DE3836718A1 - Schildzapfenlagerung fuer einen wiegentraeger einer rohrwaffe - Google Patents

Schildzapfenlagerung fuer einen wiegentraeger einer rohrwaffe

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Description

Die Erfindung betrifft eine Schildzapfenlagerung für einen Wiegenträger einer Rohrwaffe nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Eine derartige Schildzapfenlagerung ist aus der DE 25 52 009 A1 und der DE 31 46 165 A1 als bekannt zu entnehmen.
Bei diesen Schildzapfenlagerungen befindet sich die Mittenachse des jeweiligen Schildzapfens und der die Schildzapfen arretierenden Lager- sowie Gewinderinge auf der in Einbaurichtung vorhandenen Symmetrieachse der Außenkontur des jeweiligen Lagergehäuses. Aufgrund dieser Anordnung wird ein individueller Einbau eines ein im Kaliber vorbestimmtes Waffenrohr tragenden Wiegenträgers von vorn, vorzugsweise in einen Panzer­ turm ermöglicht. Um die Leistungsfähigkeit von Kampf­ panzern mit gezogenen Waffenrohren, beispielsweise eines Kalibers mit 105 mm zu erhöhen und mit einem größeren Kaliber, beispielsweise 120 mm in Verbindung mit der Glattrohrtechnologie, ausrüsten zu können, ist es notwendig, die Feuerhöhe des Waffenrohres und die Bauhöhe der Wiege zu vergrößern sowie einen einwand­ freien Freigang der Panzerkanone zum Fahrzeug und zu dessen Aufbauten zu gewährleisten.
Aus der DE-PS 2 67 434 ist eine Schildzapfenlagerung bekannt, die beidseitig des Wiegenträgers einen keil­ förmigen Lagerblock enthält, in dem zur Aufnahme eines jeden Schildzapfens eine horizontal liegende elliptische Lagerbuchse angeordnet ist. Durch Versetzen der ellip­ tischen Lagerbuchse nach vorn oder hinten kann der Schwerpunkt des Panzerturmes stabilisiert werden. Die Kraftübertragung vom Schildzapfen zum Panzergehäuse benötigt bei dieser Anordnung des weiteren eine zu­ sätzliche raumaufwendige und komplizierte Verriegelung. Ein Einsatz dieser elliptischen Lagerbuchse und der Gehäuseverriegelung in das Lagergehäuse der eingangs erwähnten und bewährten sowie in den Abmessungen der äußeren Konturen festliegenden Schildzapfenlagerung, beispielsweise nach der DE 31 46 165 A1, ist aufgrund der vorgegebenen äußeren Einbauverhältnisse und Lagerkonturen nicht möglich.
Aufgabe der Erfindung ist es, die eingangs genannte Schildzapfenlagerung derartig zu verbessern, daß sie in der Bauhöhe unterschiedliche Wiegenträger für ka­ liberverschiedene Waffenrohre aufnehmen und dabei jeweils unterschiedliche Feuerhöhen der Waffenrohre sowie einen einwandfreien Freigang der jeweiligen Panzerkanone zum Fahrzeug und zu dessen Aufbauten ohne zusätzliche Mittel gewährleistet.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 stehenden Merkmale.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Merkmalen der Unteransprüche hervor.
Dadurch, daß erfindungsgemäß die Mittenachse des je­ weiligen Lagerzapfens und des dazugehörigen Radial­ und Axiallagers und des Gewinderinges gegenüber der Symmetrieachse der Lagergehäuseaußenkontur um den Abstand a versetzt angeordnet ist, wird durch einen ein­ fachen Austausch der Lagergehäuse untereinander eine Höhenverstellung der Schildzapfenachse und daran ge­ koppelt der Rohrseelenachse ohne zusätzliche Mittel erzielt. Bei gleicher Turmmaulbearbeitung können größenverschiedene Panzerfahrzeuge mit gleichen oder im Kaliber unterschiedlichen Waffenrohren aus­ gestattet werden. Insbesondere ist eine einfache Um­ rüstung eines Waffenrohres mit dem dazugehörigen Wiegenträger, vorzugsweise zur Steigerung der Schuß­ leistung, von dem Kaliber 105 mm auf das Kaliber 120 mm möglich.
Die Erfindung wird im einzelnen anhand der in den Zeich­ nungen dargestellten Beispiele des näheren erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 ein Panzerfahrzeug in einer Seitenansicht mit einer schematischen Darstellung einer Höhenverstellung der Schildzapfenachse;
Fig. 2 einen Wiegenträger vor einem Austausch der Schildzapfenlager in einer in der Fig. 1 mit II gekennzeichneten Ansicht;
Fig. 3 einen Wiegenträger mit einem im Kaliber vergrößerten Waffenrohr nach einem Aus­ tausch der Schildzapfenlagerung gemäß der in der Fig. 1 mit II gekennzeichne­ ten Ansicht;
Fig. 4 den in der Fig. 2 dargestellten Wiegen­ träger mit Waffenrohr und Schildzapfen­ lagerung in einer schematischen Darstellung;
Fig. 5 den in der Fig. 3 dargestellten Wiegen­ träger mit ebenfalls vergrößertem Waffen­ rohr und Schildzapfenlagerung in einer schematischen Darstellung;
Fig. 6 den in der Fig. 2 dargestellten Wiegen­ träger gemäß einem in der Fig. 2 mit VI-VI gekennzeichneten Schnittverlauf;
Fig. 7 den in der Fig. 3 dargestellten Wiegen­ träger gemäß einem in der Fig. 3 mit VII-VII gekennzeichneten Schnittverlauf;
Fig. 8 die Schildzapfenlagerung vor dem Austausch gemäß einem in der Fig. 2 mit VIII-VIII gekennzeichneten Schnittverlauf;
Fig. 9 die Schildzapfenlagerung nach dem Austausch gemäß einem in der Fig. 3 mit IX-IX ge­ kennzeichneten Schnittverlauf;
Fig. 10 ein Schildzapfenlagergehäuse vor dem Aus­ tausch in einer in der Fig. 2 angegebenen Ansicht X;
Fig. 11 ein Schildzapfenlagergehäuse nach dem Aus­ tausch in einer in der Fig. 3 gekennzeich­ neten Ansicht XI;
Fig. 12 eine vergrößerte Darstellung einer Schild­ zapfenlagerung gemäß einem in der Fig. 8 mit XII-XII gekennzeichneten Schnittverlauf.
Die Fig. 1 verdeutlicht einen Kampfpanzer 14, der im Bereich seines Turmes 15 eine umfassende Kampfwertsteige­ rung erfahren hat. Neben einer nicht dargestellten Kampfwertsteigerung im Feuerleitbereich wird eine deut­ liche Verbesserung der Feuerkraft zur Vernichtung gegne­ rischer Panzer durch einen Austausch der bisherigen, beispielsweise 105 mm-Waffenanlage 16 gegen eine stärkere, vorzugsweise 120 mm-Waffenanlage 17, die die bekannte und bewährte Glattrohrtechnologie aufweist, erzielt.
Durch den Einbau einer stärkeren, vorzugsweise einer 120 mm-Waffenanlage 17, in bisherige Kampfpanzer, die mit Drallnuten versehene Waffenrohre ausgerüstet und beispielsweise als Kampfpanzer Leopard I bekannt sind, lassen sich die Ergebnisse der laufenden und zukünftigen Leistungssteigerung der 120 mm-Munition und die Feuer­ kraft vorzugsweise der 120 mm-Waffenanlage des bekannten Kampfpanzers Leopard II erzielen.
Gegenüber einem alternativen Einbau einer 105 mm-Waffen­ anlage 16 ist es für den Einbau der in der Höhe größer dimensionierten 120 mm-Waffenanlage 17 notwendig, die Schildzapfenachse 10 um das doppelte Maß a anzuheben. Die Feuerhöhe h des zur Waffenanlage 16 gehörenden und sich in 0-Lage befindlichen Waffenrohres 3 ändert sich nach der Anhebung gegenüber dem im Kaliber d größeren Waffenrohr 3.1 der Waffenanlage 17 ebenfalls um das doppelte Maß a auf die Feuerhöhe h 1, weil die jeweilige Rohrseelenachse 13 eine Senkrechte zur Schildzapfen­ achse 10 bildet. Durch diesen Anhebevorgang wird des weiteren eine genügende Distanz b, b 1 des Waffenrohres 3, 3.1 zum Fahrzeuggehäuse 18 und dessen Aufbauten 19 erreicht, wodurch ein ausreichender Freigang des Waffen­ rohres unter Beachtung seiner nichtdargestellten Wärme­ schutzhüllen 3, 3.1 bei einer Turmdrehung erzielt wird.
Der Abstand c bestimmt die Höhenlage zum Erdboden einer in den Fig. 2 bis 5 und 8 bis 11 dargestellten Symme­ trieachse 11 der zur Schildzapfenlagerung 1 gehörenden Lagergehäuse 5.1 und 5.2.
Die Fig. 2 und 3 verdeutlichen den Einbau kaliberver­ schiedener Waffenanlagen 16, 17 von vorn in den Panzer­ turm 15. Das jeweilige Waffenrohr 3 bzw. 3.1 ist dabei innerhalb eines Wiegenrohres 20, 21 gelagert, wobei jedes Wiegenrohr 20, 21 mit einem Wiegenträger 2, 2.1, vorzugsweise einstückig, verbunden ist.
Der Wiegenträger 2, 2.1 enthält zu seiner Lagerung im Panzerturm beidseitig angeordnete Schildzapfen 4 (Fig. 6, 7, 12), die jeweils von einem Lagergehäuse 5.1, 5.2 aufgenommen werden, welches in einer bekannten Einbau­ richtung 6 von vorn eine symmetrische Außenkontur 12 aufweisen und jeweils ein Radiallager 7 und ein Axial­ lager 8 aufnehmen sowie mit jeweils einem den Wiegen­ träger 2, 2.1 axial verstellbaren Gewindering 9 ausge­ rüstet sind.
Jedes Lagergehäuse 5.1, 5.2 weist in bekannter Weise beidseits Befestigungsflansche 22 auf, die durch nicht dargestellte Verbindungsmittel an den Stellen 23 mit dem Panzerturm 15 lösbar verbunden sind.
Dadurch, daß, wie die Fig. 2, 8 und 10 es zeigen, die gemeinsame Mittenachse 10 des Schildzapfens 4 des den jeweiligen Schildzapfen 4 aufnehmenden Radiallagers 7, des Axiallagers 8 und des Gewinderinges 9 gegenüber der Symmetrieachse 11 der Außenkontur 12 des zugeordneten Lagergehäuses 5.1, 5.2 in der Höhe um den Abstand a versetzt angeordnet ist, ist ebenfalls die Rohrseelen­ achse 13 (Fig. 4) um den Abstand a in der Höhe ver­ setzt zur Symmetrieachse 11 der Lageraußenkontur 12 angeordnet. Die Rohrseelenachse 13 und die Schildzapfen­ achse 10 sind in dem dargestellten Ausführungsbeispiel einer 105 mm-Waffenanlage gemäß den Fig. 2, 4, 8, 10 um den Abstand a nach unten gegenüber der Symmetrieachse 11 versetzt angeordnet.
Die symmetrische Außenkontur 12 der Lagergehäuse 5.1, 5.2 gewährleistet eine beliebige Austauschbarkeit von dem linken zum rechten Schildzapfen 4 und umgekehrt. Unter der Voraussetzung gleicher Schildzapfendurchmesser und somit gleicher Lagerelemente, beispielsweise bei einer 105 mm-Waffenanlage und einer 120 mm-Waffenanlage sowie bei einer Übereinstimmung der Länge 1 des Wiegenträgers bzw. des Abstandes der Lagergehäuse 5.1, 5.2, läßt sich durch einen Austausch des linken Lagergehäuses 5.1 gegen das rechte Lagergehäuse 5.2 und umgekehrt unter Durch­ führung einer Drehung eines jeweiligen Lagergehäuses 5.1, 5.2 um die Rohrseelenachse 13 eine in den Fig. 1, 3, 5, 9 und 11 dargestellte Änderung der Mittenachse 10 des Schildzapfens 4, der Radiallager 7, der Axial­ lager 8 sowie der Gewinderinge 9 um den doppelten Ab­ stand a der Mittenachse 10 zur Symmetrieachse 11 gegen­ über der Ausgangsstellung erzielen.
Die Fig. 3 verdeutlicht, daß die gleiche Schildzapfen­ lagerung 1 für unterschiedliche Wiegenträger 2, 2.1 mit kaliberverschiedenen Waffenanlagen in Kampfpanzern, bei­ spielsweise im Kampfpanzer Leopard I einsetzbar ist.
Beim Einsatz eines beispielsweise eine 120 mm-Waffenanlage 17 aufnehmenden Wiegenträgers 2.1 resultiert, nach dem Aus­ tausch der Lagergehäuse 5.1, 5.2, durch den Abstand a der Mittenachse 10 des Schildzapfens 4 gegenüber der Symmetrie­ achse 11 der Außenkontur 12 der Lagergehäuse 5.1, 5.2, eine um den Abstand a in der Höhe nach oben versetzte Anordnung des Wiegenträgers 2.1 und der Rohrseelenachse 13 des Waffenrohres 3.1 gegenüber der Lagersymmetrieachse 11.
Die Fig. 6 und 7 verdeutlichen den Einbau des Wiegen­ trägers 2, 2.1 von vorn. Die Anordnung eines lösbaren Füllstückes 24 mit einer zusätzlichen Leiste 25 (Fig. 6) am vorderen oberen Turmmaul ermöglicht den Einbau einer 105 mm-Waffenanlage 16, während aufgrund des im Kaliber d größeren Waffenrohres 3.1 und somit auch zwangsläufig höheren Wiegenträgers 2.1 der 120 mm-Waffenanlage 17 die Leiste 25 entbehrlich ist (Fig. 7).
Die axiale Fixierung der Schildzapfen 4 erfolgt nach einem Ausführungsbeispiel durch die in den Fig. 8 und 9 dargestellten Gewinderinge 9, die sich in bekannter, jedoch nicht dargestellter Weise, direkt an der Turminnen­ wand abstützen.
Der in der Fig. 12 dargestellte Gewindering 9.1 stützt sich zur axialen Fixierung des Wiegenträgers 2 hingegen einerseits mit seinem Außengewinde an der Gewindebohrung 26 des Lagergehäuses 5.2 und andererseits mit seiner radial nach innen verlaufenden Schulter 27 am Axiallager 8 ab, welches sich wiederum an der Turminnenwand abstützt. In beiden Fällen läßt sich der Gewindering 9 bzw. 9.1 durch äußere Nuten 28 auf nicht dargestellte Weise definiert anziehen und sichern.
Die Fig. 12 läßt des weiteren erkennen, daß das äußere Ende der Schildzapfenlagerung 1 durch einen lösbaren Deckel 29 gegenüber dem Außenbereich geschützt ist.
Bezugszeichenliste:
 1 Schildzapfenlagerung
 2 Wiegenträger
 2.1 Wiegenträger
 3 Waffenrohr
 3.1 Waffenrohr
 4 Schildzapfen
 5.1 Lagergehäuse
 5.2 Lagergehäuse
 6 Einbaurichtung
 7 Radiallager
 8 Axiallager
 9 Gewindering
 9.1 Gewindering
10 Mittenachse
11 Symmetrieachse
12 Außenkontur
13 Rohrseelenachse
14 Kampfpanzer
15 Turm
16 105-mm-Waffenanlage
17 120-mm-Waffenanlage
18 Fahrzeug
19 Aufbauten
20 Wiegenrohr
21 Wiegenrohr
22 Flansch
23 Stelle
24 Füllstück
25 Leiste
26 Gewindebohrung
27 Schulter
28 Nute
29 Deckel
a Abstand
h Feuerhöhe
h₁ Feuerhöhe
b Distanz
b₁ Distanz
c Abstand
l Länge
d Kaliber

Claims (3)

1. Schildzapfenlagerung (1) für einen Wiegenträger (2) eines Waffenrohres (3) mit beidseitig des Wiegen­ trägers (2) angeordneten und jeweils einen mit dem Wiegenträger (2) verbundenen Schildzapfen (4) auf­ nehmenden Lagergehäusen (5.1, 5.2) welche in der Einbaurichtung (6) eine symmetrische Außenkontur (12) aufweisen und jeweils ein Radiallager (7) und ein Axiallager (8) aufnehmen sowie mit je­ weils einem den Wiegenträger (2, 2.1) axial ver­ stellbaren Gewindering (9, 9.1) ausgerüstet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die gemeinsame Mittenachse (10) des Schildzapfens (4), des den jeweiligen Schildzapfen (4) aufnehmenden Radiallagers (7), des Axiallagers (8) und des Ge­ winderinges (9, 9.1) gegenüber der Symmetrieachse (11) der Außenkontur (12) des zugeordneten Lagerge­ häuses (5.1, 5.2) in der Höhe um den Abstand (a) versetzt angeordnet ist.
2. Schildzapfenlagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittenachse (10) des jeweiligen Schildzapfens (4) gegenüber der Symmetrieachse (11) der Außenkontur (12) des Lagergehäuses (5.1, 5.2) in der Höhe um den Ab­ stand (a) nach oben oder nach unten versetzt ange­ ordnet ist.
3. Schildzapfenlagerung nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch eine Austauschbarkeit des linken Lagergehäuses (5.1) gegen das rechte Lagergehäuse (5.2) und umgekehrt, wobei der Austausch durch eine Drehung des Lagerge­ häuses (5.1, 5.2) um die Rohrseelenachse (13) er­ folgt und die jeweilige Änderung der Mittenachse (10) des Schildzapfens (4), der Radiallager (7), der Axiallager (8) sowie der Gewinderinge (9, 9.1) dem doppelten Abstand (a) der Mittenachse (10) zur Symmetrieachse (11) entspricht.
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