DE37116C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von künstlichen Perlen und von Perlgarn - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von künstlichen Perlen und von PerlgarnInfo
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Description
KAISERLICHES
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von künstlichen, in
der Luft, im Wasser und in der Wärme unveränderlichen Perlen, welche zur Anfertigung
von Perlgarn oder von mit Perlen besetzten Geweben verwendet werden sollen.
Das Verfahren beruht auf der Eigenschaft des Blauholzextractes und des zweifach chromsauren
Kalis, mit Gelatine' ein in Wasser vollkommen
unlösliches Product zu bilden. Zusammengemischt, geben diese drei Stoffe einen schwarzen, glanzlosen Körper, welcher weder
gegossen noch geprefst werden kann. Gelatine und Blauholzextract allein geben ein Product,
welches sich formen lä'fst, gegossen werden
kann und aufserdem die Eigenschaft besitzt, in der Luft unverwüstlich zu sein; jedoch
bleibt dieses Product braun und hinterläfst im Wasser immer einen,, rothen Farbstoff. Hier
tritt die nachträgliche Wirkung des doppelt chromsauren Kalis vermittelnd ein, welches
mit dem Blauholzextract die gewünschte schwarze Färbung giebt und mit der Gelatine
einen Körper bildet, der durch den Einflufs der Luft und des Lichtes immer unlöslicher
wird.
Das Verfahren zur Herstellung der Masse, welche zu den künstlichen Perlen verwendet
wird, ist folgendes:
Man löst einerseits 1 Theil Gelatine in
3 'Theilen Wasser in der Wärme auf, Lösung No. ι, und andererseits 1 Theil Blauholzextract
in 5 Theilen Wasser ebenfalls in der Wärme, Lösung No. 2. Hierauf mischt man beide Lösungen. 1 und 2 unter schwachem
Umrühren; die Gelatine verbindet sich hierbei
mit dem Extract, und es entsteht ein Product, welches sich niederschlägt. Man decantirt die
obenauf schwimmende Flüssigkeit und wäscht die Mischung von Gelatine und Blauholzextract
mit viel Wasser aus. Diese Mischung kann man trocknen lassen und zu beliebiger Zeit
weiter verarbeiten.
Um Perlen zu machen, löst man 1 Theil des Gemisches von Gelatine und Blauholzextract
in 2 Theilen Wasser unter schwachem Umrühren auf und setzt 8 Theile der obengenannten
Lösung No. ι hinzu. Man concentrirt die Flüssigkeit bis zur Bildung von
Häutchen und giefst in diesem Augenblick die Masse in Formen, um Perlen zu machen, oder
taucht Garn in die halbfiüssige Masse ein, um die Mischung von Gelatine und Blauholzextract
an dem Garn festzukleben.
Zu letzterem Zwecke dient die auf den beiliegenden Zeichnungen dargestellte Maschine,
welche in Fig. 1 in Seitenansicht, in Fig. 2 in Hinteransicht, in Fig. 3 im Grundrifs und in
Fig. 4 im Längsschnitt nach A°-B° der Fig. 3 dargestellt ist. Fig. 5 ist ein Schnitt nach
C°-D° der Fig. 3 in gröfserem Mafsstabe.
Die Maschine besteht aus einem Gestell A, Fig. ι, welches die Garnspulen B und den
Apparat zum Bilden der Perlen trägt. Der letztere besteht aus einem die Perlmasse aufnehmenden
Behälter C, dessen Boden in Röhren ausläuft, welche in geeigneter Entfernung
von einander angeordnet und mit Löchern versehen sind, aus welchen die in Perlen zu verwandelnde Masse austritt. Der
Behälter hat doppelte Wandungen, zwischen
welche Wasser eingefüllt ist, das mit Hülfe von Gasbrennern oder einer Lampe auf der
geeigneten Temperatur erhalten wird. Neben dem Gestell A befindet sich der Träger für
die Haspel D, auf welche das erzeugte Perlgarn aufgewickelt wird.
Die Maschine ermöglicht die gleichzeitige Herstellung mehrerer Perlfaden durch Anwendung
mehrerer Spulen B und Haspel -D; in der Zeichnung sind vier Spulen und vier
Haspel angegeben.
Die von den Spulen B kommenden Fäden gehen durch Drahtführungen mit spiralförmig
aufgerolltem Oehr a, Fig. 3 und 4, hindurch und hierauf über die Röhren b, welche in
ihrem oberen Theil mit kleinen Löchern versehen sind. Mit der aus den Löchern hervorquellenden
Perlmasse werden die Fäden bedeckt, wenn man dieselben auf die Röhren b herabsenkt. Die Röhren b werden von zwei
Trichtern C gespeist, von welchen dieselben abgezweigt sind, Fig. 5. Die Trichter C sind
auf verstellbaren Trägern d montirt,, Fig. 1, 2
und 3, um die Entfernung der Fäden von den Röhren b verändern zu können.
Nach dem Passiren über die Röhren b kufen die Fäden über oder unter Leitrollen ρ
und p\ Fig. 3 und 4, deren Gestalt so gewählt ist, dafs die gebildeten Perlen nicht berührt
werden. Man kann mehrere Fäden (in der Zeichnung 2) über jede der Leitrollen
hinweg bezw. unter denselben hindurchführen. Die Lage dieser Rollen ist eine solche, dafs
sich die Fäden, wenn sie gespannt sind, über den Röhren b befinden.
Von den Leitrollen ρ ρ1 gelangen die gebildeten
Perlfäden auf die Haspel D, auf welche sie aufgewickelt werden.
Damit die Fäden die Perlmasse aufnehmen können, mufs man dieselben so weit nach
unten bewegen, dafs sie mit der aus den Löchern der Röhren heraustretenden Masse in
Berührung kommen. Diese Abwärtsbewegung der Fäden wird mit Hülfe zweier Messer eel,
Fig. 4 und 5, bewirkt, von denen e1 vor und e
hinter den Röhren b senkrecht zur Richtung der Fäden f angeordnet sind. Das vordere
Ende des Messers e1 legt sich auf ein Filzkissen
g, Fig. 3 und 4, wenn es nach abwärts bewegt ist; das vordere Ende des Messers e
spielt frei innerhalb des Trägers d und beide Messer e und e1 sind mit. Gegengewichten h
belastet.
Es ist nothwendig, dafs die 'Fäden auf
ihrem ganzen Umfange mit der Perlmasse bedeckt werden, damit die aus den Löchern der
Röhren b heraustretenden Tropfen den Faden so umhüllen, dafs die angeklebte Masse genau
das Aussehen einer runden Perle hat. Zu diesem Zweck erhalten die Fäden, wenn sie nach
unten gesenkt sind, eine geringe Verdrehung dergestalt, dafs sie sich über den Löchern
der Röhren b umdrehen und dabei auf ihrem ganzen Umfang mit Masse bedecken.
Diese Verdrehung der Fäden wird mit Hülfe zweier Prefsbacken i und i', Fig. 4, erzeugt,
zwischen welchen die Fäden hindurchgehen. Diese Prefsbacken i i1 und ihr Bewegungsmechanismus
sind in Fig. 6,. welche einen Schnitt nach C°-D° der Fig. 3 zeigt, in
gröfserem Mafsstabe dargestellt.
Eine dieser Prefsbacken i ist feststehend, während die andere z1 auf einer mit Gegengewicht
versehenen, beweglich gelagerten Stange j montirt ist. Die Prefsbacke i 1 wird
von der Prefsbacke i entfernt, wenn die Fäden f nicht auf die Röhren b gesenkt sind,
dagegen werden die Fäden zwischen den ' beiden Prefsbacken eingeklemmt, wenn die
Perlen gebildet werden sollen. Die Prefsflächen dieser Prefsbacken sind mit Filz oder
Tuch bekleidet, und jede dieser Prefsbacken erhält eine hin - und hergehende Bewegung,
welche eine Drehung der Fäden in der Weise bewirkt, wie wenn man dieselben mit der
Hand zwischen den Fingern drehen würde.
Neben dieser Verdrehvorrichtung befindet sich ein Führungskamm k, Fig. 4, welcher
aus einer mit Schlitzen versehenen .Kupferschiene besteht, deren Schlitze den Abstand
der Fäden regeln.
Man bewegt die Prefsbacken i i1 mit Hülfe
der Welle O, Fig. 3 und 6, und der auf dieselbe aufgekeilten Handkurbel M; man könnte
auch eine Fufstrittbewegung anbringen oder die Maschine mechanisch bewegen. Die Welle O
trägt einen Trieb E, welcher in das Rad .F der Welle G eingreift; auf letzterer sind die
Daumen befestigt, welche die Messer e und el
und die Stange j nebst Prefsbacke il beeinflussen.
Durch die Wirkung der Gegengewichte h suchen die Messer e e 1 die Fäden f beständig
nach unten zu ziehen, wie in vollen Linien in Fig. 5 angedeutet ist; sie werden jedoch
von den Daumen / der Welle G gehoben, wie punktirt angegeben, wenn die Perlfäden zu
dem Haspel geführt werden sollen.
Das Heben der Prefsbacke i1, Fig. 6, geschieht
mit Hülfe eines in seiner Mitte am Gestell drehbar aufgehängten Hebels m und
des auf den Hebel m wirkenden Daumens η der Welle G.
Die hin- und hergehende Bewegung der beiden Prefsbacken i und il wird durch den
Balancier 0l und die Lenker q q veranlafst,
wobei der Balancier 0J von der mit dem Trieb E der Welle O drehbar verbundenen
Kurbelstange r in Thätigkeit gesetzt wird.
Claims (3)
1. Die Herstellung von Perlen^ aus einer Lösung
von Gelatine und Blauholzextract und die Behandlung der hieraus gebildeten
Perlen, nachdem sie getrocknet sind, mit einer Lösung von zweifach chromsaurem Kali.
2. Die Herstellung von Perlgarn in der Weise, dafs die Perlen durch Absetzen
von Tropfen einer aus Gelatine und Blauholzextract bestehenden Lösung auf die Fäden gebildet und hierauf die mit den
Perlen besetzten Fäden in eine Lösung von zweifach chromsaurem Kali eingetaucht werden.
3. Zur Herstellung von Perlgarn nach Anspruch 2. eine Maschine, an welcher folgende
Einrichtungen vorhanden sind:
a) ein aus zwei Trichtern c und den damit verbundenen, mit Löchern versehenen
Röhren b bestehender Behälter für die Perlmasse, welcher mit doppelten Wandungen versehen und
in verstellbaren Trägern d gelagert ist;
b) zwei mit Gegengewichten h belastete Messer e e1, welche die mit Perlen
zu besetzenden Fäden nach unten gegen die aus den Löchern der Röhren b hervortretenden Tropfen
der Perlmasse bewegen und nach der Bildung der Perlen gehoben werden;
c) eine Vorrichtung zum Verdrehen der Fäden, während dieselben mit der
.Perlmasse in Berührung sind, bestehend aus der festen Prefsbacke i
und der beweglich gelagerten Prefsbacke i1, welche Preisbacken die gesenkten
Fäden dadurch einklemmen, dafs die bewegliche Prefsbacke i ] der
festen i mit Hülfe eines Hebels m genähert wird, wobei die Verdrehung
der Fäden durch Hin- und Herbewegen der Backen auf einander erreicht wird;
d) die Haspel D, auf welche die Perlfäden aufgewickelt werden und welche
eine intermittirende Drehbewegung und gleichzeitig eine Verschiebung in der Richtung ihrer Längsachse durch
die mit Gewinde und Riemscheiben P versehenen Wellen" S N, Sperrrad t,
Kurbel L mit Sperrkegel s und Kurbelstange K unter Vermittelung
von Zahnrädern von der Handkurbel M aus erhalten.
Publications (1)
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