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Überholmaschine. Für diese Anmeldung ist gemäß dem Unionsvertrage
vom z. Juni igi i die Priorität auf Grund der Anmeldung in den Vereinigten Staaten
von Amerika vom a. November igt6 beansprucht. Die vorliegende Erfindung betrifft
Überholmaschinen mit Spitzen- und Seitengreifern und mit über den Schuhboden bewegbaren
Vorrichtungen zum Überschieben und Befestigen des Oberlederrandes. Nachdem die Greifer
das Oberleder in der erforderlichen Weise angezogen haben, bewegen sie sich einwärts
zu über den Schuhboden, und Vorrichtungen, welche Zurückrutschen des angezogenen-Oberleders
verhindern und den Oberlederrand an den Leistenboden befestigen, folgen der Einwärtsbewegung
der Greifer. Wenn die Maschine zur Bearbeitung von kleinem Schuhwerk, besonders
von Kinderschuhen, verwendet
wird, so kommt es vor, daß die inneren
Seiten der sich einwäxtsbewegenden Greifer miteinander zusammentreffen, so daß die
der Einwärtsbewegung der Greifer folgenden Vorrichtungen verhindert sind, sich in
ausreichendem Maße über den Schuhboden zu bewegen. Dieser Übelstand soll gemäß der
Erfindung vermieden werden.
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Ein wichtiges Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Seitengreifer
nach erfolgtem Anziehen des Oberleders selbsttätig in der Längsrichtung des Schuhes
aus der Bahn der sich einwärtsbewegenden, zum Überschieben und Befestigen des Oberlederrandes
dienenden Vorrichtungen herausgebracht werden.
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Der Erfindungsgegenstand ist in der Zeichnung beispielsweise an einer
Maschine nach dem Deutschen Patent 192 88o, K1. 71 c, veranschaulicht.
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Abb. i ist eine Seitenansicht eines Teiles einer Überholmaschine.
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Abb. 2 ist ein Schaubild der Seitengreifer und benachbarter Teile.
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Abb.3 ist eine Vorderansicht unter Weglassung gewisser Teile.
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Abb. 4 ist eine Seitenansicht gewisser Teile der Abb. 3.
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Abb.5 ist ein Schaubild der die Seitengreiter in der Längsrichtung
des Schuhes bewegenden Vorrichtung.
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Die Maschine besitzt einen Spitzengreifer 2 und Seitengreifer 4, B.
Die Seitengreifer sind an Hebe16 angehängt und können mit Bezug auf die letzteren
seitliche Bewegungen ausführen, um den erfaßten Oberlederrand über den Leistenboden
zu ziehen.
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Die Lage jedes Seitengreifers 4 in der Längsrichtung des Leistens
wird durch ein Zahnrad io bestimmt, welches in eine mit dem dazugehörigen Seitengreifer
verbundene Zahnstange 12 eingreift. Die Verbindung zwischen dem Greifer und der
Zahnstang 12 ist derart, daß sich der Greifer mit Bezug auf die Zahnstange auf und
ab und seitlich bewegen kann. Diese Verbindung weist zwei gelenkig miteinander verbundene
Stangen 14, 16 auf, die für gewöhnlich durch Führungswege der Zahnstange bzw.' des
Greifers rechtwinklig zueinander gehalten werden. Die wirksamen Bewegungen der Greifer
können ohne Verschiebung der Zahnstangen und Lösung des Eingriffes der letzteren
mit den Zahnrädern io stattfinden.
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Jedes Zahnrad io ist an einer Muffe 18 ausgebildet, die eine Welle
2o umgibt. Die Welle 2o lagert in einer an dem Teil 23 des Maschinengestelles
befestigten Konsole 22, in der sich auch die rechte Muffe 18 (Abb. 3) drehen kann.
Die andere Muffe 18 lagert in ähnlicher Weise in einer Konsole 24, die an dem Teil
25
des Maschinengestelles befestigt ist und das andere Lager der Welle 2o
bildet. An dem äußeren Ende jeder Muffe 18 ist eine mit einem Handgriff 28 versehene
Scheibe 26 festgeklemmt, so daß die Muffen um die Welle 2o herumgedreht werden können.
Die Verbindung der Scheibe 26 mit dem Hangriff 28 schließt einen Ring 3o und kurze
Stangen 32 ein. In die Stangen 32 sind Bolzen 34 hineingeschraubt, um den Ring
30 gegen die Scheibe zu klemmen. Die Bolzen 34 halten auch durch Vermittlung
von Unterlagsringen 36 die Handgriffe 28 auf den Ringen 3o (Abb. 4). Durch die beschriebenen
Verbindungen mit den Handgriffen 28 können die Seitengreifer 4 unabhängig voneinander
in der Längsrichtung des Leistens verstellt werden.
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Damit die Greifer in den eingestellten Lagen gehalten werden, ist
jede der Muffen 18 mit einer Reibungskupplung ausgerüstet. Zwischen der erwähnten
Scheibe 26 und einem an der Welle 2o befestigten Gußstück befindet sich ein aus
Leder bestehender Ring 38. Ebene Flächen der Teile 26,40 können mit entsprechenden
Flächen der Ringe 38 in Reibungseingriff treten und werden durch ein Keilstück 42
gegen die Ringe 38 gepreßt. Das Keilstück 42 befindet sich zwischen einer schrägen
Fläche 43 der ortsfesten Konsole 22 und einem an der rechten Scheibe 26 (Abb. 3)
anliegenden Bund 44. Wenn das Keilstück 42 in seine wirksame Lage (Abb. 3) bewegt
wird, so wird die rechte Scheibe 26 mit der dazugehörigen Muffe i8 nach rechts geschoben,
wobei der Ring 38 zwischen der Scheibe und dem Gußstück 40 zusammengepreßt wird.
Nachdem die Bewegung der rechten Scheibe 26 mit Bezug auf das Gußstück 4o durch
den Ring 38 unterbrochen worden ist, bewirkt fortgesetzte Bewegung des Keilstückes
gemeinsame Bewegung dieser Teile und der Welle 2o nach rechts, so daß das an der
gegenüberliegenden Seite der Welle 2o vorgesehene Gußstück 40 den angrenzenden Ring
38 gegen die dazugehörige Scheibe 26 preßt. Verschiebungen dieser Scheibe und ihrer
Muffe ihrer Achse entlang werden durch Zusammentreffen des Endes der Muffe mit dem
Teil 25 des Maschinengestelles verhindert. Mittels des Keilstückes 42 und
der Ringe 38 können somit die beiden Muffen 18 mit der Welle 2o gekuppelt werden,
wodurch unbeabsichtigten Verschiebungen der in der Längsrichtung des Leistens eingestellten
Seitengreifer vorgebeugt wird.
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Das Keilstück 42 nimmt für gewöhnlich eine Lage ein, in der die Muffen
18 und die Seitengreifer in der jeweiligen Lage gesichert sind. Damit einer der
Greifer ohne Beeinflussung der Lage des anderen Greifers verstellt werden kann,
sind Vorkehrungen getroffen, um Drehung de: Welle 2o zu verhindern, wenn einer der
beiden
Handgriffe 28 verschwenkt wird. Die Nabe 50 einer Platte 48 sitzt lose auf
der linken Muffe i8 und wird zwischen der Scheibe 26 und einem festen Bund 52 der
Muffe 18 gehalten. Ein von dem angrenzenden Gusstück 40 getragener, federbelasteter
Stift 54 kann in eines der Löcher einer bogenförmigen Lochreihe der Platte 48 einfallen,
um die letztere der Welle 2o gegenüber zu sichern. Eine Trethebelstange 56 ist mit
der Platte 48 verbunden, so das durch Drehung der letzteren in einer Richtung die
Seitengreifer vorgerückt werden. Bewegungen der Greifer in entgegengesetzter Richtung
werden in üblicher Weise durch eine die Trethebelstange 56 umgebende Feder 57 herbeigeführt.
Wenn die Teile die in der Abb. 2 dargestellte Lage einnehmen, so haben die Greifer
ihre Überzieh- und Anzugsbewegungen ausgeführt, und die Greifer werden durch einen
von der Platte 48 getragenen federbelastaten Stift 58 in vorgerückter Lage gesperrt.
Der Stift 58 greift in diesem Falle unter eine, von einem der seitlichen Nagelarme
getragene Knagge 6o. Die Greifer ziehen das Oberleder nach vorn, ehe die üblichen
Nagelarme ihre Bewegung beginnen, und die letzteren befinden sich zu dieser Zeit
an ihren äußeren Bewegungsgrenzen, wobei die Knagge 6o über dem Stift 58 liegt.
Wenn sich die seitlichen Nagelarme nach erfolgtem Strecken des Oberleders einwärts
bewegen, so gibt die Knagge 6o den Stift 58 frei. Die Seitengreifer werden durch
die Feder 5; zurückbewegt, sobald sie das erfaßte Oberleder loslassen. Die Rückbewegung
der Seitengreifer wird durch Zusammentreffen einer Knagge 62 der Platte 48 mit einem
ortsfesten Stift 64 begrenzt. Wenn die Teile diese Lage einnehmen, so verhindert
der mit der Knagge6z zusammengetroffene Stift 64 Drehung der Welle 2o in einer Richtung,
während die verhältnismäßig kräftige Feder 57 der Drehung der Welle 2o. in entgegengesetzter
Richtung vorbeugt. Nehmen hingegen die Teile die in der Abb. 2 dargestellte Lage
ein, so werden Drehungen der Welle 2o in einer Richtung durch den Stift 64 und die
Kiiagge 66 und in der entgegengesetzten Richtung durch den Eingriff des Stiftes
58 mit der Knagge 6o verhindert.
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Die Greifer werden zwecks Einstellens des Oberleders auf dem Leisten
nach erfolgter Überziehbewegung und vor dem Vorrücken der Greifer verschoben. Damit
jeder der Greifer in dieser Weise verstellt werden kann, steht der auf die Ringe
38 ausgeübte Druck in solchem Verhältnis zu der Spannung der Feder 57,
das
einer der Greifer durch Bewegung des dazugehörigen Handgriffes 28 in einer Richtung
verstellt werden kann, ohne Drehung der Welle 2o herbeizuführen. Drehung der Welle
2o in entgegengesetzter Richtung wird während der Einstellung eines der Greifer
durch das Zusammentreffen des Stiftes 64 mit der Knagge62 verhindert. jeder Greifer
kann somit unabhängig von dem anderen Greifer in der beabsichtigten Weise in der
Längsrichtung des Leistens bewegt werden, und die eingestellten Greifer werden durch
die beschriebene Kupplung ohne weiteres Zutun des Arbeiters in ihren Lagen gehalten.
Die Kupplung stellt auch eine zwangläufige Verbindung mit der Welle 2o her, uni
das Oberleder durch Herabdrücken des mit der Stange 56 verbundenen Trethebels nach
vorn ziehen zu können.
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Die Lage des Keilstückes 42 wird durch Verbindungen mit einem Hebel
68 bestimmt (Abb. i), mittels deren die seitlichen Bewegungen der Greifer
und der Nagelarme während der letzten Stufe des Arbeitsganges der Maschine in bekannter
Weise gesteuert werden. Abb. i läßt erkennen, das durch Bewegung des Hebels 68 nach
links die Greifer bewegt werden, um den Oberlederrand über den Leistenboden zu ziehen,
und die Nagelarme einwärts über den Leistenboden bewegt werden. Durch die sich einwärtsbewegenden
Nagelarme werden die Greifer ausgelöst, ehe Nägel in den Oberlederrand eingetrieben
werden. Die Greifer und die Nagelarme werden durch Bewegung des Hebels 68 in die
Ausgangslagen zurückgeführt. Während des Linksganges des Hebels 68 wird das Keilstück
42 durch eine Verbindung mit dem Hebel 68 aus seiner wirksamen Lage herausgedrängt.
Diese Verbindung schließt eine Stange 7o ein, deren Anschlag 72 mit einer Knagge
74 des Keilstückes 42 zusammentrifft. Hierbei wird der auf die Ringe38 ausgeübte
Druck aufgehoben, und in Büchsen der Gusstücke 4o untergebrachte Federn 76 wirken
auf in diese Büchsen hineinragende Stifte 78 der Scheiben 26 ein. Die Anordnung
ist derart, da.ß hierbei die Muffen 18 mit Bezug auf die Welle 2o gedreht werden
und die das Oberleder freigebenden Greifer in ihre Ausgangslagen zurückführen. Die
Abb. 3 und 4 lassen erkennen, das die gegenüberliegenden Enden jeder Feder 76 für
gewöhnlich mit einer Platte 8o des Gusstückes 40 zusammentreffen. Die Platte 8o
ist gegabelt, so das sie den Stift 78 zwischen den Enden der Feder 76 aufnehmen
kann. Auf diese Weise wird jede Muffe 18 für gewöhnlich in einer vorherbestimmten
Winkelstellung auf der Welle 2o gehalten. Durch Drehung der Muffe mit Bezug auf
die Welle 2o wird ein Ende der Feder durch den Stift 78 zusammengedrückt,
während das andere Ende der Feder als Anschlag an der Platte 8o anliegt. Die Spannung
der Federn 76 ist so bemessen, das sie die Greifer in ihre Ausgangslage zurückführen
können.
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' Die Federn 76 sind jedoch nicht kräftig genug, um die Reibung zwischen
den Ringen 38 zu
überwinden, wenn das Keilstück 42 seine wirksame
Lage einnimmt.
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Nachdem die Greifer in der beschriebenen Weise in ihre Ausgangslagen
zurückgeführt worden sind, rückt der sich nach rechts (Abb. i) bewegende Hebel
68 durch Vermittlung des Keilstückes 42 die Kupplungen wieder ein. Zwischen
der Knagge74, in der sich die Stange 7o verschiebt, und einer auf das Ende der Stang
7o aufgeschraubten Mutter 82 befindet sich eine Feder 84, die während der Bewegung
des Hebels 68 zusammengedrückt wird, wenn die relativen Lagen der Teile eine Bewegung
der Stange 7o mit Bezug auf die Knagge 74 bedingen, nachdem das Keilstück @42 in
seine wirksame Lage zurückgeführt worden ist.
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In der in der Abb. 5 dargestellten Bauart können die Seitengreifer
in der Längsrichtung des Schuhes- in eine Lage zurückgezogen werden, in der Zusammentreffen
der Seitengreifer mit den seitlichen Nagelarmen verhindert wird. Die Seitengreifer
werden am Ende des Arbeitsganges selbsttätig in die Ausgangslage zurückgeführt.
Die bereits erwähnte Welle 2o kann durch Vermittlung eines Schiebers go selbsttätig
geschwungen werden. Die Verbindung der Welle 2o mit dem Schieber go schließt einen
Stift 92, eine Platte 94 der Welle 2o und ein Lenkstück 96 ein. Die Platte
g4 sitzt lose auf der Welle 2o, so daß die letztere mit Bezug auf die Platte 94
verstellt werden kann. Zur Vornahme dieser Einstellung dient ein an der Welle 2o
drehbarer Arm 98, dessen Stift ioo in eines der an der Platte 94 vorgesehenen
Löcher einfallen kann. Ein an dem rückwärtigen Ende des Armes 98 vorgesehener federbelasteter
Stift io2 sucht den Arm 98 in derjenigen Lage zu halten, in der der Stift io2 in
das betreffende Loch einfällt. Auf diese Weise können die Greifer mit Bezug auf
die Platte 94 und den Schieber go verstellt werden, um die Ausgangslagen der Greifer
der Größe oder Gestalt der der Bearbeitung zu unterziehenden Schuhe anzupassen.
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An dem Lenkstück 98 ist ein Schlitz 104 angebracht, in dem das abgesetzte
Ende des Stiftes 92 Aufnahme findet. Eine einerseits mit dem Lenkstück
98 und anderseits mit dem Stift 99- verbundene Feder io6 sucht das
Lenkstück 98 mit Bezug auf den Stift 92 zurückzuziehen und die Welle 2o so
zu drehen, daß die Seitengreifer zurückgezogen werden. Wenn der Stift 9z während
der Bewegung des Schiebers go in einer Richtung mit dem inneren Ende des Schlitzes
i04 zusammentrifft, so werden die Greifer in ihre Ausgangslagen zurückgeführt, in
denen sie durch den Eingriff des Stiftes 58 mit der Knagge 6o gehalten werden. Der
Schieber go wird dann in die in der Abb. 5 dargestellte Lage zurückgeführt, in der
die Feder io6 wieder gespannt ist. Während der nach erfolgtem Anziehen des Oberleders
stattfindenden Einwärtsbewegung der Nagelarme gibt die Knagge 6o den Stift 58 frei,
und die Feder io6 erteilt der Welle 2o eine Drehung, während der die durch fortgesetzte
Einwärtsbewegung der Nagelarme freigegebenen Greifer zurückgezogen werden. Die Spannung
der Feder io6 ist so bemessen, daß das Oberleder in der kurzen Pause zwischen dem
Freigeben des Stiftes 58 und dem Öffnen der Greiferbacken - nicht zurückgezerrt
wird. Auf diese Weise werden die freigegebenen Seitengreifer aus der Bewegungsbahn
der seitlichen Nagelarme herausgebracht, und wenn die Nagelarme in ihre Ausgangslage
zurückschwingen, so werden die Greifer in der beschriebenen Weise durch den Schieber
go selbsttätig in die in der Abb. 2 dargestellte Lage vorgerückt. Ein mit Knaggen
der Platte 94 zusammenwirkender Stift ii2 begrenzt in beiden Richtungen die Bewegungen
der Welle 2o und der Platte 94.