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Zweifach wirkender Scheinwerfer. Das Wesen der hier zum Patent angemeldeten
Neuheit liegt darin, daß die Wirkung der Reflexionsfläche des parabolisch geformten
Scheinwerfers eine zweifache ist, um die schweren Übelstände zu beseitigen, -die
clen heute bei Fährzeugen mit sehr großer Fahrgeschnvincligkeit, also besonders
den Automobilen, allgemein im Gebrauch stehenden Scheinwerfern anhaften.
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Es ist eine behördliche l\- orschrift, daß genannten Fahrzeugen bei
Nachtzeit eine Beleuchtung gegeben wind, die die Fahrbahn mit einer Reichweite von
25 m und einer dein seitlichen Räderabstand gleichen Breite beleuchtet.
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Der Konkurrenzkampf der Lämpenfabrikanten und nicht minder die Eitelkeit
der Automo#bslb.esitzer aber hat dazu geführt, die im Verein mit der oft mit größtem
Luxus ausgeführten Bauart der Automobile auch die Intensität und Reichweite der
Scheinwerfer auf eine den vorgeschriebenen Zweck weit überragende Größe zu steigern.
Scheinwerfer, welche bis zu 5oo m und darüber Reichweite aufweisen, sind gang und
gäbe.
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Entsprechend den Gesetzen ider Optik senden :die beiden, nach der
behördlichen Vorschrift über dem Radstand des Fahrzeuges angebrachten Reflektoren,
die Liehtstrahilen in zwei Strahlenzylindern nach; vorn, beleuchten mit sehr großer
Schärfe die Fahrbahn, lassen aber den rechts und links von oder Fahrbahn liegenden
Straßenteil für das Luster der Einwirkung des reflektierten Lichtes: stehende Auge
in tiefstem Dunkel. Auf die, dem Fahrzeug entgegenkommenden Menschen und Tiere,
wirken sie aber derart blendend. daß diese instinktiv die Augen schließen.' und
unentschlossen, nach welcher Seite sie in oder sie umgebenden Finsternis Sicherheit
vor dem in großer Schnelligkeit herankommenden Fahrzeug finden sollen, unsicher
hin und her wanken und dadurch sich und den Wagenführer in die größte Gefahr bringen.
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Um nun auch eine seitliche Beleuchtung der Fahrbahn, wie sie besonders
bei scharfen Straßenkrümmungen auch vom Wagenführer gewünscht wird, zu erhalten,
werden häufig unterhalb der beiden vorschriftsmäßigen Scheinwerfer, kleinere schräg
nach seitwärts gerichtete Lampen angebracht, also die Zahl :der Beleuchtungskörper
verdoppelt.
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Allen diesen vielfachen Nachteilen der gegenwärtig allgemein angewandten
Automobilbeleuchtung zu begegnen, ohne ihre notwendige Reichweite oder ihre Lichtstärke
zu beeinträchtigen; im Gegenteil noch durch das Entbehrlich.machen der seitwärts
gerichteten besonderen Reflektoren eine Vereinfachung und damit eine Ersparnis des
ganzen Beleuchtungsapparates zu erreichen, dienen die Scheinwerfer nach nachfolgend
beschriebener Einrichtung: Die konkave Reflektorfläche ist nur zum Teil, z. B. zu
einem Drittel an ihrem äußeren Rande mit Hochglanz, also lichtsammelnd, ausgestattet,
in ihrem mittleren, inneren Teil aber mit einem entgegengesetzt wirkenden, also
lichtzerstreuenden Belag, versehen.
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Ein solcher lichtzerstreuender und doch stark reflektierender Belag
kann durch kleinste, auf galvanotechnischem Wege aus
Silber-, Nickel-
oder anderen Metallösungen auf der Scheinwerferhohlfläche niedergeschlagene 2Vletallkristalle,
leicht hergestellt wer--len.
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Bei den von der Erfinderin zahlreich vorgenommenen praktischen Versuchen
haben sich für diesen Zweck Silberkristalle ganz vorzüglich bewährt.
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Der Beleuchtungseffekt eines nach solcher Art ausgeführten Reflektors,
wie er in Abb. i und 2 im Querschnitt und Draufsicht bildlich dargestellt .ist,
ist nun der, daß von ihm zwei Strahlenbündel ausgehen: Das eine wird von dem mit
Hochglanz. ausgestatteten Spiegelring S als Lichtzylinder Z geradeaus in der Fahrrichtung
gebildet, das zweite als Lichtkegel K, dessen Grenzlinien in .den Geraden
liegen, die man sich vorn den Punkten ödes Treffkreises T T' des hochglänzenden
und des matt gehaltenen Spiegelteiles nach der Peripherie des Reflektors gezogen
denkt. Den Lichtkegel K bilden die nach allen denkbaren Richtungen durch die Kristallflächen
des inneren Spiegelbelages zurückge-,v,>rfenen Strahlen.
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Viele praktische Versuche haben ergeben, ,laß durch die nur teilweise
ringförmige Inanspruchnahme der Spiegelfläche die Schärfe des Lichtes und ebenso
die Reichweite ödes Strahlenzylinders nicht beeinträchtigt wird.
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Der von dem lichtzerstreuenden inneren Teil der Spiegelfläche ausgesandte,
im Vergleich zu dem l.ichtzvliiider Z allerdings be-,leutenii schwächere Lichtkegel
besitzt auch eine geringere Reichweite; ragt aber mit dieser immer noch weit über
die behördlich vorgeschriebenen 25 m hinaus.
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Für die Entgegenkommenden-beweg t sich somit das Fahrzeug in einer
für das Auge erträglichen über :die ganze Breite der Fahrbahn reichenden Lichtsphäre.
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Für :den Wagenführer selbst ist aber auch eine Seitenbeleuchtung geschaffen,
die ihm besonders bei schroffen Straßenkrümmungen größere Sicherheit im Lenken bietet
und die außerdem die sonst angebrachten kleineren Seitenscheinwerfer vollkommen
entbehrlich macht. Entgegenkommenden Wagenführern sind die gleichen Vorteile zugewandt.
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Diese neuen Scheinwerfer besitzen somit gegenüber den bis zur Zeit
allgem~ein in Gebrauch stehenden Reflektoren für den Straßenverkehr, die IVVagenführer
und die Wirtschaftlichkeit des Automobilfahrens wesentliche Vorteile.
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Die amerikanische Patentschrift 660336
beschreibt ebenfalls
einen zweifach wirkenden Scheinwerfer, weicht aber in konstruktiver Hinsicht und
in ihrer Wirkung gegenüber der vorliegenden Erfindung wesentlich, und zwar zu ihrem
Nachteilab.
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Zunächst ist der Reflektor nach dem amerikanischen Patent aus mehreren
Spiegelflächen zusammengesetzt, also von komplizierterer Fonn, -und bedingt darum
höhere Herstellungskosten. Des weiteren zeigt er eine, der vorliegenden Erfindung
entgegengesetzte Anordnung-der verschieden wirkenden Reflexionsflächen, insofern
nach, dem am-erikanis.chen Patent der lichtzerstreuende Teil des Reflektors nach
außen, bei der vorliegenden Erfindung nach innen angeordnet ist, und das ist darum
wesentlich, weil die Konzentration um die Lichtquelle sich notwendig verstärken
muß, wenn der zentrale Teil des Reflektors zugleich der die Strahlen sammelnde Teil
ist, was auch mit Ursache des besonderen Grellseins des Lichtes und .dadurch seiner
Blendwirkung ist.
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Werden aber die von dem zentralen Reflektorteit ausgehenden Lichtstrahlen
zerstreut und zum Teil durch den Mantel des von dem äußeren Ring reflektierten Strahlenzylinders
hindurchgeführt, so erleiden .dieselben eine merkliche Abschwächung, und das kreisförmige
Lichtbild erscheint als eine Scheibe, von einem helleren Ring umgeben, von welchem
das Auge nicht so empfindlich getroffen wird, wie von der grellen Vdllsoheibe eines
konzentrischen Strahlungszylinders.
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Auch dadurch, daß zum Belage .des Reflektors nach der Erfindung für
den äußeren Refl.ektorrandmikroskopisch kleine Metallkristalle gefordert wenden,
die kein Licht aufsaugen, sondern es in seiner vollen Intensität zurückgeben, also
intensiver wirken, bildet der Reflektor nach der Erfindung gegenüber dem -des amerikanischen
-Patentes einen wesentlichen Fortschritt in der Automobilbeleuchtung.