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Antriebsvorrichtung für Gießräder mit mehreren Gießformen. Bei Matrizenzeilensetz-
und -gießmaschinen mit Gießrad wird dieses durch die Hauptwelle der Maschine absatzweise
so in Drehung versetzt, daß es zunächst aus der Ruhestellung eine viertel Umdrehung
macht, um die Gießform in die Gießstellung zu bringen, und alsdann eine dreiviertel
Umdrehung, um die Gießform in die Ausstoßstellung gleich der Ruhestellung gelangen
zu lassen, in der sie bis zu Beginn des nächsten Arbeitsganges verbleibt. Der Antrieb
erfolgt durch ein Zahngetriebe, und zwar ist das Gießrad mit einem Zahnkranz versehen,
in welchen ein kleineres Zahnrad mit dem vierten Teil der Zähnezahl eingreift, so
daß letzteres stets volle Umdrehungen vollführt, also für die erste Teilbewetgung
eine Umdrehung und für die zweite Teilbewegung drei Umdrehungen macht.
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Es ist nun bereits vorgeschlagen worden, mehrere Gießformen in einem
Gießrad anzubringen. Da man aber mit Rücksicht auf das angegebene Übersetzungsverhältnis
stets nur um 9o° oder ein Vielfaches davon schalten kann, so mußte man die verschiedenen
Gießformen in dem Gießrade um 9o° oder ein Vielfaches davon gegeneinander versetzt
anbringen, und man war infolgedessen auf eine Höchstzahl von vier Gießformen beschränkt.
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Um die Einstellung einer anderen Gießform vornehmen zu können, ist
das mit dem Gießrad in Eingriff stehende Zahnrad von seiner Welle entkuppelbar und
die Kupplung so eingerichtet, daß sie nach einer vollen Umdrehung, also einer Schaltung
des Gießrades um 9o °, wieder einschnappt. Nun finden sich aber auch Literaturstellen,
welche mehr als vier Gießformen, vorzugsweise sechs Gießformen, in dem Gießrade
zeigen. Derartige Gießräder konnten aber bisher aus den oben angegebenen Gründen
in der Praxis noch keine Verwendung finden, weil man keine Möglichkeit hatte, eine
Schaltung des Gießrades unabhängig von dem Antrieb um einen anderen Winkel als um
9o° vorzunehmen. Eine Uderung des Übersetzungsverhältnisses führt nicht zum Ziele,
weil dadurch zwar die Einrichtung für sechs Gießformen brauchbar gemacht werden
könnte, dann aber wiederum kein Gießrad mit vier Gießformen Verwendung finden kann,
mit anderen Worten, man hätte je nachdem, ob man vier oder sechs Gießformen verwenden
will, ein anderes Übersetzungsverhältnis wählen müssen, so daß innerhalb der gleichen
Maschine Gießräder mit verschiedenen Gießformen nicht abwechse'.nd benutzt werden
könnten und außerdem zwei oder mehr Typen von Maschinen gebaut werden müßten, je
nachdem, ob man vier oder sechs Gießformen verwenden will.
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Ein weiterer Weg, das Schalten des Gießrades unabhängig von dem Antrieb
vorzunehmen, ist der, den sogenannten Schraubstock, der den Gießschlitten enthält,
von der Maschine zu lösen, dann das ganze Gießrad so herauszuziehen, daß es außer
Eingriff mit dem Antrieb kommt und es dann zu drehen. Diese Art des Wechselns ist
aber sehr umständlich und zeitraubend.
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Die vorliegende Erfindung hilft nun diesen Übelständen ab und ermöglicht
es, die gleiche Maschine und das gleiche Übersetzungsverhältnis zu verwenden, unabhängig
davon, ob es sich um ein Gießrad mit vier, sechs oder mehr Gießformen handelt. Zu
diesem Zweck ist das mit dem Gießrade in Eingriff stehende Antriebsrad nicht nur
wie bisher nach einer vollen Umdrehungszahl, sondern je nach der Anzahl der vorhandenen
Gießformen in verschiedenen Stellungen auf seiner Welle mit dieser kuppelbar, so
daß man eine Schaltung des Gießrades um einen der Anzahl der Gießformen entsprechenden
Betrag unabhängig von -dem eigentlichen Antrieb der Maschine, der unverändert bleibt,
vornehmen kann.
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Die Zeichnung zeigt beispielsweise Ausführungsfo:-men der Erfindung,
und zwar ist Abb. r eine Ansicht auf das Gießrad mit dem Antriebszahnrad, Abb. 2
ein Querschnitt durch Abb. i.
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Abb. 3 und q. zeigen zwei weitere Ausführungen des kleinen Zahnrades
mit zwei bzw. fünf Kupplungsmöglichkeiten.
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Abb. 5 ist ein schematischer Grundriß des Antriebs des Gießrades und
Abb. 6 eine Ansicht von links auf einen Teil von Abb. 5.
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In der Zeichnung ist a das Gießrad, «-elches in der üblichen Weise
die Gießformen trägt.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
sind sechs solcher Gießformen in dem Gießrad untergebracht. Der Antrieb des Gießrades
erfolgt durch das kleine Zahnrad b, welches mit Bohrungen c, g und h versehen ist.
Das Zahnrad b sitzt auf seiner Achse verschiebbar und besitzt einen Handgriff i,
durch den es nach vorn herausgezogen werden kann. Auf der Welle f des Zahnrades
b sitzt ein Kupplungsarm k, an dem ein Stift in angebracht ist. Dieser Stift
faßt in eins der Löcher c, g oder h ein und kuppelt dadurch das Zahnrad b mit der
Welle ; .
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Die Welle f ist im Maschinengestell gelagert und trägt an ihrem zweiten
Ende ein Zahnrad n, welches mit einem Zahnrad o auf einer Zwischenwelle kämmt. Gleichachsig
mit dem Zahnrade o ist ein Kegelrad P angebracht, das mit Zahnsegmenten
q und r in Eingriff gelangt. Die Segmente sind an einer Scheibe s
befestigt, die auf der Hauptantriebswelle t der Maschine sitzt.
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Während des gewöhnlichen Arbeitens der Maschine wird nach dem Setzen
einer Zeile die Welle t eingerückt und vollführt eine einmalige Umdrehung. Es kommt
hierbei zuerst das Zahnsegment q in Eingriff mit dem Kegelrad p und das Übersetzungsverhältnis
ist derart, daß durch das Zahnsegment - q die Welle f um eine volle Umdrehung gedreht
wird. Hierbei dreht sich das Gießrad um go°, wobei die Gießform aus ihrer vorherigen
Endlage in die Gießlage gebracht wird. Es erfolgt nun das Abgießen der Zeile, und
wenn dies vollendet-ist, kommt während der Weiterdrehung der Welle t das
Zahnsegment r in Eingriff mit dem Kegelrade p. Das Zahnsegment r ist so bemessen,
daß die Welle f
drei Umdrehungen macht. Das Gießrad a dreht sich infolgedessen
um 270°, so daß die in Benutzung befindliche Gießform aus der Gießlage in die Anfangsstellung
gebracht wird, in welcher die gegossene Zeile aus der Form herausgestoßen wird.
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Zum Übergang von einer Gießform auf die andere muß das Gießrad a um
6o° gedreht werden. Zu diesem Zwecke mußte man nach obigem bisher die Verbindung
zwischen dem Gießrad und seinem Schlitten lösen, ferner den Schraubstock d, an welchem
der die Matrizenzeile tragendeäschlitten e geführt ist, öffnen, um dann das Gießrad
nach vorn zu ziehen, um es außer Eingriff mit dem Zahnrad b zu bringen, oder man
muß so das Übersetzungsverhältnis zwischen Gießrad a und Antriebsrad b und gleichzeitig
auch die Länge der Zahnsegmente q und y ändern. Ersteres ist sehr umständlich,
letzteres macht die Maschine für die Benutzung mit einem Gießrade mit vier Gießformen
unbrauchbar.
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Um nun abwechselnd Gießräder mit vier oder mehr Formen benutzen zu
können, besitzt das Zahnrad b gemäß der Erfindung außer dem Loch h noch weitere
Löcher c und g, und da das Rad a viermal soviel Zähne besitzt als
das Rad b, so wird bei einer Drehung des Rades a um 6o° das kleine Zahnrad um 2q.0°
gedreht werden. Wenn demnach die Löcher c, g und 1z in einem Abstande von r8o° voneinander
liegen, würde bei einer Drehung um 2q.0° immer wieder eines dieser Löcher dem Stift
m gegenüberstehen. Man kann also den Übergang von einer Fo:m zur anderen in der
Weise vornehmen, daß man das Rad b mittels des Handgriffes i so weit vorzieht, daß
es außer Eingriff mit dem Stift »i kommt, es alsdann um 24o° dreht und losläßt,
wobei der Stift na wiederum in eines der Löcher c, g oder h
einfassen
kann und das Rad b mit seiner Welle kuppelt.
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Bci einer anderen Anzahl von Gießformen, also z. B. bei acht Gießformen,
genügen zwei Löcher, die gemäß Abb. 3 als Löcher g und h in einem - Abstand von
r8o° zueinander angebracht werden müssen. Bei einem Gießrad mit fünf Formen müßten
dagegen fünf Bohrungen vorgesehen werden, die gleichmäßig über den Umfang verteilt
sind, um eine Drehung des Rades a um ein Vierteil seines Umfanges zu ermöglichen
usw. An Stelle der Küpplung mit Stift und Loch kann natürlich auch jede andere Kupplungsart
treten. Wesentlich für die Erfindung ist nur, daß das kleine Zahnrad b in verschiedenen
Stellungen mit seiner Welle f Gekuppelt werden kann.