DE355532C - Verfahren zur Gewinnung neuer Textilfasern aus tierischen Fasern durch Behandlung mit - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung neuer Textilfasern aus tierischen Fasern durch Behandlung mit

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DE355532C
DE355532C DESCH54368D DESC054368D DE355532C DE 355532 C DE355532 C DE 355532C DE SCH54368 D DESCH54368 D DE SCH54368D DE SC054368 D DESC054368 D DE SC054368D DE 355532 C DE355532 C DE 355532C
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alkaline
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DR WILHELM HELMUT SCHWEITZER
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DR WILHELM HELMUT SCHWEITZER
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
    • D06M11/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with inorganic substances or complexes thereof; Such treatment combined with mechanical treatment, e.g. mercerising
    • D06M11/07Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with inorganic substances or complexes thereof; Such treatment combined with mechanical treatment, e.g. mercerising with halogens; with halogen acids or salts thereof; with oxides or oxyacids of halogens or salts thereof
    • D06M11/30Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with inorganic substances or complexes thereof; Such treatment combined with mechanical treatment, e.g. mercerising with halogens; with halogen acids or salts thereof; with oxides or oxyacids of halogens or salts thereof with oxides of halogens, oxyacids of halogens or their salts, e.g. with perchlorates

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung neuer Textilfasern aus tierischen Fasern durch Behandlung -mit alkalischen und chlorierend bzw. oxydierend wirkenden Mitteln. Es ist mehr als 2o Jahre her, daß Wolle mit Chlor behandelt wurde, um solche vor dem Filzen und Einlaufen zu schützen, ihre Aufnahmefähigkeit für Farbstoffe im Druckerei-Bewerbe zu erhöhen und ihr ein seideähnliches Aussehen zu geben.
  • Daß man an Stelle des Chlors auch andere oxydierende Stoffe verwenden kann, ist ebenfalls bekannt.
  • Vorübergehend waren auch Strickgarne im Handel, die aus chlorierter oder bromierter Wolle bestanden, jedoch sehr bald wieder aus dem Markte verschwanden, da derartige Garne hart und trocken waren und der Glanz keinen Bestand hatte.
  • Man- hat auch schon aus chlorierter Wolle durch Behandeln mit MetallsalzenwolleneWaren erhalten, welche den gewöhnlichen wollenen Waren in Aussehen und Griff ähnlich sind, außerdem noch die Fähigkeit haben, nicht einzulaufen. Um geringe Mengen in der Wolle haftende Säuren zu entfernen, wird hier - ein alltäglicher, chemisch selbstverständlicher Vorgang - mit ganz geringen Mengen Alkali neutralisiert. Da man -nach dieser Vorschrift .- bis zur absoluten Neutralisation gelangen muß und jeder Überschuß an Alkali, über den Zweck der Reaktion, zu vermeiden ist, kann es sich hier nur um äußerst geringe Mengen Alkali handeln.
  • Eine Einwirkung von Alkali auf die Substanz chlorierter Wolle wird hier ausdrücklich ausgeschlossen, zumal die Eigenschaften der Wollfaser erhalten bleiben müssen.
  • In der Wäsche, Appretur, Färberei und Druckerei der Wolle hatte man bisher eine große Scheu, größere Überschüsse an Alkali zu verwenden, da Festigkeit und sonstige gute Eigenschaften der Wolle vermindert wurden.
  • Es wurde nun gefunden, daß es - in ganz überraschender Weise - gelingt, aus chlorierter oder mit anderen Oxydationsmitteln behandelter Wolle oder anderen ähnlichen Spinnfasern, wie Haare, Borsten u. dgl., eine neue Faserart zu gewinnen, die durch Glanz, Griff, Weichheit und Festigkeit eine sehr wertvolle Bereicherung des bekannten Textilmaterials bietet.
  • Folgende Arbeitsweise kennzeichnet das Verfahren. I. Wie tierische Textilfaser wird in loser Form, als Kammzug, Vorgespinst, Garn, oder im Stück in bekannter Weise chloriert, bromiert oder in irgendeiner Ausführungsform mit anderen Oxydationsmitteln behandelt und gut gespült.
  • Es hat sich gezeigt, daß diese Mittel in Überschüssen angewandt werden können, um gegebenenfalls das Maximum der Oxydation zu erreichen.
  • Die oxydierte Substanz, die - im Gegensatz zu Wolle, einer Aminosäure - als eine Polyoxyaminosäure anzusprechen ist, wird nunmehr in stark alkalische oder in stark ätzalkalische Bäder eingetaucht, so daß eine starke Reaktion zwischen Ätzalkali oder der sonstigen alkalisch wirkenden Substanz und der oxydierten Wollsubstanz eintritt.
  • Die Bäder färben sich, die oxydierte Wollsubstanz erhält ein durchscheinendes Aussehen, hohen Glanz und fühlt sich schlüpfrig an. Nach dem Ausspülen mit Wasser und kochendem Seifen - dem zweckmäßig ein Trocknen vorhergeht - verschwindet die schlüpfrige Beschaffenheit, und die neue Faser zeigt ihre charakteristischen Eigenschaften, hohen Glanz, Festigkeit bei ausgesprochenem Seidengriff, insbesondere, wenn mit wenig Essigsäure kalt aviviert wird und ein Kaiandern - nach dem Trocknen - folgt. Bemerkenswert ist, dann auch die - bisher unbekannte - Weichheit und das zarte Gefühl der Faser.
  • Je nach dem Grad der Oxydation und je nach Stärke der alkalischen oder ätzalkalischen Bäder kann kalt oder bei höherer Temperatur kürzere oder .längere Zeitdauer gearbeitet werden.
  • Typisch für das Verfahren ist die Anwendung von Alkalien im Überschuß. Bei dem angegebenen Beispiel wird die oxydierte Wollsubstanz kurze Zeit mit einer Lösung, welche etwa 3o Prozent ihres Gewichtes an festem Ätznatron enthält, behandelt.
  • Es können auch alkalisch wirkende Bäder organischer Natur, z. B. Phenolnatrium und andere, verwendet werden.
  • Die Reihenfolge der Prozesse kann auch umgekehrt werden. Beide Prozesse können auch vereinigt werden, so daß man z. B. mit Chlorsodalösungen behandelt, die starke Überschüsse von Alkalien oder Ätzalkalien enthalten.
  • Den alkalisch oder ätzalkalisch w:rkenden Bädern können auch schützende Zusätze, wie Seifen, Sirup, Traubenzucker, Glyzerin u. dgl., gegeben werden. II. Die nach I behandelte tierische Faser wird mit Wachs; Paraffin, Stearin, Harzen, Walrat, Ceresin, Pflanzenwachs u. dgl. behandelt, sei es, daß man die Faser durch die geschmolzene Masse zieht, den Überschuß ausquetscht und durch Lösungsmittel oder kochendes Seifen entfernt, sei es, daß man genannte Mittel als Lösungen anwendet, sei es auch in Form gelöster Seifen.
  • Werden Seifen angewendet, dann kann ein Überschuß an Ätzalkali in der Seife verbleiben und auf die oxydierte Faser wirken.
  • Die Verwendung der genannten Stoffe als Appreturmittel ist an sich bekannt und wird für sich allein nicht als neu begehrt.
  • III. Die chlorierte oder auf anderem Wege oxydierte tierische Faser wird - nach dieser Vorbehandlung - beiden Behandlungen I und II hintereinander unterworfen.
  • Wird mit Wachs, Paraffin usw. imprägniert, so läßt man das alkalische bzw. ätzalkalische Bad folgen, wobei der Überschuß an Wachs, Paraffin usw. von der Oberfläche der Faser abgezogen wird. Es bleibt jedoch in allen Fällen genügend Wachs, Paraffin usw., insbesondere im Innern der Faser, haften, um den gewünschten Effekt zu erzielen.
  • Wird Wachs, Paraffin usw. in Lösungen oder in Form von Seifen angewendet, so läßt man das alkalische oder ätzalkalische Bad vorhergehen, um zu verhindern, daß abgelagertes Wachs, Paraffin usw. wieder abgezogen wird. Beispiel. 5o kg feine wollene Stückware wird, mit einer filtrierten Lösung von 40 kg Chlorkalk in 1500 1 nach Zusatz der äquivalenten Menge roher Salzsäure kalt chloriert und mit kaltem Wasser gut ausgespült.
  • Hierauf wird durch Einlegen in eine kalte Lösung von Hydrosulfit oder schweflige Säure und Spülen mit Wasser gebleicht.
  • Nun wird die Ware in einer Lösung von 3 kg Wachsseife in 1500 1 Wasser gekocht und mit kaltem Wasser gespült.
  • Die Wachsseife wird bereitet durch Verseifen von 3kgBienenwachs mit 3kg festem Ätznatron. Es folgt das Eintauchen für kurze Zeit in eine kalte Lösung von 15 kg festem Ätznatron in 1500 1 Wasser und gutes Spülen mit Wasser. Schließlich wird mit Marseillerseife gekocht, mit etwas Essigsäure aviviert, getrocknet und kalandert.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung neuer Textilfasern aus tierischen Fasern, wie Wolle, Haaren, Borsten- u. dgl., durch' Behandlung mit alkalischen und chlorierend bzw. oxydierend wirkenden Mitteln, dadurch gekennzeichnet, daß die alkalisch wirkenden Mittel organischer oder anorganischer Natur in großen Überschüssen verwendet werden. a. Verfahren nach Anspruch i, gekennzeichnet durch Behandeln des Erzeugnisses mit Wachs, Paraffin, Ceresin, Stearin, Walrat, Harz u. dgl. in geschmolzenem, gelöstem oder verseiftem Zustande.
DESCH54368D 1919-01-22 1919-01-22 Verfahren zur Gewinnung neuer Textilfasern aus tierischen Fasern durch Behandlung mit Expired DE355532C (de)

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