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Verfahren zum Wiederverwendbarmachen abgebrochener Umlaufwerkzeuge.
Bei den bis jetzt bekannt gewordenen Verfahren zur Wiederbrauahharmachung von abgebrochenen
Spiralbohrern, Reibahlen und anderen umlaufenden Werkzeugen wird der wieder zu verwendende
Werkzeugrest ent-.weder durch Anlöten oder Anschweißen mit dem ursprünglichen oder
einem anderen Schaft verbunden, oder es wird an den Werkzeugrest ein neuer konischer
oder zylindrischer Schaft angegossen, der entweder in einer besonderen Gießform
als Ganzes um das Restwerkzeug herumgegossen oder in der Weise gewonnen wird, daß
eine die Umfläche des neuen Schafts bildende, das eine Ende des Restwerkzeuges aufnehmende
Hülse mit Metall ausgegossen wird.
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Bei Verwendung von Weichlötung erhält man, selbst wenn man sich einer
an der Lötstelle angebrachten Überhülse bedient, nur eine sehr unzuverlässige Verbindung.
Beim Hartlöten sowie beim Schweißen leidet infolge der thermischen Behandlung die
Beschaffenheit der Werkzeuge. Außerdem verziehen sich letztere fast stets, so daß
sie in den meisten Fällen nicht mehr rund laufen. Das Angießen von neuen Schäften
an den Werkzeugrest endlich bedingt die Anschaffung einer teueren Einrichtung und
ist außerdem ziemlich umständlich und kostspielig, da es verhältnismäßig viel teueres
Material für den anzugießenden Schaft erfordert.
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Das den Erfindungsgegenstand bildende neue Verfahren'bezweckt die
Vermeidung der bei den bekannten Verfahren vorhandenen Übelstände. Es lehnt sich
an bekannte Verfahren zur Verbindung von Rohren u. dgl. durch Umgießen der Verbindungsstelle
an, und zwar unter Berücksichtigung der für die Sondereigenschaften der umlaufenden
Werkzeuge zu beobachtenden Sondervorschriften. Das Verfahren besteht darin, daß
die zu verbindenden Werkzeugstücke in eine ein- oder mehrteilige Form aus beliebigem
Stoff so eingesetzt werden, daß sie in möglichster Nähe der Bruchstelle zentrisch
festgehalten werden, worauf die Bruchstelle mittels einer Metalllegierung niedrigen
Schmelzpunktes mit einer Art Muffe umgossen wird, die stark genug ist, die Drehungsbeanspruchungen
aufzunehmen.
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Einige Anordnungen zur Ausführung des neuen Verfahrens sind auf der
Zeichnung schematisch dargestellt.
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Abb. i und 2 zeigen Längsschnitt und Stirnansicht einer einteiligen
Form, Abb. 3 und q. Längsschnitt und Stirnansichl einer aus zwei durch Schellen
zu verbindenden Hälften bestehenden Form.
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Abb. 5 und 6 veranschaulichen Schnitt- und Stirnansicht einer Form,
die aus gelenkig verbundenden Hälften besteht.
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Abb. 7 und 8 sind entsprechende Ansichten einer gleichfalls zweiteiligen
Form mit Schraubverbindung der beiden Teile.
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Die zentrische Festhaltung der zu verbindenden Werkzeugteile in möglichster
Nähe der Bruchstelle erfolgt am besten gleich in der Form a selbst, welche zum Umgießen
der Bruchstelle des Werkzeuges b durch eine Art Muffe dient. Bei einteiliger Ausführung
der
Form (Abb. i und 2) sind die Zentrierhülsen c, c' als aus der Form a herausnehmbare
Büchsen auszuführen,- weil sonst die angegossene Verbindungsmuffe nicht aus der
Form entfernt werden könnte. Die Büchsen c, c' können eingeschoben (Abb. 5 und 6)
oder eingeschraubt werden (Abb. i bis ¢). Im letzteren Fall muß der Spitzendurchmesser
des Muttergewindes in der Form mindestens so groß sein wie der Durchmesser der anzugießenden
Verbindungsmuffe. Werden die Büchsen nur eingeschoben, so werden sie zweckmäßig
mit Schwalbenschwanzführungen d versehen (Abb. 5 und 6), welche in entsprechende
Nuten der Form passen. Der Außendurchmesser der Büchse muß dabei mindestens so groß
sein wie der Durchmesser der um die Werkzeugbruchstelle herumzugießenden Muffe.
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Die Verwendung von Zentrierhülsen oder -büchsen c, c' empfiehlt sich
auch für zweiteilige Formen (Abb. 3 bis 6), weil sie den Vorteil bieten, daß sie
ein und dieselbe Form für die Wiederherstellung von Werkzeugen verschiedener Durchmesser
verwendbar machen. Man braucht dann nur Zentrierbüchsen von entsprechend verschiedener
Bohrung zu nehmen. Ist die Bruchstelle nahe am Konus des Werkzeuges, so wählt man
eine Zentrierbüchse von konischer Bohrung, wie sie bei dem in Abb. i dargestellten
Ausführungsbeispiel ersichtlich gemacht ist.
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Der Eingußtrichter für die zur Verbindung der Werkzeugreste verwendete
Metalllegierung kann gleichachsig mit dem Werkzeug oder quer dazu angeordnet werden.
Im letzteren Fall ist es zweckmäßig, nur so viel Metall einzugießen, als zur Herstellung
der Verbindungsmuffe tatsächlich nötig ist, weil ein großer verlorener Kopf an dieser
die Lösung des wiederhergestellten Werkzeuges aus der Form erschweren würde.
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Zur Entfernung des Werkzeuges aus der Form nach erfolgter Umgießung
der Bruchstelle werden bei den Ausführungsformen Abb. i bis 6 zunächst die Zentrierhülsen
c, c' herausgenommen und dann durch einen Hammerschlag auf den Werkzeugkonus der
etwa vorhandene Gußkopf abgeschlagen, was naturgemäß um so leichter gelingt, j e
enger der Gießtrichter f in seiner Einmündung in die Muffenform ist. Wählt man zweiteilige
Formen, so kann man die beiden Formhälften entweder durch eine Art von Schelle g
(Abb. 4) oder gelenkartig (Abb. 6) verbinden.
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Ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Zentrierhülsen c, c' fest mit
der Form a verbunden sind, zeigen die Abb. 7 und B. Hierbei ist die Form a nicht,
wie bei Abb. 3 bis 6, in einer durch die Werkzeugachse gelegten Ebene geteilt, sondern
senkrecht dazu. Die Einguß-öffnungen f werden, um das Mitherausziehen der etwa vorhandenen
Gießköpfe zu ermöglichen, als zylindrische oder nach innen sich etwas erweiternde
Bohrungen ausgeführt. Die Verbindung der beiden Formhälften geschieht durch eine
Verschraubung lt
oder durch (in Abb. 7 punktiert angedeutete) Flanschen i,
die durch Schrauben festgezogen werden. Die erstgenannte Verbindungsart wird im
allgemeinen vorzuziehen sein, da im anderen Fall bei nicht sorgfältiger Aufpassung
der Formhälften und bei ungleichmäßigem Anziehen der Verbindungsschrauben die Gefahr
vorhanden ist, daß die Achsen der beiden Werkzeugreste nicht in eine Linie fallen.
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Außer den dargestellten Anordnungen gibt es selbstverständlich noch
eine große Anzahl von anderen Ausführungsmöglichkeiten des neuen Verfahrens. So
könnte z. B. nur der eine der beiden Werkzeugreste in der Form selbst zentriert
werden, während der andere außerhalb derselben durch eine geeignete Vorrichtung
zentrisch festgehalten wird. Die Form a selbst könnte dann als oben offener Zylinder
ausgestaltet sein, der bis zum oberen Rand oder bis zu einer bestimmten Marke mit
Metallegierung vollzugießen ist.