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blilchtransportkanne. Es fehlte bisher an geeigneten Transportkannen,
um frische Milch auf große Entfernungen befördern und sie längere Zeit in denselben
aufbewahren zu können, ohne daß die Milch verdirbt, d'. h. an solchen Kannen, die
gleichzeitig alle schädlichen Einflüsse, wie die Wärme, die Luft und das Schütteln
abhalten. Wenn auch Kannen genügend bekannt sind, die nach außen zum Schutz gegen
Temperatureinflüsse isoliert sind, so werden bei diesen doch nicht gleichzeitig
die übrigen schädlichen Faktoren ferngehalten. Ferner sind federbelastete Kolben,
welche auf die Flüssigkeitsoberfläche drücken, 'um das Schütteln zu verhindern,
nicht unbekannt. Jedoch ist hier keine Entlüftung vorgesehen, um die Luft unter
dem Kolben zu entfernen. Auch befindet sich oberhalb .des Kolbens Luft, und ist
somit die Möglichkeit vorhanden, daß die Milch sauer wird.
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Bei der neuen Erfindung ist ein Verderben der Milch 4irch die oben:genanaten
Einflüsse unmöglich. Dieses wird dadurch erreicht, daß aus der Kanne die Luft oberhalb
der Milch entfernt wird und die Milch sonrit nicht mit Luft in Berührung kommt.
Ferner ist die Kanne in an sich bekannter Weise gegen Temperatureinflüsse nach außen
isoliert, :die Milch ist also von allen Seiten auch gegen Wärme geschützt. Alsdann
ist noch ein an sich bekannter Kolben vorgesehen, der auf die Milch drückt und so
das Schlingern derselben verhütet. Dieser Kolben besitzt jedoch eine Vorrichtung,
um die Luft unterhalb desselben entfernen zu können. Auch wird er unabhängig von
dem Deckel eingesetzt, so d@aß es möglich ist, sich davon zu überzeugen, daß er
ordnungsgemäß aufruht. Es wird somit den oben.genannten Mängeln abgeholfen und wird
erreicht, daß frische Milch, «-elche durch Erhitzen keimfrei gemacht und von der
in ihr etwa noch gebundkenen Luft befreit wird, darauf gekühlt in :die Kanne gebracht
wird unter möglichster Fernhaltung der Luft, auch bei Schütteln und Hitze auf dem
Transport nicht verderben kann. Um die der Milch etwa noch anhaftende Luft zu entfernen,
genügt es auch, die Luft zunächst ohne Kolben aus der Kanne zu entfernen. Der Vorteil
`derartiger Kannen liegt auf der Hand, es ist hierdurch möglich, frische Milch in
einwandfreiem Zustande den Großstädten und Industri-egebieten aus weitentfernten,
milchreicheren Gegenden und selbst aus dem iveiteren Auslande zuführen zu können,
was für das Wahl der Volksgesundheit, wie jeder weiß, von außerordentlicher Bedeutung
ist.
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Auf der Zeichnung ist in Abb. r eine Kanne im Schnitt daxgestellt,
bei der die Luft aus dem Zwischenraum und :dem Raum über dem Kolben jedesmal abgesaugt
wird. Abb. 2 stellt einen Schnitt durch das innere Ventil zwischen dem Raum über
dem Kolben und dem Zwischenraum dar. Abb. 3 zeigt einen Schnitt durch den oberen
Teil der Kanne; strichpunktiert ist der Sperrhebel ausgeklinkt dargestellt. In Abb.
q. ist ein. Schnitt durch. das Luftabsaugventil für den Raum über dein Kolben dargestellt
bei einer Kanne, deren Mantelzwischenraum dauernd luftleer bleibt.
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Die Kanne nach Abb. z und 2 besteht aus der äußeren Blechwandung a
und der inneren Blechwandung b, dem äußeren Deckel c und dem inneren Deckel d. Der
äußere und innere Behälter sind am oberen Rand durch ein dünneres Blech in verbunden,
damit die Wärme möglichst wenig übergeleitet wird. Bei der dargestellten Kanne stützt
sich der innere Behälter auf dien äußeren am Boden mittels eines mit Füßen versehenen
Ringes e auf eine isolierende Ringscheibe f sowie seitlich mittels Winkelstützen
x unter Zwischenschaltung von Isolierungsstücken w. Ferner ist zur Verstärkung des
:dünnen Bleches in ein fester, wärmeisolierender Ring iz (Abb. =) eingebaut, der
auf :dem Winkel o ruht. Der Druckkolben besitzt eine Manschette -i aus Leder oder
Gummi, welche den Milchraum
abdichtet, sowie an einem auf der Kolb:enführungstange
verschiebbaren Armkreuz g' angeordnete Sperrhebel g und eine zwischen dem Armkreuz
und denn Kolben zwischengeschaltete Feder h. Ferner ist am Kolben eine Luftschraube
k vorgesehen. Das innere Entlüftungsventil wird im wesentlichen durch die Öffnungen
q und eine Platte p aus Gummi o. dgl., welche die Öffnungen q abdeckt, gebildet.
Das äußere Ventil besitzt in gleicher Weise Öffnungen y und eine Ventilplatte s.
Es wird noch durch eine Nerschlußschraube v und den Dichtungsring t gegen Eindringen
der Luft gesichert. Der innere Kannend'eckel d wird .auf einen Gummiring
L gelegt. Der äußere Deckel wird durch einen Hebelverschluß auf eine Dichtung
y niedergedrückt. Die Verschlüsse sichern somit doppelt gegen Eindringen von Luft.
In Abb. d. sieht man bei cr, das Luftabsaugventil,durch welches die Luft über .dem
Kolben abgesaugt wird, und zwar bei einer Kanne, bei der die Luft aus !dem Behälterzwischenraum
schon bei Herstellung der Kanne dauernd entfernt ist und dieser dann einen vollständig
geschlossenen, luftleeren Ratrom :darstellt. Im übrigen gleicht .die Kanne nach
Abb. 3 und d. der in Abb. i und z dargestellten.
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Eine weitere Ausführungsmöglichkeit besteht noch darin, daß die Luft
aus dem Raum über dem Kolben nach Abb. 3 und d. abgesaugt wird und, aus dem Mantelzwischenraum
hiervon getrennt durch ein Ventil nach Art des äußeren Ventils gemäß der Abb. i.
Ferner kann der Wärmeschlitz nach außen auch durch eine andere Wärmeisolierung wie
durch Vakuum geschehen, namentlich wenn die Kannen keiner starken Hitze längere
Zeit ausgesetzt werden. Auch kann die Ausführung der Einzelheiten eine andere sein
wie dargestellt, da die Erfindung im ,wesentlichen darin besteht, daß die Milch
durch einen Druckkolben verhindert wird zu schlingern, und ihr trotzdem eine gewisse
Elastizität verbleibt, ferner darin, daß die Milch in keiner Weise mit Luft in Berührung
kommen kann, indem der Raum oberhalb sowie auch unterhalb des Kolbens sich vollständig
luftleer herstellen läßt, und drittens darin, daß die Kanne überall nach außen möglichst
gut gegen Wärme isoliert ist.
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Die Handhabung der in Abb. i bis 4 dargestellten Kannen ist folgende:
Die Milch, welche etwa durch Erhitzen keimfrei gemacht und,' hierdurch gleichzeitig
von der in ihr etwa noch gebundenen Luft befreit sowie dann gekühlt ist, wird in
die Kanne bis zu einer . bestimmten, deutlich sichtbaren Marke gegossen. Dann wird
der Kolben einsgesetzt, die Verschlußmutter des Luftauslasses k entfernt und der
Kolben so weit niedergedrückt, bis die Luft unter demselben entfernt ist, also die
Milch durch den Luftauslaß k nach oben tritt; alsdann wird die Verschlußmutter wiedier
aufgeschraubt und die Feder h mittels der Sperrhebel g niedergedrückt, an .deren
Armkreuz g' zwei Handgriffe angeordnet sind (Abb. q.).
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Die Enden der' Hebel g springen beim Niederdrücken in Einpressungen
des Kannenhalses. Wenn :die Kanne bis zur richtigen Marke gefüllt ist, kann die
Milch weder schlingern. noch fehlt ihr eine gewisse Elastizität. Alsdann werden
der Gummiring l und der Deckel d sowie der Deckel c aufgelegt. Letzterer wird durch
einen Hebelverschluß niedergedrückt. Nun wird die Luft über dem Kolben bzw. auch
aus, dem Mantelzwischenraum durch das ,#bsaugeventil mittels einer L uftpiunpe entfernt.
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Statt durch Erhitzen, kann die Milch auch :dadurch von der in ihr
gebundenen Luft befreit werden, daß man die geschlossene Kanne mit der Milch zunächst
ohne den Kolben evakuiert und` alsdann -dien Kalben aufsetzt, die Kanne ordnungsmäßig
verschließt lind -dann nochmals evakuiert.
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Die Kannen sind namentlich für größere Betriebe gedacht, so daß die
Luftpumpe durch einen Motor angetrieben werden kann und der Vorgang dies Evakuierens
schnell vor sich geht.
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Die Kannen eignen sich auch zum Transport von Suppenessen, welches
-warm bleiben soll. Da es bei diesen Kannen mit Luft nicht in Berührung kommt, dürfte
ein Säuern auch hier wohl längere Zeit. nicht eintreten, auch wird das Essen nicht
durchb schüttelt und infolgedessen nicht unansehnlich.