DE394342C - Verfahren zur Erhoehung der Wirksamkeit der Bordelaiser Bruehe - Google Patents

Verfahren zur Erhoehung der Wirksamkeit der Bordelaiser Bruehe

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DE394342C
DE394342C DEB101659D DEB0101659D DE394342C DE 394342 C DE394342 C DE 394342C DE B101659 D DEB101659 D DE B101659D DE B0101659 D DEB0101659 D DE B0101659D DE 394342 C DE394342 C DE 394342C
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ERNST LIEBHARDT
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N59/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing elements or inorganic compounds
    • A01N59/16Heavy metals; Compounds thereof
    • A01N59/20Copper

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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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Description

  • Verfahren zur Erhöhung der Wirksamkeit der Bordelaiser Brüh Gegen die Peronospora ist bisher das einzige wirksame Mittel Kupfervitriol, das hauptsächlich in Form der bekannten »Bordelaiser Brühe« verwendet wird. Diese hat jedoch ebenfalls Nachteile, von denen in erster Reihe die Eigenschaft zn erwähnen ist, daß sie vom Regenwasser leicht weggewaschen wird, wodurch die Peronospora die Blätter des Weinstockes und die Traube neuerdings infizieren und unter ungünstigen Verhältnissen trotz wiederholter Besprengung große Schäden verursachen kann. Die Klebkraft ist daher bei guten Besprengungsmitteln ein alter Wunsch. Bei der Bordelaiser Brühe wurde die Steigerung der Klebkraft bereits durch Verwendung von Melasse, Zuckerlösung, Harzseife, Saponin usw. versucht, ein ganz befriedigendes Ergebnis wurde jedoch nicht erreicht. Zweck vorliegender Erfindung ist eine derartige Fixierung der Bordelaiser Brühe am Blatt, daß sie durch das Regenwasser nicht weggewaschen werden kann, so daß das Desinfektionsmittel am Blatt verbleibt und eine neue Infektion nicht erfolgen kann. Dadurch entwickelt sich die Pflanze unter günstigen Verhältnissen und das Ausreifen derselben wird gesichert. Eine vorteilhafte Eigenschaft der nach der Erfindung hergestellten Bordelaiser Brühe ist ferner, daß sie auch gegen den Mehltau, die Traubenmade und den Weinstockfallkäfer (Eumolpus vitis) . ein ausgezeichnetes Prophylaktikum bildet, ja sogar, auf bereits mehltauige Weintrauben angewendet, der Mehltau in kürzester Zeit vernichtet wird, so daß auch die infizierten Weintrauben ausreifen können.
  • Bevor nun auf die Schilderung der Erfindung eingegangen wird, sollen die bisherigen Methoden der Herstellung der Bordelaiser Brühe im allgemeinen beschrieben werden.
  • Bordelaiser Brühe wurde bisher derart hergestellt, daß Kupfersulfatlösung mit Ätzkalk, Sodalösung oder Alkalilaugen in wechselnden Verhältnissen vermischt wurde, wodurch die ätzende Wirkung des Kupfersulfates auf die Traubenblätter aufgehoben wird. Obwohl im allgemeinen eine etwas saure oder schwach alkalische Reaktion der Bordelaiser Bfühe für das Vorteilhafteste gehalten wird, schreiben doch manche Vorschriften die Verwendung von Alkalimengen vor, die eine stark alkalische Reaktion verursachen, namentlich gegen den Getreiderost.
  • Bei der Verwendung von Ätzkalk als Ausfällmittel des Kupfersulfats wird die obere -Grenze der Alkalität durch die Löslichkeit des Kalkhydrats in Wasser bestimmt, die per Liter etwa 1,4 g beträgt.
  • Die mit wasserlöslichen Alkalien hergestellten Bordelaiser Brühen können durch ihren großen Gehalt an Alkalisulfat eine schädliche Wirkung auf die Pflanzen ausüben, und es werden daher im allgemeinen diemit Kalk hergestellten Bordelaiser Brühen vorgezogen.
  • Es wurde nun gefunden, daß das Kleben der Bordelaiser Brühe an der Pflanze und damit die Wirksamkeit und die Sicherheit der Wirkung in außerordentlichem Maße erhöht werden kann, wenn die Alkalität derselben bis zu einer gewissen Grenze erhöht wird, wobei man aber mit Rücksicht auf die obenerwähnte schädliche Wirkung der Alkalisulfate von einer mit Kalk hergestellten Bordelaiser Brühe ausgehen muß. Diese günstige Wirkung zeigt sich nicht, wenn bei der Herstellung der Bordelaiser Brühe ein beliebig großer Kalküberschuß verwendet wird. da dabei höchstens eine Alkalität erreicht werden kann, bei der die Lösung per Liter 1,4 g Kalziumhydroxyd enthält, das rund dergleichen Menge Natriumhydroxyd entspricht. Um also die als vorteilhaft erkannte größere Alkalität zu erreichen --- deren obere Grenze bei der Weintraube gewöhnlich 3 g Natron per Liter entspricht --, wird der auf übliche Weise hergestellten Bordelaiser Brühe in genau abgemessener und kontrollierter Menge Alkalilauge oder ein leicht lösliches Erdmetallhydroxyd oder Alkalikarbonat zugesetzt, welch letzteres durch das vorhandene Kalkhydrat letzten Endes ebenfalls in Alkalihydroxyd verwandelt wird.
  • Die Alkalität einer derart hergestellten Brühe kann je nach der Natur und Widerstandsfähigkeit der Pflanze zwischen bestimmten nicht zu weiten Grenzen variieren. Nach den bisherigen Versuchen hat sich eine 2 bis 3 g Natriumhydroxyd per Liter entsprechende Alkalität als die günstigste erwiesen. GegEbenenfalls läßt sich jedoch im Wege des Versuches immer die obere Grenze finden, bei der die günstige Wirkung der Alkalität im höchsten Maße zur Geltung gelangt, ohne die schädlichen Nebenwirkungen derselben.
  • Mit Rücksicht darauf, daß die bisherigen Forscher im allgemeinen die schwach sauren oder nur sehr schwach alkalischen Bordelaiser Brühen als die vorteilhaftesten befunden haben, mit den Brühen aber, die mit Alkalien hergestellt wurden, im allgemeinen ungünstige Ergebnisse erzielt wurden, war es nicht zu erwarten und nicht vorauszusehen, daß eine derartig mäßige Vermehrung der Alkalität der mit Kalk hergestellten Bordelaiser Brühen einerseits die Klebkraft der Brühe in überraschendem Maße steigert und daß anderseits eine derartige Brühe den Mehltau und andere Schädlinge in kürzester Zeit abtötet. Ausführungsbeispiel. Zum ersten Besprengen der Reben wurde eine 1/2 prozentige, zu den weiteren Besprengungen eine i prozentige Bordelaiser Brühe verwendet unter jeweiligem Zusatz von Prozent einer Lösung von Alkalien, enthaltend pro 100 1 32 kg NaOH und 0,13 kg NI-140H.
  • Dieses Besprengungsmittel wurde in an sich bekannter Weise, wie Bordelaiser Brühe, verwendet und auf Grund von zwei Jahre durchgeführten praktischen Versuchen festgestellt, daß das Mittel fester und längere Zeit haftet als die bekannten Bordelaiser Brühen, daß es keine Verätzungen verursacht, daß das Laub seine grüne Farbe längere Zeit behält und daß in den zwei Versuchsjahren auf den mit dem Mittel behandelten Versuchsparzellen überhaupt keine Peronosporaschäden zu verzeichnen waren.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Erhöhung der Wirksamkeit der Bordelaiser Brühe, dadurch gekennzeichnet, daß die Alkalität der auf eine der üblichen Weisen mit Kalk hergestellten Bordelaiser Brühe durch Zusatz von Alkalien oder leicht löslichen Erdmetalloxyden bzw. -hydroxyden über eine Alkalität von 1,40 g Natriumhydroxyd per Liter erhöht wird, jedoch höchstens so weit, als dieselbe noch keine schädliche Wirkung auf die Pflanze ausübt.
  2. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatz der Alkalien oder löslichen Erdmetalloxyde bzw. -hydroxyde derart bemessen wird, daß die Alkalität der fertigen Brühe auf Natriumhydroxyd berechnet 2 bis 3 g pro Liter beträgt.
DEB101659D 1920-10-02 1921-09-21 Verfahren zur Erhoehung der Wirksamkeit der Bordelaiser Bruehe Expired DE394342C (de)

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