DE35213C - Verfahren zur Darstellung von Barium- und Strontiumhydroxyd aus den Sulfiden mittelst Luft-Sauerstoffs und Manganoxyden - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Barium- und Strontiumhydroxyd aus den Sulfiden mittelst Luft-Sauerstoffs und Manganoxyden

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DE35213C
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H. L. PATTINSON JR. in Felling, England
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01FCOMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F11/00Compounds of calcium, strontium, or barium
    • C01F11/02Oxides or hydroxides
    • C01F11/10Oxides or hydroxides from sulfides

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Darstellung von Barium - und Strontiumhydroxyd. In der nachfolgenden Beschreibung soll, da die Gewinnung des Strontiumhydroxyds nach dem vorliegenden Verfahren dieselbe ist, nur die Darstellung des Bariumhydroxyds beschrieben werden.
Die Erfindung besteht darin, dafs eine wässerige Schwefelbariumlösung mit einem Manganoxyd vermischt und in diese Mischung Luft eingeführt wird, wodurch ein grofser Theil des Schwefelbariums in Bariumhydroxyd verwandelt und der Rest als unterschwefligsaures Salz ungelöst zurückbleibt. Dabei wird ungefähr Y3 des mit dem Barium verbunden gewesenen Schwefels, welcher nicht in unterschwefligsaures Salz umgebildet wird, mit dem Manganhydroxyd und mit dem unterschwefligsaurert Barium gemischt, als freier Schwefel erhalten. Das Bariumhydroxyd wird dann durch- Auskrystallisifen aus der klaren Lösung abgeschieden. Mit Hülfe eines Lösungsmittels wird der Schwefel aus dem Niederschlag ausgeschieden und darauf das Manganhydroxyd des Niederschlages zur Oxydation einer frischen Schwefelbariummenge verwendet, wie vorher.
Bei Ausführung des Processes verwendet Erfinder Schwefelbarium (Ba SJ, löst dasselbe in Wasser und setzt ein Manganoxyd zu, wie beispielsweise fein vertheilten Braunstein (Mn O2) oder den mänganhaltigen Schlamm desWeldon-Processes, oder Manganhydroxyd (Mn H2 Ο.,), aus welchen Producten das Chlorcalcium ausgewaschen worden ist; dieser Mischung wird Luft zugeführt, um, wenn nöthig, das active Manganoxyd zu bilden oder das active Oxyd in solchem Verhältnisse zu regeneriren, als das Manganoxyd an das Barium Sauerstoff abgegeben hat.
Es ist wichtig, das Chlorcalcium durch Auswaschen zu entfernen, da Chlorcalcium auf Bariumhydroxyd einwirkt und Chlorbarium bildet. Die Temperatur, bei welcher die Schwefelbariumlösung mit einer der oben genannten Manganverbindungen gemischt wird und auf welcher die Lösung während der Oxydation gehalten werden sollte, beträgt ungefähr 380C. Diese Temperatur ist die beste, weil die Oxydatiort weniger Luft erfordert, wenn die Flüssigkeit, wie angegeben, erwärmt ist, und weil bei dieser Temperatur auch mehr Bariumsalz in der Flüssigkeit, demzufolge auch weniger die Notwendigkeit vorhanden ist, die resuhirende Bariumhydroxydlösung zum Zwecke des Auskrystallisirens zu concentriren.
Bei höherer Temperatur kann sich leicht das Bariumsulfid in unterschwefligsaures Barium, statt in Bariumhydroxyd umsetzen.
Um die Schwefelbariumlösung während der Oxydation auf 380 C. zu erhalten, bei welcher Oxydation natürlich Wärme erzeugt wird, beginnt man ungefähr bei 27° C. und leitet so lange Luft in die Lösung, bis die Temperatur auf 430 gestiegen ist. Man unterbricht dann und fährt erst wieder fort, wenn die Flüssigkeit genügend abgekühlt ist, und so weiter, bis die gesammte Operation vollendet ist, wobei jedoch die Temperatur nie über 43° C. steigen darf.
Zur Entfernung des Schwefels aus dem Niederschlage, welcher wegen seines Gehaltes an Manganhydroxyd zu weiterer Verwendung dienen kann, wird dieser Niederschlag mit einem den Schwefel lösenden Mittel, als welches sich
am besten die flüchtigeren Destillationsproducte des Kohlentheers eignen, behandelt, so dafs nach einer jeden Operation der Umwandlung des Schwefelbariums in Bariumhydroxyd das ausgewaschene Manganhydroxyd für die nächste Operation wiedergewonnen wird.
Erfinder hat ferner gefunden, dafs durch mit solchen Kohlentheerproducten imprä'gnirtds Manganhydroxyd oder solches, welches mit einer geringen Menge solcher Producte gemischt ist, ungefähr 80 pCt. Schwefelbarium in Bariumhydroxyd umgesetzt werden. Man kann die zur Oxydation zu verwendende Luft unter hohem Druck in ein kühl zu haltendes Hochdruckreservoir einpressen. Wird die Luft in die »Flüssigkeit eingelassen, so kühlt sich dieselbe durch Expansion ab, wodurch dem Bestreben der Schwefelbariumfiüssigkeit, bei der Oxydation ihre Temperatur zu erhöhen, begegnet wird.
Das Verfahren kann auch in zwei Phasen ausgeführt und zwischen diesen beiden Phasen das Auskrystallisiren der Flüssigkeit eingeschaltet werden.
Es hat sich ergeben, dafs, wenn ungefähr 2/3 derjenigen Luft, welche genügt, um eine gegebene Schwefelbariummenge umzuwandeln, in die Flüssigkeit eingeführt worden ist, keine Bildung von unterschwefligsaurem Barium stattfindet, dagegen die Reaction
2 Ba S + O = Ba O + Ba S2
eingetreten ist.
Diese Reaction kann nahezu bei beliebiger Temperatur ausgeführt werden; es hat sich ferner als praktisch erwiesen, aus dieser Lösung das Bariumhydroxyd (Ba H2 O2) als Krystalle zu gewinnen, wobei eine zweifach Schwefelbarium (Ba S2) enthaltende Mutterlauge erhalten wird, die ebenfalls mit Luft und Manganhydroxyd behandelt werden kann.
Bei Ausführung dieser Methode kann die Flüssigkeit heifs und stark verwendet werden, wenn die Luft zugelassen wird. Nach Umwandlung des gesammten Schwefelbariums in Ba O und Ba S2 wird der Procefs unterbrochen, die Flüssigkeit absetzen gelassen, die klare Flüssigkeit abgegossen und eine gleiche frische Flüssigkeitsmenge zu dem Rückstande zugesetzt, worauf wie in dem ersten Theile des Processes weiter gearbeitet wird. Die abgegossene klare Flüssigkeit läfst man auskrystallisiren und abkühlen. Die gebildeten Krystalle bestehen aus reinem Ba H2 O2 , vermischt mit Ba S2 - Lösung, welche letztere möglichst abgeschieden wird, worauf man nach wiederholter Auf lösung der Krystalle und Umkrystallisiren reines, für den Handel geeignetes Bariumhydroxyd erhält. Die Ba S2 - haltige Mutterlauge, aus welcher Ba H2 O2 auskrystallisirt ist, wird dann mit Manganhydroxyd gemischt, das vorher mit den flüchtigeren Destillationsproducten des Kohlentheers ausgewaschen wurde, und Luft eingeblasen. Da hier nur '/3 des Luftquantums, welches bei einer gleichen Menge Ba S erforderlich sein würde, nöthig ist, so wird die Erwärmung im letzten Theile des Processes vermieden und gleichzeitig eine Flüssigkeit erhalten, die ein schnelles Auskrystallisiren gestattet. Diese Flüssigkeit kann erhitzt und dazu verwendet werden, die durch den ersten Theil des Processes erhaltenen Krystalle aufzulösen.
Erfinder hält es für wünschenswerth, in der zweiten Phase des Processes (wenn diese Zweitheilung zur Ausführung kommt) oder beim Gesammtprocefs eine bestimmte Menge eines Manganoxyds zum Schwefelbarium zu verwenden, welche sich aus den Atomgewichten der Formel Mn O2 -f- Ba S ergiebt. Eine einmal in Arbeit genommene Menge Braunstein (Mn O2) wird für eine unbeschränkte Menge Schwefelbarium (Ba S) genügen, wenn obiges Verhältnifs bei jeder Operation beobachtet und der Schwefel nach jeder Operation durch ein geeignetes Lösungsmittel aus dem Mn O2 ausgewaschen wird.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Darstellung von Barium- bezw. Strontiumhydroxyd und deren unterschwefligsauren Salzen durch Einleiten von Luft in eine mit einem chlorcalciumfreien Manganoxyd versetzte Lösung der betreffenden Sulfide bei ca. 380, Abscheidung der gebildeten Hydroxyde durch Krystallisation und Gewinnung des ausgeschiedenen Schwefels durch Extraction des Manganoxyds mittelst der flüchtigeren Destillationsproducte des Kohlentheers oder eines anderen Lösemittels, wobei das durch Extraction von Schwefel befreite Manganoxyd immer wieder zur Zerlegung neuer Mengen der Sulfidlösung verwendet werden kann.
2. Die Modification dieses Verfahrens in der Weise, dafs, nachdem ungefähr 2/3 der zur Zersetzung der Sulfide nöthigen Luft eingeführt sind, die gebildeten Hydroxyde durch Krystallisation gewonnen werden, ■während die hierbei resultirende, zweifach Schwefelbarium bezw. - Strontium enthaltende Mutterlauge von neuem mit Luft und Manganoxyd behandelt wird, und nach vollendeter Zersetzung und Trennung von Manganoxyd und Schwefel zum Umkrystallisiren der abgeschiedenen Hydroxyd krystalle dient.
DENDAT35213D Verfahren zur Darstellung von Barium- und Strontiumhydroxyd aus den Sulfiden mittelst Luft-Sauerstoffs und Manganoxyden Expired - Lifetime DE35213C (de)

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