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Presse zur Auspressung von Flüssigkeit. Die Erfindung bezieht sich
auf Pressen zur Entfernung von Flüssigkeit aus flüssigkeitshaltigen Stoffen, wie
Papiermasse, Wollstoff, Filz, Faserstoffen und ähnlichen Industrieprodukten, weiter
Rohwolle, Schlamm, Fischrückstände, Früchte und andere Vegetabilien sowie Rückstände
von solchen, Ölsaaten, Nüsse, Palmkerne, Copal, zerkleinerte Zuckerrüben und Zuckerrohr,
Holzstoff u. dgl. m. Es handelt sich um Pressen, bei denen quer durch das in
der
Druckkammer befindliche Preßgut ein Gas-, Dampf- oder Flüssigkeitsstrom geleitet
werden kann. Derartige Pressen, mit denen das Preßgut zunächst zusammengepreßt wird,
damit alsdann im kontinuierlichen Arbeitsgang der Dampf usw. zur Wirkung gebracht
und nach dessen Abstellung sofort fertiggepreßt werden kann, sind erfindungsgemäß
folgendermaßen ausgebildet: Die Druckkammer, die am besten ringförmig gestaltet
ist, hat zwei Filterflächen, eine größere und eine kleinere. Durch die erstere werden
die ausgepreßte Flüssigkeit und der hindurchgeleitete Dampf usw. gedrückt, durch
die zweitgenannte entweicht einerseits Flüssigkeit, anderseits tritt durch sie der
Dampf usw. in das unter Druck stehende Gut ein. Weiter reichen die Wandungen und
die Dampfeinlaßvorrichtungen der inneren Preßzylinder nicht bis an den Pressenkopf,
sondern belassen einen Zwischenraum zwischen ihrem oberen Ende und dem Kopf, der
einen Druckausgleich ermöglicht.
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Dieser Aufbau der Presse ermöglicht bei einfacher und haltbarer Ausführung
eine zweckmäßige und wirtschaftliche Durchführung des eingangs erwähnten Preßverfahrens.
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In der Zeichnung sind zwei verschiedene Ausführungsformen der Presse
dargestellt. Abb. i und 2 zeigen Schnitt und Ansicht der einen, Abb. 3 einen Schnitt
durch die zweite Ausführungsform, Abb. q. einen Querschnitt nach Linie IV-IV der
Abb. 2 und Abb. 5 einen senkrechten Schnitt durch die mittlere Dampfdüse.
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Die Ausführungsform nach Abb. i und 2 ist verhältnismäßig einfach.
Hierin ist i ein hydraulischer Zylinder, 2 der Widder, 3, 3 die verschiedenen Kolbenstangen
auf dem letzteren und q., 4 ein ringförmiger Kolben, der auf den Stangen befestigt
ist. Der Preßzylinder 5 sitzt auf einer Platte 6 auf, die von Säulen 7 getragen
wird. Diese letzteren haben nach oben verjüngte Ansätze, die durch Augen 8 am Preßzylinder
gehen und den Kopf 9 tragen. Die Innenwände des Zylinders sind mit Längsnuten 51
versehen, die aus Abb. q. deutlicher ersichtlich sind, und über diesen ist ein Drahtfilter
52 mit einer Maschenweite von vier bis fünf auf den Quadratzentimeter oder mehr
befestigt. Das Filtergazegeflecht kann aus Eisen, Nickel oder Bronze sein. Gemäß
der Ausführungsform (Abb. 4) ist das Filter 52 mit einem starken Schutzgitter 53
versehen. Dieses bildet zugleich die Führungsfläche für den Kolben, es besteht beispielsweise
aus einer gelochten Stahlplatte von ungefähr 3,2 cm Dicke mit Löchern von etwa 3,2
cm Durchmesser.
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Zwischen dem Zylinder und dem Kopf kann ein,Deckel io angeordnet sein,
der während der Preßarbeit fest auf den Zylinder niedergedrückt ist. Die Einrichtungen
zur Entfernung dieses Peckels werden später noch näher beschrieben werden.
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In der Mittelachse des Zylinders 5 ist das Dampfrohr ii vorgesehen,
das an der Bodenplatte 6 mittels einer Kappe 12 festgeschraubt ist. Es trägt an
seinem oberen Ende einen kegelförmigen Aufsatz i3, der sowohl als Filter wie als
Dampfdüse dient. Der Aufsatz kann aber auch zylindrisch anstatt kegelförmig sein.
In der Schraubkappe 12 ist ein Loch vorgesehen, in das ein Rohr 131 eingeschraubt
wird. Fieses dient zugleich zur Entleerung von Flüssigkeit, die in den Aufsatz 13
eintritt, als auch zur Einleitung von Dampf.
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Auf der Oberseite der Platte 6, unter den Mündungen der Zylindernuten
51, ist ein ringförmiger Kanal 14 vorgesehen, der durch ein Rohr 15 entleert werden
kann. Eie Flüssigkeit, die durch das Filter 52 in die Nuten 51 eintritt, fließt
also durch das Rohr 15 ab. Die Verstopfung des Filters wird durch eine Pumpe 40
verhindert, die Wasser durch ein Rohr 31 und eine Ringnut 39 auf die Rückseite der
Filterfläche pumpt, so daß diese gespült wird.
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Der kegelförmige Aufsatz 13 des Dampfrohres ii ist in Abb. 5 in vergrößertem
Schnitt gezeichnet. Hieraus ist ersichtlich, daß der Aufsatz aus einer Düse 16 besteht,
die mit einem Drahtsieb 17 versehen ist. Das Sieb wird durch eine gelochte Kappe
18 aufgepreßt, die Kappe ihrerseits durch eine Schraube i9 festgehalten.
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Der Deckel 1o ist mit Rollen 2o versehen, die auf Schienen 2i (Abb.
i und 2) laufen. Die Schienen sind an Hängern 22 am Kopf 9 befestigt. Wenn der Kopf
durch entsprechende Verstellung der Muttern 23 etwas angehoben wird, so kann man,
wie namentlich aus Abb. 2 ersichtlich, den Kopf io seitlich aus dem Zylinder herausziehen.
In dem Pressenkopf ist eine große Öffnung 36 vorgesehen, durch die hindurch die
Presse gefüllt wird.
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Die Presse wird in der nachstehend beschriebenen Weise betrieben :
Der Deckel io wird nach seitwärts ausgerollt, das Preßgut in den Zylinder eingefüllt
und dieser, nachdem der Deckel wieder zurückgerollt ist, mit Hilfe der Muttern 23
dicht verschlossen. Der Kolben wird nun durch hydraulischen Druck vorgesehen, bis
ein zweckmäßig großer Teil von kalter Flüssigkeit ausgepreßt ist. Während dieses
Vorganges tritt die ausgepreßte Flüssigkeit teilweise durch die äußere Filterschicht
52 und teilweise durch das Filter 17 im Aufsatz 13. Durch die Röhren 15 und 131
läuft die Flüssigkeit ab.
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Nach dem ersten Preßvorgang wird die hydraulische Presse abgestellt,
und der Druck fällt nun allmählich so lange, bis Lampf von entsprechendem Überdruck
durch das Rohr 131 eingeleitet wird. Dieser Dampf tritt aus den
Öffnungen
des Aufsatzes 13 heraus, erhitzt die Masse und dringt, soweit er nicht nach dem
Hindurchtritt durch die Masse kondensiert ist, durch das Zylinderfilter 52 hindurch,
um mit dem Kondensationswasser aus dem Rohr 15 auszutreten. Bei Benutzung von Dampf
ist es wirtschaftlich, ihn vollkommen zu kondcnsierrn und den Vorgang zu unterbrechen,
wenn der Dampf als solcher zu entweichen beginnt.
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Nach dem Dämpfen wird der Kolben 4 erneut vorgeschoben, bis der erwünschte
Grad der Pressung erreicht ist. Alsdann wird der Deckel io entfernt und der Preßkuchen
durch völliges Vorschieben des Kolbens ausgestoßen.
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In der Abb.3 ist eine Presse für größere Leistungen dargestellt, in
der jedoch das Dampfrohr ii genau wie in Abb. i und 5 ausgeführt ist. Diese größere
Presse ist mit drei konzentrischen Kolben versehen, die mit 4, 4' und 4" bezeichnet
sind und in entsprechend angeordneten ringförmigen Druckzylindern arbeiten. Nuten
51, die durch Siebe 52 abgedeckt sind, sind wie bei der ersten Ausführungsform in
den inneren und äußeren Zylinderwandungen vorgesehen, zwischen diesen Wandungen
ist das eine, ringförmig ausgebildete Dampfeinlaßrohr 24 angeordnet. Das letztere
besitzt eine ringförmige Kappe 25, in der wie nach Abb. 5 die Siebe angebracht sind.
Diese Kappe kann natürlich wiederum zylindrisch verlaufende Seitenwandungen habe,
anstatt nach oben verjüngt zu sein. Der Dampfeinlaßring ist mit einer ringförmigen
Leitung 26 versehen, in die der Dampf durch untere Röhren 27 geleitet wird. Diese
sind am einfachsten an den Dämpfungsring angegossen. Die Kappe 25 ist durch Schrauben
28 befestigt. Kappen 12' auf den Rohren 27 sind in derselben Weise vorgesehen wie
die Kappe 12 in Abb. i. Das Rohr 29 erfüllt denselben Zweck wie das Rohr 131 in
Abb. i, ein Hahn 31 dient zum Ablassen der Flüssigkeit aus dem Preßgut, während
der Hahn 3o den Dampfeinlaß regelt.
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Die Filterflächen sind zweckmäßig überall durch Gitter 53 gemäß Abb.
4 geschützt, an denen der Kolben entlang gleitet. Der innere Zylinder 37 wird auf
geeignete Weise befestigt, beispielsweise durch Y-förmige Bolzen 32, und wird durch
Kanäle 33 entwässert, die an ein Ablaßrohr 34 angeschlossen sind, ebenso wie das
Rohr 15 in AL-b. r.
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Auch bei dieser größeren Ausführungsart ist wieder eine Pumpe 4o mit
Rohr 41 und Ringnut 42 vorgesehen, die zur äußeren Spülung des Filters dienen. Bei
dem inneren Zylinder dienen diesem Zweck die Nuten 43, 43 und die Leitung 44.
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Der innere Filterzylinder 37 wird nicht vom Kopf g' getragen, sondern
befindet sich mit seinem oberen Ende in einem gewissen Ab-, stand davon. Das ermöglicht
den Druckausgleich, solange die Hasse noch flüssig ist. Aus demselben Grunde reicht
auch der I'ampfeinlaßring 24 nicht ganz bis an den Kopf g'.
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Selbstverständlich könnte an Stelle des ebenen Kopfes g' nach Abb.
3 auch ein ausfahrbarer oder sonstwie abnehmbarer E eckel angeordnet werden, wie
er in Abb. i dargestellt ist.