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Verfahren zum ununterbrochenen Entfetten oder Entölen von fett-oder
ölhaltigen Wässern. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfetten
oder Entölen von öl-bzw. fetthaltigen `Wässern, bei denen das öloller fetthaltige
Wasser mit Niederschlagstoffen versetzt wird, an welchen sich das im Wasser befindliche
Öl bzw. Fett anlagert, mit den Niederschlagstoffen niedersinkt, worauf dann das
Öl oder Fett durch Behandlung mit irgendeinem Fettlösungsmittel wiedergewonnen werden
kann. Die bekannten Verfahren dieser Art sind insofern für den praktischen Betrieb,
insbesondere für den Großbetrieb wenig geeignet, als sie nur in unterbrochener Arbeitsweise
wirksam sind.
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Das vorliegende Verfahren gestattet eine ununterbrochene Arbeitsweise.
Zu diesem Zweck wird das zu behandelnde Wasser in einem mit Rührverk versehenen
Mischapparat mit der erforderlichen Menge von Niederschlagstoffen versetzt und durchgemischt
und
von hier aus in batterieartig angeordnete, aufrechtstehende
Behälter befördert, und zwar derart, daß das Gemisch von Wasser und Niederschlagstoffen
in der Nähe des Bodens, zugeführt wird und aus denen (las von den Niederschlagstoffen
und dem daran haftenden 0I befreite Wasser oben abfließt und ü1-.er Filter der Gebrauchsstelle
zugeführt wird. während die im unteren Teil angesammelten, finit Öl angereicherten
Niederschlagstoffe nach einer gewissen Ruhezeit unter dem Einfluß des Wasserdruckes
nach einem Ent#.)ler gedrückt werden, durch den, nachdem das hier ausgeschiedene
reine Wasser abgesaugt worden ist, ein Fettlösungsmittel (z. B. .Äther, Benzin usw.)
hindurchgedrückt wird, welches mit dem gelösten Fett nach einer Destillierblase
gelangt, um das Abdestillieren des Fettlösungsmittels zu bewirken, welches in einer
Rektifizier-Kolonne wiedergewonnen, gereinigt und erneut zur Fettlösung benutzt
wird, so daß daher hier die Entölung bzw. Entfettung des Wassers in ununterbrochenem
Betriebe ermöglicht und das darin l:efindliche Öl bzw. Fett dauernd wiedergewonnen
wird.
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Die Erfindung ist auf der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel,
und zwar in schematischer Darstellung veranschaulicht.
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Das fetthaltige Wasser wird mittels Pumpe i einem Mischapparat 2 zugeführt,
der ein von unten nach ollen zu aufwirbelndes Rührwerk 3 enthält. Durch einen Trichter
:f wird diesem Mischapparat der Niederschlagstoff in pulverförinireniZustande zugeführt,
s.-> (1aß dieser also durch die Tätigkeit des Rührwerks innig mit dein zii behandelnden
und dauernd zufließenden Wasser gemischt wird. Aus diesem 'Mischapparat geht das
Gemisch von fetthaltigem Wasser und Niederschlagstoffen durch Rohrleitung 5 in aufrechtstehende
Behälter 6.' Diese Behälter sind batterieartig vorgesehen und angeordnet, und zwar
müssen mindestens zwei derselLen vorhanden sein. Durch Hähne 7 läßt sich das zugeführte
Wasser bald dein einen, bald dein anderen der batterieartig vorgesehenen Behälter
zuführen.
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Die in die Behälter 6 hineinreichenden Zuflußleitungen 8 gehen fast
bis zum Boden der Behälter, so daß daher das zugeführte Gemisch aus fetthaltigem
Wasser und \ iederschlagstoffen ini untersten Teil der Behälter ausströmt. Zweckmäßig
sind dal:ei diese Behälter aufrechtstehend angeordnet und im unteren Teil hei 9
konisch gestaltet. Das im untersten Teil dieses Konus zugeführte Wassergemisch hat
daher hier, entsprechend der Zulaufmenge, eine relativ energische Bewegung nach
aufwärts. Infolgedessen wird hier das Gemisch von Niederschlagstoffen und Wasser
ziemlich energisch herumgewirbelt, wodurch eine weitere Vernii.schung des fetthaltigen
Wassers mit den Niederschlagstoffen und gegebenenfalls die weitere Anlagerung der
Öl- und Fettbestandteile an den N iederschlagstoffen stattfindet.
Ein Teil der Niederschlagstoffe wird indessen ohne weiteres infolge des wesentlich
größeren spezifischen Gewichtes zu Boden sinken, wo sie mit leni immer erneut zutretenden
Wasser wieder in Berührung kommen und zur Anlagerung der CM- und Fettbestandteile
ausgenutzt werden. 1n dem Maße, wie das Wasser nun nach oben steigt, verringert
sich seine Geschwindigkeit, bis schließlich ,in einer Zone, etwa bei io, die Niederschlagstoffen
anzulagern. Das weiter wicht der Wasseraufstieggeschwindigkeit das Gleichgewicht
halten. Hier hört also der Aufstieg der Nieclerschlagstoffe auf, uri,1 letztere
werden daher hier in 1;esonders reichern Grade in der Schwebe gehalten. Etwaige
ini Wasser noch freie Fett- und Ölbestandteile haben also die Möglichkeit, sich
an den schwebenden Niederschlagstoffen anzulagern. Das weiter nach oben strömende
Wasser ist also frei von Öl und Fett und im wesentlichen auch frei von den N.iederschlagstoffen.
Etwaige mitgerissene Niederschlagstoffe sinken wieder nach und nach herunter. Hieraus
ergibt sich also, das im untersten Teil des konischen Bodens der Behälter 6 sich
rin wesentlichen freie N iederschlagstoffe ansammeln, hier aber ininier wieder mit
noch ölhaltigem Wasser in Berührung kommen und das Öl und Fett aufnehmen, daß sich
darüber eine Schicht schwelender N iederschlagstoffe ansammelt, die schon finit
Fett angereichert sind und die etwa noch freien Öl- und Fettbestandteile auffangen
und aufnehmen, während darüber im wesentlichen öl- und fettfreies Wasser sich befindet.
Dieses im oi.-eren Teil der Behälter 6 befindliche fett- und ölfreie Wasser enthält
al;er immer noch einen Teil der sehr feinen Staubpartikel der N iederschlagstoffe,
welche selbst nach zwanzigstündiger Ruhepause dein Wasser noch immer ein milchiges
Aussehen erteilen. LTin eine völlige Klärung flieses Wassers zu veranlassen, wird
dasselbe daher vom oberen Teil der Behälter 6 durch Rohrleitungen i i über Filter
12 und von hier aus in (las Sammelbassin 13 oder nach der Verbrauchsstelle weiterl:efördert.
Die Filter 12 sind zweckmäßig ni,it Perlkies gefüllt, der zwar anfangs eine nur
ungenügende Filterwirkung hervorruft, der jedoch gut filtriert, sobald der Kies
durch den pulverigen Stau!), welchen das geklärte Wasser mit sich führt, imprägniert
ist. Es ist daher empfehlenswert, auf der Perlkiesschicht ständig eine imprägnierte
Schicht anzuordnen, um eine gute Filtration hervorzurufen.
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,Ist in einem der Behälter 6 eine hinreichende
Menge
an mit Fett- l;zw. Öl umklekleten Niederschlagstoffen angesammelt, so kann der entsprechende
Behälter durch Abschließen des Zuflußhahnes 7 gegen den weiteren Zutritt von Wasser
gesichert werden. Mit dem Aufhören des Wasserzuflusses tritt daher ,in dem betreffenden
Behälter sehr schnell Ruhe ein, was zur Folge hat, daß die in dem Behälter noch
im Schwebezustand befindlichen, mit Öl angereicherten Niederschlagstoffe schon nach
wenigen Minuten niedersinken und im unteren konischenTeil des entsprechenden Behälters
6 eine Schlammschicht schaffen, welche zum Teil aus den Niederschlagstoffen, zum
Teil aus dem an den Niederschlagstoffen angelagerten Öl und Fett besteht. Nun reichen
in den unteren konischen Teil der .Behälter 6 Heberohre 14 hinein, die mit einem
Entöler 15 in Verbindung stehen. Durch Öffnen des in jedem Heberohr vorgesehenen
Hahnes 16 wird daher unter ,dem Einfluß .des Wasserdruckes die Schlammschicht aus
dein unteren konischen Teil des Behälters durch das entsprechende Heberohr 14 nach
dem Entöler 15 .gedrückt. Zweckmäßig erfolgt hierbei die Entleerung des Behälters
6 bezüglich .der Schlammschicht nicht vollständig, damit nicht allzuviel Wasser
nach dem Entöler gelangt. Der noch im Behälter 6 zurückbleibende Rest kann bei der
nachfolgenden Arbeitsperiode hinüberbefördert werden.
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In dem Entöler 15, der nun größer gebaut ist als zur Aufnahme der
hinüberzubefördernden Schlammschicht notwendig ist, wird zunächst durch Einschalten
einer kurzen Ruhepause das noch vorhandene Wasser ausgeschieden, welches sich an
der Oberfläche sammelt und durch eine Leitung, 17 unter Vermittlung eines Ejektors
oder einer sonstwie geeigneten Vorrichtung abgesaugt werden kann. Ist das überschüssige
Wasser beseitigt, so wird nunmehr aus einem Vorratsbehälter 18 durch Leitung I9
von unten ein Fettlösungsmittel in den Entöler 15 hineingedrückt. Als Fettlösungsmittel
kommt hauptsächliclil Äther,Benzin usw: in Betracht; j edoch können auch andere
geeignete Stoffe Anwendung finden. E, in innerhalb des Entölers 15
vorgesehenes
Rührwerk veranlaßt eine innige Vermischung des Fettlösungsmittels mit dem dort vorhandenen
Gemisch von Niederschlagstoffen, Fett und Öl. Infolgedessen werden die Niederschlagstoffe
durch Auflösung des Oles und Fettes von diesem befreit, und es tritt bei nachfolgender
kurzer Ruhepause eine Klärung ein, indem sich die von Öl und Fett befreiten Niederschlagstoffe
am Boden ansammeln, während das durch das Fettlösungsmittel gelöste Fett und Öl
mit dem Lösungsmittel gemischt oben liegt. Ein Standglas ermöglicht die Kontrolle
dieser Klärung. Nachdem die Klärung eingetreten ist, wird das Fettlösungsmittel
mit dem gelösten Fett und Öl durch eine Leitung 2o in eine Destillierblase 21 befördert,
während die vom Öl befreiten Niederschlagstoffe wieder durch Trichter q. dem Mischapparat
2 zugeleitet werden können.
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In der Destillierblase 21 wird durch Schaffung der Siedetemperatur
des betreffenden Fettlösungsmittels ein Abdestilfieren des Jetzteren,also des Äthers,
Benzins usw., v eranläßt, welches in eine Rektifizierkolonne 22 gelangt und schließlich
in einem Kühler 23 verdichtet wird, von wo es .im ursprünglichen Zustand über eine
Vorlage 24 wieder in den Vorratsbehälter 1,8 zurückgelanb und .erneut zur Fettlösung
benutzt werden kann. Das aus der Rektifizierkolonne 22 kommende Lutterwasser kann
in einem Behälter 25 aufgefangen und gegebenenfalls erneut zum Auswaschen des Fettes
mitbenutzt werden. Der in der Destillierblase 21 verbleibende Rest, der nunmehr
hauptsächlich aus Fett und einem geringen Teil an Wasser ,besteht, kann durch erneute
Destillation von dem Wasser l:efreit werden, der als Wasserdampf durch Leitung 26
entweicht, während das in der Destillierblase verbleibende reine Fett bzw.
Öl durch eine Reinigungsklappe herausgenommen werden kann.