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Kontrolleinrichtung, insbesondere für gemeinsame Warteräume zu mehreren
- Empfangszimmern. Bei behördlichen und anderen Stellen; an denen großer Andrang
zu den Sprechstunden herrscht, bietet die Regelung des Verkehrs, zumal wenn eine
größere Anzahl von Empfangszimmern vorhanden ist, nicht unerhebliche Schwierigkeiten.
Vor allem ist für das Ausgeben der Nummern, die Kontrolle der Abfertigung und das
Aufrufen der Nummern, die an der Reihe sind, ein entsprechend zahlreiche Personal
notwendig.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Einrichtung, die in
einfacher Weise die Kontrolle des Verkehrs für eine größere Anzahl Empfangszimmer
durch einen einzigen Beamten ermöglicht. Voraussetzung ist dabei; daß für die verschiedenen
Empfangszimmer, deren Verkehr der Apparat überwacht, ein gemeinsamer Warte- bzw.
Anmelderaum vorhanden ist, in dem die Einrichtung aufgestellt wird.
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Der Grundgedanke der Einrichtung besteht darin, daß sie für jedes
Empfangszimmer ein über Rollen laufendes, zweckmäßig endloses Band (oder Kette)
mit Fächern zur Aufnahme von Nummernkarten o. dgl. besitzt, wobei die Handhabung
in der Weise gedacht ist, daß der Beamte, der für die einzelnen Zimmer die Nummern
ausgibt, diese von den abgefertigten Personen wieder zurückerhält und in der
Nummernfolge
in die Fächer des dem betreffenden Zimmer zugeordneten Bandes einlegt. Die Bänder
werden nach Bedarf oder periodisch weitergedreht. Die in den Fächern liegenden Nummern
fallen schließlich in dem Maße, wie die einzelnen Fächer über die am einen Ende
angeordnete Rolle abwärts laufen, ab und gelangen in einen Sammelbehälter, in welchem
sie sich wiederum in der Nummernfolge aufschichten und aus dem sie unten, ähnlich
wie dies von Fahrkartenschränken her bekannt ist, nacheinander entnommen werden
können, um sie neu ankommenden Personen auszuhändigen. Man kann dab#i eine beliebiga
Anzahl Nummern, z. B. von x bis ioo, in stetigem Kreislauf verwenden.
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M#t dieser Vorrichtung kann eine Registriervorrichtung verbunden sein,
die die Zahl und Geschwindigkeit der Abfertigungen in den einzelnen Empfangszimmern
aufz,:ichnet, wodurch man auch Anhaltspunkte für etwaige Organisationsänderungen
erhält. Die Einrichtung gewinnt dadurch die Bedeutung eines wichtigen organisatorischen
Hilfsmittels. Mit der Einrichtung kann man zur Unterstützung des Nummernaufrufes
oder als Ersatz für diesen eine selbsttätige Anz-igevorrichtung, z. B. in Form eines
Lichtbildapparates, verbinden, indem man die auf die Bänder ausgeübten Schaltbewegungen
auf ein die entsprechenden Zahlen tragendes Bildband überträgt in solcher Weise,
daß vor der eigentlichen Projektionsvorrichtung jeweils diejenigen Nummern stehen,
die an der Reihe sind. Zur Übertragung der Bewegung auf das Bildband können die
in den Fächern steckenden Nummernkaten o. dgl. dienen, die auf entsprechende Schaltmittel
einwirken. Mit dieser Anzeigevorrichtung kann man dann auch noch eine Lichtreklame
oder eine andere Wechselreklame verbinden.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der neuen Einrichtung.
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Abb. i zeigt in der Draufsicht unter Fortlassung des Oberbaues ein
Bruchstück einer eine größere Reihe von Bändern mit Facheinteilung tragenden Kontrolleinrichtung.
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Abb.2 ist ein Querschnitt dazu nach der Linie A-A der Abb. i, Abb.3
eine Rückansicht.
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Abb. 4 zeigt eine vergrößerte Einzelheit im Längsschnitt.
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Abb. 5 ist ein Schnitt nach Linie B-B der Abb. 4, Abb, 6 ein Schnitt
nach Linie C-C der Abb. 4. Abb. 7 zeigt die Zwischenwand, Abb. 8 eine geänderte
Einz-,lheit.
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Die Kontrolleinrichtung besitzt eine Art von Tisch, dessen Fläche
aber nicht durch 'eine Platte, sondern durch eine Reihe von nebeneinanderliegenden,
von vorn nach hinten sich erstreckenden endlosen Bändern i gebildet wird, die vorn
und hinten über auf festen Achsen 3, 4 drehbare Rollen 5, 6 laufen und zwischen
denen feste Scheidewände 26 angebracht sind. Die Achsen 3, 4 sind in den Seitenteilen
7, 7' des Tisches fest gelagert. Auf den Bändern sind in ihrer Querrichtung sich
erstreckende Wände 2 angebracht, die vorzugsweise in den jeweils obenliegenden Teilen
der Bänder etwas schräg rückwärts geneigt sind. Unterhalb der hinteren Enden der
endlosen Bänder i befinden sich die oberen Mündungen von Kanälen 8, in die in die
Fächer der Bänder eingelegte Karten hineinfallen, wenn sie am hinteren Ende angelangt
sind und das betreffende Fach um die hintere Rolle 6 herumgeführt wird. Die Kanäle
8 sind schräg nach vorn geführt und laufen an den vorderen unteren Enden in Behälter
g aus, die nach der Art der Fächer von Fahrkartenschränken so eingerichtet sind,
daß man die Karten einzeln unten herausziehen kann. Eine in einer gewissen Höhe
über dem Ende des Behälters g angeordnete rahmenförmige Schiebevorrichtung 4o ermöglicht
es, an Personen, die in mehreren Empfangszimmern zu tun haben, ,gleichzeitig für
die verschiedenen Zimmer Nummern auszuhändigen, für die die Aussicht besteht, daß
sie nicht gleichzeitig an die Reihe kommen.
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Mit jeder der vorderen Rollen 5 ist eine Schaltvorrichtung verbunden,
mit Hilfe deren die einzelnen Bänder i unabhängig voneinander fortgeschaltet werden
können. Neben jeder Rolle ist auf der Achse lose ein Hebel 27 gelagert, mit dem
eine Scheibe 28 aus dünnem Federstahl durch einen an ihr befestigten, in eine passende
Bohrung des Hebels eingeführten Stift 9,9 verbunden ist. Aus jeder Scheibe
28 ist nach der Rolle 5 hin eine federnde Zunge 30 herausgedrückt, der ein Kranz
von Vertiefungen 31 in der anliegenden Seitenfläche Rolle 5 entspricht. Die federnde
Zunge 30 und die Vertiefungen 31 wirken wie ein Schaltgesperre zusammen,
derart, daß bei Rückwärtsbewegung des freien Hebelendes die als federnde Klinke
wirkende Zunge über die durch die Vertiefungen 31 gebildete Verzahnung der Rolle
frei hinweggleitet, während sie bei der entgegengesetzten Bewegung hineingreift
und die Rolle 5 mitnimmt, wodurch das über die Rolle gehende Band i um ein entsprechendes
Stück rückwärts geschaltet wird. Zum Ausführen der Schaltbewegung dient eine mit
einem Knopf 35 versehene Zugstange 32, an der ein in eine Schleife 34 des Hebels
27 eingreifender Stift 33 sitzt. Auf dem hinteren Ende der Stange 32 sitzt eine
Rückholfeder 36, die sich einerseits gegen einen Bund 37 der Stange, anderseits
gegen die das hintere Führungslager der Stange bildende, quer über den Tisch sich
erstreckende Schiene 38 stützt. Eine parallel zur Schiene 38 verlaufende Schiene
3g führt die Stange 32 am vorderen
Ende und dient dem Knopf 35
als Anschlag zur Begrenzung der Rückwärtsbewegung der Stange 32. Die gleiche Einrichtung
wiederholt sich bei allen Rollen 5. Die den einzelnen Rollen zugeordneten Knöpfe
35 liegen unmittelbar unter diesen. Um dies zu ermöglichen, sind die Hebel
27 gekröpft. Die Abstützung der Hebel 27 gegen den federnden Druck der Zunge
3o übernehmen die Enden der Zwischenwände 26; die durch Einlagerung in passende
Einschnitte von quer über den Tisch laufenden Tragschwellen 59 am vorderen
und hinteren Tiscbende festgelegt sind und mit den metallbeschlagenen Enden zwischen
die Rollen 5 und 6 greifen, wo sie gabelartig die Achsen 3, 4 umfassen. -Oberhalb
des Tisches ist eine durch Projektion wirkende Anzeigevorrichtung vorgesehen. Diese
besteht für jedes Band i aus einem sämtliche Nummern tragenden endlosen Film =o,
der über Rollen i=, 12, 13 läuft und von dem stets ein Stück, das zweckmäßig derart
bemessen ist, daß es mehrere Nummern enthält, dem Lichtstrahl einer Projektionsvorrichtung
14 ausgesetzt ist, die außerdem dazu dienen kann, irgendeine Lichtreklame vorzuführen.
Sämtliche Rollen =i, i2, 13 sitzen lose auf feststehenden Achsen ==i, =i2,
113. Das Bewegen des Bildbandes =o geschieht in Abhängigkeit von dem zugehörigen
Fächerband i vorzugsweise derart, daß die Schaltung durch die in den Fächern des
Bandes i geführten Nummerntafeln usw. erfolgt. Zu diesem Zwecke ist die Rolle =i
mit einer Schnurrolle =i' verbunden (Abb. 3), über die eine Treibschnur 15 zu einer
Antriebsscheibe 16 führt, auf deren Achse 17 ein Sternrad 18 sitzt. Dieses
ist auf dem Tisch so gelagert, daß es in der Bahn der in die Fächer der Bänder i
eingesetzten Nummerntafeln liegt und von jeder an ihm vorbeigehenden Nummerntafel
um einen Zahn gedreht wird. Hierbei wird dann jeweils das zugehörige Filmband =o
um eine Nummer weiterbewegt.
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Im, übrigen ist auch noch eine Registriervorrichtung vorgesehen. Diese
ist in Abb. 2 nur schematisch angedeutet. Sie besteht für jedes Band aus einem über
eine Rolle =g laufenden Streifen 2o, dem ein Schreib- oder Lochstift 2i eines bei
23 -drehbaren Hebels 22 gegenübersteht. Das freie Ende des Hebels 22 liegt im Bereich
der Zähne des Sternrades 16 und wird durch dessen Zähne nacheinander gegen das Band
2o gedrückt, das zm besten einen ständigen Vorschub durch ein Uhrwerk erfährt, so
daß die Aufzeichnungen auf dem Band einen Maßstab für die Schnelligkeit der Abfertigung
in dem betreffenden Zimmer geben-.
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In der Nähe des verderen Endes der Bandreihe i sind zwei Stangen 24,
25 angebracht, die ein über die ganze Bandreihe sich erstrekkendes Querfeld abteilen,
das der Beamte bequem überblicken kann und innerhalb dessen .:n der Regel die zuletzt
abgefertigten Nummern der einz anen Empfangszimmer liegen sollen. Die Stangen versieht
man zweckmäßig im Be--:eiche dc:r einzelnen Bänder mit Vorrichtungen zi.r Aufnahme
von auf die zugehörigen Zimmer bezüglichen Hinweisen, Notizen, insbesondere mit
Nummerschildchen u. dgl.
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Das Arbeiten mit der Einrichtung kann beispielsweise in folgender
Weise geschehen Kommt eine Person an, so meldet sie sich zunächst bei dem die Einrichtung
bedienenden Beamten, der ihr aus dem dem zuständigen Empfangszimmer entsprechenden
Behälter g die unterste Karte übergibt. Kommt eine Person aus dem Empfangszimmer,
so gibt sie dem Beamten ihre Nummer zurück. Dieser steckt die Nummer in das nächstfreie
Fach des dem betreffenden Zimmer entsprechenden Bandes i vor der Stange 24. In gleicher
Weise verfährt er mit allen Nummern, die ihm zurückgegeben werden. Sind eine bestimmte
Anzahl, z. B. vier vor der Stange 24 liegende Fächer eines Bandes gefüllt, so dreht
er das betreffende Band zweckmäßig so weit nach hinten, daß vor der Stange 24 lauter
leere Fächer stehen und zwischen den Stangen 24 und 23 die zuletzt abgefertigten
Nummern liegen. Im gleichen Augenblick kann dann der Beamte für das betreffende
Zimmer die nächsten vier Nummern aufrufen, die übrigens zugleich auch auf dem Schirm
der Projektionsvorrichtung erscheinen, so daß jeder Besucher sich durch einen Blick
auf den Projektionsschirm davon überzeugen kann, welche Nummern an der Reihe sind.
Natürlich sind zu diesem Zwecke die Zimmernummern mit auf den Bildbändern oder an
den betreffenden Stellen auf dem Projektionsschirm anzubringen.
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Selbstverständlich muß der Beamte darauf. achten, daß er die Nummern
in der richtigen Reihenfolge in die Fächer der einzelnen Bänder einlegt, da es doch
vorkommen kann, däß die Nummern nicht in der richtigen Reihenfolge an ihn zurückgegeben
werden. Aus diesem Grunde erscheint es auch wünschenswert, daß, wie dargestellt,
eine größere Anzahl von Fächern in der Oberfläche des Tisches liegen und infolgedessen
die einzelnen Nummern ziemlich lange Zeit nachkontrolliert werden können. Stellt
sich nach einiger Zeit heraus, daß eine Nummer überhaupt nicht zurückkommt, so kann
der Beamte an ihrer Stelle eine Behelfskarte einsetzen, damit nicht eine falsche
Registrierung bzw. ein falsches Schalten des zugehörigen Bildbandes stattfindet.
Sind sämtliche Nummern für ein Zimmer verbraucht, so kann unbedenklich wieder mit
Nr. i begonnen werden. Natürlich muß man die Anzahl Nummern so groß wählen, daß
keine Zweifel entstehen können, ob es sich um die Nummern einer früheren oder späteren
Serie handelt.
Die angegebene Registriervorrichtung macht bei langsamem,
stetigem Vorschub des Registrierbandes 2o durch Uhrwerk und periodischen Vorschub
des Bandes i um jeweils einige Fächer für die vorbeigehende Anzahl Karten nur ein
einziges Zeichen, weil die kurz al.feinanderfolgenden Zeichen aufeinanderfallen.
Will man dies vermeiden, so kann man die Zähne d,-:s Schaltsternes 18, wie in Abb.
8 angedeutet, achsial gegeneinander versetzen und mit einer entsprechenden Anzahl
nebeneinanderliegender SchrE,ibhebel 22 zusammenwirken lassen, Eo daß die gleichzeitig
erfolgenden Aufzeichnungen in einer quer über das Band laufenden Reihe liegen.
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Je nach dem besonderen Zwecke, dem die Einrichtung dienen soll, kann
man unter Umständen die sämtlichen Bänder i über eine gemeinsame Walze führen und
sie stets gemeinsam ein gewisses Stück schalten. Dabei bleiben dann, wenn man bestimmungsgemäß
die .Karten o. dgl. vor der vordersten Stange einlegt, auf den Bändern, die zu denjenigen
Zimmern gehören, in denen die Abfertigung langsamer als in dem am schnellsten arbeitenden
Zimmer erfolgt, entsprechend große Lücken. Natürlich wird die zu jedem Bande gehörige
Schaltvorrichtung immer nur dann betätigt, wenn in dem vorbeigehenden Fach sich
eine Karte befindet.
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Statt die die Karten aufnehmenden Bänder periodisch von Hand zu bewegen,
kann man auch eine selbsttätige gleichförmige Bewegung durch mechanischen Antrieb,
z. B. mittels eines Uhrwerkes, vorsehen.
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Die Einrichtung kann nicht nur, wie bisher angegeben, zur Kontrolle
des Verkehrs in Empfangszimmern Verwendung finden, sondern: auch für andere Fälle,
in denen eine Kontrolle bzw. ein Registrieren von Vorgängen erwünscht ist z. B.
zum Registrieren der Arbeitszeiten für Akkordarbeiter. Natürlich wird es je nach
dem Verwendungszweck nötig sein, die Einrichtung den besonderen Bedürfnissen entsprechend
umzugestalten.