DE3698C - Schnellkleistermaschine für Spitzdüten - Google Patents
Schnellkleistermaschine für SpitzdütenInfo
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Description
1878.
Klasse 54.
JUL. TH. MÖLLER in BURTSCHEID bei AACHEN. Schnellkleistermaschine für Spitzdüten.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 26. Mai 1878 ab.
I. Papierführung. Die auf die gewünschte Breite geschnittene und fest gewickelte Papierrolle befindet sich bei A auf der Dütenmaschine
und ruht daselbst auf zwei schmalen endlosen Riemen, welche über die Walzen C und D und
über die kleine Welle E gespannt sind, wobei D als Spannrolle dient. Zwischen E und C werden
diese Riemen auf einer gewissen Strecke von einem zweiten Paar kürzerer Riemen gedeckt,
welche über die Rollen F und G, sowie über
das Spindelchen E1 gespannt ist, wobei wieder G als Spannrolle dient. Das zu verarbeitende
Papier geht nun zwischen dem oberen und dem unteren Riemen nach der Scheere bei S1 wenn
vermittelst des an dem Schlitten befindlichen Transportirhebels b die Klappe i auf Riemen
und Schlittenboden drückt und so Schlitten und Papier nach der Scheere £ hiii, bezw. darüber
hinaus schiebt, bis das vorgeschobene Ende so lang ist, als eine zu fertigende Düte werden
soll. Durch Buffer wird der Weg des Schlittens begrenzt und die Papierrolle durch Bremsen
verhindert, mehr abzuwickeln, als nöthig ist.
II. Kleist.erung. Das Papier wird beim Vorschieben zugleich der Länge nach gekleistert
und zwar von oben, der Innenseite des künftigen kleinen Falzes, indem es sich zwischen ein fest
stehendes Messingblech und einem darauf liegenden bodenlosen Schiffchen hindurchzieht, in
welches der Kleister durch ein regulirbares Pümpchen J31 hineingepumpt wird. Der Gummischlauch
des Pümpchens mündet bei H direct in das auf dem Papier stehende bodenlose
Schiffchen. Der dicke Kleister kann dort nicht herausfliefsen; wenn aber das Papier vorgezogen
wird, so zieht sich der Kleister durch den Einschnitt oder die Kerbe K, Fig. 1 o, die am Boden
der Vorderwand angebracht ist, und hinterläfst auf dem Papier einen schmalen Streifen von
3 mm Breite und einer Kleisterdicke, welche von der Kerbenlänge abhängig ist.
Man hat es also in der Hand, je nachdem man gerade dicken oder dünnen Kleister bereitet
hat, ein Schiffchen mit tiefer oder niedriger Kerbe zu gebrauchen.
Vermittelst der Stellschraube ί kann man ferner den Kolbenhub des Pümpchens verstellen
oder dasselbe ganz abstellen, somit den Kleister im Schiffchen auf beliebiger Höhe erhalten. Die
normale Breite der Falze an der Düte beträgt 12 mm. Wenn man den Kleisterstreifen in
die Mitte des Falzes. trägt, so bleiben seitlich 4,5 mm frei. Wollte man den Kleister in
der ganzen Falzenbreite und dann ganz dünn auftragen, so hätte man zwei Nachtheile: zunächst
würde dadurch der ganze Falz stark angefeuchtet und infolge dessen das regelrechte Abschneiden
des Papiers an der feuchten Stelle aufserordentlich erschwert; sodann läfst sich
der ganz befeuchtete Falz nicht gebrauchen, um eine regelmäfsige und fest geschlossene
Dütenspitze herzustellen, wie sich aus dem folgenden ergeben wird.
III. Falten. Das Falten geschieht vermittelst einer Form W, zweier Schieber α und /' und mit
Hülfe einer beweglichen Unterlage M. Das Papier liegt anfangs auf der Unterlage, welche
alsdann im Niveau der Bleche steht, die die beiden Schieberkasten α und b bedecken (s.Fig. 4).
Hierauf kommt die Form W von oben schräg herunter und legt sich auf das Papier, drückt
es gegen die Unterlage, welche mit Leder bekleidet ist, innerhalb des dreieckigen Raumes,
den die Schieberkasten frei lassen, sammt der Unterlage so weit herunter, dafs die in den
Schieberkasten verborgenen Schieber über die Form hinwegstreichen können. Zuerst kommt
der grofse Schieber a, Fig. 8, und streicht den jetzt senkrecht stehenden Papierlappen mit dem
Hülfshebel y nach dem kleinen Schieber hin und macht so den grofsen Falz; dann kommt
der kleine Schieber gleich nach und biegt den gekleisterten 12 mm breiten Streifen auf den
herbeigeschobenen Lappen. Indem er dann fest aufdrückt, vertheilt sich der Kleister genügend,
so dafs jetzt eine Düte um die Form herum geklebt ist.
Um aber eine dichte Spitze zu erhalten, mufs man die Form nicht ganz bis an die Spitze des
Dreiecks, welches die Schieberkasten bilden, herangehen lassen, damit sich daselbst eine
Längenfalte an dem Papierlappen bilde, welche den vollständigen Verschlufs der Dütenspitze
erzeugt. Da die Form an der Spitze dünner
ist, als an der gegenüberliegenden Seite, so bleibt nur das Papier des Lappens an der Spitze
der Form eine Strecke lang vorstehend; und es ergiebt sich aus Fig. 6, in welcher Weise diese nützliche
Längenfalte entsteht. Anfangs steht der gekleisterte Streifen nahezu senkrecht, und das über
die Formkante hervorragende Papier des Lappens berührt den unteren nicht gekleisterten Theil
des Streifens, welcher von dem kleinen Schieber jetzt vorgedrängt wird, und da das Papier des
Lappens sich hierdurch immer mehr umbiegt, so entsteht dadurch die Längenfalte. Wenn
aber die ganze Falzenbreite vom Kleister befeuchtet ist, so läfst sich das trockene vorstehende
Papier des breiten Falzes α nicht leicht von dem nassen herumbiegen, sondern letzteres
gleitet unter dem kleinen Schieber etwas weg und dann faltet sich der kleine nasse Falz
über den vorstehenden Rand des trockenen Papiers und man erhält dann eine Spitze, die
ein Loch hat. Aus diesen Gründen wird also der Kleister in einem Streifen vermittelst des
Kleisterschlitzes aufgetragen, der nur 3 mm breit ist.
Wie sich aus Fig. 6 ergiebt, stehen die Ränder der Schieberkasten etwas höher als die Ränder
der ganz herabgedrückten Form, so dafs das Papier, bevor die Schieber wirken, schon um
einen rechten Winkel gebogen ist. Der kleine Schieber b liegt aber auf einer geneigten Fläche
und würde die Ränder der Form nicht berühren können, wenn hier nicht auf dessen unteren
Fläche noch Zähne aufgesetzt wären, die durch entsprechende Einschnitte in den Schieberkastenrändern
hindurch schlüpfen und dann mit ihren Stirnflächen noch die Längenfalte ganz besonders
beidrücken müssen.
IV. Auffangekasten. Um die geklebten Düten in einen Auffangekasten zu bringen, wird
die Unterlage M durch ein besonderes Excenter X bewegt, welches die Unterlage zuerst,
sobald sich die beiden Schieber von der um die Form herumgeklebten Düte zurückgezogen
haben, mit der Form senkrecht in die Höhe hebt, um zunächst aus dem Bereich der Schieberkasten herauszukommen, wobei die Unterlage
stets einen mäfsigen Druck auf die untere Fläche der Form bezw. des Papiers ausübt;
sodann beginnt die Form sich in schräger Richtung, wie aus dem Grundrifs Fig. 4 ersichtlich,
zurückzuziehen. Da die Unterlage mit Leder bekleidet ist, wogegen die Form glatt ist,
so bleibt bei fortgesetztem Zurückziehen der Form aus der Düte diese letztere auf der Unterlage
liegen, und so lange noch die Form nur noch etwas darin steckt, kann sie auch nach
keiner Seite weichen; wenn aber die Düte in die Nähe des Auffangekastens kommt, so öffnen
sich die eisernen Rechen, welche den Kasten verschliefsen, lassen die Düte in den Kasten
hinein.; dann verschliefsen die Rechen wieder den Kasten. In diesem Augenblick sitzt aber
die Unterlage in dem Kasten und würde nicht daraus zurückkehren, wenn sie nicht mit den
Einschnitten versehen wäre, welche mit den Stellungen der Rechenhacken übereinstimmen.
Nachdem sich also der Kasten geschlossen, begiebt sich die Unterlage sofort wieder in
die Höhe der Papierfläche, d. h. sie stellt sich bündig mit den Oberflächen der Bleche, welche
die Schieberkästen bedecken, um für das demnächst abzuschneidende Papier wieder bereit
zu sein.
Die Unterlage M ist ein mit Leder bekleidetes Messingstück von der Gröfse und Form der
gröfsten Düte, welche auf der Maschine gemacht werden soll, und sitzt verstellbar durch Schraubenverbindung
auf einer vierkantigen Stange U, welche in Führungen M1 M.x verschiebbar ist.
Die ganze Führung hängt verstellbar mit Schrauben am Tisch der Maschine.
Die Düten im Kasten ruhen, wie oben angedeutet, auf den Hacken der Rechen. Sie werden
durch ein dreieckiges Holz und damit verbundener Spiralfeder gegen das Herausfallen geschützt,
können jedoch nur während des Stillstandes der Maschine in Packeten weggenommen werden, was weiter nicht lästig ist.
Da, wie oben beschrieben, Unterlage und Form zeitweise denselben Weg machen, und
doch durch zwei verschiedene Excenter bewegt werden müssen, so ist zur Ausgleichung dieser
beiden Bewegungen die Einrichtung getroffen, dafs der Hebel N und die Zugstange O eine
Büchse erfassen, die sich auf der vierkantigen Stange verschieben läfst und deren Weg durch
zwei Stifte und eine Feder vorgeschrieben wird.
Die Form hat eine verticale und eine horizontale Bewegung, die erstere durch das Excenter V.
Der gut geführten Formstange von quadratischem Querschnitt ist an ihrem unteren Ende, wo sie
aus der Führung herausragt, eine Büchse p mit Stellschraube angehängt, an welcher wieder eine
schmiedeiserne Stange sitzt, die als Stütze für den Drehpunkt eines Winkelhebels tuv dient,
welcher Hebel bei t eine Rolle trägt, die, in den festen Gleitbacken Q verschiebbar, den
Hebel in Drehung versetzt, wenn die Form ihre Lage verändert. Das Ende des Hebels bei V1
ist cylindrisch und in einer Büchse eines Universalgelenkes V1 , Fig. 4, verschiebbar. Bei
dein Punkte v, wird demnach beim Sinken und Heben der Form die Horizontalbewegung vermittelt.
Die Form wird dabei in einer prismatischen Führung, namentlich am Ende ihres Sinkens stets genau nach denselben Punkten
geleitet.
Wenn die Form ganz vorgeschoben ist, so legt sich der Hebel an einen festen Punkt der
Führung an und senkt sich alsdann vertical auf das Papier herunter. Das Oeffnen und Schliefsen
der Rechen geschieht von dem Excenterrad X aus. Der Hebedaumen χ wirkt auf einen Hebel,
welcher durch eine Gelenkstange mit einem
Hebel verbunden ist, welcher auf der Axe eines Rechens sitzt. Die beiden Rechenaxen sind
durch konische Räder verbunden. Nachdem der Hebedaumen geöffnet hat, erfolgt das Verschliefsen
durch eine Feder, Fig. 5.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:
Eine Schnellkleistermaschine für spitze Düten, welche aus Papier ohne Ende gefertigt werden, wobei die geklebte Waare in einen Kasten gelangt und die Arbeit durch eine kleine Pumpe und eine Vorrichtung unterstützt wird, welche das »Schiffchen« genannt wird, und welches auf der Oberfläche des Papiers steht.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3698C true DE3698C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=282633
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT3698D Expired DE3698C (de) | Schnellkleistermaschine für Spitzdüten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3698C (de) |
-
0
- DE DENDAT3698D patent/DE3698C/de not_active Expired
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