhr 3 befindliche Faden F beim Nähen in den Schlitz 6 gelangt, da die bogenförmig verlaufende Kante 8 den Faden stets weg von der Schlitzmündung zur Ausrundung 9 hinleitet, wodurch der Faden F beim Nähen seitlich neben dem Schlitz 6 zu liegen kommt. Das Ausführungsbeispiel zeigt somit, daß es ausreicht, eine derartige Kante 8 an einem Seitenteil 5 auszubilden, um sicherzustellen, daß der im Federöhr 3 befindliche Faden nicht unbeabsichtigt in den Schlitz 6 eintritt, diesen aufweitet und aus dem Federöhr 3 austritt.
Diese Kanten 8 auf diese Weise eine Art "Abweisschräge", die den Faden F vom Schlitz 6 wegführt und statt dessen der im oberen Rand des Federöhrs 3 ausgebildeten Ausrundung 9 zuführt, in der der Faden F während des gesamten Nähvorganges sicher gehalten wird. Da der Faden F auf diese Weise stets zu der Ausrundung 9 abgelenkt wird, werden auch im Vergleich zur Nadelstärke relativ dünne Fäden F wirkungsvoll daran gehindert, aus dem Federöhr 3 herauszugleiten. Der von den federnden Seitenteilen 5 gebildete Schlitz 6 kann folglich breiter als bisher ausgeführt werden, um Beschädigung der Fadenoberfläche beim Einführen des Fadens F in das Federöhr 3 zu verhindern. Zu diesem Zweck können darüber hinaus die den Schlitz 6 bildenden Kanten der federnden Seitenteile 5 poliert werden.

Claims (2)

1. Chirurgische Nadel mit einem entsprechend dem jeweiligen Ver­ wendungszweck gestalteten Nadelkörper mit einer Nadelspitze und einem Federöhr, dessen Seitenteile zwischen sich einen Schlitz zur Einführung des gespannten Fadens in das Öhr bilden, und dessen Rand sich an den Schlitzen anschließender obere Rand durch eine seitlich neben dem Schlitz liegende Ausrundung für den Faden gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitz (6) durch eine Verlängerung eines der beiden etwa parallel zur Längsachse der Nadel verlaufenden federnden Seitenränder des Öhrs (3) und durch das benachbarte Ende der bogenförmigen, mit ihrem Mittelpunkt etwa in der Längsachse der Nadel liegtenden Ausrundung (9) gebildet ist und daß die beiden federnden Seitenteile (5) außerhalb des Schlitzes (6) eine Einführschrägee (7) für den Faden (F) bilden.
2. Nadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die den Schlitz (6) bildenden Kanten der federnden Seitenteile (5) poliert sind.
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