DE354449C - Verfahren zur Reinigung des Diffusionssaftes - Google Patents
Verfahren zur Reinigung des DiffusionssaftesInfo
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Description
- Verfahren zur Reinigung des Diffusionssaftes. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Reinigung des aus den Rübenschnitzeln nach der Diffusion gewonnenen Diffusionssaftes von organischen Nichtzuckerstoffen. Das Verfahren ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, daß die Anwendung hoher Temperaturen vermieden wird, bei denen infolge der Anwesenheit starker Basen, wie Ätzkalk und Ätzalkalien, sämtliche zur Ammoniakgruppe gehörigen Eiweißstoffe unter Ammoniakbildung Zersetzungen erleiden, und zwar schon bei etwa 5o°. Die Zersetzungsprodukte lassen sich durch Kalkscheidung nicht mehr ausfällen und verursachen Melassebildung. Dieser Übelstand wird bei dem vorliegenden Verfahren vermieden.
- Gemäß der Erfindung wird der Diffusionssaft zunächst in an sich bekannter Weise mit Eisensulfat versetzt. Während aber bei der bisher vorgeschlagenen Verwendung von Eisensulfat in der Wärme weitergearbeitet wurde, so daß sich die bereits erwähnten Übelstände ergaben, wird nach dem vorliegenden Verfahren der Saft bis auf unter 50° abkühlen gelassen, dann mit Kalkmilch verrührt, in kaltem Zustande mit Kohlensäuregas oder mit einem Gemisch aus Kohlensäure- und Schwefligsäuregas auf schwache Alkalität gussaturiert, um etwa noch vorhandene Alkalihydroxyde zu neutralisieren, und darauf derabfiltrierte und mit Kalkmilch versetzte Saft mit Schwefligsäuregas auf schwache Alkalität aussaturiert und abfiltriert.
- Es ist schon vorgeschlagen worden, bei der Reinigung von Zuckersäften mit Kalk in der Kälte zu arbeiten. Jedoch wurde bei den bekannten Verfahren der Diffusionssaft lediglich mit Kalk versetzt, ohne daß eine Saturation stattfand, wodurch teilweise eine Verbindung des Kalkes mit dem Zucker selbst unter Bildung von Kalksaccharat eintrat, das schwer löslich ist, im Schlamme zurückbleibt und einen großen Zuckerverlust herbeiführt. Außerdem verursachte die --verhältnismäßig große Menge des zugesetzten Ätzkalks in Verbindung mit den organischen Nichtzuckerstoffen die Bildung einer schleimigen Masse, deren Filtration nur durch einen Zusatz von Kieselgur ermöglicht werden konnte. Hierdurch wurden die Filtertücher in sehr kurzer Zeit derart verlegt, daß eine häufige, den Betrieb störende Reinigung stattfinden mußte. Alle diese Übelstände werden bei dem vorliegenden Verfahren vermieden, so daß ohne nennenswerte Zuckerverluste und in einfachster und billiger Betriebsweise das gewünschte Ergebnis erhalten werden kann.
- Bei der praktischen Ausführung des Verfahrens kann beispielsweise folgendermaßen vorgegangen werden: Der mit einer TemgeMt-ur von etwa 5o bis 6o° aus der Di:ffusipn%@atterie in das Meßgefäß gelangende Diffusionssaft wird mit der eiltsprechend den im Safte vorhandenen Alkalisalzen @ berechneten ,Menge Eisensulfat in Lösung` versetzt und i bis 2 Minuten damit verrührt. Zwecks weiterer inniger Mengung und Abkühlung wird der Saft in den bei der sonst üblichen Arbeitsweise zum Aufwärmen dienenden Behälter hinaufgepumpt, jedoch ohne daß eine Aufwärmung stattfindet, und alsdann in das Saturationsgefäß hinuntergelassen, wodurch er erheblich unter 50° abgekühlt wird. Der Saft wird alsdann mit Kalkmilch in üblicher Weise versetzt und mit Kohlensäuregas oder noch zweckmäßiger mit einem Gemische aus Kohlensäuregas und Schwefligsäuregas bis auf schwache Alkalität aussaturiert, wobei der Ätzkalk vollständig als kohlensaurer Kalk und das Eisen als schwefligsaures Eisenoxydul ausgefällt wird, und äbfiltriert.
- Der klar abfiltrierte Saft wird mit Kalkmilch in einer Menge von etwa 1/4 Prozent Ca O, auf das Rübengewicht berechnet, versetzt, mit Schwefligsäuregas auf o,o2 Prozent Alkalität aussaturiert und, ohne aufzuwärmen, kalt abfiltriert.
- Falls das Eisen noch nicht ganz ausgeschieden oder der Saft trübe abgelaufen ist, wird die letztgenannte Behandlung wiederholt. Der auf diese Weise erhaltene klare Saft wird in bekannter Weise auf 6o bis 6q.° Brix eingedampft und mit Kohlensäuregas knapp zur Neutralität aussaturiert und abfiltriert. Aus dem erhaltenen Dicksaft läßt sich durch Verkochen auf Füllmasse unter hohem Vakuum und Ausschleudern ohne Abkühlung unmittelbar Konsumzucker erhalten, ohne daß gewaschen oder mit Dampf gedeckt werden muß.
- Die Abläufe aus der Schleudermaschine können in beliebiger Weise weiter verarbeitet werden.
Claims (1)
- PATENT-AN SPRUCII: Verfahren zur Reinigung des aus den Rübenschnitzeln nach der Diffusion gewonnenen Diffusionssaftes von organischen Nichtzuckerstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man den in bekannter Weise mit Eisensulfat versetzten Diffusionssaft bis auf unter 50° C abkühlen läßt, mit Kalkmilch verrührt, in kaltem Zustande mit Kohlensäuregas oder mit. einem aus Kohlensäure und schwefliger Säure bestehenden Gasgemisch auf schwache Alkalität aussaturiert und hierauf den abfiltrierten, mit Kalkmilch versetzten Saft mit Schwefligsäuregas auf schwache Alkalität aussaturiert und abfiltriert.
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