DE377376C - Verfahren zur Entzinnung von Weissblechabfaellen - Google Patents
Verfahren zur Entzinnung von WeissblechabfaellenInfo
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Classifications
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Description
- Verfahren zur Entzinnung von Weißblechabfällen. Die Entzinnung von Weißblechabfällen geschieht heutzutage vornehmlich auf zweierlei Art und Weise: a) durch Elektrolyse aus alkalischer Lösung, b) durch Behandlung mit Chlorgas.
- Beide Verfahren erfordern. zu ihrer Ausführung viel Erfahrung sowie umständliche und kostspielige Einrichtungen. Zudem können die hierbei gewonnenen entzinnten Eisenbleche lediglich als Eisenschrott verwendet werden.
- Die Erfindung bezweckt nun im Gegensatz zu allen bisher bekannten Verfahren, welche ohne Ausnahme chemischer Natur sind, die Entzinnung auf mechanischem Wege.
- Das Verfahren -setzt sich zusammen aus Operationen, .deren Kombination aber und Anwendung auf die Weißblechentzinnung durchaus neu ist. Die von dem etwa anhaftenden Schmutz befreiten Bleche «erden auf die gewünschte Größe geschnitten und nun ohne vorhergehende Deformation in der Weise mit dem Sandstrahlgebläse behandelt, daß sie ihre ursprüngliche Form behalten. Der abgeblasene Staub von Quarzsand, Eisenzinn und Zinn wird gesammelt und durch Aufbereitung oder auf chemischem .Wege nutzbar gemacht.
- Das Verfahren bietet gegenüber den vorgenannten Prozessen (Elektrolyse und Chloration) verschiedene und wesentliche Vorteile. Die Entzinnung ist eine vollständige und wird in verhältnismäßig einfacher und billiger Weise vollzogen. Die entzinnten Eisenunterlagen sind natürlich nicht nur vollständig rostfrei, sondern zeigen auch eine sehr gefällige mattierte Oberfläche, welche durch einen dünnen Überzug von durchsichtigem Lack noch weiter verschönt und haltbarer gemacht werden kann. Sie behalten ihre ursprüngliche Form und Gestalt und können ohne weiteres als Eisenblech zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen dienen. Sie haben also; einen ungemein höheren Wert als die unvollständig entzinnten und deformierten Rückstände der anderen Verfahren (Elektrolyse, Chloration), welche höchstens als Eisenschrott Verwendung finden können, und auch dann nur gern. genommen werden, wenn sie rostfrei sind.
- Die Ausführung des Verfahrens vollzieht sich in folgenden Operationen: ' i. Zuschneiden des Materials nach evtl. vorgängiger Reinigung und Behandlung mit dem Sandstrahlgebläse, a. Auffangen, Sammeln des bei i erhaltenen Sand- und Metallstaubgemisches, 3. Entzinnen dieses Gemisches mittels Aufbereitung oder auch auf chemischem Wege. Durch. die Operation ad i werden :die Bleche in kurzer Zeit vollständig von dem dünnen Zinnüberzug befreit; aber auch dickere (o,5 bis i mm) Metallscheichten, welche durch Unvorsichtigkeit oder beim Löten auf das Blech gekommen sind, lassen sich ohne Schwierigkeit gänzlich entfernen. Die Bleche werden von einer _'afgabevorrichtung aus auf einer geeigneten Unterlage (Band ohne Ende) automatisch. an den Gebläsediisen vorbeigeführt und auf der einen Seite entzinnt. Das Festhaften der Bleche auf der Unterlage wird durch magnetische Kräfte bewirkt. Die Entzinnung der anderen Seite erfolgt in ähnlicher "'eise. Die entzinnten Bleche behalten dabei, wie schon erwähnt, ihre ursprüngliche Gestalt und bekommen ein durchaus gleichmäßiges und sehr gefälliges mattgraues Missehen, ohne Jedwede Spur von Rost.
- Bei dein Vorgange ad > fällt neben den entzinnten Eisenblechen ein Gemisch von lMineralsaii,l und 'Metallstaub (Zinn und Eisen), welches durch geeignete Vorrichtungen (Staubkannnern) aufgefangen. gesammelt und w:e,lerliolt benutzt wird. bis der dabei stetig wachsende 'Metallgehalt die Weiterverarbeitung als angezeigt erscheinen läßt. Letztere 1 ezweckt die Gewinnung des Zinns, die Entfernung des Eisenstaubes und die eventuelle Wie#lerge«-innung rles Ouarzsandes zur neuen VerwendunB.
- Die Operation ad 3 kann im allgemeinen am besten durch Aufbereitung, gegebenenfalls aber auch auf chemischem Wege oder in Komhination beider Methoden erfolgen (z. B. niagnetische lateisenting und darauf folgendes chemisches Lösen des Zinns). Der entzinnte Sand wird. soweit er brauchbar ist, von neuem flem Sandstrahlgebläse zugeführt.
- Die Aufbereitung wird zweckmäßig in folgender Weise vorgenommen: Aus dem an Metall angereicherten Geblä sesand scheidet
man zunächst durch Absieben die gröberen Körner ab. Das zurückbleibende Gemisch von feinen Sandkörnern und Metallstaub wird dann entweder a) nach dein magnetischen `'erfahren vom Eisen befreit und dann naßmechanisch auf Grund des verschiedenen spezifischen Gewich- tes der Komponenten, oller lij ebenfalls nach voraufgegangener ma- gtietisclier Enteisenting mittels des Schwimm- verfahrens in Zinn und Sand zerlegt, oder c) es wird in selektiver Flotation sowohl Eisen als Zinn nacheinander ausgeschieden. Insbesondere kann hierbei das Eisen durch vorhergegangenes Anrosten scliwimmunfäliig Beinacht «erden. Der durch die Aufbereitung erhaltene Zinnstaub wird je nach den Um- stän;len unter Zuschlag von Kohle für sich ini Tiegel auf metallisches Zimt verschmolzen, oder er wird beim Flaminofenprozeß ver- wendet.
Claims (1)
- PATENT-ANSPRUCH: Verfahren zur Entzinnung von Weißblechabfällen, dadurch gekennzeichnet, daß die auf gewünschte Größe zugeschnittenen Bleche der Behandlung mit dem Sandstrahlgebläse so ausgesetzt werden, daß die l;isenunterlagen ihre ursprüngliche Gestalt behalten und das fallende Staubgemisch v(:n Sand. Eisen. Zinn durch Aufbereitung oder auf chemischem Wege in seine 1linzelhestandteile zerlegt und so nutzbar gemacht wird.
Priority Applications (1)
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| DE377376C true DE377376C (de) | 1923-06-19 |
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