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Verfahren, Giessform und Vorrichtung zur Wiederherstellung abgebrochener Spiral- bohrer od. dgl.
Die Erfindung betrifft ein Giessverfahren, um zerbrochene Spiralbohrer, Reibahlen und ähnliche Werkzeuge auf einfache, billige und zuverlässige Weise wieder verwendungsfähig zu machen, die aus dem schnellen Verbrauch der alten und aus der Beschaffung von neuen Werkzeugen entstehenden Kosten also zu verringern oder gar ganz zu vermeiden. Das Giessverfahren besteht nach der Erfindung im wesentlichen darin, dass um das abgebrochene Ende des Spiralbohrers herum ein neuer Schaft angegossen wird, wobei eine zuverlässige feste Verbindung des neuen Schaftes mit dem Bohrerende in der Weise bewirkt wird, dass durch das Erkalten des aufgegossenen Metalles letzteres fest auf dem Bohrerende aufschrumpft.
Durch dieses Verfahren werden also Spiralbohrer und ähnliche Werkzeuge auf ebenso dauerhafte wie einfache und billige Weise wieder verwendungsfähig gemacht, so dass sich die Ausbesserung vorteilhafter und billiger stellt als die Neubeschaffung. Weiter betrifft die Erfindung noch eine Giessform und eine Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens.
Auf der Zeichnung zeigen Fig. 1 und 2 eine zweiteilige Giessform gemäss der Erfindung mit einer einfachen Zentriervorrichtung. Fig. 3 und 4 bzw. 5 zwei verschiedene einteilige Giessformen mit vollkommener Zentriervorrichtung. Zur Veranschaulichung der Erfindung ist angenommen, dass ein Spiralbohrer in der aus den Fig. 1 ersichtlichen Weise abgebrochen sei. Um das abgebrochene Ende des Spiralbohrers mit einem neuen
Schaft zu umgiessen, wird nach den Fig. 1 und 2 eine aus den beiden Teilen 1 und 2 bestehende eiserne
Form verwendet, welche einen Hohlraum besitzt, dessen vorderer Teil 3 zum Festhalten und Zentrieren des abgebrochenen Spiralbohrers dient, während der hintere Teil 4 die Form des Werkzeugschaftes, zweckmässig die eines Morsekegels, aufweist.
Zur Zentrierung der Formhälften 1 und 2 dienen beispielsweise
Stifte 5 der einen Hälfte, welche in entsprechende Löcher 6 der anderen Hälfte passen. Zu dem in Form eines Vierkante ausgebildeten hinteren Ende des Hohlraumes 4 führt ein Eingusstrichter 7. Um den
Spiralbohrer in der Form festzuhalten und zu zentrieren, verwendet man beispielsweise ein Futter oder eine Büchse 8, deren äusserer Durchmesser jenem des zylindrischen Hohlraumes 3 und deren lichter Durchmesser der jeweiligen Stärke des Spiralbohrers entspricht.
Zur Ausführung des Verfahrens mit der zweiteiligen Giessform wird über das abgebrochene Stück die entsprechende Büchse 8 geschoben. Damit das flüssige Metall nicht in die Rillen am Umfang des
Spiralbohrers eindringen kann, werden diese, soweit sie sich innerhalb der Hülse 8 befinden, mit einer geeigneten Masse ausgefüllt. Hierauf wird das Werkzeug mit der aufgeschobenen Büchse in die vorher angewärmte Form gebracht und letztere zusammengeschraubt, worauf der Hohlraum 4 durch den Einguss 7 mit einer geeigneten Legierung ausgegossen wird. Sobald die Legierung erstarrt ist, wird die Form aus- einandergenommen, der Eingusstriehter entfernt und der Bohrer, Reibahle od. dgl. kann sofort wieder verwendet werden, nachdem der Gussbutzen und etwaige Grate entfernt sind, die durch die Fuge zwischen den beiden Formhälften entstehen können.
Das Hintanhalten der Entstehung des schwer entfernbaren Gussbutzens und von Fugengraten wird mit den Vorrichtungen nach denFig. 3-5 bezweckt. Ausserdem sollen diese auch eine leichtere und sicherere
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Einstellung des Restwerkzeuges gegenüber dem anzugiessenden Schaft ermöglichen, so dass auch ungeübte Arbeitskräfte die Vorrichtung bedienen können und das wiederhergestellte Werkzeug seine volle Güte und Brauchbarkeit wieder erhält und ohne weitere Bearbeitung spielfrei in den Werkzeughalter passt.
Um dies zu erreichen, sind die Giessform und die Zentriervorrichtung zwei gleichachsige einteilige Hohlkörper, die stumpf aneinanderstossen. Beide Teile sind starr, aber lösbar miteinander verbunden. 9 ist die einteilige Giessform, die einen dickwandigen, fugenlosen, zylindrischen Hohlkörper bildet, dessen Hohlraum 10 genau der Form des jeweils herzustellenden und anzugiessenden Bohrerschaftes entspricht. In Fig. 3 ist ein kegelförmiger Hohlraum dargestellt.
Die Zentriervorrichtung wird nach Fig. 3 und 4 durch einen Teller 11 und die Zentrierhülse 12 gebildet. Beide Teile sind gleichachsig mit der Giessform 9. Der Teller stösst stumpf an die Stirnfläche der Giessform an und ist mit einem Ringflansch 13, der ein Gewinde 14 trägt, versehen, um beide Teile leicht und so fest miteinander verbinden zu können, dass kein Metall zwischen den stumpf gegeneinander stossenden Flächen von Giessform und Teller hindurehtreten kann. Da der Schaft der Bohrer, Reibahlen u. dgl. vielfach am freien Ende abgeflacht ist, so wird in der Giessform eine entsprechende Höhlung 15 in einer
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des flüssigen Metalles. Die Zentrierhülse ist durch Gewinde M mit dem Teller 11 starr, aber nach Bedarf auswechselbar verbunden. Die Hülse 12 ist mit zwei gegenüberliegenden Schlitzen 19 versehen.
Auf ihr sitzt ein Klemmring 20 mit zwei Klemmschrauben 21 zum Festhalten des zentrierten Werkzeuges.
Das Restwerkzeug 22 wird in die Zentriervorrichtung eingesetzt, die Giessform mit der letzteren verbunden, der Trichter 17 aufgesteckt und dann das flüssige Metall eingegossen. Alle Teile der Vorrichtung sind einteilig und lassen sich mühelos und zuverlässig genau gleichachsig drehen und bohren.
Die beschriebene Ausführungsform erfordert eine besondere Giessform mit einem zylindrischen Hohlraum, sofern ein zylindrischer Schaft angegossen werden soll.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 lassen sich mit einer Giessform 9'je nach Bedarf kegelig oder zylindrische Schäfte angiessen. Zu diesem Zweck ist eine Einsetzbüchse 23 mit kegeliger Aussenfläche und zylindrischer Bohrung vorgesehen. Ist die Büchse 23 aus der Giessform 9'herausgenommen, so kann ein kegeliger Schaft, bei eingesetzter Büchse dagegen ein zylindrischer Schaft angegossen werden Es kann auch die Bohrung der Büchse 23 kegelig sein, dann ist die Bohrung der Giessform zylindrisch zu halten.
Um mit derselben Vorrichtung auch stärker voneinander abweichende Werkzeuge behandeln zu können, besitzt der Zentrierteller 11 nach Fig. 5 eine untere Bohrung, die grösser ist als der äussere Durchmesser einer besonderen Zentrierhülse 12'. Der Zwischenraum zwischen Bohrung und Zentrierhülse 12' wird durch eine Ergänzungsmuffe 24 mit Flansch 25 ausgefüllt. Die Zentrierhülse ist mit einem Flansch 26 versehen.
Dieser Flansch bewirkt einerseits eine Abdichtung in der Berührungsebene von Giessform' und Hülsenflansch 26 und anderseits sichert er die Hülse in der Lage, die sie beim Aufschrauben des Tellers 11'auf die Giessform 9'erhält. Wenn nun ein Bohrer grösserer Stärke zu behandeln ist, so werden die Muffe 24 und die Hülse 121 aus dem Teller 11'entfernt und dafür wird eine entsprechend stärkere Zentrierhülse in den Teller eingesetzt. Es können auch Einsetzbüchsen 23 von verschiedenen Stärken und verschiedenen Bohrungen in die Giessform 9'eingesetzt werden, damit auch hier ein-und dieselbe Giessform für stark voneinander abweichende Werkzeuge benutzbar wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Wiederherstellung abgebrochener Spiralbohrer od. dgl., dadurch gekennzeichnet. dass um das abgebrochene Ende des Bohrers ein neuer Schaft gegossen wird.