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Verfahren zur Darstellung von N-Alkylaminofettsäuren und deren N-Aoidylderivaten.
Ein allgemein anwendbares Verfahren zur Überführung von Aldehyden R - C H O und
Ketonen R R' - C O in N-Alkylaminofettsäuren R-CH.-NH(CHR")"-COOH bzw. RR'-CH-I\TH-(CHR")"COOH>«=)
ist nicht bekannt. Während Aldehyde, z. B. BenzaIdehyd, sich mit Aminoaldehydacetälen,
z. B. Atninoacetaldehydacetal, zu N-Alkylidenaminoaldehydacetalen, wie Benzalaminoacetaldehydacetal
Q Hs - C H - N - C HZ - C H (O C, Hs) 2, vereinigen, die leicht zu N-Alkylaminoaldeliydacetalen,
z. B. Benzylaminoacetaldehydacetal C,H,-CHZ-NH-CH.-CH(OC..H,)2, reduziert werden
können (E. F i s c h e r , Ber. a6 g8931, S.487), ist die entsprechende Reaktionsfolge
bei -Anwendung von Aminofettsäureestern noch nicht beschrieben worden.
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Der Versuch zeigte, daß das durch Einwirkung von Glycinäthylester
auf Benzaldehyd erhaltene Reaktionsprodukt bei der Reduktion nur sehr geringe Mengen
von 1\T-Benzylglycin lieferte; im Höchstfalle wurden :2o Prozent *) Im einfachsten
Falle beim Glycin ist: R" - H, n - i erhalten. Nebenher entstehen hochmolekulare
Kondensationsprodukte, deren Bildung dadurch bedingt ist, daß sich Glycinester und
Benzaldehyd nicht im Verhältnis molekularer Mengen kondensieren, sondern daß bei
Anwendung äquimolekularer Mengen mehr Benzaldehyd als Glycinester verbraucht wird.
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Die Darstellung derN-Alkylaminofettsäuren aus Aldehyden und Ketonen
gelingt dagegen, wenn man als Zwischenprodukte die N-Cyanalkylaminofettsäureester
benutzt. In Form ihrer salzsauren Salze sind diese bereits bekannt (S t a d n i
k o f f , Ber. 41 (19o81, S. 4364), und zwar wurden sie durch Wechselwirkung von
salzsauren Aminofettsäureestern, Cyankalium und Aldehyden in ätherischer Lösung
bei Gegenwart von Wasser dargestellt.
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Die . für das im folgenden beschriebene Verfahren erforderlichen freien
N-Cyanalkylaminofettsäureester - werden mit fast quantitativer Ausbeute erhalten
durch Einwirkung wäßriger Lösungen von Aminofettsäureestern (hergestellt aus; ihren
haloggnwasserstoffsauren Salzen und wäßrigem Alkali) auf die Bisulfitverbindungen
von Aldehyden und Ketonen und Umsetzung der so erhaltenen Salze von Abkömmlingen
der Aminomethanschwefligsäure mit Alkalicyanid, z. B.
Diese Darstellungsweise entspricht der Einwirkung von Alkylaminen
auf die Bisulfitverbindungen von Aldehyden und Ketonen und Umsetzung der so erhaltenen
Salze der Aminomethanschwefligsäure mit Alkalicyanid (vgl. B u c h e r e r , Patentschrift
id.i5o9, und K n ö v e n a g e 1, Patentschrift 153193)-F_- wurde nun die bisher
noch nicht bekannte Beobachtung gemacht, daß es gelingt, nicht nur die Estergruppe
der N-Cyanalkylaminofettsäureester durch Behandlung mit Alkalihvdroxvden in alkoholischer
Lösung zu verseifen, sondern auch die Cyangruppe in Form von Alkalicyanid abzuspalten,
so daß die Alkalisalze der bisher noch nicht bekannten N-A lkylidenaminofettsäuren
entstehen. Diese Verbindungen werden aber nur erhalten, wenn bei ihrerDarstellung
hydrolysierende Einflüsse möglichst vermieden werden; die besten Ergebnisse lassen
sich bei Anwendung der berechneten Menge Alkalihy droxyd unter Vermeidung eines
Überschusses von Wasser erzielen. Dies wird zweckmäßigerweise dadurch erreicht,
daß man die berechnete Menge Mkalimetall in absolutem Alkohol löst und dann die
zur Reaktion erforderliche Menge Wasser hinzufügt. Bei dem oben angeführten Beispiel
vollzieht sich die Reaktion im Sinne folgender Gleichung:
Wendet man Kaliumhydroxyd an, so kristallisiert zuweilen nur Cyankalium aus, und
das alkylidenaminofettsaure Salz kann dann aus der Lösung durch Eindampfen gewonnen
werden, während bei Verwendung von Natriumhvdroxv d sich in manchen Fällen das schwery
lösliche alkylidenaminofeitsaure Natrium abscheidet und I\Tatriumcyanid in Lösung
bleibt.
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Zu den freien Alkylidenaniinofettsäuren gelangt man, wenn man auf
die N-Cyanalkylaminofettsäureester nur i -.\iol. Alkalihydroxyd in alkoholischer
Lösung hinzufügt, dann von dem entstandenen, in Alkohol schwer löslichen Kaliumcvanid
abfiltriert und das Filtrat unter vermindertem Druck eindampft. Man erhält dann
die Alkylidenaminofettsäuren in Form glasig erstarrender, wenig gefärbter Sirupe,
die sich in Äther nicht, in Alkohol und verdünnten, mit Eis gekühlten wäßrigen Laugen
dagegen leicht lösen. In Wasser sind sie in der Kälte schwer löslich, bei steigender
Temperatur erfolgt Lösung, und bald tritt beim stärkeren Erwärmen Zersetzung ein.
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Mit Säurehalogeniden bzw. Säureanhydriden setzen sich die alkylidenaminofettsauren
Salze zu gut kristallisierten Acydilverbindungen um, indem sie in einer tautomeren
Form reagieren, z. B.:
Die Alkylideiiaminofettsäuren, ihre Salze und Acidylverbindungen werden sehr leicht
hydrolytisch gespalten unter Rückbildung von Aldehyden und Aminosäuren, z. B.: CBH6.CH:N#CH$#COOH
-1- H$0 --. CBHs-CHO + NI-I2-', H2#COOH. Nur in stark gekühlter wäßriger Lösung
sind die Salze verhältnismäßig beständig.
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Bei der Reduktion z. B. mit Natrium in alkoholischer Lösung oder mit
Natriumamalgam in stark gekühlter wäßriger Lösung liefern die Alkylidenaminofettsäuren
die entsprechenden Alkylaminofettsäuren. Letztere Reduktionsmethode kann mit einer
Acidylierung verbunden werden, so daß sofort die Acidylverbindungen der Alkylaminofettsäuren
entstehen, z. B.: CaHb-CH:N.CH$#COONa+CHg.CO-0#CO#CH$+NaOH +H2 =CBH6.CH$-N(COCH3)CHs.C00Na+CHa.COONa+Ha0.
Die hier beschriebene neue Methode zur Darstellung von Alkylaminofettsäuren hat
vor den bisher bekannten den großen Vorteil, daß i. alle Reaktionen, beginnend bei
den als Ausgangsstoffe dienenden Aldehyden bzw. Ketonen und Aminosäuren, mit fast
quantitativen Ausbeuten verlaufen, 2. daß die Ausgangsstoffe leicht zugänglich sind.
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Die Alkyliden- und Alkylaminofettsäuren
sowie - ihre
Ddrivate sollen als Zwischenprodukte zur Darstellung von pharmazeutischen Präparaten
Verwendung finden.
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Beispiel i.
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38 Gewichtsteile der Natriumbisulfitverbindung des Benzaldehyds werden
in 7o Gewichtsteilen Wasser suspendiert und unter Eiskühlung und Turbinieren mit
einer wäßrigen Lösung von Glycinester versetzt. Diese wird aus 27,8 Gewichtsteilen
Glycinesterhydrochlorid gelöst in 15 Gewichtsteilen Wasser und der berechneten Menge
konzentrierter Natronlauge unter starker Kühlung hergestellt. Das Reaktionsgemisch
wird 3 Stunden unter Kühlung mit Eis turbiniert, die letzte halbe Stunde beiZimmertemperatur,
wobei dieBisulfitverbindung desBenzaldehyds inLösung geht. Darauf gibt man eine
konzentrierte wäßrige Lösung von: i i,8 Gewichtsteilen Cyankalium zu und läßt i
Stunde stehen. Die Flüssigkeit trübt sich milchig und scheidet an cler Oberfläche
ein dickes; gelbliches 01 ab. Dieses wird abgetrennt und getrocknet. Die
Ausbeute an Cyanbenzylglycinester beträgt 36,8 Gewichtsteile oder 9o Prozent der-
theoretischen Menge.
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Dieser Ester wird in 18,4 Gewichtsteilen Alkohol gelöst und dann mit
einer Lösung von alkoholischer Kalilauge versetzt, die durch Lösen von 6,36 Gewichtsteilen
Kalium in i4o Gewichtsteilen absolutem Alkohol unter Zugabe von 3,68 Gewichtsteilen
Wasser hergestellt wird. Die Re- aktion vollzieht sich unter Erwärmung, die durch
Wasserkühlung gemäßigt wird. Nach 24stündigem Stehen wird vom Cyankalium abfiltriert
und das Filtrat unter vermindertem Druck eingedampft. Hierbei bleibt das Benzylidenglycin
als eine in der Kälte glasig erstarrende, hellbraune Masse zurück, die in Äther
und Eiswasser unlöslich, in Alkohol und kalten, verdünnten, wäßrigen Laugen löslich
ist. Die Ausbeute ist quantitativ.
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Durch Einleiten von Chlorwasserstoffgas in die ätherische Lösung des
Cyanbenzylglycinesters erhält man mit fast quantitativer Ausbeute dessen Hydrochlorid
vom Smp. 82°, das bereits von S t a d n i k o f f (Der. 41 [igo8], S.4364) dargestellt
worden ist.
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Beispiel e.
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14,o Teile des nach Beispiel i dargestellten Cyanbenzylglycinesters
werden in 7 Gewichtsteilen absolutem Alkohol gelöst und mit einer Lösung von alkoholischer
Natronlauge versetzt, die durch Lösen von 2,95 Gewichtsteilen Natrium in 7a Gewichtsteilen
absolutem Alkohol unter Zugabe von 1,2 Gewichtsteilen Wasser hergestellt .wird.
Nach 24stündigem Stehen in der Kälte wird von dem ausgeschiedenen :Natriuinsalz
abfiltriert. Die Ausbeute beträgt 11,5 Gewichtsteile, das ist die quantitative Menge.
Das Salz gibt keine Blausäurereaktion und hat einen Natriumgehalt von 12,48 Prozent
(Ber. 12, 42). Es ist ein schwach gelb gefärbtes feines Kristallpulver, das hygroskopisch
ist und beim Stehen an der Luft infolge der dabei stattfindenden Hydrolyse schwach
nach Benzaldehyd riecht. Es ist in Äther und kaltem Alkohol unlöslich.
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B-eispiel 3.
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io Gewichtsteile Natriumsalz werden in So Gewichtsteilen Tetrachlorkohlenstoff
suspendiert und mit 5,51 Gewichtsteilen Essigsäureanhydrid versetzt. Man erhitzt
bis zum Sieden und erhält 15 Minuten in gelindem Sieden. Die Reaktionsmasse wird
alsdann mit Tetrachlorkohlenstoff extrahiert. Die - Ausbeute an Acetylverbindung
beträgt mindestens 7 Gewichtsteile. Der Körper kristallisiert aus Tetrachlorkohlenstoff
in -weißen, atiasglänzenden Nadeln, die bei io2 bis io2,5° schmelzen. Er ist leicht
-löslich in Essigester und Chloroform, in der Wämre löslich in Äther, Alkohol, Tetrachlorkohlenstoff
und unlöslich in Petroläther. Beim Erwärmen mit Wasser tritt hydrolytische Spaltung
ein. Die analytische Zusammensetzung ist: C11 H1103 N. (Gef.: C - 63,77; H_-_.5,26;
N-6,go. - Ber.: C.-64,37; H-5,41; N - 6,83.) Beispie14. 3 Gewichtsteile Natriumsalz
des Benzylidenglycins werden in 2o Gewichtsteilen Eiswasser gelöst und unter Eiskühlung
mit So Gewichtsteilen Natriumamalgam reduziert. Während der portionsweisen Zugabe
des Amalgams gibt man 2 Gewichtsteile Essigsäureanhydrid in kleinen Anteilen zu.
Nach Beendigung der Reaktion wird zur Entfernung geringer Mengen von Zersetzungsprodukten
ausgeäthert, dann mit verdünnter Salzsäure bis zur schwach mineralsauren Reaktion
versetzt und nochmals ausgeäthert. Nach Entfernung des Äthers und der freien Essigsäure
erstarrt der Rückstand zu einer harten Kristallmasse von AcetylbenzyIglycin. * Die
Ausbeute beträgt 2,6 Gewichtsteile oder 78 Prozent der Theorie. Der Körper ist leicht
löslich in Alkohol, löslich in Essigester, Chloroform und Aceton besonders in der
Wärme; in Wasser und Benzol ist er in der Kälte. schwer, in derWärme leichterlöslich.
InÄther, Ligroin und Schwefelkohlenstoff ist er auch in der Wärme schwer löslich.
Die Verbindung -läßt sich - aus einem _ Gemisch von Ligroin und Chloroform oder
aus heißem Wasser umkristallisieren. Der Schmelzpunkt beträgt-i25°. Die analytische
Zusammensetzung ist: C11 Hi"s O3 N. _ (GeL : C - 63,8g; -H - 6;3g;
N=6,45.
- Ber.: C==63,74-. H=6,3»2; N _-_ 6,76.) Beispiel s. , Nach Beispiel i wird Benzylidenglycin
hergestellt und in alkoholischer Lösung mit der gleichen Gewichtsmenge Natrium in
der Wärme reduziert. Dann wird unter Kühlung in konzentrierte Salzsäure eingegossen,
vom abgeschiedenen Kochsalz abfiltriert, das Filtrat zur Trockne eingedampft und
der Rückstand mit absolutem Alkohol in der Wärme ausgelaugt. Beim Erkalten kristallisiert
das Hydrochlorid des Benzylglycins aus. Der Schmelzpunkt liegt bei 214° in Übereinstimmung
mit den Literaturangaben (M a s o n , Winder Soc. 65, 189 und M a n n i c h , K
u -p h a 1, Ber. 45 L1912, S.314).
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Beispiel d.
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In Analogie mit Beispiel i werden i2 Gewichtsteile der Bisulfitverbindung
des Piperonals in 75 Gewichtsteilen Wasser suspendiert und mit Glycinester aus 7,3
Gewichtsteilen des Hydrochlorids umgesetzt. Die Reaktion ist nach vierstündigem
Turbinieren, davon 2 Stunden unter Eiskühlung, 2 Stunden bei Zimmertemperatur, beendet.
Dann wird mit 3 Gewichtsteilen Cyankalium umgesetzt. Die Ausbeute an Cyanpiperonylglycinester
beträgt i i Gewichtsteile.
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Die Umwandlung in Piperonylidenglycin vollzieht sich in derselben
Weise wie bei der Darstellung des Benzylidenglycins Die Löslichkeitsverhältnisse
und sonstigen Eigenschaften sind die gleichen.
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Das Hydrochlorid des Cyanpiperonylglycinesters, .dargestellt wie in
Beispiel i beschrieben, hat den Smp. 152° (Ber.: Cl - 11,87; Gef.: Cl - 11,51).
Es ist unlöslich in Äther, ziemlich löslich in Alkohol bei Zimmertemperatur, löslich
in Wasser unter Salzsäureabspaltung und Bildung von freiem Nitrilester. Durch wäßriges
Alkali erführt es in der Hitze Hydrolyse unter Bildung von Alkalicyanid.
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Beispiel 7.
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In Analogie mit Beispie12 läßt sich auch die Natriumverbindung des
Piperonylidenglycins gewinnen. Im allgemeinen gleicht sie der Natriumverbindung
des Benzylidenglycins, nur ist sie bedeutend löslicher in absolutem Alkohol. Daher
fällt sie auch nicht quantitativ aus, vielmehr bleibt ein erheblicher Teil mit Natriumcyanid
in der alkoholischen Lösung. Beispiel 8.
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Das Kaliumsalz des Piperonylidenglycins wird in Analogie mit Beispie14
unter gleichzeitiger Acetylierung reduziert. Hierbei entsteht in guter Ausbeute
das Acetylpiperonylglycin.
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Durch Reduktion des Natriumsalzes des Piperonylidenglycins mit Alkohol
und Na-. trium, Versetzen mit konzentrierter Salzsäure und Abfiltrieren von Natriumchlorid
erhält man das Piperonylglycinhydrochlorid. Nach dem Umkristallisieren aus Alkohol
bildet es kleine,. weiße, glänzende Nadeln vom Smp. 2241 (Ber.: Cl -14,44;
Gef.: C,==14,67). Durch Umsatz mit der berechneten Menge alkoholischer Natronlauge
erhält man nach dem Abfiltrieren vom Kochsalz und Verdampfen des Alkohols Piperonylglycin
vom Smp.2o6 bis 2o7° nach dem Umkristallisieren aus Wasser in Übereinstimmung mit
M a n n i c h und K u p h a 1 (Ber. 45 L1912, S.319).
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Beispiel g.
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14 Gewichtsteile der Natriumbisulfitverbindung des Acetons werden
in 3o Gewichtsteilen Wasser gelöst und unter gleichen Bedingungen, wie in Beispiel
i beschrieben, mit einer wäßrigen Lösung von Glycinester aus 13,4Gewichtsteilen
reinen Hydrochlorids versetzt. Die Dauer der Einwirkung beträgt 21/2 Stunden. Nach
Zusatz von 5,5 Gewichtsteilen Kaliumcyanid läßt man i Stunde stehen und gewinnt
nach Absättigung mit .\ atriumchlorid den Cyanisopropylglycinester als fast farbloses
Öl. Die Ausbeute beträgt io,5 Gewichtsteile.
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Aus diesem gewinnt man das Natriumsalz des Isopropylidenglycins in
Analogie mit Beispiel 2 als reines Kristallpulver, das durch Waschen mit Alkohol
vom Natriumcyanid nicht völlig getrennt werden kann. Die Ausbeute ist fast quantitativ.
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Das Hydrochlorid des Cyanisopropylglycinesters hat den Smp.87° (Ber.:
C,_-1;,16; Gef.-'C, - 17,3 '). Es ist unlöslich in Äther und löslich in Alkohol.
Wasser löst es unter weitgehender hydrolytischer Spaltung, wobei Blausäure auftritt.
Beispiel 1o.
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3,5 Gewichtsteile des Natriumsalzes des Isopropylidenglycins werden
in etwa 5o Gewichtsteilen absolutem Alkohol zum größten Teil gelöst und dann unter
Rückflußkühlung mit io Gewichtsteilen Natrium bei der Siedetemperatur des Alkohols
reduziert. Nach dem Erkalten wird mit 42 Gewichtsteilen Salzsäure (spei. Gewicht
1,i9) unter Kühlung neutralisiert, vom abgeschiedenen Kochsalz abfiltriert und das
Filtrat eingedampft. Der Rückstand wird mit kaltem Alkohol ausgelaugt, die Lösung
eingeengt und mit absolutem Äther versetzt. Das Hydrochlorid des Isopropylglycins
scheidet sich in feinen, perlmutterglänzenden Kristallschuppen aus. Die
Ausbeute
beträgt 2,9 Gewichtsteile oder 6o Prozent der Theorie.
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Das Hydrochlorid des N-Isopropylglycins, erhalten durch Versetzen
der alkoholischen Lösung mit absolutem Äther, hat den Smp. 203 bis 2o4°.
Beim Schütteln der wäßrigen Lösung mit Silberoxyd und Entfernung des überschüssigen
Silbers im Filtrat mit Schwefelwasserstoff entsteht N-Isopropylglycin. Es kristallisiert
aus der konz. alkoholischen Lösung und hat den Smp. 192 bis I93° (Ber.: C = 5I,25
; @ H==9,47; N = i i,96; Gef.: C= 51,04;H- 9,51;N =11,89). Es ist leicht löslich
in Wasser, schwer löslich in kaltem, leichter in warmem Alkohol. Es ist unlöslich
in Chloroform, Essigester und Äther. Beispiel ii.
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154 Gewichtsteile Alaninäthylesterhydrochlorid werden in 3oo Gewichtsteilen
Eiswasser gelöst und unter Kühlung und Turbinieren mit 126 Gewichtsteilen neutralem
Natriumsulfit (wasserfrei) und dann mit io2 Gewichtsteilen Benzaldehyd versetzt.
Das Reaktionsgemisch wird 21/2 Stunden bei o° turbiniert und dann noch "j2 Stunde
bei Zimmertemperatur. Zu der klaren Lösung fügt man nun eine konzentrierte, wäßrige
Lösung von 65 Gewichtsteilen Kaliumcyanid. Der Cyanbenzylalaninester scheidet sich
sofort ab. Ausbeute 9o Prozent der theoretischen Menge.
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Dieser Ester wird in ioo Gewichtsteilen Alkohol gelöst und dann mit
zehnprozentiger alkoholischer Natronlauge (2 Mol. Na O H auf i Mol. Ester) versetzt.
Das Natriumsalz des Benzylidenalanins kristallisiert bald aus, während Natriumcyanid
in Lösung bleibt. Ausbeute fast quantitativ. Das Salz ist in Äthylalkohol auch in
der Wärme nahezu unlöslich; in warmemMethylalkohol ist es dagegen ziemlich löslich.
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Das Natriumsalz wird in der 2ofachen Gewichtsmenge Methylalkohol suspendiert
und mit der gleichen Gewichtsmenge Natrium in der Wärme reduziert. Dann wird in
überschüssige, konzentrierte Salzsäure unter Kühlung eingegossen, wobei sich die
Hauptmenge des Natriumchlorids abscheidet. Zur vollständigen Trennung vom Kochsalz
wird das Fairat eingedampft up.! der Rückstand mit kaltem, absolutem Al!c#üoi_ extrahiert.
Die alkoholische Lösung wer,] wieder verdampft und der Rückstand mit Wasser aufgenommen.
Z-on einer .geringen Menge dunkel gefärbter, öliger Verharzungsproduk-Le wird durch
Extrahieren mit Äther befreit. Aus cler so erhaltenen farblosen Lösung des Hydrochl@.rids
des N-Benzylalanins erhält man die freie Aminosäure durch, Schütteln mit Silberoxyd
und Ausfällen des in Lösung gegangenen Silbers durch die erforderliche Menge Normalsalzsäure.
Nach dem Verdampfen des Wassers bleibt das Benzylalanin als Sirup zurück, der bei
Behandlung mit Alkohol kristallisiert. Die Aminosäure zeigt die größte Ähnlichkeit
mit der bereits bekannten optisch aktiven Form (Ber. d. D. chem. Ges.49 [igi6],
S. 136o). Sie hat den Smp. 258°, ist in Wasser leicht, in den üblichen organischen
Lösungsmitteln schwer oder gar nicht löslich und kann aus viel Methylalkohol auf
Zusatz von Äthylalkohol zur konzentrierten Lösung umkristallisiert werden. Die Salze
mit Mineralsäuren sind in Wasser leicht löslich, schwer löslich ist das Phosphorwolframat.
Auf Zusatz von Kupfersulfat zur schwach ammoniaklischen Lösung fällt das Kupfersalz
als hellblauer kristallinischer Niederschlag aus.