DE387883C - Verfahren zur Herstellung von Ammoniak aus seinen Elementen in Kontaktkammern - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Ammoniak aus seinen Elementen in Kontaktkammern

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DE387883C
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    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/02Preparation, purification or separation of ammonia
    • C01C1/04Preparation of ammonia by synthesis
    • C01C1/0405Preparation of ammonia by synthesis from N2 and H2 in presence of a catalyst
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    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Ammoniak aus seinen Elementen in Kontaktkammern. Das Bestreben bei der Synthese des Ammoniaks nach dem Kontaktverfahren war stets, bei möglichst niedrigen Drucken und niedrigen Temperaturen eine möglichst hohe Volumausbeute an Ammoniak zu erzielen. Da der Ammoniakprozeß exothermisch verläuft, so sinkt die Ausbeute bei erhöhter Temperatur ganz ungeheuer. Nun sind aber die zur Herstellung von Ammoniak in Betracht kommenden Gase, vor allen Dingen der Stickstoff, ziemlich inaktiv. Demzufolge ist die Reaktionsgeschwindigkeit und damit auch die Ausbeute an Ammoniak trotz des bei niedrigen Temperaturen günstigen Gleichgewichts eine geringe. Da bekanntlich durch Zuführung von Wärmeenergie der aktive Zustand, d. h. die Überführung der Gase in die atomistische Form, eine ganz bedeutende Steigerung erfährt, so brachten u. a. die Badische Anilin- und Sodafabrik und Haber bei ihrer Ammoniaksynthese sehr hohe Temperaturen von 7oo bis r ooo° zur Anwendung. Diese Verwendung hoher Temperaturen war aber nur möglich unter gleichzeitiger Anwendung von sehr hohen Drucken wie von Z5o bis Zoo Atm. Es ist nun ohne weiteres einleuchtend, daß eine derartige Anlage, die den obigen Anforderungen genügen soll, sehr teuer zu stehen kommt. Andererseits muß bei einer derartigen Fabrikationsart das Betriebskapital ein sehr großes sein, da die Abnutzung der Apparatur bei diesen hohen Drucken und Temperaturen eine ganz gewaltige ist.
  • Es war nun das Bestreben der Technik, auch bei niedrigen Drucken und niedrigen Temperaturen dieselbe prozentuale Ausbeute an Ammoniak wie nach dem oben geschilderten Verfahren zu erhalten. Bis jetzt ist jedoch kein Verfahren bekannt geworden, mit welchem praktisch ein derartiger Erfolg erzielt worden wäre.
  • Nach dem hier folgenden neuen Verfahren erreicht man diesen Zweck auf folgende Art Man bringt den Katalysator in Kontaktapparate, die aus Röhren oder Kammern mit bestimmten . gleichen Abmessungen bestehen. Eine bestimmte Anzahl solcher Röhren werden hintereinander zu einer Batterie zusammengeschlossen, und zwar derart, daß nach jeder Röhre ein Absorber eingeschaltet wird. Es wird also das in jeder Röhre gebildete Ammoniak vor Eintritt des Gasgemisches in die nächste Röhre absorbiert. Hauptsache dabei ist, daß stets dasselbe Gasgemisch, also dieselbe Menge ohne Ergänzung der zur Ammoniakbildung verbrauchten Gasmenge durch die hintereinandergeschalteten Röhren geführt wird.
  • Es ist dies also das Gegenstück zum Kreislauf, bei welchem die in Reaktion tretenden Produkte quantitativ stets dieselben bleiben, wie dies z. B. bekannten Verfahren zugrunde liegt, nach welchen im Gegensatz zu vorliegender Erfindung die zu Ammoniak umgesetzte Gasmenge nach der Absorption stets wieder ersetzt wird.
  • Durch diese Arbeitsweise wird zwar eine bedeutende Ersparnis an Kraft erzielt, jedoch niemals Erhöhung der Stoffausbeute gewonnen. Eine solche tritt aber bei dem Verfahren gemäß vorliegender Erfindung tatsächlich ein, indem dasselbe Gasgemenge durch mehrere Röhren hintereinander über denselb:n Katalvsator ohne Ersatz des zu Ammoniak umgewandelten Gasgemisches geleitet wird, so daß also in jedem Rohre dieselbe Menge -des Gasgemisches zu Ammoniak umgesetzt wird.
  • Die Anzahl der hintereinanderzuschaltenden Röhren hängt natürlich von der Wirksamkeit des Katalysators ab und kann nur so lange vergrößert werden, wie sich die Zusammensetzung und die Geschwindigkeit des Gasgemisches nicht dermaßen ändert, daß hierdurch eine ganz bedeutende Verminderung der Raumzeitausbeute eintritt.
  • Diese Arbeitsweise hat außerdem gegenüber einem Kreislaufverfahren folgenden Vorteil. Leitet man das Stickstoffwasserstoffgemisch in bekannter `'eise unter jeweiligem Ersatz des zu Ammoniak umgesetzten Gasgemisches in dauerndem Kreislaufe über die Kontaktmasse, so findet allmählich eine Anreicherung von Stoffen in dem Gasgemische statt, welche dem Kontaktmaterial außerordentlich schädlich sind. Es sind dies hauptsächlich die im verwendeten Stickstoff und Wasserstoff enthaltenen Verunreinigungen, wie Argon, Kohlenoxyd, Schwefel, Schwefelwasserstoff, Sauerstoff, Kohlensäure, Methan usw. Durch die Anreicherung dieser Stoffe im Gasgemisch wird einmal dessen Zusammensetzung selbst für die Ammoniaksynthese ungünstig beeinflußt, dann wird aber vor allen Dingen durch die Konzentration von Sauerstoff, Kohlenoxyd, Schwefel und Methan die Kontaktsubstanz alsbald derartig verdorben, daß entweder eine Regeneration oder gar eine vollständige Erneuerung derselben notwendig wird. Was dies aber bei der Durchführung der Ammoniaksynthese zu bedeuten hat, dürfte jedem Fachmann hinreichend bekannt sein. Ganz abgesehen davon, daß durch obenerwähnte Verunreinigungen des Gasgemisches und mithin der Kontaktmasse die Ammoniakausbeute allmählich zurückgeht, sind die Kosten, die eine wiederholte Regenerierung der Kontaktsubstanz oder gar ein vollständiger Ersatz derselben erfordert, ganz ungeheuer.
  • Diese Nachteile des bekannten Kreislaufverfahrens werden aber durch das vorliegende Verfahren vollständig beseitigt. Dadurch, daß man das Gasgemisch unter jeweiliger Absorption des in den einzelnen Ofen gebildeten Ammoniaks so lange durch hintereinandergeschaltete Systeme ohne Ersatz der umgesetzten Gasmenge hindurchsendet, bis der größte Teil in Ammoniak umgewandelt ist, hat man es in der Hand, den letzten Rest des Gasgemisches, sofern dies notwendig erscheint, entweder in die Luft zu lassen oder zwecks Reinigung in eine entsprechende Apparatur zu senden. Auf alle Fälle verhütet man auf diese Weise eine Anreicherung der Verunreinigungen in dem Gasgemisch und die dadurch verursachte Vergiftung der Kontaktsubstanz. Die Lebensdauer des Katalysators ist infolgedessen eine viel größere als bei dem bekannten Kreislaufverfahren. Die geringen Verluste, die durch Entweichenlassen des letzten Gasrestes in die Luft entstehen, sind verschwindend im Verhältnis zu den Kosten, die ein wiederholtes Regenerieren oder gar die wiederholte Erneuerung des Katalysators erfordert.
  • Jedoch sind hiermit die technischen Vorteile des Verfahrens gegenüber dem Kreislaufverfahren noch nicht erschöpft.
  • Um die obenerwähnten Übelstände des Kreislaufverfahrens unter jeweiligem Ersatz der umgesetzten Gasmenge einigermaßen zu beseitigen, muß vor allen Dingen darauf gesehen werden, daß sowohl der Stickstoff als auch der Wasserstoff die größte Reinheit besitzen. Dieses ist aber hauptsächlich in bezug auf Wasserstoff, der den größten Teil des Gasgemisches ausmacht, mit ungeheuren Schwierigkeiten und Kosten verbunden. Da der elektrolytische Wasserstoff für die Ammoniaksvnthese zu teuer kommt, so muß ein aus Mischgas, Wassergas, Generatorgas oder Abgasen hergestellter verwendet werden, solche Gase enthalten aber die obenerwähnten Verunreinigungen zumeist in großen Mengen. Auch bei wiederholtem Reinigen ist eine vollständige Entfernung besonders des Kohlenoxyds, des Schwefels und des Methans vollständig ausgeschlossen. Da nach der vorliegenden Arbeitsweise das Gasgemisch nur einmal über die Kontaktmasse in den einzelnen Ofen geleitet wird und so höchstens allmählich in langer Zeit eine kleine Verunreinigung der Masse in den letzten zwei Ofen eintreten kann, kann man leicht Wasserstoff und Stickstoff mit größeren Mengen von Verunreinigungen benutzen, ohne befürchten zu müssen, daß die Kontaktsubstanz darunter leidet. Hierdurch spart man nicht nur ganz bedeutende Kosten zum Reinigen der Gase, sondern kann auch wasserstoffhaltige Gase zur Ammoniaksynthese verwenden, deren Benutzung bei dem bekannten Verfahren ausgeschlossen ist.
  • Nach vorliegender Arbeitsweise gelingt es also, im Gegensatz zu anderen Verfahren, schon bei Anwendung niedriger Drucke die Stoffausbeute ganz bedeutend zu erhöhen.
  • Erreicht man einerseits diesen technischen Erfolg durch das Hintereinanderschalten mehrerer Rohre zu einer Batterie unter jeweiliger Absorption des gebildeten Ammoniaks, so erzielt man anderseits durch die Nichtersetzung der zu Ammoniak umgesetzten Gasmenge gleichzeitig einen weiteren hervorstechenden Vorteil gegenüber anderen bekannt gewordenen Arbeitsmethoden. Der Erfolg besteht darin, daß man hierdurch in der Lage ist, die Raumzeitausbeute und die Stoffausbeute gleichzeitig zu vergrößern. Denn dadurch, daß man mehrere Rohre unter jeweiliger Absorption des gebildeten Ammoniaks hintereinanderschaltet, ohne die umgesetzte Gasmenge zu ersetzen, kann die Anfangsgasgeschwindigkeit. ganz bedeutend höher. gewählt werden, als dies im umgekehrten Fälle möglich wäre. Hierdurch erhält man für das Liter Kontaktraum eine viel größere Ammoniakmenge und demzufolge eine ganz bedeutende Steigerung der Raumzeitausbeute, die ja bei der praktischen Durchführung der Ammoniaksynthese von allergrößter, wenn nicht ausschlaggebender Bedeutung ist. Geht auch bei erhöhter Anfangsgeschwindigkeit in dem ersten Rohre oder in den beiden ersten Rohren die Stoffausbeute etwas zurück, so ist man bei unserer Arbeitsweise gleichwohl in der Lage, die Stoffausbeute auf derselben Höhe zu erhalten, die man mit dem betreffenden Katalysator bei der kleinsten Geschwindigkeit erzielt hat, indem die Anzahl der hintereinanderzuschaltenden Rohre einfach größer gewählt wird.
  • Aber man hat durch diese Arbeitsweise nicht nur die Möglichkeit, die Anzahl der hintereinanderzuschaltenden Rohre zu vergrößern und so die Stoff- und Raumzeitausbeute gleichzeitig zu erhöhen, sondern man kann auch vor allen Dingen die Länge der Heizfläche der einzelnen Rohre bedeutend größer wählen, wodurch ebenfalls eine Erhöhung der Stoffausbeute erreicht wird, ohne daß man dabei infolge der großen Gasgeschwindigkeit Gefahr läuft, die Dissoziationstemperatur des Ammoniaks in den einzelnen Röhren zu überschreiten.
  • Arbeitet man dagegen, wie dies bis jetzt allgemein üblich war, mit mehreren Rohren, die parallel geschaltet zu einer Batterie zusammengeschlossen sind, unter gleichzeitigem Ersatz der umgesetzten Gasmenge, dann ist man gezwungen, als Anfangsgasgeschwindigkeit diejenige zu wählen, bei der der in Frage kommende Katalysator die beste Ammoniakausbeute liefert. Man hat es also in diesem Falle niemals in der Hand, die Stoff- und Raumzeitausbeute gleichzeitig zu erhöhen. Nach dem hier vorliegenden Verfahren dagegen kann sowohl die Raumzeitausbeute als auch die Stoffausbeute auf einer derartigen Höhe gehalten werden, daß das Verfahren auch bei Anwendung von nur einem Drittel der bis jetzt in Frage kommenden Drucke wirtschaftlich durchführbar ist.
  • Nach all den bisher bekannt gewordenen Verfahren ging bei Erhöhung der Gasgeschwindigkeit und bei Einhaltung derselben Menge an Kontaktsubstanz die Volumausbeute ganz bedeutend zurück (s. Zeitschrift für Elektrochemie, Band a1, Jahrgang 1915, Nr. 9 und 1o, S. a43). Während dort bei einer Steigerung der Gasgeschwindigkeit um das 13- bis 14fache die Volumausbeute auf ungefähr die Hälfte zurückging, blieb sie nach dem Verfahren gemäß vorliegender Erfindung auch bei einer 15- bis 3ofachen Erhöhung der Gasgeschwindigkeit ziemlich die gleiche, während die Raumzeitausbeute um das 2o- bis 5ofache erhöht wurde.
  • Das Hintereinanderschalten von Kontaktapparaten ist an sich nicht neu. Es ist insbesondere für den Deaconprozeß vorgeschlagen worden, bei dem sich die Kontaktmasse (intermediär gebildetes Kupferchlorür) verflüchtigt. Der zweite Kontaktapparat soll also gewissermaßen als Vorlage dienen und die verflüchtigte Kontaktmasse auffangen, nicht aber im gleichen Sinne wie der vorhergehende Apparat arbeiten. Ferner ist das Hintereinanderschalten von Kontaktapparaten empfohlen worden für solche Verfahren, bei denen die Hauptreaktion und die Höchsttemperatur sich in der Richtung des Gasstromes verschieben. Der hintergeschaltete Apparat dient in diesem Fall als Wärmespeicher, arbeitet also ebenfalls nicht im selben Sinne wie der vorhergehende.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Ammoniak aus seinen Elementen in Kontaktkammern bei Drucken unter 4oo Atmosphären, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Kontaktkammern hintereinandergeschaltet und zu einer Batterie zusammengeschlossen werden, und zwar derart, daß das in jeder Kontaktkammer entstandene Ammoniak vor dem Eintritt in die nächste Kammer aus dem Gasgemisch entfernt wird, ohne daß hierbei die zu Ammoniak umgesetzte Menge des Gasgemisches wieder ersetzt wird.
DEH77183D 1919-05-25 1919-05-25 Verfahren zur Herstellung von Ammoniak aus seinen Elementen in Kontaktkammern Expired DE387883C (de)

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