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Vorrichtung zum Abmessen bestimmter Flüssigkeitsmengen: Die Erfindung
bezieht sich auf selbsttätig wirkende Flüssigkeitsmesser derjenigen Gattung, bei
welcher das Meßgefäß aus einem mehrere Meßkammern aufweisenden Behälter besteht,
der unter der Wirkung des Gewichtes der zu messenden Flüssigkeit in testimmte Haltelagen
gedreht wird, wobei in jeder solchen Lage eine Kammer des Behälters entleert und
eine andere Kammer gleichzeitig gefüllt wird. Es ist bereits bekannt, in solchen
Vorrichtungen eine elektromagnetische Sperrung zu verwenden, die den Behälter in
den Haltelagen so lange festhält, bis die in dieser Lage zu füllende Kammer gefüllt
und die zu entleerende Kammer entleert ist. Ferner ist es bekannt, in Verbindung
mit eine solche elektrömagnetische Sperrung aufweisenden Vorrichtungen einen Schaltunterbrecher
zu verwenden, der im Abstand vom Messer aufgestellt ist und den Stromkreis der elektromagnetischen
Sperrvorrichtung derart überwacht, daß der Behälter eine vorbestimmte Anzahl Messungen
ausführen und dann selbsttätig außer Betrieb gesetzt werden kann.
Zweck
der Erfindung ist, eine durchaus mechanisch tätige Vorrichtung dieser Gattung zu
schaffen, in welchem eine Sperrung auf rein mechanischem Wege beeinflußt wird, und
zwar teils von der Flüssigkeit in einer unter Füllung stehenden Kammer, teils von
der aus einer Kammer ausfließenden Flüssigkeit, und schließlich auch von einem besonderen
mechanischen Regler, der ,dein erwähnten Schaltunterbrecher entspricht. Eine solche
mechanisch tätige Vorrichtung fällt selbstverständlich viel betriebssicherer als
eine elektrische aus, und zwar zufolge des Nichtvorhandenseins der Stromquelle und
der Elektromagneten mit ihren Leitungen und Kontakteinrichtungen. Durch die Erfindung
ist ferner ein außerordentlich gedrängter Bau des gesamten Messers dadurch gewährleistet,
daß die Schaltvorrichtung unmittelbar mit dem eigentlichen Messer zusammengehabt
ist.
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Auf der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform einer Meßvorrichtung
gemäß dieser Erfindung dargestellt.
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Abb. i ist eine Vorderansicht der Meßvorrichtumg mit dein Gehäuse
im Schnitt und finit abgenommenem Deckel des Gehäuses.
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Abb. 2 ist eine Seitenansicht mit dem Gehäuse iin Schnitt.
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Abb.3 ist eine Vorderansicht des Deckels des Gehäuses mit abgenommenem
Deckel der Schaltvorrichtung.
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Abb. d. ist ein senkrechter Querschnitt des t ,ehäusedeckels mit der
Schaltvorrichtung. Abb. 6 ist eine Vorderansicht der Meßvorrichtung mit dem Deckel
der Schaltvorrichtung an seinem Platz.
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Das Meßgefäß i wird durch eine nicht dargestellte Scheidewand (nach
der Linie A-A in Ahb. i) in zwei gleich große Kammern geteilt. Das Meßgefäß ist
auf einer mittleren Welle gelagert, die in an sich bekannter, nicht dargestellter
Weise eine gemeinsame Zuflußleitung für die beiden Kammern des Meßgefäßes bildet.
Jede Kammer enthält auf bekannte Weise einen (nicht dargestellten) Schwimmkörper,
der durch die Flüssigkeit in einer Kammer beeinflußt wird, wenn die Kammer gefüllt
ist. Die Schwimmkörper sind für den weiter unten angegel:enen Zweck finit Führungsstangen
2 (Abb. i Und 2) versehen, die durch die Wand des Gefäßes i hinausragen. Jede Kammer
des Gefäßes hat ferner ein bekanntes Ausflußventil, das durch einen feststehenden
Nocken derart bedient wird, daß die Vorsprünge d. für die Ventilstangen beim Drehen
des Gefäßes i auf den Nocken hinaufgleiten.
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Das Meßgefä B i ist in bekannter Weise von einem feststehenden Gehäuse
umschlossen und derart gelagert, daß es sich innerhalb dieses Gehäuses zwischen
zwei Grenzlagen hin und her drehen kann, die einerseits durch Anscliliige 6, ; :all
dein Gefäß sowie eitle:i damit zusammenwirkenden, festen Anschlag 8 im Gehäuse,
andererseits durch eine Sperrklinke g l.estinimt sind. Die Sperrklinke 9 wirkt mit
dem Anschlag io des Gefäßes i zusammen und trägt ein Gegengewicht i i zweck Zurückfiihrens
der Klinke in die Eingriffslage. Ein Hebel 12 überwacht die Sperrklinke 9. Dieser
Hebel 12 trägt ein Gewicht 13 und ist seinerseits durch drei Schaltvorrichtungen
finit Hilfe -zweier Sperrklinken ül:erwacht, die mit der schneidenförinigen Spitze
14 am freien Ende des Hebels 12 zusammenwirken. Die eine (15) dieser Sperrklinken
ist drehbar gelagert (l ei 16) und finit einem Arm 17 starr verbunden, der durch
einen Hebel 18 betätigt wird, welcher seinerseits durch die Stangen 2 der Schwininikörper
beeinflußt wird. Die andere mit dein Hebel 12 zusammenwirkende Sperrklinke i 9 ist
bei 2o gelagert und steht durch ein Gestänge 21, 22, 23, 24 mit einem im
untersten Teil des Gehäuses 5 vorgesehenen Schwininikörper 25 in Verbindung. Der
Hebel i 9 trügt an der unteren Seite des Zapfens 20 einen Arin 26, der l:estimmt
ist, mit einer 1=esonderen, am Deckel des Gehäuses 5 angeordneten Schaltvorrichtung
zusammenzuwirken.
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Diese Schaltvorrichtung besitzt ein Schaltrad 27 und eine damit zusammenwirkende,
doppelte Schaltklinke 28, die bei 29 (Abb. 3 ) drehbar gelagert ist. Auf der Welle
des Schaltrades 27 sitzt fest ein Zeiger 30 mit einem Handgriff 31 (Abb.
d. und 6) , durch welchen der Zeiger und das Rad 27 gemeinsam gedreht werden
können. Die Schaltvorrichtung ist in ein Gehäuse eingeschlossen, dessen hintere
Wand durch den Deckel 32
des Gehäuses 5 gebildet ist und dessen Seitenwand
33 mit diesem Deckel ein Ganzes bildet. Das Gehäuse der Schaltvorrichtung ist durch
einen Deckel 34 geschlossen, der eine Einteilung 35 trägt, längs welcher der Zeiger
30 beweglich ist.
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Das Schaltrad 27 ist durch eine Rückführungfeder 36 belastet. Fest
auf dein Schaltrad sitzt ein Stift 37, der für den drehbaren Arn138 einen Anschlag
bildet. Der Zapfen 39 des Armes 38 ragt durch den Deckel 32 hindurch und trägt einen
gewichtsbelasteten Hel:el 4o, der durch eine Lenkstange.41 mit einem Winkelhebel42
ver:.ttilden ist, welch letzterer einen mit dein Arm 26 der Sperrklinke i9 zusanitnenwirkenden
Anschlag 4.3 trägt. Eine mit einem Druckknopf dq. versehene Feder 45 dient zum Tragen
des Arines 38, wofür die Feder 4; einen Einschnitt 46 (Abb. .l) aufweist, der für
den Arm 38 ein Lager bildet. Zum Bewegen der Schaltklinke 28 trägt das Meßgefäß
i
(Abb. r) einen nockenförtnigen Vorsprung, der mit dem Arm 48 eines
drehbar gelagerten Winkelhebels 48, 49 (Abb. 3) zusammenwirkt, dessen anderer Arm
49 einen zum Bewegen der Schaltklinke 28 dienenden Anschlag 50 trägt. Der
Arm 49 kann auch von Hand bedient werden, wie z. B. mit Hilfe des in der Wand 33
befindlichen Druckknopfes 51.
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Es sei angenommen, daß die Vorrichtung in Ruhe ist und -daß ihre Teile
die in der Zeichnung dargestellte Lage einnehmen. Die Klinke 9 hält jetzt das Gefäß
i in der einen oder anderen Haltelage fest, während die Klinken 15 und 16 den Hebel
12 in gesperrtem Zustand halten. Der Zeiger 30 weist auf den Nullstrich der
Einteilung. Wenn eine bestimmte Flüssigkeitsmenge abzumessen ist, wird die Zuflußleitung
des Meßgefäßes geöffnet und der Zeiger 3o auf den Teilstrich der Einteilung gestellt,
welche dieser Flüssigkeitsmenge entspricht. Das Schaltriad 27 wird hierdurch um
einen gleich großen Winkel wie ,der Zeiger gedreht. Der Stift 37 wird gleichzeitig
außer Eingriff mit dem Arm 38 bewegt; jedoch fällt der Arm nicht nieder, weil er
durch die Feder 45 gehalten bleibt. Die Feder 36 wind beim Drehen .des Rades 27
gespannt. In der eingestellten Lage wird das Schaltrad 27 durch die von der Feder
52 belastete Klinke 28 gehalten. Drückt man jetzt auf .den Knopf 4q., so gibt die
Feder 45 den Arm 38 frei, so daß .der Hebel 40 unter dem Einfluß seines Gewichtes
geschwenkt werden kann. Bei seiner Schwenkung verschiebt der Hebel 40 die Lenkstange
41 aufwärts, wobei der Anschlag 43 außer Eingriff mit dem Arm 26 kommt. Die Sperrklinke
i9 ist nunmehr frei und wird dadurch vom Hebel 12 entfernt, daß .der Schwimmkörper
25, der sich in einer flüssigkeitsleeren Kammer befindet, herabfallen kann. Sobald
die unter Füllung befindliche Kammer des Meßgefäßes mit Flüssigkeit gefüllt ist,
hebt sich der Schwimmkörper in dieser Kammer, so daß seine Führungsstange z auf
den Hebel 18 wirkt, der seinerseits den .Arm 17 .abwärts schwenkt und dadurch auch
die Sperrklinke 15 außer Eingriff mit der Schneide 14 bringt. Der Hebel 12 ist nunmehr
frei -und dreht sich nach unten unter der Wirkung -des .Gewichtes 13 und Mitnahme
des hinteren Armes der Sperrklinke 9,_ so daß diese Sperrklinke außer Eingriff mit
dem Anschlag io kommt und das Meßgefäß i freigibt. Das letztere wird jetzt unter
der Wirkung der Flüssigkeit in der gefüllten Kammer in Drehung versetzt und dreht
sich so lange, bis der Anschlag 7 auf den Vorsprung 8 trifft. Söbald das Meßgefäß
die dargestellte Lage verläßt, kommt die Stange 2 außer Eingriff mit dem Hebel-
18, wodurch dem gewichtsbelasteten Hebel 15 Gelegenheit gegeben wird, mit dem Ende
des Hebels 12 in Eingriff zu treten. Während der Drehung hebt ein Vorsprung 53 des
Meßgefäßes den Hebel 12, so claß die Klinke 15 unter die Schneide i4 greift und
den Hebel in gehobenem Zustand hält, damit die Klinke 9 beim Ende der Bewegung hinter
den Anschlag io reinfallen und zusammen mit den Anschlägen 7, 8 das ihIeßgefäß in
seiner neuen Lage festhalten kann. Während der Drehung des Meßgefäßes wirkt ferner
die Schiene 47 derart auf :den Arm 48, daß der Arm 49 die Schaltklinke 28 der Wirkung
der Feder 52 entgegendreht und die Schaltklinke die Feder 36 v eranlaßt, das Schaltrad
27 um einen Schritt zu bewegen. Die Schaltklinke wird durch ,die Feder 52 unmittelbar
zurückbewegt und hält das Schaltrad in der neuen Stellung fest. Wenn das Meß@gefäß
die neue Stellung erreicht hat und auf die beschriebene Weise gesichert ist, wind
das Ausflußventil der vorher gefüllten Kammer dadurch .geöffnet, -daß der Anschlag
4 auf den Nocken 3 hinaufgleitet: Die Flüssigkeit fließt nun in das Gehäuse 5 aus
und hebt den Schwimmkörper 25, der die Klinke i9 derart bewegt, .daß sie unter die
Schneide 14 des bereits gehobenen Hebels 12 greift. Nachdem die betreffende Kammer
entleert und die Flüssigkeit auch aus -dem Gehäuse 5 ausgeflossen, die andere Kammer
gefüllt ist, wiederholt sich der beschriebene 'Vorgang, indem das Schaltrad um noch
einen Schritt zurückbewegt wird. Für jedes nachfolgende Entleeren und Füllen wird
das Schaltrad um einen Schritt zurückbewegt. Nähert sich das Schaltrad seiner .Anfangslage,
so hebt der Vorsprung 37 den Arm 38, bis er in ,der Anfangsstellung des Schaltrades
in den Einschnitt der Feder 45 einschnappt. Wenn sich der Arm 38 in dieser Stellung
befindet, liegt der Anschlag 43 gegen den. Arm 26 an und sichert die Stellung ,der
Klinke i9. Die Vorrichtung kann @deshalb nicht weiterarbeiten, ehe der Zeiger aufs
neue eingestellt wird und somit einen neuen Meßvorgang einleitet.
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Will man eine Messungsreihe unterbrechen, ehe sie vollständig durchgeführt
ist, so kann man mittels des Druckknopfes 51 die Schaltklinke 28 so lange bewegen,
bis .das Schaltrad in die Anfangsstellung zurückgedreht ist.
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Abänderungen in .der baulichen Ausführung sind selbstverständlich
möglich, ohne,daß vom Wesen der Erfindung abgewichen wird. Beispielsweise kann der
Anschlag 43 der Schaltvorrichtung mit der Sperrklinke 15 an Stelle mit der Sperrklinke
i9 zusammenwirken. Ferner kann der Anschlag 43 mit einer von den Klinken i5 und
i9 unabhängigen Sperrklinke zusammenwirken, die ebenfalls mit dem Hebel 12 tätig
ist.
In der beschriebenen Ausführungsform vollzieht die Schaltvorrichtung
ihre Überwachungswirkung, während sie sich von der Einstellage in die Nullage bewegt.
Die Schaltvorrichtung kann aber auch derart angeordnet werden, daß er seine Überwachungswirkung
während einer Bewegung von der Vollage in diejenige Lage vollzieht, welche der "abzumessenden
Flüssigkeitsmenge entspricht. In solchem Falle kann das Schaltrad mit Löchern versehen
werden, die verschiedenen abzumessenden .Mengen entsprechen und zur Aufnahme eines
Einsteckstiftes dienen. Dieser Stift kann dann, nachdem sich das Schaltrad um einen
.der Einstellung des Stiftes entsprechenden Winkel gedreht hat, zwecks Nußerbetriebsetzens
der Meßvorrichtung mit Hilfe eines entsprechenden Gestänges auf den Arm 38 einwirken.