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Abtrittspülvorrichtung mit im Ruhezustande wasserfreiem Spülbehälter.
Die vorliegende Spülvorrichtung mit im Ruhezustande wasserfreiem und somit gegen
Einfrieren geschütztem Spülbehälter zeichnet sich gegenüber den bekannten Spülvorrichtungen
dieser Art dadurch aus: i. daß die zur selbsttätigen Spülung erforderliche Vorrichtung
nur ein einziges bewegliches Mittel benötigt, 2. daß dieses Mittel im Fall des Versagens
der selbsttätigen Spülung auch von Hand derart bewegt werden kann, daß die Spülung
sofort eintritt, und 3. daß die Spülwassermenge jederzeit verändert und so den örtlichen
Erfordernissen angepaßt werden kann.
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Diese Vorteile sind dadurch erreicht worden, daß der Spülbehälter
mit einer Sonderkammer versehen ist, deren Füllzeit geregelt werden kann, und daß
durch Umlegen eines zweiarmigen Hebels gleichzeitig die zur Entleerung vorgenannter
Sonderkammer dienende Öffnung vom Spülbehälter aus sowie die nach der Spülleitung
führende Öffnung von der Spülleitung aus geschlossen werden. Das Umlegen -des zweiarmigen
Hebels wird von Hand bewirkt, wobei in an sich bekannter Weise die Speiseleitung
geöffnet wird. Bei Versagen der selbsttätigen Spülung kann der zweiarmige Hebel
von Hand zurückgedreht werden, wobei sowohl die zur Entleerung der Sonderkammer
dienende Öffnung als auch die nach der Spülleitung führende öffnun.g freigelegt
werden und damit eine vollkommen regelrechte Spülung eintritt.
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Die Abb. i, 2 und 3 der Zeichnung zeigen drei Ausführungsbeispiele
der wesentlichen Teile der Spülvorrichtung im Querschnitt.
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Abb. d. veranschaulicht eine zweckmäßige Form der gesamten Spülvorrichtung
in äußerer Ansicht.
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Das in Abb. i im Schnitt dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt die
wesentlichen Teile der Spülvorrichtung in der Ruhestellung.
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Ein Hauptteil der Spülvorrichtung besteht in einem zweiarmigen Hebel
d, der auf einer in der Wandung des Spülbehälters pdrehbar gelagerten Achse c befestigt
ist und an jedem Arm eine drehbar aufgehängte Ventilklappe e und f trägt. Durch
Drehung de,; Hebels d kann mittels der Klappe e die Auslauföffnung n. aus dem Spülbehätter
p nach der Spülleitung g von letzterer aus und gleichzeitig mittels der Klappe
f die aus dem Spülbehälter p nach einer Seitenkammer i des letzteren führende
Öffnung k vom Spülbehälter aus geschlossen «erden. Die Kammer i. steht mit dem Wasserbehälter
p noch durch eine zweite Öffnung L in Verbindung, deren freier Querschnitt mittels
einer Stellschraube in vergrößert oder verkleinert werden kann.
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An dem Hebel d ist drehbar eine dritte Klappe b aufgehängt, mittels
der in der Ruhestellung der Spülvorrichtung die Ausmündung der Speiseleitung abgeschlossen
gehalten wird. Bei dieser Stellung des Hebels d liegt sein Schwerpunkt rechts von
:der Achse c, so daß der Hebel also von selbst diese Stellung innehält und somit
die Öffnungen n und k offen bleiben. Die Achse c, auf der der Hebel d befestigt
ist, ist unter geeigneter Abdichtung durch die Wandung des Spülbehälters hindurch
nach außen verlängert und trägt hier einen Handhebel h..
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Soll die Spülvorrichtung in Tätigkeit treten, so wird der Hebel d
mittels rles Handhebels h um die Achse c gedreht, bis die Klappe e die Öffnung n
und gleichzeitig die Klappe f die Öffnung k verschließt. Hierbei gibt
die Klappe b die Mündung der Speiseleitung a frei. In dieser Stellung des Hebels
d liegt ein Schwerpunkt links von der Achse c. so daß durch das hierdurch hervorgerufene
Linksdrehmoment die Öffnungen k und ir. geschlossen gehalten werden. Das einströmende
Wasser steigt in dem Behälter p höher und höher und sobald der Wasserspiegel die
Offnun- d erreicht, beginnt ein Teil des Wassers durch diese .mehr oder weniger
stark gedrosselte Öffnung in die Kammer i einzufließen. Mit vollständiger Füllung
der Kammer i tritt Entlastung der Klappe fein. Inzwischen ist das Wasser im Spülbehälter
p höher und höher gestiegen. Nach Entlastung
der Klappe f tritt
der Zeitpunkt ein, wo die auf .der Klappe e ruhende Wassersäule auf diese .einen
solchen Druck ausübt, daß das Linksdrehmoment des Hebels d überwunden und letzterer
unter gleich-zeitiger Öffnung des Abflusses n in Rechtsdrehung versetzt wird. Die
Massenverteilung der von der Achse c getragenen Teile ist nun so gewählt, .daß -der
Schwerpunkt .dieser gesamten Masse gleich nach Beginn der Rechtsdrehung wieder auf
.die rechte Seite von der Achse c zu liegen kommt, wodurch die in der angegebenen
Weise eingeleitete Rechtsdrehung sofort gefördert und so selbsttätig eine volle
Freilegung der Öffnungen n und h und damit eine kräftige Spülung .erreicht
wird. Bei dieser Rückdrehung des Hebels d legt sich schließlich die Klappe b auf
die Mündung der Speiseleitung a, und durch Idas Rechtsdrehmoment des Hebelgewichtes
wird die Speiseleitung dauernd geschlossen gehalten. Die Spülvorrichtung befindet
sich nun wieder in Ruhe.
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Durch. Einstellung der Schraube in kann,die Füllzeit der Kammer i
geregelt werden, und da von @dieser Füllzeit auch die gesamte Wassermenge abhängig
ist, die in den Behälter p bis zum Eintritt der Rückdrehung des Hebels d einfließt,
so ist hierdurch auch innerhalb bestimmter Grenzen der Wasserverbrauch selbst beliebig
einste1l.1iar.
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Tritt infolge irgendwelcher Zufälligkeiten die Rückdrehung des Hebels
d nicht vom selbst ein, so kann rdie Spülung .durch Herumlegen des Hebels h nach
rechts von Hand herbeigeführt werden. Eine mittels a'bschraubbarer Platte o verschlossene
Öffnung in der Wand des Behälters p macht die innere Einrichtung zugänglich.
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Bei -dem durch Ab#b.2 veranschaulichten Ausführungsbeispiel ist in
der Sßeiseleitung ca ein sich selbsttätig schließendes Ventil y angeordnet, was
den Vorteil .bietet, daß der Zufluß des Druckwassers in den Spülbehälter p erst
geöffnet wird, wenn die Entleerungsöffnung der Kammer i und die vom Spülbehälter
p nach ,der Spülleitung führende Öffnung durch die Klappen: e und' f nahezu geschlossen
sind. Die Füllung -der Kammer i erfolgt hier durch ein aufrechtes Rohr l hindurch.
Die F'iiillzeit der Kammer regelt sich nach der Länze des Rohres und .der hierdurch
bedingten Höhenlage seiner .oberen Mündung.
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Abbl 3 zeigt eine Ausführungsform, bei :der der Einlaß des .Druckwassers
durch einen Durchlaßhahn s erfolgt, dessen Kegel Gleichzeitig die Drehachse c des
Hebels d bildet. Auch in diesem Fall wird der Zufluß des Druckwassers erst ganz
kurz vor der Schließung der Entleerungsöffnungen des Spülbehälters p und der Kammer
i geöffnet.
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Wie A-bS. 3 erkennen läßt, können die drehbar am Hebel d aufgehängten
Ventilklappen auch durch eine diesen letzteren entsprechende Ausgestaltung der Hebelenden
selbst ersetzt werden.
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Der Spülbehälter p mi`t der Spülleitung g wird zweckmäßig aus mehreren
rohrartigen Teilen zusammengesetzt und so angeordnet, .daß der Hebel h bequem zugänglich
und zu handhaben ist. Die Höhe des Sp-ülbebälters p richtet sich nach -der größten
Wassermenge, die für eine Spülung überhaupt in Betracht kommt. Der Spülbehälter
kann oben offen oder, wie Abb, 4. zeigt, geschlossen sein. In letzterem Fall sammelt
sich in- bekannter Weise während der Füllurng des Behälters p die Luft im oberen
Ende des Behälters, wird dort verdichtet und bildet so bei dem nachfolgenden Ausströmen
des Spülwassers gleichsam einen Druckluftsammler, der ein gleichmäßiges kräftiges
Ausströmen des Wassers gewährleistet.