DE353076C - Verfahren zum Gerben von Haeuten - Google Patents

Verfahren zum Gerben von Haeuten

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DE353076C
DE353076C DE1916353076D DE353076DD DE353076C DE 353076 C DE353076 C DE 353076C DE 1916353076 D DE1916353076 D DE 1916353076D DE 353076D D DE353076D D DE 353076DD DE 353076 C DE353076 C DE 353076C
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chloranil
alkalis
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chloraniles
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GERB und FARBSTOFFWERKE H RENN
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents
    • C14C3/26Chemical tanning by organic agents using other organic substances, containing halogen

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zum Gerben von Häuten. Es ist bekannt, daß die einfachen und substituierten Chinone kräftige Gerbmittel darstellen. Unter anderen haben M e u n i e r und S e y e w e t z (Collegium 1914, S. 523) zahlreiche Chinone auf ihre Gerbwirkung untersucht. Es handelte sich aber dabei stets um solche Chinflne oder deren Abkömmlinge, welche eine gewisse Löslichkeit im Wasser besaßen.
  • Vbn diesen unterscheiden sich (die Tetrachlorchinone durch ihre vollkommene Urilöslichkeit in Wasser, und sie sind demnach in diesem Zustande für Gerbzwecke unbrauchbar, wie es denn heute überhaupt keine gechlorten: organischen Gerbmittel gibt.
  • Es wurde nun gefunden, daß man die Tetrachlorchinone durch geeignete Dispersionsmittel in eine zum Gerben geeignete kolloidale Lösung überführen kann, Saß also die Tetrachlorchinone auch zu der Gattung von unlöslichen Stoffen gehören, welche durch Peptisierun;g zu Gerbmitteln gemacht wenden können. Als geeignete Dispersionsmittel haben sich ein- oder mehrwertige Phenole und Alkalien erwiesen, ideren Zusatz zu in Wasser .suspendierten chloranilen Lösungen von stark gerbender Wirkung entstehen läßt.
  • Eine noch stärkere Wirkung wird erzielt, wenn, zu den .in Wasser suspendierten Chloranilen geringge Mengen: von Alkalien allein zugefügt werden. Ers entstehen dabei in Wasser schwerlöslicbeChoranilsäureny weiche wiederum mit Aden nicht angegriffenen Teilen der Chloranile in Wechselwirkung treten. Die Wirkung ist w hl so zu erklären, daß durch das Alkali ein Teil des Chloranils in Chloranilsäure übergeführt wird unter Bildung des betreffenden Alkali- oder Erdalkalisalzes. Diese Salze sind löslich und wirken peptisierend auf. das unangegriffene Chloranil. Es wird hier also das Dispersionsmittel durch eine chemische Einwirkung erst in der Suspension gebildet.
  • Man kann .die Herstellung der fraglichen Gerbstofflösungen mit dem eigentlichen Verfahren auch in einem Vorgang vereinigen, indem man :die Gerbbrühe in Gegenwart der zu gerbenden Häute herstellt b@zw. aufbessert. Eis ist aber auch denkbar, das Chloranil mit den Peptisationsmitteln ohne Wasserzusatz zu mischen und so ein als. Handelsware verwendbares Gerbmittel zu erzeugen.
  • Die Ausführung des Gerbverfahrens kann entweder in ruhenden Gefäßen, welche Vorrichtungen zur Bewegung der Flüssigkeit enthalten, oder in bewegten Gerbfässern vorgenommen werden. Zu diesem Zwecke schüttet man. das feine pulverisierte Chloranil zunächst in geringen Mengen, und zwar Prozent auf die Wassermenge berechnet, in das Gerbfaß und fügt hierzu den zehnten Teil .der angewandten Menge des Chloranils von irgendeinem beliebigen Phenol hinzu. Die Mengenverhältnisse, ebenso auch die Konzentration der Brühen kann nach Belieben zur Erzielung deis jeweilig gewünschten Gerbzweckes außerordentlich schwanken.
  • Ein Ü@berschuß an Phenolen gegenüber der Menge der Chloranile ist im allgemeinen zu vermeiden. Durch einen solcher Übersehuß wird die kolloidale Lösung in eine eigentliche Lösung Übergeführt und hierbei verschwinden die gerbenden Eigenschaften.
  • In ähnlicher Weise geschieht die Herstellung der Brühen ibei Anwendung anorganischer Peptisationsmittel, wie Alkalien oder Erdalkalien.
  • Im Verhältnis genügen hierbei wesentlich geringere >:engen zur Erzielung der Wirl:ung als bei der Anwendung von Phenol-en. Der Vorgang, der sich während der Einwirkung von Alkalien auf Chloranile abspielt, ist grundsätzlich nicht wesentlich verschieden von demjenigen bei der Einwirkung von Phenolen auf Chloranile, indem in allen Fällen. die Bildung chinhydronartiger Anlagerungsprodukte angenommen werden muß. Die gerbende Wirkung der so hergestellten Lösungen aus Chloranil ist wesentlich stärker als die einer Lösung von gewöhnlichen Chinonen und deren Swbstitutionsprodukten; die erhaltenen Leder unterscheiden sich dementsprechend besonders durch den vollen Griff und durch das erzielte Gewicht. Ein besonderer wirtschaftlicher Vorteil liegt auch noch darin, daß man die Herstellung des Chloranils in das, Verfahren selbist verlegen kann, indem man die Zwischenprodukte, z. B. Trichlorphenol, als Ausgangsstoffe verwendet und mit Bichromaten und Schwefelsäure oxydiert. Nach Abstumpfung der Schwefelsäure mit Alkalien kann man derartige Lösungen unmittelbar in ähnlicher Weise wie oben die reinen Chioranilverbindungen zur Gerbung benutzen. Es tritt dabei eine besondere Nebenwirkung der gerbenden Chromverbindungen ein, wie :sie in ähnlicher Weise bei den bekannten lk-,oinbination!sgerbungen mit mineralischen und organischen Gerbmitteln .erzielt werden. Außerdem können die Chloranile bzw. deren kolloidale Lösungen in Verbindung mit allen bekannten. natürlichen oder künstlichen Gerbmitteln angewandt werden, sei es als Vor- oder Nachgerbung oder in Mischung mit -diesen Genbmitteln.

Claims (2)

  1. PATENT-ANsPRÜCHE i. Verfahren zum Gerben von Häuten, darin bestehend, @daß man Chloranile mit organischen. oder anorganischen Dispersion;smittel, wie Phenolen u. dgl. oder Alkalien, Erdalkalien u. dgl., in solcher Menge zusammenbringt, daß eine kolloidale Lösung entsteht und in --diese die Häute einlegt.
  2. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man statt von den fertigen Chloranalen von einem Zwischenprodukt, z. B. Trichlorphenol, ausgeht und dieses durch Behandlung mit Oxydationsmitteln, wie Bichromaten, in das - entsprechende unreine Chloranil überführt, welches dann ohne Ausscheidung der neben dem Chloranil entstehenden Körper in die kolloidale Lösung nach Anspruch i übergeführt wird.
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