-
Elektrische Gasreinigungsanlage mit Rohrelektroden. Zusatz zum Patent
390386.
Für diese Anmeldung ist gemäß dem Unionsvertrage vom z. Juni-1911
die Priorität auf Grund der Anmeldung in den Vereinigten Staaten von Amerika vom
5. Juni igig beansprucht. Bei der elektrischen Gasreinigungsanlage mit Rohrelektroden
nach dem Hauptpatent sind die Rohrelektrode und ein Abstreifer, der die den Niederschlägen
ausgesetzte Rohrwandung bestreicht, achsial gegeneinander bewegbar. Die in der Hauptpatentschrift
beschriebene Ausführungsform sieht eine Anordnung vor, bei der die Rohrelektrode
oder eine Gruppe von solchen- eine solche Lage zu der Ahstreiferv orrichtung hat,
daß beide Teile dauernd achsial aufeinander eingestellt sind und es nur das Hebens
und Senkens der Rohrelektrode oder des Abstreifers bedarf, um die A bstreifervorr:ichtung
zur Wirkung zu bringen.
-
Es hat sich nun gezeigt, daß man für eine Mehrzahl von Rohrelektroden
mit einer einzigen A;bstreifervorrichtung auskommen kann, wenn man die Rohrelektroden
nacheinander in den Bereich dieser gemeinsamen Abstreifervorrichtung bringt. Besonders
einfach gestaltet sich die Anordnung und Wirkungsweise, wenn die Rohrelektroden
im Kreise um eine gemeinsame Mittelachse angeordnet und in endloser Bahn um diese
Mittelachse absatzweise gedreht werden, derart, daß :sie von der in der Kreisbahn
der Elektroden liegenden Abstreifervorrichtung nacheinander erreicht werden können.
-
Die Kreisanordnung der Rohrelektroden mit Bezug auf eine gemeinsame
Abstreifervorrichtung ist auch in der Weise möglich, daß die Rohrelektroden in Gruppen
oder Bündeln zu zweit oder mehr radial um die geineinsame Mittelachse gruppiert
werden. Die Ausströmerelektroden kreisen dabei in Übereinstimmung mit der gruppenweisen
Unterteilung der Rohrelektroden mit diesen um die gemeinsame Drehachse.
-
Um zu erreichen, daß die jeweils der Abreinigung unterworfene Elektrode
oder Elektrodengruppe stromlos ist, erfolgt die Stromzuführung
zu
den mit den Rohrelektroden umlaufenden Ausströmern durch einen Schleifkontakt, der
an der Stelle der Abstreifervorrichtung unterbrochen ist. Ferner läßt sich die Abschaltung
der zu reinigenden Rohrelektrode oder Elektrodengruppe von dein Rohgas dadurch erreichen,
(laß die jeweils auf die Abstreifervorrichtung eingestellte Rohrelektrode oder Elektrodengruppe
durch Scheidewände o. dgl. von der Rohgaszuleitung getrennt wird.
-
Die Erfindung gibt die vorteilhafte Möglichkeit, die Abstreifervorrichtung
in solcher Anordnung vorzusehen, claß bei der gegenseitigen Bewegung zwischen ihr
und der ihr jeweils gegenübergestellten Rohrelektrode oder Elektrodengruppe nicht
nur die Rohrwandung, sondern auch die Ausströmerelektroden von dem Abstreifer bestrichen
und infolgedessen abgereinigt werden.
-
Wie die Erfindung im einzelnen ausgeführt sein kann, ergibt sich aus
der nachstehenden Beschreibung sowie aus der Zeichnung, auf der eine Ausführungsforen
beispielsweise dargestellt ist.
-
Abb. i ist ein senkrechter Schnitt durch die elektrische Gasreinigtingsanlage
und Abb.2 ein Grundriß der Elektrodengruppeii.
-
Abb.3 zeigt eine Einzelheit der Schleifkontaktvorrichtung im Grundriß.
-
Abb..4 stellt den Teil unter den Elektroden im Grundriß dar.
-
Abb. 5 ist die Seitenansicht der Abstreifer. Abb. 6 und 7 veranschaulichen
die Antriebsvorrichtung für die sich bewegenden Elektroden in Seitenansicht und
im Grundriß.
-
Für die Erfindung ist es unwesentlich, ob sich die Niederschlagsvorrichtung
an der Abreinigungsvorrichtung oder diese an der Niederschlagsvorrichtung bewegt;
wichtig ist nur, daß im Sinne des Hauptpatents eine Relativbewegung zwischen beiden
Vorrichtungen zustande kommt. Bei dein dargestellten Beispiel ist angenommen, daß
die abzureinigende Niederschlagsvorrichtung sich an die Abstreifervorrichtung heranbewegt,
die bis dahin unbeweglich bleibt und erst dann in Wirkung gesetzt wird.
-
Das Rohgas tritt bei io in den Sammelratim i i ein und verteilt sich
von diesem aus in die Kanäle oder Rohre 12, welche die Sammelelektroden darstellen.
Das Reingas verläßt die Vorrichtung am oberen Ende der Rohrelektroden 12. Die Rohrelektroden
sind in mehreren, z. B. zwölf, Gruppen oder Bündeln angeordnet, wie aus Abb.2 ersichtlich.
Die Ausströmerelektroden 13 ragen zentrisch in die einzelnen Rohrelektroden 12 jeder
Gruppe hinein und werden von Radialarmen iq. getragen, die sämtlich im gleichen
Winikelabstand voneinander an der isolierten oder isolierenden Tragscheibe 15 sitzen.
-
Die so gruppenweis unterteilten Elektrodensysteine, d. h. sowohl die
Sammelrohre 12 wie die Au.sstri)mer 13, sinyl radial tun eine senkrechte Längsachse
21 gruppiert und mittels dieser über dem Sammelraum i i absatzweise drehbar. Zu
diesem Zweck ist auf der Fläche i6 ein Zylinder 17, 18, i9 zweckmäßig mittels der
Kugellager 2o drehbar gelagert. An diesem Zylinder sitzen sowohl die Rohrgruppen
12 wie die Ausströmergruppen 13, letztere durch Verschraubung des Zylinderbodens
i9 mit der Isolierscheibe 15 unter Zwischenschaltung von Paßringen 22 o. dgl.
-
Jedem Radialarni 1.1 entspricht ein federnder Kontaktfinger 23, der
am Umfang der stromführenden, bei 25 isoliert angebrachten Scheibe 2.1 schleift.
Die Scheibe 24 ist mittelbar oder unmittelbar mit der Stromquelle verbunden und
besitzt gemäß Abb. i bis 3 am Umfang eine Nut oder Aussparung 26, die breiter ist
als die Finger 23, so daß Kontaktunterbrechung eintritt, wenn einer der Finger 23
vor diese Aussparung 26 gelangt. Die zu diesem Kontaktfinger gehörige Ausströmergruppe
ist in diesem Falle stromlos.
-
Wie aus Abb. i und 4 zu ersehen. ist in dem kreisförmigen Sammelraum
i i durch die Wände 27 und 28 eine Kammer i i' abgeteilt, durch die hindurch der
von den gerade darüber befindlichen Elektroden entfernte Niederschlag gesammelt
bzw. abgeführt wird. Die Kammer i i' liegt auf demselben Radius wie die Aussparung26
der Kontaktscheibe2.1.
-
Oberhalb der Kammer i i' sind auf und ab bewegliche Stangen 29 vorgesehen,
die an ihren unteren Enden Bürsten oder Abstreifer 3o tragen. Diese Stangen sind
zweckmäßig gemäß Abb. 5 paarweise an dem Querarm 31 angebracht, der an dem in den
Führungen 33 gleitenden Gestänge 32 sitzt. Auch die Abstreiferstangen 29 führen
sich in der -',Zähe der Niederschlagsvorrichtung in der Führung 3,4. Die Doppelstäbe
29 machen es möglich, daß die daransetzenden Bürsten o:ler Abstreifer 30 leicht
an dem jeweils unter ihnen befindlichen Arm 14 vorbeigehen und die inneren Wandungen
der Rohrelektroden 12 samt der Oberfläche der Ausströmer 13 bestreichen können.
Selbstverständlich ist man in der Ausführung der Bürsten o. dgl. nach keiner Richtung
hin beschränkt.
-
Die Vorrichtung zur absatzweisen Drehung der Elektrodengruppen und
Ingangsetzung der Abreinigungsvorrichtung kann verschiedenartig ausgeführt sein.
Beim dargestellten Beispiel ist zu diesem Zweck folgende Einrichtung getroffen:
Ein
Motor 35 dreht durch Schneckenradübersetzung 36, 37 eine Kurbelscheibe 38, die durch
das Gestänge 39 mit dem um die Welle .l.i schwenkbaren Arm d.o verbunden ist (Abb.
6, 7). Auf der Welle .4i sind unabhängig voneinander drehbar die Schalträder
42, .43 angeordnet, die mit den Klinken 45, .14. des Armes 40 zusammenwirken,
derart, daß die Schalträder 42, 43 abwechselnd nach verschiedenen Richtungen gedreht
werden. Das Schaltrad 42 und ein Zahnrad 46 drehen sich mit der Welle 41, das Schaltrad
43 und ein Kegelrad 47 sind dagegen um die Welle 41 als Achse drehbar. Das Zahnrad
.a.6 steht mit dem Antriebsrad 48 der vorerwähnten mittleren Welle 21 und das Kegelrad
.47 mit dem Kegelrad 49 der Welle 5o im Eingriff. Diese Welle trägt eine Kurbelscheibe
5 i, deren Bewegung durch das Gestänge 52 auf das Gestänge 32 der Abstreifervorrichtung
übertragen wird.
-
Die Wirkungsweise ist folgende: Durch die absatzweise Bewegung des
Schaltrades 42 werden die Elektrodengruppen immer jeweils um einen Winkel gedreht,
der der Anzahl der Elektrodengruppen entspricht, also im vorliegenden Falle jeweils
um etwa 30°. 'Nach jeder Weiterschaltung veranlaßt das Schaltrad 43 das Hineinschieben
der Abstreifersrangen 29 in die Rohrelektroden 12 und ihre Wiederzurückführung in
die Anfangslage, bis es anhält. Darauf tritt (las Schaltrad d.2 wieder in Tätigkeit
und bringt die nächste Elektrodengruppe in den Bereich der Kammer i i. Auf diese
Weise wiederholt sich das Spiel. Sobald eine Elektrodengruppe über der Kaminer i
i' steht, ist sie elektrisch von den anderen Gruppen isoliert und ebenso auch mechanisch
durch die Wände 27,28 von dem Gasstrom abgesperrt, so daß die Abreinigung
ohne Störung vor sich gehen kann.
-
Es empfiehlt sich, das Gewicht der Abstreifervorrichtung (furch ein
Gegengewicht 6o an der Kurbelscheibe 51 oder auf sonst eine Art auszugleichen.