DE400300C - Verfahren zur Destillation waessriger Loesungen - Google Patents

Verfahren zur Destillation waessriger Loesungen

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DE400300C
DE400300C DEB83183D DEB0083183D DE400300C DE 400300 C DE400300 C DE 400300C DE B83183 D DEB83183 D DE B83183D DE B0083183 D DEB0083183 D DE B0083183D DE 400300 C DE400300 C DE 400300C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01DSEPARATION
    • B01D3/00Distillation or related exchange processes in which liquids are contacted with gaseous media, e.g. stripping
    • B01D3/001Processes specially adapted for distillation or rectification of fermented solutions
    • B01D3/003Rectification of spirit

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)

Description

  • Verfahren zur Destillation wäßriger Lösungen. Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Destillation von wäßrigen Lösungen, besonders sehrverdünntenAlkohollösungen, in mit Dephlegmatoren versehenenKolonnenapparaten, um aus denselben die flüchtigeren Körper abzutreiben und zu konzentrieren.
  • Das Verfahren kennzeichnet sich hauptsächlich dadurch, daß während des Destillationsprozesses im Kolonnenapparate und in den Dephlegmatoren ein so hoher Druck im Verhältnis zu dem auf dem Kühlmittel im Dephlegmator herrschenden Druck aufrechterhalten wird, daß die Destillationsdämpfe eine genügend hohe Temperatur erhalten, um aus dem Kühlwasser des Dephlegmators Wasserdampf erzeugen zu können, und daß der so entwickelte Dampf zu technischen Zwecken ausgenutzt wird, insbesondere als Erhitzungsdampf in einem anderen Kolonnenapparate, um die für die Destillationsarbeit erforderliche Wasserdampfmenge herabsetzen zu können. Dies wird ermöglicht entweder durch Ausführung der Destillation unter einem so hohen Überdrucke, daß die im Kolonnenapparate erzeugten Dämpfe (im folgenden Destillationsdämpfe genannt) eine für die Dampfentwicklung aus dem Kühlmittel genügende Temperatur erhalten oder durch Aufrechterhalten eines normalen Druckes im Kolonnenapparate und eines Vakuums über dem Kühlmittel oder schließlich durch eine Kombination dieser beiden Verfahren.
  • Der aus dem Kühlmittel entwickelte Dampf kann, außer zu Destillationszwecken, zu anderen Zwecken verwendet werden, zu denen Wasserdampf in der Industrie verwendet wird, z. B. zum Trocknen usw.
  • Die vorliegende Erfindung ist besonders geeignet für die Destillation von Methylalkohol-oder Äthylalkohollösungen, wie sie beim Bearbeiten der Abfallaugen oder Kondensaten der Zellstoffabriken erhalten werden. Erst durch die Anwendung der vorliegenden Erfindung kann die Gewinnung des Alkohols aus derartig verdünnten Lösungen wirtschaftlich gestaltet werden, was nicht der Fall ist beim gewöhnlichen Arbeiten der Kolonnenapparate. Dies beruht darauf, daß der Dampfverbrauch in solchen Apparaten bisher zu hoch gewesen ist, um eine ökonomische Gewinnung des Alkohols aus sehr verdünnten Lösungen zu ermöglichen.
  • Es ist zwar bereits bekannt, verschiedene Spiritusarten voneinander zu trennen; und zwar durchAufrechterhalten konstanterTemperäturen in den Kühlern. Bei diesem Verfahren wird aber nicht Wasser als Kühlflüssigkeit verwendet, sondern eine leichtflüchtigere Flüssigkeit, und zwar diejenige, welche destilliert wird. Unter solchen Umständen enthalten die aus dem Kühlmittel entwickelten Dämpfe eventuell nebst Wasser auch leichtflüchtigere Bestandteile. Sie können somit unter keinen Umständen als technisches Erhitzungsmittel verwendet werden.
  • Im vorliegenden Falle handelt es sich darum, bei Destillation in Kolonnenapparaten aus dem im Dephlegmator und eventuell Kühler verwendeten Kühlwasser Dampf in so großen Mengen entwickeln zu können, daß er zu technischen Zwecken verwendet werden kann.
  • Es ist auch bekannt, die aus gewöhnlichen Destillationsapparaten entweichenden Dämpfe durch Kühl- oder Kondensationsanlagen zu leiten, um Dampf - sogenannten Sekundärdampf - aus dem Kühlwasser zu entwickeln, und zwar bei der Destillation von einheitlich zusammengesetzten Flüssigkeiten, z. B. 0l. Es handelt sich dort nur um gewöhnliche Destillation und eine Art von Multipelverdampfung, indem der aus einem Destillationsapparat austretende Dampf zur Dampferzeugung in einem anderen Behälter verwendet wird, wobei es das zu kühlende Endprodukt ist, das die Dampferzeugung bewirkt.
  • Das vorliegende Verfahren besteht darin, aus einer Flüssigkeitsmischung die leichtflüchtigeren Bestandteile abzuscheiden, z. B. aus einer von den Sulfitspiritusfabriken erhaltenen, beispielsweise einprozentigen Äthylalkohollösung den Alkohol zu gewinnen. Um ein derartiges Abscheiden bewirken zu können, ist bekanntlich ein gewisser Rückfluß von dem Dephlegmator erforderlich. Der Wärmeverbrauch im Dephlegmator repräsentiert, gemäß der vorliegenden Erfindung, den größten Teil des gesamten für die Trennung der beiden Körper erforderlichen Wärmeverbrauches. Es ist also für das fragliche Verfahren absolut notwendig, daß dieser Rückfluß als Flüssigkeit in den Kolonnenapparaten zurückfließt und daß nur ein Bruchteil der Destillationsdämpfe entweicht. Die Erfindung betrifft also die Arbeitsweise innerhalb des vom Kolonnenapparat und Dephlegmator gebildeten Systems, das ältere Verfahren dagegen die Arbeitsweise außerhalb des Destillationsapparates.
  • Schließlich ist auch bekannt, bei der Zerlegung der Luft durch Verflüssigung von dem oberen Teil des Kolonnenapparates teils Dämpfe in die Schlange einzuleiten, die einen Rückfluß bilden, und teils Dämpfe in die Schlange des folgenden Kolonnenapparates einzuleiten. Die letzteren Dämpfe, die im folgenden Kolonnenapparate verwendet _ sind, sind die Destillationsdämpfe der ersten Kolonne. Handelt es sich also um Destillation einer Lösung von Äthylalkohol, wie sie bei dem vorliegenden Verfahren vor allem in Frage kommt, so würde man bei dieser Arbeitsweise vom oberen Teile der Kolonne, d. h. unter dem Dephlegmator, eine Mischung von Äthylalkoholdämpfen und Wasserdampf berausnehn:en und als Dampf im folgenden Kolonnenapparat verwenden. Dies ist aber bei dem vorliegenden Verfahren nicht der Fall, da man als Erhitzungsdampf im folgenden Kolonnenapparate Dampf aus dem Kühlwasser des Dephlegmators verwendet und nicht die wertvollen Destillationsdämpfe, was Verluste herbeiführen würde, denn man würde dann ein Kondensat erhalten, das umdestilliert werden müßte.
  • Im folgenden ist eine praktische Ausführungsform der Erfindung beschrieben, und zwar bei der Gewinnung von Alkohol aus einer verdünnten Lösung in einem kontinuierlichen Kolonnenapparat. Ein solcher Apparat, der auf der beiliegendenZeichnungveranschaulichtist, besteht, wie bekannt, aus folgenden Teilen i. der Abtreibungsabteilung :1, in welcher der Spiritus durch Wasserdampf abgetrieben wird und aus welcher die von Spiritus befreite Schlempe unten abgeleitet wird, 2. der Konzentrationsabteilung B, wo die aus der Abtreibungsabteilung aufsteigenden Dämpfe konzentriert und mit Spiritus angereichert werden, 3. dem Dephlegmator C, wo die Dämpfe teilweise kondensiert werden, um einen für die Konzentration erforderlichen Rückfluß zu bilden, q.. dem Kühler D, in welchem die aus dem Apparat abweichenden Dämpfe kondensiert werden.
  • Zur Abtreibung der flüchtigen Bestandteile und zur Konzentrierung derselben in einem derartigen Kolonnenapparate sind große Mengen von Wasserdampf erforderlich. Es kann z. B. angegeben werden, daß als Dampfverbrauch beim Abtreiben und Konzentrieren des Alkohols aus verdünnten Äthylalkohollösungen ungefähr 15 Prozent und aus verdünnten Methylalkohollösungen ungefähr 25 Prozent Wasserdampf erforderlich sind, berechnet als Gewichtsprozent der in den Kolonnenapparat einkommenden Lösung.
  • Wenn die Lösung in den Apparat bei oder ungefähr bei der SiedetemFeratur derselben eingeführt wird, so erfordern die Abtreibungs-und Konzentrationsprozesse nicht viel mehr Wärme (wenn Verluste nicht berücksichtigt werden) als diejenige, die im Dephlegmator C und im Kühler D beim Kondensieren der Dämpfe und beim Kühlen der Kondensate absorbiert wird, d. h. die vom Dephlegmator und vom Kühler ausströmenden Kühlflüssigkeiten enthalten den größten Teil der zur Ausführung der Abtreibungs- und Konzentrationsprozesse erforderlichen Wärmemenge.
  • Diese Wärmemenge kann nun gemäß der vorliegenden Erfindung in der Form von Wasserdampf erhalten werden, wenn die Destillation unter einem solchen Drucke, d. h. bei einer solchen Temperatur, ausgeführt wird, daß die von der Konzentrationsabteilung kommenden und in den Dephlegmator eingehenden Destillationsdämpfe Wasserdampf aus dem Kühlwasser des Dephlegmators und eventuell aus demjenigen des Kühlers erzeugen können. Die hierdurch erzeugte Wasserdampfmenge entspricht, wenn die Lösung in die Abtreibungsabteilung bei ihrem Siedepunkt eingeführt wird, ungefähr der zur Abtreibung und Konzentrierung erforderlichen Wasserdampfmenge, wenn die Verluste nicht berücksichtigt werden.
  • Diese vollständigere Wiedergewinnung von Wasserdampf setzt aber, wie oben erwähnt, voraus, daß die Lösung bei derem Siedepunkt in die Abtreibungsabteilung eingeführt wird. Nun bildet die aus der Abtreibungsabteilung ausströmende Schlempe eine Wärmequelle, die die Erhitzung der einkommenden Lösung beinahe zu deren Siedepunkt bewirken kann. Zu diesem Zweck sind auch andere Produkte der Fabrik verwendbar, z. B. die Rauchgase, die allein oder in Kombination mit der Schlempe zu dem genannten Zweck verwendet werden können. .
  • Die Vorwärmung der eintretenden Lösung kann in einem besonderen Vorwärmer E geschehen, von welchem die Lösung in die Abtreibungsabteilung des Kolonnenapparates bei oder beinahe bei ihrem Siedepunkt eingeführt wird. Die Destillation findet dann unter einem so hohen Drucke statt, daß die Destillationsdämpfe aus dem Kühlwasser des Dephlegmators C Wasserdampf entwickeln können. Die im Dephlegmator nicht kondensierten Dämpfe treten durch die Leitung x in den Kühler D hinein, wo sie kondensiert werden. Falls diese Dämpfe auch unter Druck erhalten werden, können sie gleichfalls aus dem Kühlwasser des Kühlers Wasserdampf entwickeln.
  • Der Überdruck im Destillationsapparate kann durch ein in der Leitung x vorgesehenes Ventil F o. dgl. hervorgebracht werden. Dieses Ventil ist zweckmäßig so eingerichtet, daß es sich erst bei einem zu dem genannten Zweck erforderlichen Druck öffnet.
  • Der obenerwähnte Druck ist somit nicht nur im Destillationsapparat aufrechtzuerhalten, sondern auch in dem Dephlegmator, aus dessen Kühlwasser Wasserdampf zu erzeugen ist.
  • In dem auf der Zeichnung veranschaulichten Apparate wird der erzeugte Wasserdampf durch die Leitung y abgeleitet und in den nächsten Kolonnenapparat der Batterie eingeleitet, wo er als Erhitzungsdampf wirkt. Der genannte Wasserdampf kann aber auch bei Verwendung eines einzigen Kolonnenapparates in die Abtreibungsabteilung dieses Apparates als Er-' hitzungsdampf eingeleitet werden, aber in diesem Falle muß der Druck desselben erhöht werden, beispielsweise durch eine Pumpe.
  • Der erzeugte Wasserdampf kann aber, wie oben erwähnt, auch zu anderen Zwecken als Destillationszwecken verwendet werden. Wenn z. B. der obenbeschriebene Apparat in einer sogenannten Sulfitspiritusfabrik (wo Alkohol aus der Abfallauge der Sulfitzellstoffabrikation gewonnen wird) verwendet wird, so kann der aus dem Kühlwasser erzeugte Wasserdampf ganz oder teilweise zum Trocknen des Holzzellstoffes benutzt werden.
  • Wasserdampf kann aber, wie oben erwähnt, aus dem Kühlwasser nicht nur in der obenbeschriebenen Weise, d. h. durch Aufrechterhaltung eines Überdruckes im Destillationsapparat und in dem Dephlegmator, erzeugt werden, sondern auch dadurch, daß man das Kühlmittel des Dephlegmators einem Vakuum aussetzt. Schließlich kann Wasserdampf durch eine Kombination der angegebenen Verfahren, d. h. -durch Überdruck im Destillationsapparat und in dem Dephl agmator und Vakuum über dem Kühlmittel, erzeugt werden.
  • Verschiedene Abänderungen bei dem obenbeschriebenen Ausführungsbeispiel sind offenbar möglich innerhalb des Rahmens der vorliegenden Erfindung. Innerhalb dieses Rahmens liegt also auch der Fall, daß die abzutreibende flüchtigere Flüssigkeit des Gemisches einen hohen Siedepunkt hat und daß daher die Destillationsdämpfe schon von Beginn- eine genügend hohe Temperatur haben, um aus dem Kühlmittel Wasserdampf entwickeln zu können. In diesem Falle kann also das Ventil F offen bleiben.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Destillation wäßriger Lösungen, besonders mehr verdünnter Alkohollösungen, in mit Dephlegmatoren versehenen Kolonnenapparaten zwecks Abtreibens und Konzentration der flüchtigeren Körper, dadurch gekennzeichnet, daß während des Destillationsprozesses in dem Kolonnenapparate und in dem Dephlegmator ein so hoher Druck im Verhältnis zu dem auf dem Kühlwasser im Dephlegmator herrschenden Druck aufrechterhalten wird, daß die Destillationsdämpfe eine genügend hohe Temperatur erhalten, um aus dem Kühlwasser des Dephlegmators Wasserdampf erzeugen zu können, und daß der entwickelte Wasserdampf .zu technischen Zwecken ausgenutzt wird, insbesondere als Erhitzungsdampf in einem anderen Kolonnenapparate, um die für die Destillationsarbeit erforderliche Wasserdampfmenge herabsetzen zu können.
DEB83183D 1916-01-20 1917-01-21 Verfahren zur Destillation waessriger Loesungen Expired DE400300C (de)

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DE400300C true DE400300C (de) 1924-08-06

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ID=20309422

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DEB83183D Expired DE400300C (de) 1916-01-20 1917-01-21 Verfahren zur Destillation waessriger Loesungen

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DE (1) DE400300C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3294650A (en) * 1962-08-13 1966-12-27 Heraeus Schott Quarzschmelze Process for concentrating sulfuric acid in a quartz rectifying column

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3294650A (en) * 1962-08-13 1966-12-27 Heraeus Schott Quarzschmelze Process for concentrating sulfuric acid in a quartz rectifying column

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