DE3794C - Apparat, um flaches und faconnirtes Glas zu härten - Google Patents
Apparat, um flaches und faconnirtes Glas zu härtenInfo
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Description
1877.
F. B. A. ROYER de la BASTIE in RICHEMONT (Frankreich)/
Apparat um flaches und faponnirtes Glas zu härten.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. November 1877 ab.
Längste Dauer: 19. November 1S89.
Meine Erfindung hat die Construction eines Ofens zum Zweck, der speciell dazu bestimmt
ist, flaches oder geformtes Glas zu härten. In diesem Ofen wird das Glas bis zu einer hohen
Temperatur erhitzt und zwar bis zu dem Grade, bei dem es anfängt, dehnbar zu werden; alsdann
wird es in diesem Zustande in ein OeI-, Fett-, Harz-, Theer- oder Wachsbad gebracht. Dieses
Bad kann auch aus irgend einem festen Stoff, sei er thierischer, vegetabilischer oder mineralischer
Herkunft, bestehen, nur mufs derselbe fähig sein, eine hohe Temperatur aushalten zu
können, wenn dieselbe auch geringer ist, als diejenige des dehnbaren Glases.
Der Temperaturunterschied in ziemlich hohen Grenzen zwischen Glas und Bad bewirkt, dafs
sich die Moleküle des Glases mehr zusammenziehen oder einander näher gebracht werden;
zu gleicher Zeit dringt fette Materie in die obere Glashaut. Beide Vorgänge geben dem Glase
eine gewisse Elasticität und Härte. Diese rationelle Behandlung des Glases, welche dessen
Molekularzustand ändert, kann mit den unlogischen Härteversuchen des Glases in Wasser
nicht verglichen werden. Das Härten des Glases in Wasser macht das erstere nur zerbrechlich,-wie
das Beispiel der sogenannten »Glastropfen« zeigt.
Das so behandelte Glas besitzt nach seinem Austritt aus dem Ofen und nachdem es abge^
kühlt ist, eine Art metallischer Härte, es wird solider, so dafs dasselbe heftige Stöfse erleiden
kann, ohne zu brechen.
Auf beiliegender Zeichnung ist mein Ofen zum Härten des flachen oder fagonnirten Glases nach
obigem Procefs dargestellt.
Fig. ι zeigt eine Vorderansicht.
Fig. 2 ist ein Schnitt. '
Fig. 3 ein Grundrifs eines Ofens, der sich speciell zum Härten von flachem Glas eignet.
Der Arbeits-Ofen a, Fig. 2, wird von dem Herd 1 aus durch beliebiges Brennmaterial
geheizt; in dem hinteren Theil der Mauer s, welche den Ofen α von dem Vorwärmer b, Fig. 3,
trennt, befindet sich eine Oeffnung 2. Durch diese Oeffnung wird ein Theil der Wärme des
Arbeits-Ofens α an den Trocken-Ofen abgegeben. Ein Kamin a' unterhält das Feuer durch seinen
Zug. Sobald der Ofen den gewünschten Wärmegrad hat, schliefst man die Thüren 4 und 5,
Fig. i, hermetisch ab, indem man sie mit Lehm verschmiert; das Feuer wird alsdann mittelst
Holzscheiten unterhalten, die durch das Loch 6 in der Thür s angebracht werden. Man schliefst
alsdann den Kamin oben mit einer Klappe, so dafs kein Zug mehr stattfindet. Dies kann
auch durch ein Register geschehen. Der Arbeiter kann alsdann seine Arbeit wieder beginnen.
Der mit der präparirten Flüssigkeit angefüllte Kessel C, Fig. 2, steht mit dem Arbeits-Ofen a
in Verbindung; zwei mit Scharnieren versehene Deckel 7 und 8 halten die oberen Oefthungen
geschlossen und verhindern den Zutritt der Luft in das Innere des Kessels. Die Röhre q, welche
mit dem Kessel aus einem Stück besteht, nimmt ein Thermometer io1 auf; zu gleicher Zeit
dient diese Röhre mit ihrem Ansatz 10' zur Ableitung überflüssiger Flüssigkeit. An dem
unteren Theil des Kessels befindet sich ein Recipient 12, welcher bei einem Unfall die zerbrochenen
Stücke aufnimmt. Ein beweglicher Tisch oder eine geneigte Tafel e kann vermittelst
des Hebels 14, Fig. 3, um die Welle 13 gedreht werden. Dieser bewegliche Tisch nimmt die in
dem Ofen erhitzten Glastafeln auf, wenn sie von dem Arbeiter in das Bad gestofsen werden.
An dem unteren Ende des Tisches nimmt ein Haken 15 einen Wulst aus Metalltuch oder einem
anderen elastischen Körper auf, damit der Stofs vermindert und ein Zerbrechen der Glastafel
vermieden wird.
Der Kessel wird durch den Herd c geheizt, Fig. 3; die Flamme desselben passirt das Register
17, geht den durch Pfeile angedeuteten Weg an der Seite und unterhalb des Kessels
hin und gelangt in den Kamin d. Sobald das Thermometer anzeigt, dafs die Flüssigkeit den
gewünschten Hitzegrad hat, kann man mit dem Härten beginnen. Man bringt alsdann die Glastafeln
durch die Oeffnung 18, Fig. 3, die in dem hinteren Theil der Mauer 18 ' angebracht ist, in
den Vorwärmer b, wo sie nach und nach erwärmt werden. Nachdem dieselben längere oder kürzere Zeit in dieser Kammer waren, bringt sie
der Arbeiter durch die Oeffnung 2, Fig. 2, auf
die feste Sohle des Arbeits-Ofens a, Fig. 3, und
stöfst.sie dann auf die bewegliche Tischplatte 19. Die letztere ist aus feuerfestem Thon angefertigt
lind arrihrer Oberfläche polirt. Die Oeffnungen 20
und 21 dienen dazu, den Gang der Arbeit zu inspiciren. Sobald der Arbeiter sieht, dafs das
Glas den nöthigen Hitzegrad hat, nimmt er den
Hebel 22.an seinem Handgriff 22 ' und hebt dadurch die Steinplatte. Dieselbe ist auf einem
Gufsstück 22? befestigt, das auf der Schneide 24
balancirt. Der bewegliche Theil der Ofensohle nimmt alsdann eine schräge Richtung an und
legt sich auf den schrägen Tisch e, der mit demselben eine schiefe Ebene bildet. Die Glastafel
wird durch die beiden Arme des Rahmens 2 5 geführt und gleitet ohne Stofs und Formveränderung
in die Flüssigkeit, wo sie sich an den Wulst 16, Fig. 2, anlegt.
Nachdem dieses geschehen, bringt der Arbeiter den beweglichen Theil der Ofensohle vermittelst
des Hebels 22 in seine ursprüngliche Lage zurück; alsdann fängt er die nämliche Operation von
neuem an, indem er auf die bewegliche Sohle eine Glasplatte bringt, die seither auf der festen
Sohle α gelegen hat, Fig. 3; er stöfst diejenige
•Platte, welche sich in dem Vorwärmer befindet, in den Ofen und ersetzt sie durch eine neue.
: Sobald eine Glastafel in die Wanne eingelegt ist, hebt man vermittelst des Hebels 14 den Tisch e so weit, bis die Klinke 26, Fig. 2, durch das Gegengewicht 28 unter den Haken 2 7 kommt. Der Hebel 14 verläfst alsdann den Tisch, welcher an dem Haken 26 aufgehängt bleibt, und nimmt die Lage an, die durch die Linie 29 angedeutet ist, Fig. i. Die Klinke..3 ο hält ihn dann an dem obersten Einschnitt des Sectors / fest; unterstützt wird er in· dieser Bewegung durch eine Feder, die sich zwischen den beiden halben Handgriffen 31 befindet und ihn stützt; er gleitet alsdann in die drei Führungen 32, bevor er an dem Einschnitt ankommt. Der Wulst 16 und sein Haken 15 befinden sich alsdann unterhalb der Horizontalen 33, Fig. 2. Dies gestattet dem Arbeiter, die Glastafel vermittelst eines Hakens zu ziehen und dieselbe ohne Stofs ins Innere der Wanne g, welche von den drei eisernen Stangen 34 getragen wird, zu bringen. Ist diese Operation gemacht, so hebt man durch den eisernen Hebel 35, Fig. 3, das Gegengewicht 28. Der Tisch gehtvauf: seinen Rahmen 25 nieder und hält hier an. :
: Sobald eine Glastafel in die Wanne eingelegt ist, hebt man vermittelst des Hebels 14 den Tisch e so weit, bis die Klinke 26, Fig. 2, durch das Gegengewicht 28 unter den Haken 2 7 kommt. Der Hebel 14 verläfst alsdann den Tisch, welcher an dem Haken 26 aufgehängt bleibt, und nimmt die Lage an, die durch die Linie 29 angedeutet ist, Fig. i. Die Klinke..3 ο hält ihn dann an dem obersten Einschnitt des Sectors / fest; unterstützt wird er in· dieser Bewegung durch eine Feder, die sich zwischen den beiden halben Handgriffen 31 befindet und ihn stützt; er gleitet alsdann in die drei Führungen 32, bevor er an dem Einschnitt ankommt. Der Wulst 16 und sein Haken 15 befinden sich alsdann unterhalb der Horizontalen 33, Fig. 2. Dies gestattet dem Arbeiter, die Glastafel vermittelst eines Hakens zu ziehen und dieselbe ohne Stofs ins Innere der Wanne g, welche von den drei eisernen Stangen 34 getragen wird, zu bringen. Ist diese Operation gemacht, so hebt man durch den eisernen Hebel 35, Fig. 3, das Gegengewicht 28. Der Tisch gehtvauf: seinen Rahmen 25 nieder und hält hier an. :
Der Arbeiter zieht hierauf die Klinke 30 des Hebels 14 zurück, indem er die beiden halben
Handgriffe einander nähert, darauf läfst er das ganze wieder so weit abwärts gehen, bis
das Ende des Hebels 14 gegen die Regulatorschraube 36, Fig. i, anstöfst und daselbst angehalten
wird; ist dieses geschehen, so ist der Tisch bereit, eine neue Glastafel aufzunehmen.
Wenn die Wanne g mit Glas angefüllt ist, zieht man sie aus dem Bad heraus und ersetzt
sie durch eine andere.
Soll der Wulst 16 reparirt werden, so .öffnet
man den Deckel 7, hebt den Hebel 14, wo er sich in die untere Kerbe des Sectors/einhängt;
der Tisch nimmt alsdann die Lage ein, welche durch die Linie 37, Fig. 1, gezeichnet ist. Sein
äufserstes Ende tritt ganz aus der Flüssigkeit heraus und man kann alsdann bequem jede
nothwendige Reparatur vornehmen.
Dieser Ofen kann auf verschiedene Weise abgeändert werden; will man z. B. fagonnirte
Gegenstände härten, so giebt man ihm die Form eines Muffel-Ofens mit einem verticalen Durchgang
durch die Sohle der Muffel; durch diesen Durchgang werden die faconnirten Artikel auf
einer Kette ohne Ende, die sich auf viereckigen Rädern bewegt, zugeführt; die Kette trägt an
ihren Gliedern Abtheilungen, die in einem bestimmten Winkel angebracht sind, so dafs sie
horizontal austreten.
Der Ofen kann auch so construirt werden, dafs er'eine doppelte Wanne mit beweglicher
Sohle hat.
Claims (1)
- Patent-An spruch:Das beschriebene Verfahren und die Construction des beschriebenen Ofens, um Glas zu härten und fester zu machen, indem man es, wenn es sich in dehnbarem Zustande befindet, unter Ausschlufs der Luft in ein fettes Bad von hoher Temperatur eintaucht, die aber geringer ist als diejenige des Glases.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3794C true DE3794C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT3794D Active DE3794C (de) | Apparat, um flaches und faconnirtes Glas zu härten |
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| DE (1) | DE3794C (de) |
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- DE DENDAT3794D patent/DE3794C/de active Active
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